Hallo zusammen,
einen Teil meiner Coesfeld-Bilder hatte ich schon mal vor einigen Jahren gezeigt. Nun habe ich sie neu gescannt und zusammen mit weiteren Bildern dieser Tour in einen Beitrag gepackt. Am 9. Juni 1992 fand diese Rundtour Ruhrgebiet – Münsterland und zurück statt. Aber der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der Rückfahrt. Man darf allerdings keine "Eisenbahn in Landschaft"-Bilder an ausgesuchten Standorten erwarten, die Bilder entstanden in den Bahnhöfen und aus dem Zug heraus, z. T. in ETA-Perspektive.
1.) Wir beginnen diese "Rundfahrt" in Wanne-Eickel Hbf. Die Anreise nach Münster erfolgte ab Düsseldorf mit dem
D 2314 Heidelberg – Rheine, Düsseldorf Hbf ab 9:13. Um 9:51 legt der Zug seinen Halt in Wanne-Eickel Hbf ein.
Dort steht einen Bahnsteig weiter 515 549, der wohl gerade um 9:49 aus Bochum angekommen ist. Die Züge auf dieser Strecke haben in der Kursbuchtabelle keine Zugnummern.
Um 10:05 gehts zurück nach Bochum Hbf, Ankunft um 10:20. Im darauffolgenden Jahr wurde die Strecke als Nokia-Bahn bekannt.
2.) Im Bw wird gerade 515 636 aufgeladen. 1991/92 waren in Wanne-Eickel noch 21 Fahrzeuge der Reihe 515 beheimatet aber nur noch 5 Steuerwagen 815.
3.) Kurz nach 10 lässt der D-Zug nach Rheine ohne Halt den Bahnhof Haltern hinter sich. Ein Wendezug mit einer 141 verlässt als N 7536 Münster – Essen gerade Gleis 2.
Ein weiterer Wendezug, bespannt mit einer 216 wartet auf Gleis 1 auf die Abfahrt nach Langenberg (Rheinl) um 10:53 (ebenfalls ohne Zugnummer).
Das Stellwerk Hf (Sp Dr L30) rechts im Bild wurde 1998 durch ein ESTW ersetzt.
4.) Um 10:28 Ankunft in Münster Hbf. Eine Minute später verlässt 111 101 mit dem
D 2536 Münster – Saarbrücken den Bahnhof.
111 101 war eine von zum damaligen Zeitpunkt 22 Frankfurter 111ern (111 088 - 111 108, 111 110).
5.) Auf dem Stumpfgleis vor dem ehemaligen Stellwerk Mf steht 216 151.
6.) In der anderen Richtung fällt der Blick auf den Lokschuppen zwischen den Streckenästen nach Hamm und Wanne-Eickel. 110 436 rollt gerade durch.
Wann die Drehscheibe ausgebaut wurde weiß ich nicht, aber deren Lage ist noch deutlich zu erkennen.
7.) Die Szenerie vom Gleis 3 aus gesehen.
8.) Seit 1991 sind die nunmehr in die Baureihe 143 umgezeichneten DR 243 im Einsatz. Hier rumpelt ein Güterzug mit einer unbekannten 143 durch Gleis 6.
9.) 110 475 neben einem rotgebliebenen TVT ganz am Ende des äußersten Bahnsteigs.
10.) 360 568 rollt am Schuppen vorbei, vor dem sich ein orientrotes Dreibein ausruht. Der Lokschuppen hat im Herbst 2009 das Zeitliche gesegnet.
11.) Nach einem Besuch der Stadt gehts schließlich um 14:45 wieder zum Bahnhof, wo schon 624 604 als E 7324 zur Abfahrt nach Coesfeld bereit steht.
12.) Nachdem der E 7324 um 15:12 verlassen hat, steht 18 Minuten später in Havixbeck die Kreuzung mit dem Gegenzug an.
13.) Der Uerdinger Prototyp 624 503 mit seiner gefälligen Dachform hat in Havixbeck planmäßig 5 Minuten Aufenthalt um die Kreuzung abzuwarten.
14.) Am anderen Ende hängt nicht 624 501, sondern der mit der höchsten Nummer: 624 680 mit Übergangstür.
15.) Weiter gehts die Baumberge entlang. Mit 128 m ü. NN hat Billerbeck den höchstgelegenen Bahnhof der Strecke. Der Scheitelpunkt der Strecke liegt bei 140 m ü. NN. Ab Havixbeck, dessen Bahnhof bei 95 m ü. NN liegt ist also auf einer Streckenlänge von knapp 10 km für die Gegend ein erwähnenswerter Höhenunterschied zu bewältigen. Im weiteren Verlauf über Lutum nach Coesfeld geht es wieder auf 81 m ü. NN runter.
16.) Ankunft des E 7324 um 15:52 in Coesfeld auf Gleis 3. Ein nichtstellbares Hauptsignal lässt von Gleis 3 keine Zugfahrten Richtung Borken oder Oberhausen zu, das ist nur von Gleis 4 und 5 möglich. Die Gleise 1 und 2 wurden schon Jahre vorher entfernt, zugunsten des Busbahnhofs.
17.) Sowohl beim Gleis 4, als auch hier beim Gleis 5 kündigen Vorsignale ein weiteres Ausfahrtsignal an, das auf Höhe der Ausfahrt vom Rangierbahnhof steht. Erst dort teilten sich die Strecken nach Dorsten und Borken. Letztere verlor schon 1974 ihren Personenverkehr und bis 1984 auch den Güterverkehr.
Rechts im Hintergrund das Ausfahrtsignal der Strecke aus Gronau nach Lünen, die jenseits des Rangierbahnhofs die Strecke nach Oberhausen überquerte. Inzwischen wurde diese Trasse ja aufgegeben. Das Streckengleis verlässt heute parallel zur Dorstener Strecke den Bahnhof, niveaugleich und ohne Überführungen.
18.) Die Ausfahrt nach Münster, bzw. ehemals auch nach Steinfurt-Burgsteinfurt.
19.) Die Ausfahrt nach Gronau. Nur von den Gleisen 7 und 8 und vom Rangierbahnhof konnte in diese Richtung ausgefahren werden. Zwischen den Streckenästen befindet sich das Stellwerk Cn, das wie das Cmf bis 2010 in Betrieb war. Ein drittes Stellwerk, das Cs wurde bereits 2005 ausser Betrieb genommen.
20.) Breite Bahnsteige mit großer Kapazität und massiven Bahnsteigdächern.
21.) 212 292 (Bw Hagen) hat um 15:55 den N 7631 aus Dortmund gebracht. Um 16:02 geht es weiter nach Gronau, das um 17:05 erreicht sein wird. Der Mintling-624 daneben ist der N 7638 Gronau – Dortmund, der um 16:04 seine Weiterfahrt antreten wird.
22.) Fast zeitgleich mit der 212 auf Gleis 7 ist meine Weiterfahrgelegenheit auf Gleis 4 angekommen: 515 566 als N 7379 aus Oberhausen. Der 624 604 wird um 16:04 als E 7329 zurück nach Münster fahren.
23.) Noch während sich der ganz gut besetzte ETA aus Oberhausen entleert, ist schon der Zugschluss eingeschaltet. Ebenfalls um 16:04 wird er Coesfeld als N 7380 wieder verlassen. Dann herrscht erstmal wieder Ruhe auf dem großen Bahnhof.
24.) Noch eine Frontaufnahme kurz vor der Abfahrt.
25.) Los gehts. Von Oberhausen aus gesehen liegt der Bahnhof Coesfeld am km 58,46, wobei die Kilometrierung zwischen Oberhausen und Dorsten über die stillgelegte Strecke über Bottrop Nord verläuft. Nach dem Kursbuch sind es rund 61 km. Für den Akkublitz bedeutet das eine Fahrt von 1 h 16 min. Mit der NWB ist man heute 20 Minuten länger unterwegs, weil man in Dorsten umsteigen muß.
26.) Die nächste Betriebstelle ist Heubach (km 52,1). Ein nur noch durchgeschalteter Bahnhof ohne Personenzughalte.

27. + 28.) Über lange Abschnitte führt die Strecke zeitweise schnurgerade durchs schöne südliche Münsterland / Einfahrt in Maria Veen, wo zwei Schiebewandwagen auf ihre Abholung warten.
29.) Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof zeigt sich das bekannte Motiv, das wohl unzählige Male aufgenommen wurde.
30.) Posten 23 am Einfahrtvorsignal von Maria Veen.
31.) In Lembeck (km 34,37) steht die Zugkreuzung mit dem N 7379 an.
32.) Eine halbe Stunde nach Abfahrt in Coesfeld wird beim km 30,7 Wulfen (Westf) erreicht.
33.) Mit der Querung der Strecke nach Borken beim km 25,8 kündigt sich der Bahnhof Hervest-Dorsten an.
34.) In Hervest-Dorsten wird auf das Borkener Gleis gewechselt. Bei der Überquerung der unteren Ebene fällt der Blick auf das große Stellwerk Hdf, das bis 2005 in Betrieb war. Inzwischen ist es abgerissen und auf der unteren Ebene des Turmbahnhofs ist nur noch eine gleislose Brache.
35.) Südlich von Hervest-Dorsten wird zuerst die Lippe, dann der Wesel-Datteln-Kanal überquert. Beide Streckengleise laufen parallel zum Bahnhof Dorsten.
36.) Bahnhof Dorsten, planmäßige Abfahrt 16:42. Die zahlreich Wartenden wollen
wohl mit dem N 8173 nach Borken, der um 16:47 ankommt.
doch eher mit dem N 8172 nach Essen um 17:06, da der N 8173 auf der Westseite des Bahnhofs abfuhr. Danke an André Joost für den Hinweis.
37.) Im weitläufigen Güterteil wird ausgiebig rangiert.
38.) Begegnung mit dem schon erwähnten N 8173 Essen - Borken. Bis Bottrop fährt der Zug als E 8173.
Dieser Abschnitt hier ist keine zweigleisige Strecke, sondern zwei eingleisige parallellaufende. Korrektur: da habe ich mich wohl falsch informiert. In diesem Bereich also schon eine zweigleisige Strecke. Danke an Frank St.
39.) Am Abwzeig Gladbeck-Zweckel mit dem legendären Blumenstellwerk verlässt 515 566 die Strecke nach Wanne-Eickel und biegt auf das Verbindungsgleis nach Gladbeck West ab.
40.) Um 16:54 Halt in Gladbeck West.
41. + 42.) Ausfahrt aus Gladbeck West und Begegnung mit dem N 7387 nach Coesfeld, der dort um 17:54 ankommen wird. Die Wetterlage wird allmählich gewittrig.
43.) Einfahrt in Bottrop Hbf, wo ein ETA samt ESA Pause macht.
44.) Fünf Minuten planmäßiger Aufenthalt sind gut zu nutzen um ein paar Außenaufnahmen zu machen.
45.) Das urige Empfangsgebäude in Insellage wurde 1995 abgerissen und der Bahnhof weiter nach Westen verlagert.
46.) Ein zweites und letztes Mal kam ich 1994 in den alten Bottroper Hauptbahnhof, diesmal von Essen kommend mit dem N 5880. Erst zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 1995 wurde auf der Strecke die neue Zuggattung RB eingeführt.
47.) Die Ausfahrt Richtung Essen und Oberhausen. Jenseits des Bahnübergangs der Bahnhofstraße, der durch eine Unterführung ersetzt wurde, befindet sich heute der neue Hauptbahnhof.
48.) Weiter im Jahr 1992. Um 17:10 hält der ETA am Hp Bottrop-Vonderort direkt neben dem Rbf Oberhausen-Osterfeld Süd. Charakteristisch sind hier die Quertragwerke.
49.) Vorbeifahrt am Bw Oberhausen, zum Zeitpunkt Heimat von 184 Triebfahrzeugen:
25x 215; 60x 216; 42x 290; 2x 323; 15x 332; 1x 333; 6x 335; 18x 360; 1x 361; 1x 364; 7x 365; 6x 701
Eine 323 kann man im Hintergrund erspähen rechts unterhalb des Signalauslegers vor der Halle.
50.) 17 Uhr 20, Ankunft in Oberhausen Hbf, Ende der Reise. Inzwischen war ein ordentlicher Regenguss herunter gekommen, alles glänzt noch regennass. Bereits um 17:34 wird 515 566 die Rückfahrt nach Coesfeld antreten.
51. + 52.) 515 557 fährt mit einem 815 auf Gleis 12 ein und steht dann wieder zur Abfahrt bereit. Aber wohin? Nach Duisburg-Meiderich Süd? Naheliegend wäre es, aber fuhren da nicht nur Solo-Triebwagen?
Viele Grüße,
Georg
[früherer Benutzername: Djosh]
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