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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
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Liebe Forenfreunde,

der letzte Teil (wie gewohnt, hier der Link) endete am 05.08.1982 in der Polizeistation in Celldömölk.

Mit sehr gemischten Gefühlen erwarteten wir das Kommende. Was sollte schon passieren, die meisten Filme waren sicher im Quartier, und die Leute mussten ja erst mal einen Dolmetscher auftreiben. So saßen wir denn gut zwei Stunden herum, ritzten alle Viertelstunde einen Strich in die Zellenwand (um die nachfolgenden Delinquenten zu demoralisieren) - dann war Schulschluss, und ein - zum Glück netter - Deutschlehrer für ein Verhör verfügbar. Wir wurden freundlich ermahnt, WW zog seinen Stapel Eisenbahnbilder aus der Tasche, und die Stimmung stieg spürbar auf beiden Seiten. Wir sollten uns doch auf öffentlich zugängliche Stellen beschränken, dort sei das Fotografieren erlaubt, jedenfalls im Prinzip, außer von militärischen Objekten ... "Fotografieren Sie doch unsere Kathedrale", tja und das tat ich dann auch.

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Bild 1: Ungefährliches Fotoobjekt: Die barocke Wallfahrtskirche in Celldömölk

Aus der Wikipedia: Im Stadtzentrum befindet sich die 1744–48 errichtete Gnadenkirche zur Hl. Jungfrau Maria. Die barocke Abteikirche mit Wandgemälden von István Dorfmeister entstand nach dem Vorbild der Basilika von Mariazell. Daher wird Klein Zell auch "Klein-Mariazell" genannt

Danach begaben wir uns schleunigst hinaus in die freie Natur. Dass wir dabei auf die Strecke nach Györ trafen, war natürlich reiner Zufall. Zunächst hatten wir es aber mit der Dieselpest zu tun.

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Bild 2: M41 bei Celldömölk

Eigentlich ja gar keine so hässliche Lok, aber wir waren auf Dampf aus. Der kam auch bald.

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Bild 3: Die 424 254 ...

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Bild 4: ... mit ihrem Güterzug nach Györ ...

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Bild 5: ... stört kurz die Nachmttagsruhe ...

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Bild 6: ... und verschwindet in der Ferne

Dann senkte sich wieder die Stille über die Landschaft, bis ein komisches Rascheln aufkam.

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Bild 7: Besuch - ein Igel

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Bild 8: Und dann wieder mal eine M41: Nr. 2182

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Bild 9: Auch die M62 267 kam vorbei

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Bild 10: Zum Schluss die M41 2183

So war es dann doch noch ein erfolgreicher Tag, den wir mit einem feudalen Abendessen im "Korona-Etterem" (frei übersetzt: Gasthaus Krone) beschlossen.

Am nächsten Tag mussten wir unseren Gasteltern einiges erklären, denn unser Erlebnis hatte sich herumgesprochen. So ganz trauten sie den merkwürdigen Rucksacktouristen aber nicht mehr über den Weg.

Der Plan sah vor, am Freitag, dem 06.08.1982 um 8:23 über Tapolca (9:51/9:58) an den Plattensee zu fahren.

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Bild 11: Auf dem Weg zum Bahnhof fotografierte ich noch eine typische Straße in Celldömölk

Aber die MAV hatte Verspätung. Balatonszentgyörgy ist als "friedlicher Bahnhof mit ca. 10 Störchen" notiert, die leider unfotografiert blieben - wie auch die zahlreichen Rundnasen vom Typ M61. Eine heute sehr bedauerte Unterlassung!

In Fonyod kamen wir mit +40 min an, dort war alles voller Touristen. Wir machten eine Badepause im Plattensee, der war im wesentlichen flach und sehr warm. Danach mieteten wir uns ein Ruderboot, das hatte weniger Tiefgang...

Um 16:00 ging es weiter Richtung Budapest, wo wir um 18:40 ankamen.

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Bild 12: Budapest Deli pu (nicht Keleti) mit M62 224

Die Zimmersuche gestaltete sich schwierig, laut IBUSZ (dem ungarischen Reisebüro) war alles voll. Wir landeten schließlich im Hotel "Express", was ein in den Semesterferien zum Hotel umfunktioniertes Studentenwohnheim war. Nach einer "Rei-in-der-Tube-Waschorgie" gingen wir abends nochmal zum Keleti-Bahnhof, der als "sehr schön" in der Kladde notiert ist.

Hiervon gibt es keine Fotos, aber ein fast HiFo-konformes Vergleichsbild von 2006:

http://images.bahnstaben.de/HiFo/00034_Interrail 1982 - Teil 9  Von Celldömölk nach Budapest/3832376537333030.jpg

Bild 13: Fast wie 1982: V43 1106 am 7.11.2006 in Budapest Keleti

Das Abendessen fiel aus, wir fuhren mit der Straßenbahn durch die abendliche Stadt, genossen das für "Ostblock"-Verhältnisse (so sagte man damals im Westen) erstaunliche Nachtleben. In einer Bar fraternisierten wir mit zwei DDR-Bürgern (Arbeitern?, Bauern?) bei Wein und leckeren Käsesandwiches. Mit einem Taxi ging es so gegen 2:00 zum Hotel.

http://images.bahnstaben.de/HiFo/00034_Interrail 1982 - Teil 9  Von Celldömölk nach Budapest/6338366632313563.jpg

Bild 14: Zum Abschluß: Die gültige Seite des magischen Papiers

Soweit für heute Abend - ich hoffe es war nicht zu viel Off-Topic und Drumherum, aber das gehört nun mal zum Reisen, finde ich. Im Teil 10 geht es dann um Budapest, es gibt Bilder mit "nicht nur Lok" und vielleicht auch noch ein paar Vergleichsbilder aus 2006. Bis dahin - Kommentare, Ergänzungen und Berichtigungen sind wie immer gern gesehen.

Herzliche Grüße von Helmut (ICE)



Link zu Teil 10: Budapest damals und (fast) heute (m. 28 B.)






8-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:11:05:17:58:50.

Nichts für Ungut!

geschrieben von: Cargoknipser

Datum: 19.07.13 23:31

Ein sehr schöner Bericht, bis auf die völlig überflüssigen "Ostzonalen" Anmerkungen. Das ist genauso dusselig, wie die ständigen Nazidiskussionen bei deutschen Ortsnamen in Polen. Ich finde Deine Beiträge sehr gut, aber die Anmerkungen zur Zone disqualifizieren leider den ansonsten tollen Reisebericht. Erst recht, wenn es um das Thema Ungarn geht....


VG Günter

Re: Nichts für Ungut!

geschrieben von: ICE

Datum: 20.07.13 07:58

Hallo Günter,

Du hast Recht, solche Bemerkungen führen meistens zu nichts, außer Missverständnissen. In diesem Fall stolperte ich einfach beim Schreiben des Wortes "DDR-Bürger" darüber, dass die DDR sich offiziell als "Arbeiter- und Bauernstaat" verstand, dies auch so kommunizierte und sich von der "bürgerlichen Gesellschaft" distanzierte.

Auf der Westseite waren es Begriffe wie "Ostzone" und "Ostblock", die in meiner Kindheit und Jugend alltäglich waren und ebenso Ausdruck einer (West-)Propaganda waren, was aber viele nicht wahrhaben wollten. Erst die Entspannungspolitik ab 1969 führte da zu einem "Wandel durch Annäherung" (Egon Bahr), speziell für mich durch die Einführung des "Kleinen Grenzverkehrs".

Osteuropa war eben aus Sicht des Westens eine einzige Zeitmaschine - deswegen fuhren die Eisenbahnfreunde ja in die DDR, nach Polen und später bis nach China. Ich war 1974 mit der Schule in Moskau, keine Lichtreklamen (wohltuend), aber viel Politpropaganda (Es lebe die KPdSU, usw.). Der Unterschied zu Paris oder London war gewaltig. Dies betraf auch so profane Dinge wie Sanitäranlagen, die Qualität des Bieres, den Geruch nach Reinigungsmitteln in Zügen usw., was manchmal dazu verleitete, diese Zustände etwas geringschätzig zu kommentieren. Das war nicht in Ordnung.

Wir haben uns damals in Budapest zusammen sehr gut unterhalten, und es wäre schön, wenn man heute über diese Dinge gemeinsam lachen könnte. Damals haben wir das getan. Heute könnten wir es auch.

Grüße von Helmut (ICE).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:07:20:07:59:51.
Tolle Bilder, wie inzwischen normal ;-)

Ist bild 12. aber nicht am Deli-Bahnhof entstanden?

Albert
Hallo Albert,

gut möglich, dass Bild 12 am Deli pu aufgenommen wurde, dort sind wir jedenfalls angekommen. Auch der Zuglauf von Keszthely spricht dafür. Danke.

Grüße, Helmut (ICE).

Re: Nichts für Ungut!

geschrieben von: D-ADSO

Datum: 22.07.13 13:09

Servus,

jetzt lasst doch mal die Kirche im Dorf - oder wollen wir hier nicht schon wieder der übertriebenen Political Correctness frönen?

Für einen Jugendlichen aus dem Westen war der OSTBLOCK eine Reise in ein Paralleluniversum, nicht mehr und nicht weniger. Und die spezifischen "Eigenheiten" fielen einem um so mehr auf (Polizeipräsenz und -einsatzfreude auch bei geringen Anlass, Trostlosogkeit abseits der Boulevards, allgegenwärtige Propaganda, ...)

Das würdigt niemanden herab sondern beschreibt die seinerzeitigen persönlichen Eindrücke!
"Freundschaft"
Christian
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