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1985 - "Posten 4" Bonn-Duisdorf (m3B)

geschrieben von: Siebengebirgsblick

Datum: 31.05.13 21:09

Hallo HiFo,

wie oft habe ich dort gestanden?

Unzählige Male ungeduldig - weil es auf der "anderen Seite" Wichtiges zu erledigen gab und die Schranken geschlossen waren.
Oft geduldig - wenn auf der Voreifelstrecke mal wieder etwas Besonderes fuhr.
Am 15.3.1985 ganz bewusst - um das Stilleben für die Nachwelt zu konservieren.

Aus dem Schornstein qualmt der alte Bollerofen und verbreitet innen wohlige Wärme. Das Telefon hat zuvor in der
Wellblechbude mehrmals kurz geklingelt. "Posten 4, Schmitz (*)",...."7712 voraussichtlich ab 52. Schranke wird geschlossen".
Die Blechtür wird geöffnet, der "Meister" betritt die Bühne und waltet seines Amtes.

* Name anonymisiert :)
(Bild 1)
http://www.merte.eu/7gebirgsblick/forum/1985/1985_DB_ (70).jpg


Kurze Zeit später röhrt die 212 101 mit N 7712 über den Bü und beschleunigt den Zug auf der Steigung nach Witterschlick.
Der "Meister" wartet die Durchfahrt des Zuges ab und öffnet die Schranken. In acht Minuten beginnt das Spiel von vorne.
Denn dann kommt schon der N 7713 aus Euskirchen. Alle 30 Minuten - in jede Richtung - Taktverkehr.

(Bild 2)
http://www.merte.eu/7gebirgsblick/forum/1985/1985_DB_ (71).jpg

Und wie sieht es dort heute aus?
Manche Dinge darf man nicht zu lange aufschieben, sondern muss sie bewusst "tun".

(Bild 3)
http://www.merte.eu/7gebirgsblick/forum/1985/2009_DB_ (72).jpg

Viele Grüße aus Franken
Peter

Alle Bilder unterliegen dem Copyright by PM




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:05:31:21:10:02.

Re: 1985 - "Posten 4" Bonn-Duisdorf (m3B)

geschrieben von: DR01

Datum: 01.06.13 05:04

Eine Wellblechbude...da mußte stets gut eingeheizt werden im Winter...*gg*...

Danke für die Bilder...


Gruß...Wolfgang

... wenn man nichts aufschieben soll, ...

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 01.06.13 10:57

... dann gilt dies auch für das Bilder-Machen von seinem beschrankten Nachbarn, dem Bahnübergang "Weckwerk".

Zuerst mal danke für die Bilder einer Situation, die ich so nicht mehr kennengelernt habe.
Aus gegebenen Anlässen hin auf mögliche Veränderungen in der nahen Zukunft, über deren formale Vorbereitung hier locomotive breath berichtet, habe ich mich mit einigen der Bahnübergänge auf der Voreifelbahn beschäftigen dürfen.

Also, historisch ist der Posten 4 nur die eine Hälfte eines Bahnübergangspärchen.
Anno dunnemals, also bevor die in dem Luftbild erkennbare Rochusstraße, die auch B 56 ist, bahnparallel neu gebaut wurde, führte die Straße von Bonn nach Euskirchen aus der Ortslage Duisdorf (über den heutigen Bahnübergang Weckwerk) erst einmal auf die nördliche Seite der Bahn, um dann 200 m weiter (ehemaliger Posten 4) wieder auf die Südseite zu verschwenken.

Ein Blick auf das historische Kartenmaterial, das einem auf der Seite tim-online.nrw.de dargeboten wird, gibt auch der seinerzeit vorhandenen Bebauung, in der Mensch heute ostasiatisch bewirtet wird, eine amtliche Bezeichnung "An der Barriere". Und den Posten 4 dürfen wir erkennen - B.W..

Irgendwann war denen, die nach Euskirchen wollten, das Warten an den Barrieren zu viel und es wurde eine bahnparallele Straße für diese angelegt.

In den 80er Jahren, die hier fotodokumentarisch dargestellt sind, bediente der Posten 4 die vierschlägige Schrankenanlage der "Alfterer Straße" - hierzu erkennen wir 2 Schrankenwinden, westwindgeschützt durch die Glaswand.

Zusätzlich ist noch eine weitere Schrankenwinde zu erkennen, die etwas zu dem "Postengebäude" hin versetzt steht. Die daran hängenden Schranken kann ich derzeit nicht zuordnen. Der nächste in Richtung Euskirchen folgende Bahnübergang (Schöntalweg) hatte eine Lo 57-Anlage, so dass mit die Strankenwinde erst einmal unklar ist.

Auch erkennen wir das Weichensignal einer Außenbogenweiche der Einfahrweiche in den Bahnhof Duisdorf.
Dieser wurde - nach dem Zeitpunkt der Aufnahme - auf ein durchgehendes Hauptgleis "geschrumpft" - die Überleitung in die Zweiglesigkeit in Richtung Bonn erfolgte dann mit einer Überleitweiche, die von Bonn aus kommend vor dem Bahnübergang "Bahnhofsstraße" lag und von dem Wärterstellwerk "Do" bedient wurde.

Mit der Taktverdichtung zum Viertelstundentakt gab es eine zweigleisige Bahnsteiganlage mit Außenbahnsteigen, die mit einer Überleitweiche, die wir auf den Luftbildern erkennen können, in die Eingleisigkeit übergeht.
Im Zusammenhang damit wurde aus dem Bahnhof 2003 eine Überleitstelle.

Die Tage dieser Überleitweiche scheinen wiederum gezählt ...

Die wärterbedienten Schranken des Postens 4 wurden dann irgendwann mal durch eine EBÜT-Anlage mit Lichtzeichen und Halbschranken ersetzt, die in Abhängigkeit zu den Ein- und Ausfahrsignalen / Blocksignalen stand.

Mit dem Bau der Straßenüberführung der "Medlinghovener Straße" wurden die Bahnübergänge "Alfter Straße" und "Schöntalweg" ersetzt.

Bleibt der Bahnübergang Weckwerk - doch, wie bleibt er bis wann ????

Re: 1985 - "Posten 4" Bonn-Duisdorf (m3B)

geschrieben von: Ralf Schellh.

Datum: 01.06.13 12:17

Vielen Dank für diesen Beitrag! Da werden auch bei mir Erinnerungen wach an die vielen endloslangen Minuten, die ich vor diesem Bahnübergang gestanden habe.
lg
Ralf

Re: ... wenn man nichts aufschieben soll, ...

geschrieben von: Die Pläät

Datum: 01.06.13 22:56

TBOAR (bt) schrieb:
-------------------------------------------------------
> Zusätzlich ist noch eine weitere Schrankenwinde zu
> erkennen, die etwas zu dem "Postengebäude" hin
> versetzt steht. Die daran hängenden Schranken kann
> ich derzeit nicht zuordnen. Der nächste in
> Richtung Euskirchen folgende Bahnübergang
> (Schöntalweg) hatte eine Lo 57-Anlage, so dass mit
> die Strankenwinde erst einmal unklar ist.


Hi ho!

Auch meinerseits vielen Dank für die Bilder und den Bericht aus der Nachbarschaft. Die Fernschranke, welche von Posten 4 bedient wurde, war die am BÜ Schöntalweg. Ich weiss nicht, ob und wann der zur LO-Anlage wurde, die nächste derartige Anlage war "eins höher" der Feldweg-BÜ "Am Klostergarten" bzw. "Zur Ölmühle".

Beste Grüße
Chris

Re: 1985 - "Posten 4" Bonn-Duisdorf (m3B)

geschrieben von: aps

Datum: 02.06.13 07:22

Bei Deinen Fotos wird mit wieder einmal vor Augen geführt, welche vermeintlichen Randdetails ich zur gleichen als 2Alltag" aufgeschoben und verpennt habe.

Das passiert mir sogar heute noch bei manchen städtischen Alltagsgebäuden und Situationen wie den Abbruch des 50er Jahre Gebäudes von Steilmann in Dülmen mit seiner typischen üppigen Fensterfront. :-(
"Ach ja, kannst Du auch ein anderes mal fotographieren" ... Es ist einem (notwendigen) Neubau vom Stahlhandel Jücker gewichen.

Gruß aus dem Münsterland
Andreas

Re: ... wenn man nichts aufschieben soll, ...

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 02.06.13 12:56

TBOAR (bt) schrieb:
-------------------------------------------------------
> Zusätzlich ist noch eine weitere Schrankenwinde zu
> erkennen, die etwas zu dem "Postengebäude" hin
> versetzt steht. Die daran hängenden Schranken kann
> ich derzeit nicht zuordnen. Der nächste in
> Richtung Euskirchen folgende Bahnübergang
> (Schöntalweg) hatte eine Lo 57-Anlage, so dass mit
> die Strankenwinde erst einmal unklar ist.


Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Der Schöntalweg war früher die Fernschranke von Posten 4, daher auch die zweite Schrankenwinde. Die Lo 57 Anlage kam erst viel später dort hin. Doch Posten 4 hatte früher auch noch ein wenig mehr Arbeit, denn dessen Höhe lag früher dann ja auch noch eine Anschlußweiche.

MfG

Re: ... wenn man nichts aufschieben soll, ...

geschrieben von: DVP

Datum: 02.06.13 13:26

TBOAR (bt) schrieb:
-------------------------------------------------------

> Mit der Taktverdichtung zum Viertelstundentakt gab
> es eine zweigleisige Bahnsteiganlage mit
> Außenbahnsteigen, die mit einer Überleitweiche,
> die wir auf den Luftbildern erkennen können, in
> die Eingleisigkeit übergeht.
> Im Zusammenhang damit wurde aus dem Bahnhof 2003
> eine Überleitstelle.

Nicht ganz. Die Verdichtung zum 15 Minuten-Takt erfolgte bereits 1994 auf dem Abschnitt Bonn-Witterschlick. 1995 wurde dieser erweitert auf den Abschnitt Bonn-Witterschlick-Rheinbach. Der Verkehr wurde über den eingleisigen Bahnhof Duisdorf geführt. Erst 2003 erfolgte die Freigabe des zweiten Bahnsteiggleises.