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Fahrkartengeschichten Teil 1, Edmondsche auf Sonderfahrt

Im 2. Teil beschäftigen wir uns mal mit der alltäglichen „Pappfahrkarte“ in der Region Oldenburg/Bremen. Ist es heute alltäglich, dass man einen Fahrschein am Automaten zieht, oder sich seine „Fahrkarte“ auf einem schnöden Blatt Papier selber ausdruckt, so bekam man in den 80ern noch seine „Pappfahrkarte“ (ob nun Edmonschen, Edmondsche oder Edmondson’sche) noch an einem richtigen Fahrkartenschalter im Bahnhof seines Vertrauens. Ich möchte jetzt aber nicht groß zum nostalgischen Verklärer mutieren...so schön ich diese ollen Pappfahrkarten finde, ich in schon froh das ich mich heute nicht mehr in die Schlange am Fahrkartenschalter drängen muss um meine Fahrkarte zu kaufen...vor allem nicht für Fernreisen...wenn ich mir vorstelle das ich extra aus unserem „Dorf“ zum Bahnhof oder ins Reisebüro fahren müsste...warten bis ich dran bin...nee das ich das jetzt alles selber am PC machen kann, dass passt schon.

Trotzdem ist die alte Fahrkarte schön. ;)

Von den alltäglichen Fahrkarten habe ich eine ganze Menge hier rumliegen, zeigen kann ich nur einen kleinen Teil, aber die meisten wiederholen sich eh in irgendeiner Form. Ich habe auch nicht alle diese Fahrkarten selber befahren! Im Oldenburger Hbf gab es noch bis in die 80er einen kleinen Holzkasten am Ausgang, wo der ordentliche Reisende seine Fahrkarte(n) entsorgen (damals hieß das noch wegwerfen) konnte...und dort habe ich so manches mal reingegriffen, zumindest soweit meine Finger da noch reinpassten.


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Ganz lustig fand ich seinerzeit die Angewohnheit, Kinderfahrkarten einfach durchzuschneiden, um sie schon von ihrer Größe her als Kinderfahrkarten zu kennzeichnen. Bei den halben Fahrkarten auf diesen Bild kann ich mich definitiv an 2 erinnern, die ich als 11 jähriger selber befahren habe. Am 30.08.1978, es war ein Freitag, bin ich mit einem Schulfreund spontan auf die Idee gekommen, Bremen zu besuchen. Es waren Sommerferien, wir hatten wohl irgendwie Langeweile und überredeten unsere Eltern uns Geld für eine Fahrkarte nach Bremen zu geben...das hatte geklappt. Für uns damals war das echt ein Abenteuer...wir hatten uns von unseren Eltern auch extra einen Zettel schreiben lassen, der zeigt das wir fahren durften...nicht das jemand meint wir wollen ausbüchsen! Laut Stempel auf der Fahrkarte sind wir mit dem E 3934 und dem E 3127 gefahren. In den 80ern, so meine ich, war der E3127 ein Zug in Richtung Bremen (bis Bad Harzburg?) keine Ahnung ob er das 1978 auch schon war. Wenn ich heute bedenke das wir damals vor beiden Zügen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit jeweils eine 220 am Zug hatten...

Ja und dann ist da die Fahrkarte nach Göttingen am 23. März 1978. Das war in den Osterferien, ich war noch 10 Jahre alt und hatte in den Ferien meine Cousine besucht, die in Göttingen wohnte und studierte. Laut Stempel ging es hin, am 23. März 1978 (dem 35 Geburtstag meiner Mutter!) mit dem D 573.(Wilhelmshaven-Basel?) und zurück am 30. März mit dem Gegenzug D 572 (Basel-Wilhelmshaven?). Die Tour nach Göttingen war für mich als 10 Jähriger ein echtes Abenteuer...kam ich doch aus bürgerlichen Verhältnissen, direkt in eine Studentenwohngemeinschaft der späten 70er nach Göttingen! Wouw, so was kannte ich ja noch gar nicht! Mehrere Leute wohnten in einer Wohnung, die Badewanne stand quasi in der Küche, es gab 2 Katzen, einen Putzplan...gegenüber baute Dr. Oetker, was von den Bewohnern bitter bekämpft wurde...was wusste ich damals schon von Demos. Gegessen hatten wir in der Uni Mensa...das war alles so dermaßen aufregend für mich, dass ich nur unter Tränen wieder zurück nach Hause gefahren war...man, man, man.

So, keine Angst...um die nächsten Fahrkarten labere ich nicht soviel drumrum... ;)


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Hier einfach mal ein paar gesammelte Werke, rund um Oldenburg.


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Anfang der 80er gab’s dann schon ganze Kinderfahrkarten mit entsprechendem Aufdruck...dafür gab es keine Extrafahrkarten für Hunde, dass musste explizit mit Kugelschreiber auf der Fahrkarte vermerkt werden.


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Hier noch mal eine bunte Mischung, mit zum Teil etwas weitern Zielen ab Oldenburg...


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...und noch mal ein paar Ziele ab Bremen. Ich habe allerdings keine Vorstellung was es mit der durchgestrichenen Fahrkarte auf sich hatte.


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Fleissig abgestempelte „Teilnehmerkarten für eine Gruppenreise“


Meine HiFo Beiträge
https://picload.org/image/dargdwrw/6130623839343866.jpg
Gibt es eine schönere...?



Moin Ralph,

schöne Sammlung alter "Pappkarten" - so etwas zu behalten, ist mir leider nie in den Sinn gekommen.

Meine erste "eigenständige" Eisenbahnreise durfte ich 1971 machen (ich war allerdings schon 15), die führte von Münster nach Köln zu einer (gar nicht so alten) Tante - das war ein echtes Abenteuer!

Und "Hundefahrkarten" gibt es auch heute noch (wenn auch nicht in allen Verbünden - VBB verlangt eine, VOW dagegen nicht). Allerdings spucken die Automaten regelmäßig eine Fahrkarte zum Ermäßigungstarif aus, egal ob ich "Hund" oder "Kind" drücke... :-)

In der Berliner U-Bahn bin ich dann letzten Sonnabend kontrolliert worden - der Kontrolletti hat etwas verdutzt geschaut, als ich ihm zwei Tickets hinhielt, mein Hund lag nämlich unter dem Sitz... :-)

Hallo,


Zitat:
Ganz lustig fand ich seinerzeit die Angewohnheit, Kinderfahrkarten einfach durchzuschneiden, um sie schon von ihrer Größe her als Kinderfahrkarten zu kennzeichnen

Halbpreisabschnitte...hat nichts mit Kindern zu tun.....:-)

Denn diesen Abschnitt hatten alle Edmondson’schen Fahrkarten,damit man für alle Fahrpreisermäßigungen von 50 % nicht extra Karten auflegen musste.Schließlich gab es früher einmal wesentlich mehr Ermäßigungsgründe als zu den Bundesbahnzeiten.