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Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: ayshanancy

Datum: 28.02.13 18:08

Hallo interessierte Eisenbahnfreunde,


in diesem Beitrag geht es an die Strecke von Köln nach Mönchengladbach. Köln-Ehrenfeld hatten wir ja schon vor einiger Zeit, diesmal kommen Grevenbroich und Rommerskirchen an die Reihe.
Hier erstmal wieder der Plan der Umgebung:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/img_6862.jpg


Fährt man also von Köln-Ehrenfeld weiter in Richtung Mönchengladbach, so erreicht man erstmal Pulheim. Da habe ich keine Fotos, nur eine ganz schwache Erinnerung, dass ich bei einer Vorbeifahrt im Zug dort ein elektromechanisches Stellwerk am Bahnsteig gesehen hätte. Da kann ich mich aber auch falsch erinnern. Stellwerke.de sagt: Dr-S2. Kann da jemand helfen?
Im folgenden Stommeln stand jedenfalls ein Dr-S2 Stellwerk. Da habe ich aber auch keine Fotos.

Dann folgt der Bahnhof Rommerskirchen. Von einem Besuch dieses Bahnhofs im Jahre 1988 stammen dann auch die folgenden Fotos.
Einen alten Plan gab es vor einiger Zeit hier in Forum:

[www.drehscheibe-foren.de]

Das Fahrdienstleiterstellwerk "Rof" in Rommerskirchen:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070709c.jpg

Der Güterzug mit 140 673-5 kommt aus Köln, die 215 daneben kommt aus dem Rheinbraun-Werk in Niederaussem. Im Hintergrund kann man die Einmündung dieser Strecke in den Bahnhof Rommerskirchen sehen. Diese Anschlußbahn wurde noch planmäßig befahren, der Verkehr erfolgte mit Zugfahrten auf Hauptsignal. Da muß es denn ja wohl auch noch ein Stellwerk gegeben haben. Weiß da jemand mehr zu?
Das elektromechanische Hebelwerk auf "Rof":

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070703a.jpg

Rechts ist die Dr-Anpassung mit den Blocksignalen von und nach dem nächsten Bahnhof Erftwerk zu erkennen. Das Hebelwerk aus der Nähe:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070705a.jpg

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070706a.jpg

Signal A war das Einfahrsignal von Stommeln, B das Einfahrsignal von Rheinbraun. Die Signale S, D, E und F waren die Ausfahrsignale nach Stommeln bzw Rheinbraun. Auf den Hebeln für die Fahrten von und nach Rheinbraun taucht noch der Name "Rheidt" auf. Kann wohl jemand sagen, was es damit auf sich hat? Streckenblock gab es jedenfalls nur für die Strecke von und nach Stommeln. Den kann man ganz rechts im Hebelwerksaufbau erkennen. Von und nach Rheinbraun wurde ohne Streckenblock gefahren. Die Befehle für Zugfahrten von und nach Erftwerk an Stellwerk "Rw" wurden mit Tasten links oben am Hebelwerksaufbau abgegeben.

Im Westen stand das Stellwerk "Rw":

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88040106a.jpg

Das mechanische Stellwerk auf "Rw":

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88040103a.jpg

und aus der Nähe:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88040104a.jpg

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88040105a.jpg

Links oben am Blockkasten die Dr-Anpassung mit dem Streckenblock von und nach Erftwerk. Auf "Rw" war schon einiges zurückgebaut worden. So fehlte zB die Gleisverbindung W36/W37 zwischen den beiden durchgehenden Hauptgleisen und die meisten Rangiergleise. Auf den Feldern im Blockkasten taucht noch der Name des ehemaligen Bahnhofs Oekoven auf. Den gibt es auch schon lange nicht mehr. "Rw" wurde vermutlich irgendwann in den neunziger Jahren außer Betrieb genommen. Die Anlagen des Westkopfes wurden seitdem von "Rof" aus bedient, dass dazu noch umgebaut werden musste. Am 28.07.2007 wurde dann auch "Rof" außer Betrieb genommen und gut ein Jahr später abgerissen.

Weiter in Richtung Mönchengladbach folgte der Bahnhof Erftwerk. Dort stand ein Dr-S2-Stellwerk, da habe ich aber auch nicht mehr zu.

Der nächste Bahnhof war dann Grevenbroich. Dort saß der Fahrdienstleiter auf dem nördlichen Stellwerk "Gnf":

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/96101119c.jpg

"Gnf" war ein altes Dr-1-Stellwerk von Anfang der fünfziger Jahre. Hat da jemand das genaue Datum? Hier der Stelltisch auf "Gnf":

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070712a.jpg

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070714a.jpg

Die Detailansicht:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/gr___001a.jpg

Links oben die zweigleisige Strecke von und nach Neuss, darunter die beiden Gleise von und nach Rheydt. Rechts oben dann die Strecke von und nach Köln, darunter die eingleisige Strecke von und nach Bedburg. Für den südlichen Bezirk des Bahnhofs war das mechanische Stellwerk "Gs" zuständig. Von diesem Bereich sind nur die zu- und ablaufenden Streckengleise dargestellt. "Gnf" gab über die Befehlsabgabe- bzw Gleistasten seine Befehle an "Gs", das dann die Weichen und Signale in seinem Bereich stellte.

Hier noch eine Nahaufnahme der zu- und ablaufenden Streckengleise:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070721a.jpg

Auf der Neusser Strecke ist halbautomatischer Relaisblock eingebaut. Ein Zug befindet sich gerade im Zulauf von Neuss und Kapellen-Wevelinghoven hat vorgeblockt. Der Pfeil leuchtet rot. Dadurch hat dieser Bahnhof seine Ausfahrsignale nach Grevenbroich verschlossen und kann seinerseits keinen Zug auf Signal in Richtung Grevenbroich ausfahren lassen. Wenn der Zug in Grevenbroich ist und alle Voraussetzungen erfüllt sind (Zugschluß erkannt, Einfahrsignal auf Halt, ... ) kann der Fdl den Zug durch Drücken der Taste neben dem Pfeil zurückblocken. Die Strecke ist dann frei und der nächste Zug aus der Richtung könnte folgen.
Für einen Zug in Richtung Kapellen-Wevelinghoven erfolgt das Vorblocken automatisch. Der Pfeil an dem Gleis wechselt auf rot und die Ausfahrsignale in diese Richtung sind verschlosen, nach Rückblocken von Kapellen-Wevelinghoven wird der Pfeil dann wieder weiß und der nächste Zug könnte fahren.
Auf der Strecke von und nach Rheydt ist automatischer Streckenblock installiert. Dort gibt es im Regelfall keine Bedienungshandlungen.

Noch eine Nahaufnahme des E-Sig von Erftwerk in Fahrtstellung:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070711a.jpg

Der Fdl hat den Befehl an "Gs" abgegeben und "Gs" hat bereits die Einfahrt eingestellt. Zwischen Grevenbroich und Erftwerk war signalisierter Falschfahrbetrieb eingerichtet. Man beachte das Ls-Signal mit den dazugehörigen Meldern.

Das Stellwerk "Gs":

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070729a.jpg

"Gs" von innen:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070723a.jpg

und im Detail:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070725a.jpg

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070726a.jpg

Wenn man sich den Blockkasten näher anschaut, fällt auf, dass es für die Ausfahrten nach Erftwerk und Gustorf jeweils nur ein Befehlsempfangsfeld gibt. Eigentlich müsste es pro Signal und Richtung ein eigenes Befehlsempfangsfeld geben. So muß es noch irgendeine Einrichtung geben, die dem Wärter auf "Gs" die Information gibt, für welches Gleis der Befehl zur Ausfahrt gilt. Möglicherweise mußte da noch telefoniert werden. Kann da wohl jemdand mehr zu sagen?

Zum Abschluß dann noch ein Foto von der aus Grevenbroich ausfahrenden 110 262-3 mit ihrem niederländischen Wagenzug. Schon etwas gefleckt, aber noch mit Regenrinne.

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/88070731b.jpg


Im Juni 2006 wurden "Gnf" und "Gs" außer Betrieb genommen und durch ein EStw ersetzt.

Und wie immer freue ich mich auf eure Ergänzungen, Antworten, Korrekturen und Fotos.

Gruß von Kay!!



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:03:01:23:04:33.
> "Gnf" war ein altes Dr-1-Stellwerk von Anfang der
> fünfziger Jahre. Hat da jemand das genaue Datum?

Die Siemens-Lieferliste sagt DrS vom Mai 1953.

Re: Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: DrS2

Datum: 28.02.13 19:31

Vielen Dank für diesen Stellwerks-Beitrag aus meiner Heimat, Kay!

Pulheim war - wie Stommeln - ein DrS2-Stellwerk und bestand von 1968 bis 2007, als auch die Stellwerke in Stommeln und Rommerskirchen ("Rof") außer Betrieb gingen [1]. Davor gab es in Pulheim zwei mechanische Stellwerke.

Zwischen Rommerskirchen und Niederaußem gab es noch den Bahnhof "Rheidt bei Rommerskirchen", welcher mit der Stilllegung des Personenverkehrs (1971) auf dieser Strecke außer Betrieb ging [1]. Weil sich dort bis heute ein Anschluss an ein RWE-Umspannwerk befindet, beließ man anscheind die Beschriftung "nach/von Rheidt". Das nächste Stellwerk dürfte ein RWE-Eigenes in Niederaußem gewesen sein (vmtl. ein Siemens-Dr-Stellwerk, wie im restlichen RWE-Schienennetz). Dorthin konnten dann die Zugfahrten mit Zugmeldebuch auch ohne Streckenblock vorgenommen werden, wobei die Zugfahrten vor Niederaußem zur Rangierfahrt wurden (Im Bf Niederaußem konnten nämlich nur Rangierfahrten stattfinden; alles wurde mit Ls gesichert). Später wurde dann der Bahnhof Niederaußem an das RWE-Zentralstellwerk in Auenheim angeschlossen.

Der Streckenverlauf ab Niederaußem führte (bevor dieser einem RWE-Tagebau weichen musste) weiter nach "Bergheim" und "Quadrath-Ichendorf", die seinerzeit auch mit E43-Technik ausgerüstet waren. Vielleicht kam so Rommerskirchen als einziges Stellwerk an der Strecke Köln-Mönchengladbach zu einem E43-Stellwerk.

Die Dr-Anpassung auf Rof war übrigens für die Selbstblocksignale 3 und 4 [2] im ehemaligen Bahnhof Oekoven.

Quelle [1]: [home.arcor.de]
Quelle [2]: [home.arcor.de]

Zum Verständis: Rheinbraun heißt heute RWE.

MfG,
Alex



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:02:28:19:52:27.
Hallo Kay,

das ist mal wieder mal hochinteressant!

> Wenn man sich den Blockkasten näher anschaut, fällt auf, dass es für die Ausfahrten nach Erftwerk und Gustorf
> jeweils nur ein Befehlsempfangsfeld gibt. So muß es noch irgendeine Einrichtung geben, die dem Wärter auf "Gs"
> die Information gibt, für welches Gleis der Befehl zur Ausfahrt gilt.

Ich habe die Stellwerke in Grevenbroich leider nicht selber erleben können, aber ich mache mal einen Analogieschluß von Kassel Rbf, wo ein DrS-Befehlsstellwerk "Krf" mit einem mech. AEG Wärterstellwerk "Krw" zusammenarbeitet. Das funktioniert, wenn ich mich recht erinnere, so:

Es gibt auf dem Wärterstellwerk einen Lampenkasten, der für jede Fahrstraße ein Feld hat. Durch das geblockte Gruppen-Befehlsempfangsfeld werden alle Fahrstraßenhebel der betr. Fahrtengruppe festgehalten. (Sie können ggf. nur bis zur Hilfsstellung umgelegt werden.)

Bei Befehlsempfang wird das Gruppen-Befehlsempfangsfeld entblockt und es leuchtet die Fahrstraßenbezeichnung auf. Alle betr. Fahrstraßenhebel sind nun frei zum Umlegen, aber es geht natürlich nur derjenige umzulegen, für den die Weichen stimmen. Es ist nicht ausgechlossen, einen nicht zur verlangten Fahrstraße passenden Fahrstraßenhebel umlegen. Die Übereinstimmung wird aber durch Fahrstraßenhebelkontakte geprüft und die Dauerstromtastensperre über dem Fahrstraßenfestlegefeld wird erst frei, wenn Hebel und Befehlsempfang übereinstimmen. Und ohne Fahrstraßenfestlegung geht das Signal nicht auf Fahrt. Und neben dem Gruppen-Befehlsempfangsfeld sitzt auch der Rückgabezwang, so dass ein Befehlsempfang nur einmal ausgenutzt werden kann.

Im Übrigen ist das auch die Vorgehensweise bei der von der durch Haeßner, RBD Halle, entwickelten Gruppenblockung für mechanische Stellwerke.

Grüße,
Martin
Ich war leider nur einmal in Grevenbroich.
Aber mir ist als, meiner Meinung nach, Besonderheit damals aufgefallen, dass Grevenbroich einer der ganz wenigen, vielleicht sogar der einzige Bahnhof bei der DB war, der halbseitig Form- und halbseitig (andere Seite) Lichtsignale besaß. Das war zumindest in Westdeutschland recht einmalig. Mir war sowas von keinem anderen Bahnhof bekannt. Kennen tat ich das allerdings von einigen österreichischen Bahnhöfen, wie z. B. Ried im Innkreis und einigen weiteren Bahnhöfen im Innviertel und Hausruck, wo es das möglicherweise auch heute noch gibt (Ried nich mehr).

Auf jeden Fall hat mich diese Dokumentation über diesen betrieblich interessanten Bahnhof gefreut.

Re: Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: alte Bahn

Datum: 01.03.13 10:49

Hallo,

ich kann mich daran erinnern, dass in Köln Bonntor vor Inbetriebnahme des Gleisbildstellwerks, auf dem Wärterstellwerk Bo auch ein gemeinsames Befehlsempfangsfeld für Ausfahrten in Richtung Südbrücke für Gleis 2 und 4 gab(bei Inbetriebnahme des Dr Stw wurde Gleis 4 in Gleis 3 umbenannt). Durch einen Schlüsselschalter über dem Befehlsabgabefeld konnte der Fahrdienstleiter Bnf den Weichenwärter anweisen, ob die Ausfahrt aus Gleis 2 oder Gleis 4 gestellt werden sollte. Auf dem Foto vom Stw Gs in Grevenbroich kann ich nicht erkennen, wie dort die Information durch den Fdl weitergegeben wurde, welche Fahrstraße einzustellen war.

Am 29. April 1982 wurden in Oekoven die Stellwerke und Formsignale aufgelassen und durch Selbstblocksignale ersetzt.

Am 27. April 1972 wurden in Stommeln die mechanischen Stellwerke Sf und Sn durch das DrS 2 Stellwerk Sf ersetzt.

zu "Altbauelok": Bis zur Inbetriebnahme vom Gleisbildstellwerk in Siegen gab es wie in Grevenbroich Formhauptsignale auf der Bahnhofsseite Richtung Kreuztal und Dillenburg und Lichthauptsignale auf der Bahnhofsseite Richtung Köln (Stellwerk Ss).
Bei der Bundesbahn gab es bei mechanischen Stellwerken nur Formhauptsignale und bei Dr Stw Lichthauptsignale. Nur bei elektromechanischen Stellwerken waren Form- oder Lichtsignale möglich.

M.f.G.
Ulrich
Altbauelok schrieb:
-------------------------------------------------------

> Aber mir ist als, meiner Meinung nach,
> Besonderheit damals aufgefallen, dass Grevenbroich
> einer der ganz wenigen, vielleicht sogar der
> einzige Bahnhof bei der DB war, der halbseitig
> Form- und halbseitig (andere Seite) Lichtsignale
> besaß. Das war zumindest in Westdeutschland recht
> einmalig. Mir war sowas von keinem anderen Bahnhof
> bekannt.
>
>
>Kleine Ergänzung zu diesem interessanten Bericht: in Pfullendorf (ehem. BD Kar) waren im ehemals existierenden Bf die Ein- und Ausfahrten im Westen mit Form- und im Osten mit Lichthauptsignalen ausgerüstet. Gruß Fritzle.
Hallo Altbauellok,

halbseitig Form- und Lichtsignale gab es öfter als nur in Grevenbroich.

- Kassel Rbf: Krf = DrS, Krw = mech AEG (besteht heute noch)
- Kreuztal: Kn, Kf = elmech, Krs = DrS (ESTW im Bau)
- München-Laim: Lwf = DrS, andere Stw = mech und elmech mit Formsignalen
- Essen Nord: Enf = DrS3(2), Eno = elmech (stillgelegt, tlw. rückgebaut)
- Guxhagen: Stellwerk im EG, mech für Seite Bebra, E43 für Seite Kassel (jetzt ESTW)

Es gab auch Bahnhöfe bei der DB, wo Form- und Lichtsignale am selben Bahnhofskopf gemischt vorkamen.
- Gießen-Bergwald Bezirk Gvf
- Lengerich
- Meckelfeld
Dies war meist ein Zeichen, dass Durchgangsbetrieb eingeschaltet werden konnte, so dass die Ein- und Ausfahrsignale wie Selbstblocksignale wirken konnte. Das gab beispielsweise in

Auf einigen großen Bahnhöfen gab oder gibt es Form- und Lichtsignale in verschiedenen Fahrdienstleiterbezirken, so z B
Wanne-Eickel Hbf
Hamm (Westf)
Hanau Hbf
Seelze Rbf
Braunschweig Rbf (Stw 2 Lichtsignale, Stw 4 und 7 Formsignale)

Bei der DR könnte man sagen, dass die Mischung von Form- und Lichtsignalen fast der Regelzustand war.

Grüße,
Martin

Re: Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: S&B

Datum: 01.03.13 14:39

halbseitig Form- und Lichtsignale gab es öfter als nur in Grevenbroich.

- Kassel Rbf: Krf = DrS, Krw = mech AEG (besteht heute noch)
- Kreuztal: Kn, Kf = elmech, Krs = DrS (ESTW im Bau)
- München-Laim: Lwf = DrS, andere Stw = mech und elmech mit Formsignalen
- Essen Nord: Enf = DrS3(2), Eno = elmech (stillgelegt, tlw. rückgebaut)
- Guxhagen: Stellwerk im EG, mech für Seite Bebra, E43 für Seite Kassel (jetzt ESTW)

>Gießen Hbf


Es gab auch Bahnhöfe bei der DB, wo Form- und Lichtsignale am selben Bahnhofskopf gemischt vorkamen.
- Gießen-Bergwald Bezirk Gvf
- Leng

>und nochmal: Gießen Hbf

Grüße
Ulrich

Grevenbroich: Stellwerke und Signale (1992, 2 B)

geschrieben von: Djosh

Datum: 01.03.13 15:30

Hallo Kay,

auch diesen Stellwerksbeitrag hab ich wieder mit großem Interesse gelesen. Danke!

Direkt in Grevenbroich war ich nicht, aber 1992 bin ich mal mit dem Zug auf dem Weg von Neuss nach Düren durchgefahren. Ich war gleich so angetan von den Gleisanlagen mit den unterschiedlichen Signalen, dass mir das acht Bilder wert war, die ich aus dem Zugfenster geschossen hab.

Zwei Bilder mit den beiden Stellwerken hab ich mal eingescannt und hänge sie als Ergänzung hier mit dran:

http://www.doku-des-alltags.de/StreckenundBahnhoefe/NRW/Neuss-Dueren%20Data/Grevenbroich%201.jpg

Stellwerk Gnf


http://www.doku-des-alltags.de/StreckenundBahnhoefe/NRW/Neuss-Dueren%20Data/Grevenbroich%202.jpg

Stellwerk Gs


Viele Grüße,
Georg

https://doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg

Re: Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: melbbahn

Datum: 01.03.13 15:50

> Zum Abschluß dann noch ein Foto von der aus
> Grevenbroich ausfahrenden 110 262-3 mit ihrem
> niederländischen Wagenzug. Schon etwas gefleckt,
> aber noch mit Regenrinne.
>

Eine 110 mit niederländischem Zug: das war die damals noch bestehende D-Zug-Linie Köln - Rotterdam (- Den Haag) über Mönchengladbach und Eindhoven. Damals hielten in Mönchengladbach (keine ganz kleine Stadt) auch noch höherwertige Züge als RE. Heute kommt das nur noch "aus Versehen" vor, wenn die Niederrhein-Strecke Oberhausen - Arnhem - Utrecht mal gesperrt ist und die ICE bzw. EC über Mönchengladbach und Eindhoven umgeleitet werden...
Hallo allerseits,

erstmal vielen Dank dem Befehlsturm für die ausführlichen Ergänzungen zu den Gruppen-Befehlsempfangsfeldern auf "Gnf". Die Tastensperren über den Fahrstraßenfestlegefeldern waren mir auch schon aufgefallen. Da habe ich vermutet, dass so der Bahnübergang in die Signalabhängigkeit eingebunden wurde. Aber das schließt sich ja nicht aus.

Nochmal zu der Frage: Dr 1 oder Dr S. Da gab es vor einiger Zeit in einem Beitrag den Hinweis, dass sich Dr 1 und Dr S an den Zählwerken auf dem Stelltisch unterscheiden lassen. Bei Dr 1 wurde zu sehr vielen Weichen ein eigenes Auffahrzählwerk eingbaut. Das konnte ich bei allen mir vorliegenden Stelltischen auch bestätigen. Auch auf "Gnf" kann man diese Zählwerke in der obersten Reihe erkennen. Noch ein Foto von "Gnf" und den Bahnanlagen in Grevenbroich:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/92040809c.jpg

Hier waren noch Weichensignale eingebaut. Bei Dr S, so zB in Hagen, gab es die bereits nicht mehr. Daher denke ich schon, dass "Gnf" vermutlich noch Dr 1 war.


Gruß von Kay!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:03:01:18:06:30.

Herrlich...!

geschrieben von: ASa

Datum: 01.03.13 18:17

Hallo,

vielen Dank für das Einstellen ... als "Signalesen" freut es mich immer, Aufnahmen von historischen Eisenbahnsicherungsanlagen zu sehen!

Viele Grüße!

Asa

----------------------------------
Meine Windmühlenflügel sind:

Humorlosigkeit in Internetforen.

Ich weiß, es ist fast aussichts-
los, aber wer aufgibt, hat schon
verloren.

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Ein paar kleine Zusatzinfos gefällig

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 01.03.13 21:37

Der Bahnhof Niederaußem

Ab 01.01.1984 wird:
- Der Bahnhof Niederaußem in seiner ganzen Ausdehnung
- Das Streckengleis Niederaußem – Rommerskirchen vom Einfahrsignal "T" des Bahnhofs Niederaußem bis km 32.670 - Höhe Einfahrsignal "B" des Bahnhofs Rommerskirchen von den Rheinischen Braunkohlenwerken AG, Köln (in der Folge „Rheinbraun“ genannt) im Rahmen einer Grubenanschlußbahn der Brikettfabrik Fortuna Nord betrieben.

Die Durchführung des Betriebs erfolgt durch Triebfahrzeuge und Mitarbeiter der DB. Die Besetzung der Stellwerke „Nsf“ und „Nn“ erfolgt ebenfalls durch die Mitarbeiter der DB.

Im Streckengleis Niederaußem – Rommerskirchen befindet in km 29.5 ein Anschluß der RWE Essen in Rheidt bei Rommerskirchen.

Die Signal- und Weichenanlagen werden von zwei mechanischen Stellwerken aus bedient. Am Südkopf befindet sich das Fahrdienstleiterstellwerk „Nsf“, am Nordkopf befindet sich das Wärterstellwerk „Nn“.

Einfahr- und Ausfahrsignale sind Formsignale.
Die Sperrsignale im Stellbereich des Wärterstellwerks „Nn“ sind Formsignale, die Sperrsignale im Stellbereich des Fahrdienstleiterstellwerks „Nsf“ sind Lichtsignale.

Zwischen den Stellwerken „Nsf“ und „Nn“ besteht ein Bahnhofsblock. Ein Streckenblock ist nicht eingerichtet.

Zusatzanlagen:
1 Bahnhofsgebäude, 1 Güterschuppen, 1 Lagerhaus, 1 Gleiswaage, 1 Kopframpe, 2 Seitenrampen, 1 Feuergutrampe, 2 Freiladegleise.
Zu dieser Zeit hatte der Bahnhof Niedraußem noch 26 Gleise - das kürzeste Gleis hatte 140 Meter, das längste Gleis 800 Meter Nutzlänge.

Die Höchstgeschwindigkeit für Tfz’s der DB sowie der Rheinbraun beträgt 25 km/h.
Auf allen Gleisen sind die Tfz’s der DB und der Rheinbraun zugelassen.

Es ist ein Bahnhofsfernsprechkreis eingerichtet.

Der Bremsweg zwischen Niederaußem und Rommerskirchen beträgt 400 Meter.
Die Zugfahrten finden auf Fahrplananordnung der BD Köln statt.
Die Züge führen die Signale Zg 1 und Zg 2 gemäß DV 301. Die maximale Zuglänge beträgt 600 Meter.
Die jeweilige Zustellung findet als gezogene Zugfahrt, mit höchstens 40 km/h statt. Bei Bedarf können jedoch auch Bedienungsfahrten geschoben, mit höchstens 30 km/h, durchgeführt werden.


etwas zum Bahnhof Rommerskirchen:
Ausschnitt aus dem Gleisplan Rommerskirchen. Er zeigt die ehemals geplante niveaufreie Kreuzung mit der strategischen Bahn (Hohenbudberg - Dernau) am Stellwer "Rof". Die Strecke Rommerskirchen - Horrem - Liblar war mal als Teil der strategischen Bahn geplant.

http://img542.imageshack.us/img542/8312/stwrokki.jpg

Das Stellwerk "Rof" war ein E 43 Stellwerk, das Stellwerk "Rw" war ein mechanisches Stellwerk der Bauart "Jüdel".

MfG
de eifelindianer



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:03:01:22:19:25.

Re: Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: lumpili

Datum: 02.03.13 10:29

Tolle Bilder, vor allem von Gnf. Nur schade, das zu dem Zeitpunkt der Ablaufstelltisch rechts hinter dem Hauptstelltisch schon abgebaut war (der Bedienerstuhl ist noch zu sehen). Dieser Stelltisch wurde bei Bedarf vom "großen" Tisch aus freigegeben, sodaß die Weichen beim Ablauf von Gleis 7 bis Gleis 17 vom "kleinen" Tisch aus bedient werden konnten. Zugfahrten in den Gleisen 1 bis 6 konnte der Fdl weiterhin selbst disponieren.

Re: Alte Stellwerke in Grevenbroich und Rommerskirchen

geschrieben von: Stahlbahn

Datum: 03.03.13 12:56

ayshanancy schrieb:

> Zum Abschluß dann noch ein Foto von der aus
> Grevenbroich ausfahrenden 110 262-3 mit ihrem
> niederländischen Wagenzug.

Danke für die schönen Bilder aus meiner früheren Heimatstadt, die einige netter Erinnerungen geweckt haben. Die Eilzüge mit den NS-Wagen waren damals (~1980) sehr beliebt für Einkaufstouren nach Köln (Saturn im Hansahochhaus!) und gegenüber dem DB-Material geradezu futuristisch.

Grüße, Frank
Hallo,


dazu von mir mal eine Ansicht von Oekoven Fahdienstleiterstellwerk




http://img7.imageshack.us/img7/4016/oekofen.jpg

Uploaded with ImageShack.us


Aus dem fahrenden Zug heraus....daher keine gute Qualität.....:-(
Dazu verweise ich auf das entsprechende Kenning Buch, es beschreibt den Bahnhof Oekoven samt Anschlußbahn zum Kraftwerk Neurath. Das ist Buch aber schon etwas älter.

MfG
Dann schieb ich auch noch Erftwerk Ef Stand 2007 hinterher:



http://bilder.nrwbahnarchiv.bplaced.net/2007/IMG_7554.JPG

Gruß,
André Joost
Auf den Stellwerk Erftwerk "Ef" arbeitete auch Gustorfer Stellwerkspersonal, ich meine aber auch nur an Wochenenden. Ich sprach vor Zeiten mal mit einem Stellwerker in Gustorf "Gf" drüber, doch warum genau das so gehandhabt wurde ist mir entfallen. Das ist nun auch schon ein paar Tage länger her und zu der Zeit gab es noch die zwei Gleise in Neurath.

MfG
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -