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 04 - Historisches Forum 

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Moin Moin!

Aller guten Dinge sind Drei - noch ein Versuch, etwas Licht ins Dunkte zu bringen. Nach Teil 1 ([www.drehscheibe-foren.de]) und Teil 2 ([www.drehscheibe-foren.de]) wird es heute vielleicht ja ein paar Treffer geben - frohen Mutes geht es ans Werk, vielleicht erkennt jemand den ein oder anderen Ort:

http://www.ssdw.de/AK/S73-u.jpg
Eine Bahn im Steinbruch mit "Leitungsgalgen" - das Besondere: 400 mm Spurweite, das gab es nicht oft. Ggf. Aug. Ernst GmbH, Gipssteinbruch & Gipsmühle, Beesenlaublingen???

http://www.ssdw.de/AK/S64-u.jpg
Bei einer Kokerei-Bahn ist diese Lok unterwegs - nett, aber wo?

http://www.ssdw.de/AK/S74-u.jpg
Transportable Bahnanlage im Anschluß an Baggerbetrieb

http://www.ssdw.de/AK/S75-o.jpg
Ähnliche Begebenheit, aber anderer Betrieb - wo und wer ist aber genau so unbekannt.

http://www.ssdw.de/AK/S91-u.jpg
Haldentransportbahn, wohl an der Ausweiche, an der sich beladene und leere Züge kreuzen.

http://www.ssdw.de/AK/S50-u.jpg
Eine Verladeanlage von Schmalspur auf Normalspur, sehr nett für die Modellbahnanlage.

Diesmal bin ich sehr guter Dinge, dass der ein oder andere Ort erkannt wird. Bin gespannt.


Beste Grüße

Jens
Moin moin,

bei den Bildern 3 und 4 handelt es sich um Tagebaubetriebe, wahrscheinlich für Braunkohle um das Jahr 1900. Es gibt bei [europeana.eu] (und der Bildlaufleiste) vom Fotografen Franz Stoedtner mehrere Fotos von Eimerkettenbaggern aus leider nicht näher bezeichneten Braunkohlentagebaubetrieben von ähnlichen Typen wie auf Bild 4 zu sehen. Die Eimerkettenbagger stammen z.T. von Orenstein und Koppel. Gegebenenfalls müßte man wegen der Aufnahmeorte mit der Deutschen Fotothek Kontakt aufnehmen.

Eimerkettenbagger sind im Bergbau bei leicht abräumbaren Gesteinen einsetzbar, z.B. Braunkohle und den Braunkohlesanden (Abraum) bzw. Kreidekalkstein (Lägerdorf) für die Portlandzement-Herstellung, wo auch Lorenbahnen eingesetzt wurden. Hier könnte eine gezielte Suche bei der Bergbaugeschichte weiterhelfen.

Tschüß

Volker
Hallo!

Das Problem ist das die Bilder fast 100 Jahre alt sind und sich inzwischen fast alles verändert hat.
Hallo Herr Merte,

die drei Teile Ihres Beitrags habe ich aufmerksam verfolgt und nach Anhaltspunkten gesucht, konnte aber leider nichts wirklich hilfreiches finden. Gewartet habe ich die ganze Zeit auf Bilder von der elektrischen Meteor-Bahn in Geseke - war davon nichts dabei?

Viele Grüße

Burkhard Beyer
JensMerte schrieb:
-------------------------------------------------------
http://www.ssdw.de/AK/S91-u.jpg
> Haldentransportbahn, wohl an der Ausweiche, an der
> sich beladene und leere Züge kreuzen.

Ah - darauf habe ich die ganze Zeit gewartet! Das ist die Tagesförderbahn der königlichen Berginspektion Clausthal, die von ca. 1900 bis 1905 zwischen dem Kaiser-Wlhelm-II-Schacht und dem Ottiliae-Schacht/Zentralaufbereitung den Roherztransport durchführte. Auf einem Teil fährt heute die Tagesförderbahn des Oberharzer Geschichts- und Museumsvereins, der andere Teil ist in Form des Bremerhöher Grabens und eines Bahndammes im Bereich der Spittelwiesen heute noch gut nachvollziehbar.
Die Aufnahme entstand bei der Kreuzung oberhalb des Clausthaler Bahnhofes. Die Bahn war so ausgelegt, dass die (bergab fahrenden) beladenen Züge Strom für die (bergauf fahrenden) Leerzüge erzeugten. Ob das ein Nullsummenspiel war oder ob noch Strom zugespeist werden musste, muss ich mal nachsehen.
Im Feldbahnforum sollte ich seit gut zwei Jahren etwas zur Geschichte und Betrieb dieser Bahn zeigen - vielleicht nehme ich Deinen Beitrag mal als Ansporn ;)

Glückauf

Jörn



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:02:27:18:41:16.
Hallo Jörn,

Glückwunsch, die Aufnahme hast Du in der Tat richtig erkannt! Während die ersten beiden Teile wirklich nur unbekannte Aufnahmen enthielten, sind beim Teil drei auch bekannte dabei - es muss ja auch mal ein Erfolgserlebnis geben :-)

Ich habe die Aufnahme leider nicht hochauflösender vorliegen, ich frage mal bei einem Kollegen nach, der diese hochauflösend gescannt hat.

Viele Grüße

Jens
Hallo Herr Beyer,

bisher konnte ich keine der AK-Aufnahmen der Meteor-Bahn in Geseke zuordnen. Gibt es Aufnahmen der dortigen Bahn im Netz (oder ggf. per e-mail), um diese mit den bisher nicht identifizierten AK-Bildern zu vergleichen? Es sind noch ein paar mehr nicht er/bekannt, da könnte man noch ein paar weitere AK-Beiträge machen...

Beste Grüße

Jens Merte
Hallo Michael,

ja, ich denke auch, dass das "hohe" Alter der Bilder ein Problem ist - wenn nicht irgendwo in einem Heimatbuch zufällig vergleichbare Aufnahmen vorhanden sind, an die sich hier jemand dann auch erinnert, dann wird es schwierig. Ist schon erschreckend, was an Industriegeschichte der letzten 100 Jahre jetzt schon verloren gegangen ist.

Bild zwei z.B. ist heute ein Gewerbepark mit Carwash, Supermarkt etc. Es gibt noch das normalspurige Anschlussgleis, das war´s dann aber auch. Selbst 99 % der Einheimischen dort dürften heute nichts mehr über diese Bahn an einem Fluß, der da fast schon in die Ostsee mündet (na nun aber!) wissen, auch wenn in dem Ort ein kleines Museum an das ehemalige Werk erinnert.

Beste Grüße

Jens
Hallo Herr Merte,

ich habe noch einmal nachgesehen: die Meteor-Bahn in Geseke ist von Siemens & Halske elektrisch ausgerüstet worden - das hatte ich falsch in Erinnerung. Ich bitte um Nachsicht.

Über die Industriebahnen in Geseke habe ich vor ganz langer Zeit mal etwas für die örtlichen Heimatblätter geschrieben, das müsste ich auch mal aktualisieren und für die Fans aufbereiten ...

Viele Grüße

Burkhard Beyer
Die Kokerei- Bahn ist mit Sicherheit in Lübeck- die Wagen sind auf zahlreichen Bildern der Metallhüttenwerke Lübeck zu sehen, und die Fahrleitung ist auch doppelpolig- diese Kombination ist typisch Lübeck vor 1930.

Doppelt geführte Oberleitung?

geschrieben von: joh

Datum: 11.01.14 23:27

Hallo Jens,

gleiche Frage wie in Teil 1: Hier sehen wir auf Bild 2 eine doppelt geführte Oberleitung.

Kann es sein, dass man diese Bauform gewählt hat, um an Verladeanlagen auch mal einen Draht weglassen zu können, und zwar im selben Netz mal auf der einen oder der anderen Seite. Kann das jemand bestätigen oder korrigieren?

Gruß
Johannes



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:01:11:23:32:54.

Re: Doppelt geführte Oberleitung?

geschrieben von: ytracks

Datum: 12.01.14 15:18

Kann sein, geht aber auch anders. Es gab hier im Hifo Bilder von Karl-Friedrich Seitz, die den normalspurigen, elektrischen Anschluß der Glashütte Stralau in Berlin zeigen. Dort konnte die Lok unter der Verladebrücke seitlich Strom abgreifen. Die Postloks in Luckenwalder Straße hatten aber auch 2 polige Oberleitung. Ich vermute das ist den frühen Stadien der Elektrifizierung geschuldet, da waren noch ziemlich viele Versuchstypen dabei.

Ytracks
... weiß nicht, wieso eben der Text verloren gegangen ist. Also noch einmal:
Das Bild zeigt die 600mm-Feldbahn der Lenne-Vorwohler Asphaltfabrik L. Haarmann & Co und deren Verladeanlagen an der Vorwohle-Emmerthaler-Eisenbahn. Es ist jüngst veröffentlicht worden in dem Buch von Josef und Stefan Högemann: Eisenbahnchronik Weserbergland. Die Geschichte der Eisenbahnen an der Oberweser. Freiburg 2013, S. 315. Demnach wurde die umgespurte und elektrifizierte Bahn am 21. November 1907 abgenommen (S. 314) - leider fehlt zu dieser Datierung ein Quellennachweis.
Völlig korrekt identifiziert - wie ich oben bei einem Beitrag schon verraten hatte, hatte ich nach zwei fast völlig erfolglosen Beiträgen im dritten Teil auch Bilder, bei denen (mir) der Betreiber bekannt ist. Und beim letzten Bild ist es in der Tat lt. Arthur Koppel Katalog die "Lenne-Vorwohler Asphaltfabrik L. Haarmann & Comp. GmbH, Lenne bei Vorwohle".

Neu ist für mich das Eröffnungsdatum, auch dafür vielen Dank!

Der Hersteller des elektrischen Teils ist mir bisher nicht bekannt, steht dazu etwas in dem Buch (was ich bisher nicht kenne) und ggf. wie lange/bis wann die Bahn im Einsatz war?

Beste Grüße

Jens Merte
Ja, korrekt - das ist das Hochofenwerke Lübeck in Lübeck-Herrenwyk. Heute ein Gewerbepark fast nichts erinnert mehr an das einst große Werk...

Beste Grüße

Jens
Aus Högemann/Högemann, S. 314, zitiere ich: "Die Quellen nennen drei bis fünf E-Loks, die hier vermutlich zum Einsatz gekommen sind. Als Hersteller ist O & K angegeben. [...] 1926 stellte die Firma Haarmann den Betrieb ein. Damit war auch das Ende der Förderbahn gekommen."
Der Historiker fragt sich da: Welche "Quellen"? Wieso nur "vermutlich"? Wo "angegeben"? Ich habe heute die beiden Sammler, die die Bilder zu dieser Bahn zur Verfügung gestellt haben, angesprochen, von denen sich einer wieder bei mir melden will. Oder stellt er selbst die Antwort ein (falls er diese Bitte hier liest!)?
Ebenfalls beste Grüße
Matthias Seeliger
PS: Soeben finde ich in dem Aufsatz von Andreas Reuschel: Die Asphaltfabriken bei Eschershausen. In: Jahrbuch für den Landkreis Holzminden 8/9 (1990/91), S. 79-95, auf S. 89 folgenden Hinweis: "Die Continental-Asphalt AG übernimmt 1919 die "Lenne-Vorwohler Asphaltfabrik" und lässt sie 1924 abreißen (KLEINAU 1968, S. 372)." Das Ortsverzeichnis von Kleinau habe ich nicht privat, kann also momentan nicht reinschauen. Aber die Jahresangaben werfen eine weitere Frage zu dieser Bahn auf ...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:01:14:19:35:28.
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