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[CH] Akkumulatorenlok des Schlachthofs Zürich, 1909

geschrieben von: DFB21

Datum: 03.02.13 13:58

http://img5.imageshack.us/img5/9333/schlachthofzrichakkumul.jpg

Schlachthof der Stadt Zürich: Akkumulatorenlok, Baujahr 1909. - Illustrationen aus: Schweiz. Bauzeitung, Vol. 55/56, 1910.

In den Jahren 1906-1909 entstand im Industriegebiet westlich des Zürcher Hauptbahnhofs ein großzügig angelegter neuer städtischer Schlachthof. Dieser war mit den Rangiergleisen der SBB durch eine 1,3 km lange Industriebahn verbunden, auf der das Schlachtvieh direkt zugeführt werden konnte. Diese Bahn bestand bis 1960 .

Für die Zu- und Abfuhr der Viehwagen diente eine von der Schweizerischen Wagonfabrik Schlieren (SWS) und der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) gebaute, 1909 gelieferte zweiachsige Akkumulatorenlok. Das 9 m lange Fahrzeug mit einem Radstand von 5 m besass zwei Motoren von 25 PS Stundenleistung und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 16 km/h. Die Übersetzung betrug 1 : 5.
... und hier noch eine Seitenansicht aus einer alten SWS-Druckschrift.

http://img607.imageshack.us/img607/2443/schlachthofzrichm.jpg

Viele Grüße
Wolfgang-D.
Ich habe mich sehr über die Typenskizze des Schlachthof Ta gefreut :thumbsup:

Seit längerem bin ich schon auf der Suche nach Unterlagen zum Ta 2/4 der Maschinenfabrik Oerlikon. Besonders eine Typenskizze wäre für den Modellnachbau sehr hilfreich:
http://www.polier.ch/images/archiv/Schwob/051/S68/S68-009.jpg

An Fotos kenne ich diejenigen auf M. Poliers Internetseite (siehe Bild), Fotos von Werner Hardmeier sowie diejenigen aus dem EA von Hans Waldburger.

Ich würde mich sehr freuen.
Grüsse
Urs
An diesem Bührle-Fahrzeug haben wir noch Revision gemacht . . .

Jede Schraube war eine andere, als die zum gleichen Zweck gebrauchte eines Teiles!
Da gab es Metrische- genau so wie Witwordh-Gewinde. Bei den metrischen Gewinde gab es sogar noch M7, in unseren Lehrlingsunterlagen des VSM waren solche schon gar nicht mehr zu finden . . . Trotzdem - die Lok wurde wieder in Stand gestellt und verkehrt noch viele Jahre mit ihrem jaulenden Ton!

Auf den Anschlussgleisen von Seebach her gab es mehrere solcher Akkutraktoren, auch die Accumulatorenfabrik Oerlikon besass so Eine. Am meisten Loks besass wohl die Maschinenfabrik Oerlikon. Als Jugendlicher habe ich da noch mindestens zwei Giroloks gesehen, welche aus ehemaligen zwei- oder dreiachsigen SBB-Tender erstellt wurden (unter Entfernen der mittleren Achse . .?). Zu meinem Leidwesen, waren sie bei meinem Einzug in die MFO-Lehrwerkstätte nicht mehr vorhanden, die hatten keine Geduld, auf mich zu warten. ;-)
Die rote, zweiachsige Henschel 240 übernahm praktisch den ganzen Rangierdienst, damals auch jener in den Bahnhof Oerlikon an der Affolternstrasse. Aber: Es gab da noch eine andere Lok! Es muss ein Eigenbau gewesen sein mit Benzin- oder Dieselmotor und Kettenantrieb auf beide Achsen. Ich kann mich erinnern, dass diese gelegentlich in der Grosstrafomontagehalle mit Tiefladern oder Schwertransportwagen unsere Trafos abholte. Während die DH 240 später immer noch im Einsatz war, verschwand der "Eigenbautraktor" sang- und klanglos. Leider habe ich von Letzterer nie eine Aufnahme machen können.

Auch die Schlachthoflok, welche wir bei unseren Velotouren durch die Stadt noch im regelmässigen Einsatz sahen, gab es noch andere in den vielen Anschlussgleisen. Ob die Länge des Gleises zum Schlachthof 1300 Meter sind bezweifle ich, denn das Ausziehgleis (welches heute noch besteht) wird wohl der SBB gehört haben. Erst ab der Weiche begann das Schlachthofgleis, heute noch gut erkennbar. Es führte schräg über die viel befahrene Hohlstrasse und so blockierten die Zu- und Wegfahrten (meist haben wir um die 10 Zweiachswagen gezählt, mehr liess das Auszugsgleis wohl nicht zu ...) im Schritttempo mit teilweise vorauseilendem Rangierarbeiter (mit roter Fahne) diese minutenlang . . .! Wo genau die Wagen der SBB übergeben oder abgenommen wurden, kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Es könnte aber sein, dass diese bis über den Übergang Herdernstrasse fuhr und so parallel zur heutigen Triebwagenhalle den Fahrzeugaustausch vornahm. Dort rangierten natürlich noch "Tigerli" und E 4/4 "Hinter den sieben Gleisen"!

Im Schlachthof rangierte man dann intensiv und vielfach war die Anlage mit Wagen überstellt. Meines Wissens wurden die Wagen nach der Zufuhr der Schlachttiere dort ausgewaschen, es bestand eine für solche Fälle typische Waschgrube.

Urs