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 04 - Historisches Forum 

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Im Juni 1939 lieferte die BMAG eine dieselhydraulische Lok vom Typ LDF 300 C mit der Fabriknummer 10865 als Lok 13 an die Firma C. Wolff & Co. in Walsrode. Über die Dortmund-Hörder-Hüttenunion DHHU, Dortmund, und die Steinhuder Meer-Bahn (StMB 271) kam die Lok 1971 zu den Stadtwerken Frankfurt, wo sie die Betriebsnummer 2018 erhielt. Zuvor wurde sie bei SCHÖMA in Diepholz zur Zwei-System Lokomotive umgebaut, wobei sie auch den Stromabnehmer erhielt, um künftig über die Straßenbahnfahrleitung gespeist werden zu können.

Hier die Beweisfotos vom Dezember 1980 in Oberursel:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3839306437346531.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6233313031353164.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6234323335363066.jpg

Ach, heute ist nicht der 1. April??? Wer sagt denn, dass man die Fuzzies nicht auch in den 13. Oktober schicken darf? Nein, im Ernst: Natürlich war das keine Hybridlokomotive. Die Lok erhielt den Stromabnehmer lediglich, um mit diesem die Fahrleitungskontakte schalten zu können. 1985 ging die Lok dann an die Historische Eisenbahn Frankfurt und im Jahre 2000 schließlich an das Techikmuseum Speyer. "Was bin ich doch heute wieder für ein Schelm" - um es mal mit den Worten des großen Komikers Heinz Erhard zu sagen. Ich hoffe, ihr fühlt euch nicht zu sehr auf den Schlips getreten.

Aus der dreiachsigen Baumuster-Type WR 360 C 12 hatte die BMAG eine 300 PS-Lokomotive für den industriellen Einsatz entwickelt. Zum Einbau gelangte ein 8-Zylinder-Deutz-Motor des Typs A8M324. Bei nahezu gleichen Abmessungen wurden folgende Anpassungen gegenüber der WR 360 C12 vorgenommen:

1.Übersetzung im mechanischen Teil des Getriebes geändert; Vmax 25 km/h; Zugkraft 12.000 kg.
2.Im Führerstand beidseitig vorhandene Handräder für einmännige Bedienung der Lok.
3.Verzicht auf Doppeloksteuerung (u. a. keine Übergangstüre im Führerstand).

Von dieser Type konnten vier Exemplare an die Pulverfabriken Wolff & Co. in Walsrode verkauft werden. Von einer Maschine verliert sich jede Spur, zwei verblieben in der sowjetisch besetzten Zone und wurden bei der DR als V 36 106 (später V 36 036) bzw. V 27 011 eingereiht und später verschrottet.

Quelle: Stefan Lauscher, Die Dieselllokomotiven der Wehrmacht, Freiburg 1999


Ein weiteres Fahrzeug der Stadtwerke Frankfurt/Main war eine Akkulokomotive mit der Achsfolge C. Die Lok wurde 1926 unter der Fabriknummer 8889 bei der BMAG gebaut, die elektrische Ausrüstung kam von den Maffei-Schwartzkopf-Werken (MSW/170) in Berlin. Die Lok kam neu als E 8 zur Hafenbahn Frankfurt und ging mit dem 27.04.1955 in das Eigentum der Stadtwerke Frankfurt als Lok 2020 über, die sie zwischen 1955 und 1957 zur Hybridlok für Akku- und Fahrleitungsbetrieb umbauten. Am 18.11.1982 wurde sie ausgemustert. Im Juli 2003 war sie noch im Depot Oberursel-Bommersheim vorhanden. Der Stromabnehmer diente neben der Stromversorgung der Lok natürlich ebenfalls zum Schalten der Fahrleitungskontakte.

Die Aufnahmen datieren vom 20. März 1981 ebenfalls in Oberursel (alle Fotos aus Oberursel Th. Lange):
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3335353061656331.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3631313464393832.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6438636563323839.jpg

Soweit zu den Güterlokomotiven der Stadtwerke Frankfurt/Main.


Th. Lange war es auch der den U-Bahnwagen 397 am 21. Januar 1981 als U 3 bei der Ausfahrt aus dem Bf Oberursel auf dem Weg zum Theaterplatz (seit 1992: Willy-Brandt-Platz) im Bild festhielt:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3433303035656232.jpg

Im Rahmen einer Bahnbus-Sonderfahrt rund um Frankfurt/Main konnte ich am 24. Februar 1990 den Wagen 822 am Bf Frankfurt-Süd (passend dekoriert in Dribdebach) ablichten:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6261393330316337.jpg

Einen Tag später, am 25. Februar 1990, entstand Hibdebach dieses Bild des Wagens 602 vor dem Depot an der Mannheimer Straße:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6436643633306137.jpg

Soweit unser kleiner Ausflug an die Bankenmetropole am Main.


Bis neulich - natürlich im HiFo

Rolf Köstner



Dieser Beitrag erscheint auch im Straßenbahnforum



Edit: Text zu Lok 2020 geändert. Lok wurde 1955 bis 1957 zur Hybridlok umgebaut.

Zwei Außerirdische treffen den Heiligen ET




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:13:19:04:08.
Moin Rolf!

Beim Betrachten Deines Beitrages dachte ich zuerst: Leidet der arme Rolf nun an Nematoden? Aber dann hast Du ja die "Notbremse" gezogen und für rechtzeitige Aufklärung der "bi-triebaften" Lok geliefert. Auch der weitere Verlauf Deines Berichtes ist, wie von Dir gewohnt, top!

Besten Dank für den "Einleitungs-Schocker" und ebensolche Grüße nach HI

Helmut
Die 2020 war bis zum bitteren Ende der Heddernheimer VDM-Werke im Einsatz. Wenn sie von Oberursel kommend zur VDM fuhr, und an den BÜ´s am pfeifen war, sagten die alten Heddernheimer "Horch, die Lokalbahn kommt..."...
Das stimmt so nicht ganz. Die WR360C14 der Stadtwerke Frankfurt (Main) besaß den Henkel nicht nur für die Weichensteuerung sondern auch für die Führerstands-Heizung. Mein Archiv sagt allerdings nicht ob es sich dabei um eine Haupt- oder Zusatzheizung handelte.

Befinden wir uns in einer Demokratie mit Meinungsfreihet oder herrschen noch Diktatur und Zensur?

Geglaubt...

geschrieben von: 44 115

Datum: 13.10.12 18:19

Hallo Rolf,
...habe ich an eine Zweikraftlok von Anfang an nicht. Geglaubt wird ohnehin nur in der Kirche.
Jetzt hoffe ich nur, dass wenigstens das mit'm Kontakt stimmt. Besserwissen tu'ich's nämlich nicht.
Hast Du geglaubt, dass wir Dir den Strom im Stromabnehmer abnehmen?
Beste Grüsse vom Ungläubigen (Thomas)
Olaf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:13:18:21:19.

"Ei-wass'n-dessssss...?"

geschrieben von: Reinhard Gumbert

Datum: 13.10.12 18:31

...war natürlich auch meine erste Reaktion. Aber dann - auch ich bin Dir also auf den Leim gegangen, Rolf...

Insgesamt, versöhnlich: "Ei wie schee - Frankfort frieher..."

Danke für den schönen Kurz-Ausflug nach "dehaam" und

schöne Grüße aus Aachen -
Reinhard
Und man sieht auch, wie eine U-Bahn auszusehen hat, NICHT Ko..grün, äh tarngrünundblau lackiert, sondern in den Frankfurter Stadtfarben.

Noch en Gude,
Manfred

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Re: Die Hybrid-V 36 und weitere Raritäten aus Ffm (m9B)

geschrieben von: joh

Datum: 14.10.12 01:57

Hallo supercargo,

das mit der Weichensteuerung musst Du in Deinem Archiv aber streichen. Elektrisch vom Fahrzeug aus stellbare Weichen gab es im Bereich des Güterverkehrs keine. Der Stromabnehmer sollte die Fahrleitungskontakte auslösen (wie Rolf richtig schreibt), die zur Sicherung der eingleisigen Abschnitte dienten.

Gruß
Johannes

Ah, Frankfurt, wie schön!

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 14.10.12 15:10

Hallo Namensvetter,

da werden Erinnerungen wach! Allerdings habe ich als Schüler nur die 2020 einmal zu Gesicht bekommen (und gestaunt, aber natürlich hatte ich keinen Foto dabei), und Dein Bericht klärt mich jetzt nach ca. 4 Jahrzehnten auf. Und von der Lok 2018 lese ich heute zum ersten Mal.

Besonders gefällt mir das Bild der U3, so habe ich die U-Bahn in Erinnerung, insbesondere, was den Anstrich angeht, stimme ich Manfred 100%ig zu!

Und die 11 nach Hugo-Junkers-Straße - bin oft mit ihr gefahren. Damals (Ende 60er, Anfang 70er Jahre) gab es allerdings die häßliche Vollwerbung noch nicht. Von Fechenheim zur Schule war meine Linie eigentlich die 14, weil die aber morgens meist sehr voll war, stiegen wir oft Hugo-Junkers-Str. aus, und warteten auf die kurz danach von ihrer Endhaltestelle startende 11, die natürlich schön leer war und in der man meist einen Platz direkt hinter dem Fahrer bekam. Mit dem pünktlichen Erscheinen zum Unterricht haperte es dann manchmal, aber das wars wert... ;-)

Gruß
Rolf

PS.: Bin auch erst auf die Hybrid-Geschichte reingefallen...





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:14:15:10:45.

Links

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 14.10.12 16:41

Rolf Schulze schrieb:
-------------------------------------------------------
> von der Lok 2018 lese ich heute zum ersten Mal.


Echt?

[www.drehscheibe-foren.de]
[www.drehscheibe-foren.de]

[www.privat-bahn.de]

Insbesondere aber [www.drehscheibe-foren.de] ab Bild 22

[www.drehscheibe-foren.de]








Gruß

Walter


_______________
(Edit: 3. Link präzisiert)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:14:19:35:04.
Es war mir oft ein Bedürfnis, die Abfahrt des morgendlichen Güterzuges nach Heddernheim am Bahnhof Oberursel zu beobachten. Dann kam ich halt manchmal zu spät zum Schulunterricht. Ein Lehrer meinte dann immer >> na, Michael, wieder nicht von der Eisenbahn losgekommen ? Na dann geh gleich mal an die Tafel << Damit hatte sich dann die morgendliche Freude wieder etwas relativiert.
An der Stelle, wo Du die rotweiße U-Bahn aufgenommen hast, war damals nur ein Gleis, das zwischen zwei engen Mauern abwärts führte. Es war immer interessant, zu beobachten, wenn ein Zug in der Versenkung verschwand, oder noch besser, wenn ein Zug auftauchte und bei geschlossener Schranke der DB- Strecke Autos auf den Schienen standen.
Vielen Dank für die Eindrücke aus der Stadt meiner Kindheit.

Re: Links

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 16.10.12 21:03

Hallo Walter,

> Echt?

Ja - glaub es oder nicht, ich kann mich an keinen der von Dir verlinkten Beiträge erinnern. Mag jetzt Zufall sein, aber alles im HiFo zu lesen, schaffe ich schon lange nicht mehr. In Bezug auf diese Lok(s) habe ich jetzt aber nachgelesen, danke für die Linksammlung!

Gruß
Rolf

Hallo Rolf,

zunächst vielen Dank fürs Einstellen der obigen Bildfolge.

Auch ich bin in der ersten Sekunde irritiert gewesen, was den vermeindlichen Hybrid - Antrieb betrifft!
Als uralter Frankfurter (genauer: Sachsenhäuser) wußte ich noch, dass der Stromabnehmer dieser Loks nur zur Übertragung des
Weichenstellsignales der Frankfurter Straßenbahnen genutzt wurde. In der Oberleitung hing damals ein wechselweise beleuchteter
Signalpfeil! Dieses Anzeigeelement wurde nach dem Unfall in der Textorstraße überall abgebaut, und der Fahrer hatte sich danach nur an der
Weiche direkt orientieren müssen, ob und wie er das Schaltsignal in die Oberleitung schicken sollte. (Das nur nebenbei!)

Am 5.5.1985 gab es eine gemeinsame Ausstellung im Bereich des Zentralgeländes der Frankfurter Hafenbahn, auf der auch die Fahrzeuge
der Historischen Eisenbahn Frankfurt und der Deutschen Bundesbahn zu sehen waren. Dabei sind auch die Loks 2018 und 2020 der Straßenbahn gezeigt worden.
Im Nachfolgenden drei Aufnahmen von diesem Ereignis, die Loks konnten hier aus der Nähe studiert werden.

Bild 1:

aPICT0477klein.jpg

Bild 2:

aPICT0480klein.jpg

... was lugt denn hinter der 2018 und neben dem Eierkopp vor?

Bild 3:

aPICT0468klein.jpg

Die 18 314 ist gerade von der Deutschen Reichsbahn von den Frankfurter Eisenbahnfreunden übernommen worden.
(Wir bauen gerade das Modell dieser Lok, in dem Zustand, als sie noch den französichen Tender hatte.)

Ein Jahr später (1986) gab es wieder diese Ausstellung, auf der die DB das neue Farbkonzept (Irgendwierot mit Lätzchen)
vorgestellt hatte.

Grüße Michael Menzendorff MatheMenzo
Hallo,
als Orscheler (Oberurseler) Bub (Bj 1968) habe ich die Beiträge natürlich mit ganz besonderem Interesse gelesen.
Ich bin in meiner Kindheit sozusagen mit diesen beiden Loks, im Oberurseler Norden, groß geworden.
Die beiden Maschinen verbanden den DB-Bahnhof Oberursel mit der KHD (Klöckner Humbold Deutz, ehem. Motorenfabrik Oberursel AG, heutige Rolls Royce), sowie dem kleinen Industriegebiet Kupferhammer, das gerade erst abgerissen wurde.
Am Kupferhammer verschwand das Gleis etwa 20m nach der Weiche direkt in einer Halle in der 1-2 Waggons platz fanden.
Im Betriebsgelände der KHD führte das Gleis nach Norden, besas aber eine Weiche um im direkten Zug dort sogar durch eine Halle fahren zu können.
Bezüglich der Funktion der Stromabnehmer auf den Loks ist anscheinend immer noch der Glaube verbreitet das damit Weichen geschaltet wurden. Das stimmt nicht.
Lediglich die Ampelsteuerungen wurden mittels der Stromabnehmer geschaltet.
Dadurch das die (heutige U-Bahn-) Strecke mehrfach, an den Haltestellen Portstraße (heute Altstadt), Kupferhammer und damals noch am Wendehammer Hohemark, die Hohemarkstraße querte war eine solche Steuerung notwendig.
Mittlerweile erfolgt die Steuerung mittels Magnetkontakten am Gleis.
Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, das bei den beiden Vorortstrecken nach Oberursel und Bad Homburg, noch vom Vorgänger Lokalbahn und zum zwecke des Gütertransports, breitere Schienen als im Frankfurter Stadtgebiet verwendet wurden.
Entgegen der allgemeinen Meinung das alle Frankfurter Fahrzeuge auch auf dieser Strecke eingesetzt werden können, müssen diese zuerst mit breiteren Radreifen / Rädern ausgerüstet werden.
Zum Verbleib der Akkulok ist mein Wissensstand, das diese, nach einigen Ausstellungsfahrten, noch immer in der Ecke des Bommersheimer Depots steht.
Gruß
Michael

Schluss mit den Halbwahrheiten !

geschrieben von: joh

Datum: 08.01.13 20:10

Hallo zusammen,
jetzt hänge ich mich aber auch noch mal rein, weil das eine oder andere etwas schief reingedeutelt wurde. Gerade heute habe ich supercargo geantwortet, der mich per PN gefragt hat, ob denn die C-Kuppler im ganzen Straßenbahnnetz einsetzbar gewesen waren. Ich habe ihm darauf folgendes geantwortet:

"Hallo supercargo,

es kommt ganz darauf an, was man mit dem "normalen Straßenbahnnetz" meint. Die gesetzliche Grundlage für das gesamte Netz ist seit etwa Ende der 50er die BOStrab, obwohl es eine klare technische Trennung (mindestens bis zum Ende des Güterverkehrs 1983) zwischen den Stadtnetz und den Taunusbahnen, die aus der Frankfurter Lokalbahn hervorgegangen sind, gegeben hat. Die Taunusbahnen waren so trassiert, dass alle Eisenbahnfahrzeuge (auch Leihloks der DB) dort ohne Schwierigkeiten eingesetzt werden konnten. Die Taunusbahnloks waren auch "auf Bundesbahn zugelassen", konnten also auch im Bereich des DB-Bahnhofs Oberursel frei rangieren. Die Weichen und Kreuzungen der Taunusbahnen waren auf einen Radrückenabstand von 1360 mm wie bei der Eisenbahn üblich ausgelegt. Ein Einsatz der Loks im Stadtnetz war völlig ausgeschlossen und auch nicht notwendig.

Ihre Schwierigkeiten hatten damit nur die Straßenbahnfahrzeuge, die auf die Taunusbahnen übergingen. Normale Straßenbahnen haben einen Radrückenabstand von 1380 mm wegen der schmalen Schienenrillen in Straßen. Das Problem wurde gelöst, indem man das Radreifenprofil der speziellen "Vorortwagen" auf der Rückenseite mit einer über Schienenoberkante gelegenen "Schulter" von 10 mm Breite versah, das heißt, etwas oberhalb der Schienenoberkante war der Radrückenabstand dann doch 1360 mm. Passend dazu hat man den Weichen, im Rahmen dessen, was das Lichtraumprofil der EBO erlaubte, überhöhte Radlenker verpasst, damit die "Schulter" überhaupt wirksam werden konnte. Außerdem wurde die Radbreite insgesamt zur Überwindung der Herzstücklücken auf eine EBO-kompatible Breite gebracht, was im Stadtnetz zur Folge hatte, dass gelegentlich Pflastersteine "angeknabbert" wurden.

Mit der Zeit scheinen da doch einige merkwürdige Wahrheiten verbreitet zu werden?! Wenn ich den Ursprungsbeitrag wiederfinde, werde ich meine Antwort in DSO öffentlich machen, nicht ohne auch Deine Frage irgendwie mit einzubauen, damit es verständlich wird."


@supercargo, noch eine Bemerkung zu Deinem Beitrag weiter oben:

Wenn der Stromabnehmer der Diesellok, wie Du sagst, auch der Führerstandheizung diente, müsste man dort auch eine Tafel mit entsprechenden Schmelzsicherungen finden.

@mathemenzo

Was Du beschreibst, ist das alte Weichenstellsystem der Straßenbahnen. Bei den Taunusbahnen gab es aber keine solchen Weichen, dort gab es nur Rückfallweichen (in den Ausweichen der eingleisigen Strecke), ferngestellte Weichen (in Heddernheim) und ortsgestellte Weichen (in den Ladestellen).

@Lokpilot

Das mit der Ampelbeeinflussung mag stimmen, soweit es BÜ-Sicherungen betraf; es war aber nicht der Hauptgrund für die Ausrüstung auch der Diesellok mit einem Stromabnehmer. Bevor die erste Ampel in Oberursel Einzug hielt, gab es schon den eingleisigen Abschnitt zwischen Bommersheim und der Hohemark mit mehreren Ausweichstellen. Die Sicherung der eingleisigen Abschnitte geschah mit Hilfe von Fahrdrahtkontakten, und dafür hatten sogar schon die beiden Bn2t-Dampfloks "Oberursel" und "Hohemark" von Hagans, welche die Vorgänger der Akkulok 2020 waren, einfache lyra-ähnliche Schleifbügel auf dem Dach. In diesem Beitrag [www.drehscheibe-foren.de] hatte ich die Sicherungstechnik schon mal genauer beschrieben.

Gruß
Johannes