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Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 01.10.12 07:33

Vor einigen Tagen hatte ich in zwei Beiträgen über meine Reise nach Finnland im Jahr 1967 berichtet. Dieser Urlaubsaufenthalt im Rahmen einer Jugendfreizeit war zwar alles andere als eine Eisenbahntour, aber am Rande fielen doch eine Reihe von Eisenbahnfotos ab, die hier zu sehen waren:

- Diesel & Dampf in Finnland vor 45 Jahren - Teil 1

- Diesel & Dampf in Finnland vor 45 Jahren - Teil 2

Im Gegensatz zur Hinfahrt führte die Heimreise nicht auf dem direkten Seeweg über die Ostsee nach Travemünde, sondern über Stockholm, das von Helsinki aus mit einer vergleichsweise kurzen Schiffsreise erreicht wurde. Dort ein Tag Aufenthalt mit kurzer Stadtbesichtung, Übernachtung und Weiterfahrt mit dem Zug nach Hause. Und auch dieses Mal nutzte ich die Gelegenheit, bei meinem ersten Besuch in Schweden auch ein paar Eisenbahn-Bilder zu machen.

Während die finnische Eisenbahn damals ein gänzlich unbeschriebenes Blatt für mich war, kannte ich wenigstens einige schwedische Lokomotiven und Triebwagen von Bildern. Zuallererst natürlich die Baureihe Da aus dem Märklin Katalog, die schwedischen Wellblech-Schnellzugwagen, sowie die Erzbahnloks und weitere Baureihen aus Büchern und Firmenprospekten.

Am Nachmittag des 20.08.67 konnte ich mich für gut zwei Stunden von der Gruppe absetzen und mich ein wenig auf dem Stockholmer Hauptbahnhof - Stockholm Centralstation – umsehen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b01-F_698.jpg

Bild 1:
Als erste schwedische Ellok (und Lok überhaupt) kam mir die 1’Do1’ Altbau-Ellok F 698 vor die Linse. Unter der dunklen Straßenbrücke und ohne Sonne waren die Lichtverhältnisse mehr als bescheiden und ich kann froh sein, dass die Aufnahme wenigstens als Beweisbild taugt.

Von der Baureihe F wurden zwischen 1942 und 1949 insgesamt 20 Maschinen gebaut, die mit 2580 kW Stundenleistung und einer Höchsgeschwindigkeit von 135 km/h knapp unter den Daten der deutschen E18 liegt.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b02-Da_802.jpg

Bild 2:
Schon die zweite Lok, die sich sehen ließ, war eine Da wie aus dem Märklin Katalog; Auch Da 802 stand ungünstig unter der Brücke über den Südkopf des Hauptbahnhofs, aber irgendwie scheint es insgesamt schon etwas heller geworden zu sein.

Die Reihe Da war die Weiterentwicklung der legendären Baureihe D bzw. Du2, und wurde zwischen 1952 und ’57 in einer Stückzahl von 90 Exemplaren gebaut. Sie war sicherlich weltweit eine der letzten Beschaffungen von Streckenloks mit Stangenantrieb.

Danach begab ich mich auf die andere, nordwestliche Seite der Centralstation, wo sich günstigere Fotomöglichkeiten boten. Zusätzlich zu den Durchfahrgleisen gab es hier noch einige Stumpfgleise, in denen das Rangieraufkommen naturgemäß höher war.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b03-Oc_393.jpg

Bild 3:
Und hier gab es denn auch mit Öc 393 gleich eine elektrische Rangierlok zu fotografieren, mit der ich offensichtlich einen echten Sonderling erwischt habe.

Bei der Reihe Öc handelt es sich nämlich um eine elektrische Rangierlok mit zusätzlichen Akkumulatoren (wie die deutsche E80), von der aber nur recht wenige Maschinen gab. 1979 waren nur noch zwei Maschinen im Einsatz. Zusätzliche Infos erwünscht.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b04-Oc_393.jpg

Bild 4:
Auch wenn ich damals noch nichts von der Besonderheit der Öc 393 ahnte, war mir eine elektrische Rangierlok allemal ein weiteres Bild wert.
Beachtenswert der für meine Begriffe auffallend "fein" gekleidete Lokführer.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b05-TGOJ_X20.jpg

Bild 5:
Vom äußersten Bahnsteigende fiel mein Blick dann auf eine E-Triebwagen Doppeleinheit der schwedischen Privatbahn TGOJ, die im Vorfeld des Hauptbahnhofs auf ihren nächsten Einsatz wartete. Erst später fand ich heraus, dass es sich dabei um einen ET der Baureihe X20 handelte, vom die TGOJ überhaupt nur drei Stück besaß – 2/3 des Bestands hatte ich also vor mir.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b06-T21_81.jpg

Bild 6:
Diese Lok kam mir doch sehr vertraut vor! Und tatsächlich, bei der T21 81 handelt es sich um eine Lieferung von MaK für die Schwedische Staatbahn (SJ), die weitgehend mit der deutschen V65 übereinstimmt.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b07-TGOJ_X20.jpg

Bild 7:
Da sich der TGOJ X20 so gar nicht von der Stelle rühren wollte und sich das Wetter inzwischen merklich gebessert hatte, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und marschierte auf den ausgetretenen Dienstwegen mitten ins Bahnhofsvorfeld, um den ET noch einmal von der lichtmäßig besseren Innenkurven-Seite aufzunehmen.

War es das wert, sich für einen relativ modernen ET, der aussah wie eine vierteilige Dattel-Schachtel mit Stromabnehmer, möglicherweise großen Ärger einzuhandelt? Im Nachhinein: JA! Denn von hier aus hatte man freien Blick auf die ein- und ausfahrenden Züge und keiner nahm daran Anstoß, dass sich ein Jugendlicher mit Kamera zunehmend ungehemmter mitten in den Gleisen herumtrieb. Was waren das noch für goldene Zeiten …


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b08-X9A.jpg

Bild 8:
Noch auf dem falschen Fuß erwischt wurde ich von einer Doppel-Einheit X9, die bei gerade wieder "Licht-aus" in den Bahnhof Stockholm C einfährt.

Von den Fernverkehrstriebwagen der Baureihe X9 gab es 20 vierteilige Einheiten, von denen beide Kopfwagen jeweils zwei angetriebene Achsen besaßen – Achsfolge (1 A)’ (A 1)’. Auch der Endwagen ohne Stromabnehmer war also ein Triebwagen!


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b09-Ra_992.jpg

Bild 9:
Recht klein und amerikanisch wirkt die Reihe Ra, von der mir hier die achte von insgesamt zehn Loks vor die Kamera fuhr. Rapid 8 = Ra 992, Stockholm C, 20.08.67.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b10-Y3.jpg

Bild 10:
Ein recht ausgefallenes Design kennzeichnet die Dieseltriebzüge der Reihe Y3. Im Unterdeck des doppelstöckigen Motorwagens ist die Antriebsanlage untergebracht, während sich darüber auf ganzer Länge ein Passagierraum wie bei einem Dome-car erstreckt. Sechs dieser 140 km/h schnellen Züge lieferte LHB 1966/67 an die SJ.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b11-Rc_1011.jpg

Bild 11:
Das Neueste vom Neuen war die noch kein Jahr alte Rc1 1011.

Mit der Entwicklung der Rc gelang der schwedischen ASEA der Durchbruch der Thyristor-Technik im Ellokbau. In Schweden und vielen anderen Ländern (außer Deutschland) wurde diese Antriebstechnik für zwei Jahrzehnte zum Standard, bis die Drehstrom-Leistungsübertragung in den achtziger Jahren ihren Siegeszug antrat.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b12-F_622.jpg

Bild 12:
Auch die zweite F an diesem Tag ging leider fotografisch in die Hose. Beim Heranrollen der F 622 riss der Himmel kurz vorher auf, was die Belichtungsautomatik meiner einfachen Kamera schlicht überforderte und zu einem stark überbelichteten Dia führte. Mit den heutigen Möglichkeiten der elektronischen Bildbearbeitung konnte ich jetzt zwar noch einiges retten, aber nicht vorhandene/überstrahlte Farben bringt auch das beste Programm nicht zurück.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b13-Y3_1263.jpg

Bild 13:
Und noch einmal einer dieser kuriosen Y3-Triebwagen. Auf diesem Bild ist sogar die Nummer lesbar - Y3 1263. Ob es dieselbe Einheit wie in Bild 10 ist, vermag ich nicht zu sagen. Falls ja, müsste diese Aufnahme ein Nachschuss sein, aber rote Schlusslichter sind nicht auszumachen. Allerdings sind auch keine Passagiere im Oberdeck zu erkennen – vielleicht nur ein Zurückdrücken in die Abstellgruppe?


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Schweden67/b14-Ra_994.jpg

Bild 14:
Da ich gesehen hatte, dass im Bahnhof eine Ra mit einem Zug aus der Gegenrichtung eingetroffen war, ging es zurück in den "legalen Bereich" der Stockholmer Centralstation. Dort konnte dann in aller Ruhe und mit der Sonne im Rücken Ra 994 aufs Celluloid gebannt werden.

Mit diesem Bild möchte ich den heutigen Beitrag beenden. In Kürze geht’s dann weiter mit den restlichen Bildern meines ersten Kontakts mit der schwedischen Eisenbahn.

Bis dahin einen schönen Tag noch,
Ulrich B.





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:04:08:56:26.

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 01.10.12 09:45

Hej Ulrich,


da hast Du ja einen äußerst interessanten Bilderbogen zusammenfotografiert! Und die Altbaumaschinen hatten

alle noch die Slickepinnar (Stangerllutscher) auf dem Dach; einfach fein!


Hybridloks hatten die SJ mehrere Varianten im Angebot:

02 St. Litt Öa, RegNr 151 - 152, 1. Bj 1927, zweiachsig, abregistriert um 1960

08 St. Litt Öb, RegNr 267 - 274, 1. Bj 1932, zweiachsig, abregistriert 1963 - 1970

12 St. Litt Öc, RegNr 392 - 400, 491 - 493, 1. Bj 1935, vierachsig, abregistriert bis spätestens 1982

24 St. Litt Öd, RegNr 448 - 450, 494 - 496, 633 - 644, 682 - 687, 1. Bj 1942, vierachsig, abregistriert bis spätestens 1982


Ha det bra und eine schöne Woche!


Woife

Wieder ein schöner Bilderbogen

geschrieben von: Norbert Lippek

Datum: 01.10.12 10:44

Moin Ulrich!

Dank für die interessanten Bilder. Es ist immer wieder schön, langsam historische werdende Aufnahmen ausländischer Bahnen zu sehen. Einige Lokbaureihen kannte ich schon, vor allem die "Märklin-Lok". Aber einen Y3 hatte ich noch nie gesehen, uriges Design. Wahrscheinlich war das Obergeschoss des Triebkopfes überwiegend mit Frauen besetzt, nicht wegen des Triebes, sondern weil man dort sicherlich immer warme Füße hatte ;-). Der Rangierlokführer mit "Schlips und Kragen" war mir auch gleich aufgefallen. Vielleicht war das ja der Chef des Stockholmer Maschinenamtes, der mal wieder Praxiserfahrung sammeln wollte ;-). In Bremen gab es auch mal einen, der wohnte in St. Magnus und nutzte den Weg zur Arbeit und wieder nach Hause häufiger mal, um den Bremer Lokführern zu zeigen , wie man den Vegesacker vorschriftsmäßig fährt.

Grüße von der Weser

Norbert

...ich bin total begeistert

geschrieben von: Horst Foege

Datum: 01.10.12 11:50

von diesen herrlichen Bildern. 2011 war ich dort und die Verändeung der Bahnhofslandschaft ist beeindruckend.
L.G.
Horst

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 01.10.12 12:26

Moin Ulrich!

Wie von dir nicht anders zu erwarten, ist auch diese Fortsetzung sehr interessant. Wie von Horst ja bereits geschrieben, ist der heutige Stockholmer Hbf mit damals kaum zu vergleichen, zu massiv sind die baulichen Veränderungen. Natürlich ist die damalige Triebfahrzeugvielfalt mit der heutigen ebenfalls nicht vergleichbar, zur Zeit Deines Besuches wurde einfach mehr Abwechselung geboten.

Zum TGOJ-X20 noch ein paar Anmerkungen von mir:

Diese Baureihe ist konstruktiv sehr eng mit den schwedischen (Diesel-) Schienenbussen verwandt und daraus nicht nur stylistisch abgeleitet worden. Die gleiche Fensterform, die gesickten Außenwände sowie die Dachhöhe zeigen diese Verwandtschaft sehr deutlich. Die Baureihe, die übrigens noch, wenn auch unter anderer Flagge (TKAB) und aufgrund der Kürzung um einen Mittelwagen als X23 bis 2009 (!) eingesetzt wurde, konnte mit diesen Daten aufwarten:

Baujahre 1956-1957, LüP 65.540mm, 1.Kl.=34 und 2.Kl.= 110 Sitzplätze. Die Hg betrug 110km/h.

Hier eine Aufnahme aus neuerer Zeit, bereits in dreiteiliger Ausführung:
http://imageshack.us/a/img716/5788/9ntkabx23202bgraengesbe.jpg

Was mich ein wenig erstaunt, aber ja wohl zu Deinen Gunsten verlaufen sein muß, ist Folgendes: Soweit ich das kenne, gibt es bei einer Jugendfreizeit verantwortliche Betreuer/Innen. Das diese einen (oder mehrere?) ihrer Schützlinge ohne weiteres durch die Stockholmer Bahngleise marschieren ließen, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Warst Du selbst einer der Betreuer oder bist Du etwa ausgebüxt? ;-)))

Für Deinen ersten Teil des Zwischenstops in Stockholm dankt Dir
Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:01:12:29:34.

Freizeit in der Jugendfreizeit

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 01.10.12 13:46

Moin Helmut,

zunächst danke für Deine Ergänzungen zum TGOJ X20. Das Grundkonzept des Wagenkastens der Schweden-Schachteln scheint sich ja auch bei den X9 Fernverkehrs-ET und auch bei den finnischen Dm8 wiederzufinden.

Was meine Freiheiten innerhalb der Jugenfreizeit angeht, bin ich aus heutiger Sicht selbst verwundert darüber, dass unser Betreuer mich einfach so laufen ließ, auch wenn er sicher nicht genau gewusst hat, was ich auf dem Bahnhof getrieben habe. Wahrscheinlich hat er mir einfach zugetraut, dass ich mich mit meinen 16 Jahren selbstständig und vernünftig auch in einem mir fremden Umfeld bewege - nun ja ... ;-))

Gruß
Ulrich

Jetzt noch Schweden.

geschrieben von: 44 115

Datum: 01.10.12 19:19

Hallo Ulrich,
beneide Dich um Deinen Bilderschatz! Hätte ich doch damals...so steht's in jeder dritten Antwort zu lesen.
Danke für den Bericht! Der Y 3 ist aber wirklich ein geiles Teil! Da wäre ich gerne mal mitgefahren.
Nicht nur wegen den warmen Füssen,wie oben geschrieben, nein, das Brummeln unter den Füssen...und die Aussicht.
Wunderschön! Mich kann auch was Anderes als Jumbos begeistern. Beste Grüsse
Olaf

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: Bw Hof

Datum: 01.10.12 21:34

Guten Abend! God kväll!
Danke für die tollen Berichte und ergänzenden Kommentare zum Thema Schweden und Finnland! Ein Genuss, diese Bilder anzuschauen. Eine Sache habe ich jedoch nicht verstanden: Was hat es auf sich mit den "Dauerlutschern" bei manchen alten Fahrzeugen? Musste laut lachen, als ich den Ausdruck "Slickepinnar" las!
Herzliche Grüße
Klaus Hof

Slickepinnar

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 01.10.12 22:12

Hej Klaus,


offiziell hießen die Stangerllutscher natürlich anders, nämlich "A-ändes-skärmar". Mit ihnen wurde für

Verschubarbeiten die Vorderseite einer E-Lok oder Diesellok markiert, da sich die Rangiersignale auf die

Stellung der Lok bezogen (bei den Dampfmaschinen war das immer die Rauchkammerseite). Nebenbei bemerkt

hatten auch die ersten Rc ursprünglich solche Markierungen am Dach - aber nicht mehr in Form

eines Blechaufsatzes, sondern quadratisch auf die Dachecken gemalt. Die NSB haben solche Markierungsschirme

übrigens auch verwendet - in Norwegen waren diese aber weiß/rot. Abgeschafft wurden sie bei SJ und NSB

Mitte der 70er Jahre.


Ha det bra!


Woife

Danke, Ulrich! (o.w.T)

geschrieben von: Olaf Ott

Datum: 01.10.12 22:39

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: frank58

Datum: 01.10.12 22:53

Hej Ulrich,

danke für Deine Fortsetzung. Skandinavienbeiträge sind immer nach meinem Geschmack. Interessant die Fahrzeugvielfalt, die Du hier wunderbar dokumentierst.

Einige Anmerkungen seien mir gestattet.

Die Reihe Da basiert zwar auf der Reihe D (getriebemässig auf die Bauformen Ds und Dk), mit der Du2 hat sie eigentlich entwicklungsmässig gesehen nichts zu tun. Die Du2 ist der krönende Abschluss der Reihe D, die ersten Maschinen dieser Reihe kamen aber erst 1967 auf die Schienen.

E-Lok-Woife hat bereits einige Angaben zu den Akku-Loks der Reihen Öa bis Öd geliefert. Jedoch möchte ich das Abregistrierungsjahr 1982 für Öc/Öd nicht so stehen lassen.
1981 waren noch 2 Öc und 10 Öd im Bestand. Diese wurden jedoch nicht abregistriert, sondern 1981 in den in den Dienstfahrzeugpark überführt und als Reihe Qaz umgezeichnet und in die Nummerngruppe 944 (Öc 395) bzw. Nummerngruppe 945 (übrige Öc/Öd) eingereiht. Als Dienstfahrzeuge taten sie dann noch einige Jahre weiter ihren Dienst. Die genauen Ausmusterungsdaten müsste ich erst noch eruieren.
Bezüglich der Akku-Loks hast Du noch um weitere Angaben gebeten.
Einfache Massskizzen findest Du in diesem Thread: ASEA-Katalog , bitte ganz nach unten scrollen.
An deutschsprachiger Ergänzung kann ich Dir folgende Quellen nennen:
Günter Kästner, Die elektrischen Lokomotiven der Schwedischen Staatsbahn,
Teil 4 (mit Öa-Öc) in Lokmagazin Heft 48, Juni 1971
Teil 5 (mit Öd) in Lokmagazin Heft 49, August 1971

Zur Rc 1011
Hier ist Dir wirklich eine Neuheit vor die Kamera geraten, denn die 1011 wurde erst am 13.04.67 geliefert. Interessant auch das alte SJ-Logo mit dem Flügelrad. Zur Reihenbezeichnung: Die Maschinen 1007 bis 1024 wurden 1967 noch als Reihe Rc abgeliefert. Die Bezeichnung Rc1 wurde erst im Mai 1968 eingeführt (mit der Bestellung der ersten Rc2-Serie). Die Umzeichnung in Rc1 erfolgte erst ab diesem Zeitpunkt und die beiden letzten Maschinen wurden dann gleich als Rc1 1025 und 1026 ausgeliefert.
Auf Deiner Aufnahme dieser Lok ist auch sehr gut zu erkennen, dass an der Längsseite nur die Bezeichnung Rc und die Ordnungsnummer 1011 angebracht sind.

Zum Triebwagen Y3:
Auf Grund der zweistöckigen Trieb-/Steuerwagen erhielten sie den Spitznamen "Kamel".
Deine Angabe, dass LHB sechs dieser Züge geliefert hat, ist so nicht richtig.
LHB lieferte für diese Züge insgesamt 6 Triebwagen, 2 Steuerwagen (ebenfalls doppelstöckig), 3 Mittelwagen 2. Klasse, 4 Mittelwagen 2. Klasse mit Kindabteil und Pentry, 4 Mittelwagen 1. Klasse.
Damit war die Bildung von insgesamt 4 Triebzügen möglich: Tw+max. 6 Zwischenwagen+Tw, Tw+ max. 2 Zwischenwagen+Steuerwagen.
Die letzten Fahrzeuge wurden zum 01.10.1990 abgestellt.

Zum Triebwagen X9:
Wegen der Farbgebung wurden diese Fahrzeuge auch als "Paprikazug" bezeichnet.
Die Fahrzeuge trugen anfangs Namen als Bezeichnung, die auf einem Wechselschild an der Triebwagenfront angebracht waren. Dies erwies sich jedoch als unpraktisch, da die Schilder sehr oft gewechselt werden mussten. Denn der Triebwagenname war auch im Kursbuch abgedruckt und musste identisch sein. Später wurde der Name auf dem Wechselschild durch die Buchstaben SJ ersetzt. 1973 wurden diese Schilder durch das richtige SJ-Logo in Form der "Briefmarke" ersetzt. So, wie auf den Bildern mit dem Y3.
Allerding verwendest Du für diesen Triebwagenzug die Bezeichnung, die erst ab 1970 galt. Bis dahin galt für die Triebwagen die Bezeichnung Yoa2-A für die Triebwageneinheit mit Stromabnehmer und Yoa2-B für die ohne Stromabnehmer. Auch hier war die Zusammenstellung variabel. Insgesamt wurden von HildingCarlsson beschafft: 23 Triebwagen mit und 23 Triebwagen ohne Stromabnehmer, 18 Mittelwagen 1. Klasse, 2 Mittelwagen 1./2. Klasse und 22 Mittelwagen 2. Klasse.
Bei den SJ standen diese Wagen bis Mitte der 1990 im Dienst.

Ich freue mich auf die weitere Fortsetzung Deiner Reise.

Viele Grüße
Frank

Re: Slickepinnar

geschrieben von: frank58

Datum: 01.10.12 23:12

Hej Woife,

die Bezeichnung "A-ändes-skärmar" ist aber auch nicht richtig.

A- und B-Ende am Fahrzeug sind technische Begriffe und erfolgte durch Anbringung der Buchstaben A und B an den Fahrzeugenden. A- und B-Ende bei den Elloks richtet sich nach der Lage des Haupttrafos.

Die richtige Bezeichnung lautet "framändesskärmar". Dies war ein rangiertechnischer Begriff und kennzeichnete das Vorderteil des Triebfahrzeuges. Danach richtete sich die Signalgebung des Rangierers: vorwärts und rückwärts. Der "Slickepinnar" war ein Tagessignal und galt bis 1973.

Aber: Da die Halterung für den Slickepinnar oft am A-Ende des Fahrzeuges vorhanden war, bürgerte sich auch die (falsche) Bezeichnung "A-ändes-skärmar" ein. Aber auch hier herrscht selbst unter den schwedischen Eisenbahnfreunden Uneinigkeit über die Bezeichnung.

Viele Grüße
Frank

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: martin welzel

Datum: 02.10.12 08:19

Moin Ulrich,

trotz Mistwetter sind Dir eine Auswahl schöner und interessanter Bilder gelungen. Auch für mich war die "Schwedenlok" Da immer "die" Ellok der SJ - da eben aus dem Märklin-Katalog sattsam bekannt.

Ein Bild aus dem Familienalbum vom 8.9.1961 mit einer Lok der Reihe Du2 habe ich auch schon mal gezeigt; in Stockholm war ich ansonsten noch nie:

http://www.eisenbahnhobby.de/AlteAlben/1961-09-08_Stockholm_Bahnhof_Du_S.jpg


Danke fürs Zeigen und Vorfreude auf den nächsten Teil habe ich auch schon!

Bis heute Mittag,

Martin

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 02.10.12 08:46

Hallo Ulrich,
wieder entführst Du mich in eine mir wenig bekannte Eisenbahn-Welt!
Danke für Deinen interessanten Bericht und die Ergänzungen unserer Hobbykollegen!
Der Kabinenroller auf Martins Bild erinnert mich an meine Großmutter, die (ca. 1954) mit solch einem Teil und ihrer Tochter von Stuttgart nach Stockholm gereist ist ...
Viele Grüße
Stefan

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/6638303363633862.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/3338386331616233.jpg

Re: Stockholm 1967 – Bild 11 Rc 1011

geschrieben von: uli leibfarth

Datum: 02.10.12 17:37

Hej,
anbei die Rc1 1011 im aktuellen Zustand als Rangierlok bei Green Cargo.
Anstatt Schnellzügen zu führen, schiebt sie jetzt Güterwagen über den Ablaufberg in Malmö.
Leider nur als "Dokubild" mit vollem Gegenlicht (23.08.12).

[url=]http://imageshack.us/a/img16/452/se230812ulmalmklein540.jpg[/url]

Danke für die tolle Skandinavienbilderserie und die ebenso informativen Beiträge mit Erläuterungen !
Viele Grüße, Uli



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:02:17:39:18.

Re: Stockholm 1967 – erste Eindrücke von der schwedischen Eisenbahn (14 B)

geschrieben von: Christian Protze

Datum: 03.10.12 12:55

Moin moin!
Bei der Kielerin handelt es sich um:
MaK / 800071 / 1957 / T 21 / D-dh / 1435 mm
__.06.1957 Auslieferung an SJ - Statens Järnvägar [S] "T 21 81"
01.04.1990 Ausmusterung
__.__.199x an Banverket, Borlänge [S](Abstellung als strategische Reserve in Kilvamma [S])
__.__.2003 an OKBv - Ostkustbanans vänner, Svartvik [S]

mit 800 PS hat die Lok allerdings deutlich mehr Leistung als die deutsche V65

(Quelle: loks-aus-kiel.de)

Gruß
Christian