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Hallo,

in einem Gespräch mit dem ehemaligen Leiter des Straßenbauamts in Neu-Isenburg hat dieser mich darauf hingewiesen, dass es südöstlich des Bahnhofs eine Gleisharfe mit Behandlungsanlagen und einigen, dort bei Kriegsende abgestellten Lokomotiven gegeben hätte.

Daraufhin wurde der heutige Tag zu einem kleinen Waldspaziergang genutzt bei dem ich - zu meiner völligen Überraschung - tatsächlich auf diese ehemalige und mittlerweile völlig zugewucherte Untersuchungsgrube(?) gestoßen bin:

https://lh6.googleusercontent.com/-E3kWJqwCX98/T0lctlVCZQI/AAAAAAAAAXM/-03MHrKK6mA/s576/Untersuchungsgrube%25201.jpg

https://lh6.googleusercontent.com/-QUGuEMZA7Ao/T0lcvQVTUWI/AAAAAAAAAXc/qs01qGPqA00/s576/Untersuchungsgrube%25202.jpg

Parallel zur Grube befindet sich dieser Schacht:

https://lh6.googleusercontent.com/-HXtXHAhGc-4/T0lcupGmxGI/AAAAAAAAAXU/3bknz7K9BkE/s576/wasserkran.jpg

Stand hier ein Wasserkran? Von den Maßen her würde es passen..

[upload.wikimedia.org]

Dieses weitere Relikt erinnert mich an den Sockel eines Bekohlungskrans. Da er sich aber innerhalb eines umzäunten Geländes befindet ließen sich keine näheren Aufnahmen machen:

https://lh4.googleusercontent.com/-JhytKxIrQjM/T0lcswPXafI/AAAAAAAAAXE/uZ3T7VBY-YM/s576/sockel.jpg
(die oben abschließenden Steine scheinen nachträglich aufgemauert worden zu sein, vielleicht dient der Sockel heute als Nistplatz?)

Einen eventuellen Hinweis findet man auch auf diesem Gleisplan von 1960, auf dem ein von der Verbindungsbahn nach Neu-Isenburg Stadt abzweigender Geländeeinschnitt eingezeichnet ist (Rechts unten). Wird dieser in gerader Linie fortgesetzt führt er direkt zu der besagten Grube.

https://lh3.googleusercontent.com/-QEi-a7qzMAg/T0lcwLUZCoI/AAAAAAAAAXk/GC4EZT0QKQc/s576/Gleisplan%2520Abzweig.jpg

Hier die Position der Untersuchungsgrube auf Google Maps

Nun meine Frage ob jemanden diese Anlagen bekannt sind, z.B. deren früherer Umfang, Zweck oder wann sie gebaut bzw. wieder abgebaut wurden?

Vielen Dank und Grüße
Benedikt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:26:00:03:44.
Hallo,

das ganze sieht vergleichsweise ein wenig nach Werkbahn Peenemünde aus...

Konntest Du weitere Spuren und evtl. Gleisverläufe erkennen? Nach dem Lageplan und dem Luftbild muß der See/ Teich (sieht künstlich angelegt aus???) irgendwie mit im Zusammenhang zum Objekt stehen, da die Gleisachse ja durch das Gewässer geht...
Was ist das auf dem oberen Bild links? Ist das eine Betonkante oder ein Weg?

Grüße Ronny



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:26:10:56:19.
Hm,Werkbahn Peenemünde (-Ückeritz)?>Neu Isenburg,Bundesland Hessen,Kreis Offenbach.

Güterbahnhof Neu-Isenburg

geschrieben von: Th. Zimmermann

Datum: 26.02.12 12:24

Hallo,

ich habe hier etwas gefunden: [www.gueterbahnhof-neu-isenburg.de]
möglicherweise gab es dann dort in der Nähe des Güterbahnhofes eine Art Bw-Außenstelle von Frankfurt oder Darmstadt ?



Gruß

Thomas
Besten Dank für die Antworten.

@ Ronny

Gleisverläufe lassen sich mit etwas Fantasie in mehrere flache, für viele Meter parallel und schnurgerade verlaufende Mulden hineininterpretieren. Diese sind zwar im Gelände recht deutlich zu erkennen, auf Bildern aber leider nur schwer. Hier ein Bild vom "Abzweig":

https://lh3.googleusercontent.com/-sBD9xBYfJGs/T0ozwjj-g0I/AAAAAAAAAX0/a6ltc0cXVJI/s576/abzweig.jpg

Außerdem ja, das rechteckige, ehemalige Sickerbecken (?, heute jedenfalls ein Feuchtbiotop) ist natürlich künstlich entstanden und wohl erst um/nach 1960. Hier ein Luftbild von 1978, da war es noch zweigeteilt:

https://lh6.googleusercontent.com/-ocuOGrUt5NI/T0ox-X9qd1I/AAAAAAAAAXs/emnUlDnBLWg/s720/Luftaufnahme%25201978.jpg
Quelle: [buergergis.kreis-offenbach.de]

Und nein, im ersten Bild des anfänglichen Beitrags oben Links ist keine Betonkante zu sehen, nur etwas Totholz.

@ Thomas

Ja, Bw-Außenstelle war auch ein Gedanke, den ich hatte, aber das müsste dann ja eigentlich bekannt sein. Gehört habe ich davon jedoch nie etwas.

Vielleicht kommen ja noch weitere Beiträge

Grüße
Benedikt

Bw-Außenstelle? Wohl kaum

geschrieben von: Volker Blees

Datum: 26.02.12 17:14

Hallo,

Th. Zimmermann schrieb:
> ich habe hier etwas gefunden:
> [www.gueterbahnhof-neu-isenburg.de]

Hast Du mal ins Impressum der Seite geschaut? ;-)

> möglicherweise gab es dann dort in der Nähe des
> Güterbahnhofes eine Art Bw-Außenstelle von
> Frankfurt oder Darmstadt ?

Das Verkehrsaufkommen beider Neu-Isenburger Bahnhöfe dürfte eine eigene Bw-Ast "mitten im Wald" kaum gerechtfertigt haben. Dafür hätte - wenn überhaupt - sicher ein Lokschuppen direkt im Bahnhof genügt, zumal im fraglichen Zeitraum im Umkreis von rund 10 km drei Bw mit Rangierlok-Beheimatung lagen.

Meine Assoziation geht eher in Richtung eines Ersatz-Bw im WK II für den Fall der Zerstörung der umliegenden Groß-Bw. Aber das ist reine Spekulation.

Dank an Benedikt jedenfalls fürs Ausgraben der Relikte! Vielleicht hilft eine Anfrage unter geschichtsspuren.de weiter?

Beste Grüße
Volker

Re: Bw-Außenstelle? Wohl kaum

geschrieben von: 52 2006

Datum: 26.02.12 18:44

Noch ein Vorschlag: Hingehen und an Ort und Stelle ältere Passanten befragen, die müssen allerdings schätzungsweise mindestens 70 Jahre alt sein, um sich an dieses Mysterium zu erinnern.

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de (temporär offline) + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.

ist mir das peinlich ? ... Nein !

geschrieben von: Th. Zimmermann

Datum: 26.02.12 21:31

Volker Blees schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo,
> ...
> Hast Du mal ins Impressum der Seite geschaut? ;-)
> ...


jetzt nach deinem Hinweis schon. Na so ein Zufall ... :-)))



Gruß

Thomas
Hallo Benedikt,

der Kartenausschnitt zeigt den Abweig der Strecke zum Güter-/Stadt-Bahnhof Neu Isenburg, wo auch der Anschluß der Bundesmonopolbranntweinverwaltung war.

Die "Lokbehandlungsgrube" lag aber, so schließe ich aus der Betrachtung von Google maps / Google Earth auf ein Anschlußgleis, welches aus südlicher Richtung (Buchschlag-Sprendlingen) von der Hauptstrecke nach Osten abzweigte und zu dem Industriegebiet führte. Wenn man bei Google maps "satellit" anklickt, kann mann einen gebogenen Weg sehen, der von der Hauptstrecke in Richtung der markierten Grube führt (und von dort geradewegs indie Dornhofstraße). Siehe rote Punkte auf dem Kartenausschnitt von Open Street Map:


Gleisanschluß Neu Isenburg.JPG
Hallo Andreas,

spannende Theorie, leider lässt sie sich mit der Lage der Grube aber nur schwer in Deckung bringen. Ich habe mal deren Ausrichtung sowie die der Rinnen/Mulden in deine Karte eingezeichnet, sie liegt recht genau auf der gedacht verlängerten Linie des Abzweigs der Verbindungskurve.

https://lh3.googleusercontent.com/-QYtoGsbniL8/T0qw9J-oLII/AAAAAAAAAX8/p2c2ZAqfXO0/s800/Gleisanschlu%25C3%259F%2520Neu%2520Isenburg.jpg

Aber stimmt, der gebogene Verlauf des von dir markierten Wegs macht schon stutzig. Vielleicht gab es da mal eine Feldbahn? An der Stelle, an der der Weg die Strecke trifft, befand sich früher ein Stellwerk und nördlich davon eine Tongrube/Erdloch (in Plänen als "Erdkaule" verzeichnet).

Meine Einschätzung geht aber grundsätzlich auch eher in die von Volker geäußerte Richtung einer vlt. 1944/45 behelfsmäßig errichteten Abstell- und Behandlungsmöglichkeit für Lokomotiven um diese vor Beschädigungen durch Luftangriffe auf die Betriebswerke zu schützen. Ist so etwas denn von anderen Orten bekannt?

Grüße
Benedikt
Hallo Benedikt,

als Zwangzuwanderer aus den neuen Ländern interessiere ich mich eigentlich nicht so für Dinge der Eisenbahn auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Bundesbahn , aber dennoch ließ mir es mir keine Ruhe und ich habe mir weitere Gedanken zum Thema gemacht.
Anfangs hatte ich zwei Ideen für die Existenz dieser Anlagen. Erstere habe ich aber recht schnell wieder verworfen , weil zu viele Unstimmigkeiten auftraten. Für mich kam da ein eventueller Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn oder des Flughafens in Betracht. Dafür sprach eigentlich nur eine Tatsache: nämlich eine Beschleunigung des Baus durch die Möglichkeit eines schnellen und massenweisen Antransport der Baumaterialien. Dagegen sprach aber: bei vielen ähnlich Projekten wurden dazu meist nur Schmalspurbahnen / Feldbahnen errichtet die im Unterhalt auch viel günstiger waren. Weiterhin , und auch sehr gravierend , spricht dagegen die Lage der Behandlungsanlagen "hinter" zwei Staatsbahnstrecken. Das ergäbe ja nun garkeinen erkennbaren Sinn. >>> also schnell verworfen !



Nächste Idee eine ehemalige Privatbahn. Aber wohin sollte man von dort aus denn gefahren sein ? Also studierte ich deine Seite nochmal in Ruhe > da machte es KLICK ! Mir fielen Ähnlichkeiten zu diesen beiden Beispielen auf: [de.wikipedia.org] ; [de.wikipedia.org]
Auf deiner Seite steht folgendes ( ich zitiere dich mal in fetter Schrift ):"Zwar verfügte die Stadt mit dem Main-Neckar-Bahnhof bereits über eine Anbindung an das Schienennetz, dessen Lage im Westen der Stadt war für die Isenburger Betriebe jedoch sehr ungünstig. Vor diesem Hintergrund und nach Verhandlungen zwischen Stadt und der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft, entschied man sich für den Bau einer 2,56 km langen Güterstrecke vom Bahnhof Neu-Isenburg zum neu errichteten Bahnhof Neu-Isenburg (Stadt). Der Betrieb konnte am 1. April 1903 aufgenommen werden ". diese Tatsache stimmt schon mal eindeutig mit meinen aufgeführten Beispielen überein - Länge und Spurweiten der jeweiligen Bahnen lassen wir mal außen vor. Bei deinen gezeigten Relikten und der auf deiner Seite erwähnten und gebauten Güterstrecke handelte es sich um Regelspuranlagen. Auch die Lage der Lokbehandlungsanlagen kann günstiger nicht sein.

"...darüber hinaus zweigten ursprünglich mehrere private Firmen-Gleisanschlüsse... " > wieder Übereinstimmungen mit meinen Beispielen.

"...allerdings wurde die Teil der Strecke bereits in den 60er Jahren wieder zurückgebaut." > hier würde ich vermuten , das durch die Wirtschaftswunderzeit der 1950/1960-er Jahre die Unternehmen unabhängiger werden wollten und den Transport ihrer Güter auf die Straße verlagerten. Das brachte eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber der Bahn und deren Zustellzeiten und bestimmt auch eine gewisse Kostenersparnis mit sich.

"...Im Jahr 2003 und damit genau 100 Jahre nach Aufname des Betriebs wurde die Bedienung des letzten genutzten Gleisanschluss - den der BfB Verwertungsstelle - eingestellt..." > einer muß ja immer der Letzte sein :-).
Vermutlich hat sich die Private Bahngesellschaft die alle Anschlüsse an der ursprünglichen Güterstrecke bedient hat Anfang der 1960-er Jahre dann aufgelöst weil kein rentabler Betrieb mehr möglich war. Das Überbleibsel BfB bediente dann die Bundesbahn mit oder die BfB brachte ihre Wagen mit eigenen Loks zum Staatsbahnbahnhof.
In meiner Heimatstadt Lu.-Wittenberg gibt es auch eine Niederlassung der BfB ( gleich gegenüber vom EG der Staatsbahn ). Die Wagen wurden von Rangierloks der DR bis in die Wagenübergabestelle ( Wüst ) gebracht und dann mit den eigenen ( feuerlosen ) Werkloks innerbetrieblich weiter rangiert.
Eines der von mir aufgeführten Bahn-Beispiele ist dann später verstaatlicht worden , das andere blieb Privatunternehmen > daran muß man sich nicht festhalten. Es war halt so in der DDR. In der alten Bundesrepublik ( gemeint ist der Staat in der Zeit von 1949 bis 1990 ) war es durch die Markwirtschaft ein ganz anderes Wirtschaftsgefüge > es gab viel mehr private Unternehmen. In der ehemaligen DDR dagegen wurde vieles , wenn auch nicht alles , verstaatlicht.

Ein Bekannter von mir hat mal bei der Vermessung gearbeitet und kam eines Tages mal mit einem sehr interessantem Meßtischblatt an. Dieses stammte aus den 1930-er Jahren und zeigte meine Heimatstadt Lu.-Wittenberg und deren nähere Umgebung. Es gab bei uns mal ein großes Munitionswerk ( WASAG Reinsdorf ) in der Nähe. Dieses besaß auch einen eigenen Gleisanschluß. Auf dieser Karte waren das Streckengleis und die Anschlußgleise ( alle ? ) verzeichnet. Eine solche Karte solltest du dir mal besorgen > einfach mal beim zuständigen Landesvermessungsamt anfragen. Je nach Maßstab sind auch zugehörige Gebäude verzeichnet. Du solltest nochmal intensiver vor Ort nachsehen ob nicht noch Gebäudereste zu finden sind. Meist gehörten doch zu einer solchen Anlage doch auch ein Lokschuppen , Neben- und Sozialgebäude. Wenn schon die Gruben und andere Relikte noch heute erkennbar bzw. vorhanden sind hat man garantiert auch eventuell vorhandene Gebäude nur grob entfernt.
Wie schon jemand anderes hier in einer Antwort formuliert hat kann man ältere Anwohner befragen. Das mache ich auch so bei meinen Streckenwanderungen. Da kommt auch einiges zu Tage. Vielleicht ist dann auch jemand dabei der das Geschehen von damals noch sehr gut ( aus eigenem Erleben ) in Erinnerung hat. Vielleicht taucht dann schon ein Name einer Bahngesellschaft dabei auf die damals dort "ihr Unwesen" trieb. Falls nicht , dann würde ich die Betriebe die damals an diese Güterbahn angeschlossen und bedient wurden befragen. Größere Betriebe haben meist ein Firmenarchiv. In diesen Archiven müßte auf alle Fälle was zu finden sein. Ebenfalls hilfreich wären noch Ortschronisten.

Das wären so die Erfahreungen die ich dazu weitergeben kann.


Eine Bw-Außenstelle , wie ich es zuerst als Gedanke angebracht habe , ist dann hinfällig. Die Nähe zu den nächt größeren Bw´s in Darmstadt oder Frankfurt würde dies kaum rechtfertigen - beide lägen ja nur gut 10 - 15 km von dieser Anlage entfernt.

Ein Ausweich-Bw als Schutz der Lokomotiven vor Angriffen auf die "richtigen" Bw´s wäre zwar auch eine Möglichkeit. Aber von solchen Dingen habe ich ehrlichgesagt vorher noch nie gehört. Möglich wäre es aber schon , Klar. Aber mir kommen die jetzt noch vorhandenen Relikte etwas zu neu vor.

Zu den beiden Wasserbecken:
vielleicht gab es in dieser Anlage keinen Wasserturm und diese Becken dienten der Wasserspeicherung. Bei Bedarf wurde das Wasser mittels Pumpen über einen Wasserkran in die Lok gepumpt.
Weiterhin sind Feuerlöschteiche möglich. Bei uns in Lu.-Wittenberg gab es innerhalb des Stadtteils Friedrichstadt schon allein mindestens drei. Da es sich aber scheinbar nur um eine Bahnanlage handelte , scheint mir das eher unwahrscheinlich und erstere Version möglicher. Aber vielleicht sind die Teiche / der Teich erst nach Aufgabe des Geländes durch die Bahn entstanden ? Das würden die obern erwähnten Meßtischblätter zeigen.




Gruß

Thomas
Ich würde mich der Erklärung von Volker Blees anschließen wollen, es wird wohl ein Ausweich-BW gewesen sein. Im Wald östlich von dem hier gerne zu Bimbam verunglimpften Bahnhof Mainz-Bischofsheim gibt es ähnliche Grubenreste.
Gruß Peter
Vorweg: beim umeinander-steigen im Unterholz verliert man doch leichter die Orientierung als gedacht..

Ich habe mich heute nochmal mit Karte, Bleistift und vor allem der mobilen Ausgabe von Google Maps (einen Kompass besitze ich leider nicht mehr) auf den Weg in den Wald gemacht und muss nun eine meiner früheren Aussagen korrigieren. Die Untersuchungsgrube liegt nicht auf der Achse des Abzweigs von der Verbindungsbahn sondern in direkter Fortsetzung des im Bogen verlaufenden Weges im Westen. Insofern herzlichen Dank an Andreas für diese richtige Vermutung! Außerdem habe ich mir mal die Ausrichtungen der länglichen Mulden notiert und daraus folgendes "Gleisbild" in den nachstehenden Plan eingezeichnet:

https://lh4.googleusercontent.com/-LAsFjujbGRk/T0u9ZUqLP0I/AAAAAAAAAYM/VWVmUBQE-B8/s1046/Gleisharve.jpg

Demnach scheint es sich vielleicht sogar um ein Gleisdreieck gehandelt zu haben. Man hätte so die Möglichkeit gehabt Lokomotiven ohne den aufwendigen Bau einer Drehscheibe zu wenden, was wiederum den provisorischen Charakter der Anlagen unterstreicht. Der nördliche Schenkel hätte genau an dem quadratischen Betonsockel (Bekohlungskran?) nahe dem Sickerbecken vorbeigeführt, das würde auch erklären warum dieser mit seiner Grundfläche leicht verdreht zum Becken steht. Allerdings denke ich nach wie vor nicht, dass die Gleise bis ins Stadtgebiet gereicht haben, dafür gab es schon die Stichbahn nach Neu-Isenburg Stadt.

Beim Regionalverband FrankfurtRheinMain habe ich übrigens eine Luftbildaufnahme von 1935 gefunden, hier ist noch überhaupt nichts von den Anlagen zu sehen:

https://lh4.googleusercontent.com/-hfSbVkHfBtM/T0u9aWlP41I/AAAAAAAAAYU/90lmYkJ-01Y/s1018/Luftbild%25201935.jpg

Alles zusammen ein Grund mehr vielleicht mal das Hessische Landesluftbildarchiv in Wiesbaden zu besuchen.




EDIT

Ergänzung: "..nach Berichten alter Eisenbahner befand sich rund 900 Meter vom Stationsgebäude (südlich) im Wald ein kleines Ausweich-Bahnbetriebswerk (Bw) für Schnellreperaturen an den Dampflokomotiven."

Tank, Mathias: Bahnhof Neu-Isenburg - Eine Bahnstation macht Karriere

...manchmal muss man nur lesen. Weitere Informationen sind aber nach wie vor willkommen!


Grüße Benedikt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:27:20:18:07.
benedikt groh schrieb:
-------------------------------------------------------
> Allerdings denke ich nach wie vor nicht, dass die Gleise
> bis ins Stadtgebiet gereicht haben, dafür gab es schon
> die Stichbahn nach Neu-Isenburg Stadt.

Das heutige "Stadtgebiet" ist / war Industriegelände - u. a. auch Chemiebetriebe; mittels des weiteren Gleisanschlusses konnte man vermeiden, mit gefährlichen Gütern durch die Stadt zu rangieren.
Und zudem ergab die weitere Anbindung einen direkten (und neuen) Zugang zum Industriegebiet, der auch besser überwacht und gegen unbefugten Zutritt abgeriegelt werden konnte.

Grüße
Andreas +
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