04 - Historisches Forum
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geschrieben von: 110 395-1
Datum: 08.09.11 15:05
Hallo zusammen,
ich fahre schon seit vielen Jahren an den Resten des ehemaligen Stellwerkes Abzw. Südbrücke im Ortsteil Köln Poll vorbei. Vornahanden ist nur noch das Fundament was in den Bahndamm genauert ist. Dort soll wohl mal bis Anfang der ´80er ein mech. Stellwerk gestanden haben.
Im Zuge der Stillegung wurde die Abzweigstelle dann vom Fahrdienstleiter Köln Bonntor ferngesteuert.
Hat jemand von Euch noch zufällig Bilder von diesem Stellwerk bzw. von den Formsignalen der Sbzw. Südbrücke?
Vielen Dank.
geschrieben von: alte Bahn
Datum: 09.09.11 11:51
Hallo,
das Aussehen des Gebäudes des mechanischen Stellwerks der Abzw Südbrücke ist aus dem Ausschnitt eines Fotos von 1970/71 zu erkennen. Formhauptsignale standen aus Richtung Köln Bonntor unmittelbar neben dem Treppenabgang der Südbrücke und aus Richtung Köln-Kalk und Gremberg im Durchrutschwegabstand vor der einmündenden Weiche. Weil das Stellwerk nur schlecht erreichbar war, habe ich nur eine Aufnahme vom Fußgängersteg der Südbrücke an der östlichen Seite. Am 14.12.1980 wurde das Stellwerk mit Inbetriebnahme des Dr Stw Bf in Köln Bonntor außer Betrieb genommen und von dort die Signale und Weichen ferngestellt.
Der Ausschnitt stammt von dieser Aufnahme der 055 592 von 1970/71:
M.f.G.
Ulrich
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:09:11:57:40.
geschrieben von: 110 395-1
Datum: 09.09.11 13:57
Vielen vielen Dank für das Foto!
Genau so etwas habe ich gesucht. Jetzt weiß ich endlich wie es da einmal ausgesehen hat ;-)
geschrieben von: 110 395-1
Datum: 09.09.11 16:46
War das Gleis in Richtung Kalk auch im Gleiswechselbetrieb befahrbar? Es sieht nämlich so aus als würden im Hintergrund 2 Formsignale zu erkennen sein.
Oder ist das ne optische Täuschung?
geschrieben von: alte Bahn
Datum: 09.09.11 18:01
Hallo,
vor 1980 gab es bei mechanischen Stellwerken nur äußerst selten Gleiswechselbetrieb. Hier gab es keinen Gleiswechselbetrieb. Vermutlich sieht ein Fahrleitungsmast aus der Ferne wie ein Signal aus. Erkennbar ist aber das Blocksignal ais Richtung Köln-Kalk.
Interessant war übrigens vor allem nachts der Betrieb zwischen Köln Bonntor und Abzw Südbrücke vor über 30 Jahren.
Der Streckenabschnitt zwischen Köln Bonntor und Abzw Südbrücke war extrem stark belastet.
Grund: in Köln Bonntor münden die Strecken von Köln Eifeltor, Reisezugstrecke von Köln Süd und Güterzugstrecke Köln West (damals Gereon) in den zweigleisigen Engpaß über die Südbrücke und an der Abzw Südbrücke Aufteilung nach Köln-Kalk Nord und Gremberg. Als Köln Gereon noch Eilgutbahnhof Richtung Norden war, verkehrten zahlreiche Schnellgüterzüge und TEEM Güterzüge von Köln Gereon Richtung Norden über Köln-Kalk Nord. Von Köln Eifeltor verkehrten Schnellgüterzüge und TEEM Güterzüge Richtung Süden über Gremberg - rechte Rheinstrecke. Dassselbe gilt auch für die Gegenrichtung. Die Zugbildungsaufgaben für den schnellen Güterverkehr war in den 1970er Jahren zwischen Köln Gereon und Köln Eifeltor aufgeteilt: von Norden endende schnelle Güterzüge wurden in Köln Eifeltor aufgelöst und Richtung Süden gebildet, in Köln
Gereon umgekehrt von Süden endende schnelle Güterzüge in Köln Gereon aufgelöst und in Richtung Norden gebildet.
Hinzu kamen die übrigen langsameren Güterzüge (damals schwarzes Netz genannt)aus Richtung Venlo, Hohenbudberg bei Krefeld und Aachen nach Gremberg und Köln- Kalk Nord und darüberhinaus. Zwischen Abzw Südbrücke und Gremberg gab es nur ein Selbstblocksignal. Wenn Gremberg Aufnahmeschwierigkeiten hatte, konnten sich die Güterzüge stauen, wenn die Fahrdienstleiter und Zugüberwachung (die saß im Dienstgebäude des Bahnhofs Köln Gereon)nicht rechtzeitig dafür sorgten, dass Güterzüge Richtung Köln-Kalk Nord vorgelassen wurden.
Manchmal kamen nachts zwei Güterzüge aus Richtung Köln Gereon, der eine fuhr über den üblichen Weg über die Güterzugstrecke und der andere ab Köln Gereon über die Reisezugstrecke Köln Süd - Köln Bonntor. Damals gab es nördlich des Bahnsteigs in Köln West noch eine Weichenverbindung zwischen den Güterzugstrecken aus Richtung Köln- Nippes und Köln- Ehrenfeld zur Reisezugstrecke, so dass parallel ein Güterzug aus Köln Gereon abfahren konnte und ein anderer über die Reisezugstrecke vorbeigelassen werden konnte. Weil die Überleitungen an der Abzw Südbrücke höhengleich sind, kreuzen die Güterzüge in vielen Fällen das Gleis der Gegenrichtung.
Der Fahrdienstleiter des mechanischen Stellwerks Bnf in Köln Bonntor hatte in seinem Stellwerk ein "Spiegelfeld", dass ihm anzeigte, ob der Blockabschnitt hinter der Abzw Südbrücke Richtung Gremberg frei war.
Die Zugüberwachung in Köln Gereon mußte alle Züge in einem Belegblatt mit ihren tatsächlichen Fahrzeiten handschriftlich einzeichnen und danach disponieren. Die Fahrdienstleiter an der Strecke hatten eine ständige Fernsprechverbindung mit der Zugüberwachung und mußten alle Züge mit der Durchfahrzeit oder Haltezeit bei Stau melden.
M.f.G.
alte Bahn
geschrieben von: S&B
Datum: 09.09.11 21:53
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)