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Die Stellwerke des Neuen Stuttgarter Hauptbahnhofes, Teil 13

geschrieben von: S.B

Datum: 31.08.11 16:29

Hallo zusammen,

nach über einem Monat des letzten Teils meiner Serie, geht es Heute weiter. Wir verlassen jetzt die Stellwerke und widmen uns den beiden Blockstellen Prag und Rosenstein. Anfangen will ich mit der Blockstelle Rosenstein.

Blockstelle Rosenstein :

Die Blockstelle Rosenstein ( Alt ) gab es bereits im alten Stuttgarter Hauptbahnhof zwischen Stuttgart und Bad Cannstatt und wurde um 1912 in Betrieb genommen. Die alte Blockstelle Rosenstein befand sich bei Km 2 + 490 in der Nähe des Rosensteintunnels( Neu ). Vorerst war die Strecke zwischen Stuttgart und Bad Cannstatt nur zweigleisig. Die alte Blockstelle Rosenstein war mit einem Kurbelwerk ( zwei Signalkurbeln ) und angebauter Hebelbank mit drei Weichenhebel(Gestänge)ausgerüstet. Hersteller des Stellwerkes die Maschinenfabrik Esslingen. Der Streckenblock ( Felderblock ) wurde von der Firma Siemens & Halske geliefert. Durch den Bau des Neuen Stuttgarter Hauptbahnhofes zweigten von der alten Blockstelle Rosenstein zwei Baugleise ab die als Abzweig Berg und Tal bezeichnet wurden. Von diesen beiden Baugleisen konnte mit Signal ein und ausgefahren werden auf die Hauptbahn Stuttgart - Bad Cannstatt. Die beiden Baugleise waren nur als provisorium vorgesehen bis der Neue Hauptbahnhof fertig war. Am 23 Oktober 1922wurde in Km 1 + 868 der Strecke Stuttgart Hbf - Bad Cannstatt um 4:00 Uhr die Neue Blockstelle Rosenstein an der zweigleisigen Strecke in Betrieb genommen. Vorerst blieb die Neue Blockstelle Rosenstein auch noch als Abzweigstelle für die Güterbahn ( Alte Hauptbahn )in Betrieb. Am 26 Mai 1925 wurden die beiden Neuen Vorortgleise ( als 3 und 4 Gleis ) nach Stuttgart Bad Cannstatt in Betrieb genommen und die Gleise der alten Güterbahn Außer Betrieb genommen. Somit war Rosenstein jetzt als reine Blockstelle voll in Betrieb, insgesamt gab es jetzt vier Hauptgleise, zwei für den Fernverkehr und zwei für den Vorortverkehr. Die Blockstelle Rosenstein war mit einem elektromechanischem Stellwerk Bauart Siemens & Halske mit alter Farbscheibenüberwachung ausgerüstet. Der Streckenblock ( Felderblock ) stammte ebenfalls von Siemens & Halske. Von der Blockstelle wurden vier Blocksignale A,B,C und D + zugehörigen Vorsignalen bedient. Alle Haupt und Vorsignale hatten elektrische Beleuchtung. Zum 25 April 1933 wurde der elektrische Zugbetrieb Stutgart - Ulm aufgenommen. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch im Bereich der Blockstelle Rosenstein die Gleisanlagen durch Luftangriffe teilweise zerstört, tagelang konnte kein Zugverkehr zwischen Stuttgart Hbf und Stuttgart Bad Cannstatt stattfinden. Erst nach provisorischer Instandsetzung rollte der Zugverkehr wieder. Am 19 und 20 Oktober 1944 wird die Rosenstein Eisenbahnbrücke durch Luftangriffe zerstört. Die Rosensteinbrücke wurde wieder provisorisch instandgesetzt. Am 21 April 1945 sprengte die Deutsche Wehrmacht die wiederhergestellte Rosensteinbrücke. Somit war jetzt endgültig kein Zugverkehr mehr möglich zwischen Stuttgart Hbf und Stuttgart Bad Cannstatt. Zum 13 Juni 1946 wurde die Rosensteinbrücke als eingleisiges provisorium in Betrieb genommen, hierfür wurden die Stellwerksanlagen in der Abzweigstelle Rosenstein und im Wärterstellwerk 1 ( Bauart I ME, Bj 1916 ) in Stuttgart Bad Cannstatt angepasst. In Betrieb genommen wurde Streckenblock Form A für eingleisige Strecken. Ab 22 September 1949 war die Rosensteinbrücke wieder voll hergestellt und der Zugverkehr rollte wieder auf vier Gleisen zwischen Stuttgart Hbf und Stuttgart Bad Cannstatt. Aus der Abzweigstelle Rosenstein wurde wieder eine Blockstelle.

Signallageplan Bk Rosenstein.jpg

Ausschnitt aus dem Signallageplan Ssk 610 01/1 Stuttgart Hbf, Stand 1952. Die Blocksignale A und B ( aus Ri. Stgt. Bad Cannstatt ) befinden sich auf einer Signalbrücke bei der BK Rosenstein. Die beiden Blocksignale C und D ( aus Ri. Stgt. Hbf ) stehen normal neben dem Gleis, davor stehen schon die beiden Durchfahvorsignale ( Lichtsignale ) a und b für die Einfahrsignale des Bf Stgt. Bad Cannstatt. Stgt. Bad Cannstatt hatte seit September 1949 ein fahrbares elektromechanisches Stellwerk als Ersatz für das alte Wärterstellwerk 1. Plan Sammlung S.B

Signallageplan BK Rosenstein Vorsignale.jpg

Die zugehörigen Blockvorsignale der Bk Rosenstein aus Ri. Stgt. Bad Cannstatt die vor dem Rosensteintunnel standen.
Auschnitt aus dem Signallageplan wie oben.

Am 8 Dezember 1957 ging das Neue Zentrallstellwerk ( Bauart SpDrL20 ) in Stuttgart Bad Cannstatt in Betrieb. In diesem Zusammenhang wurden auch die Blocksignale versetzt für das Ferngleis Stgt. Hbf - Stgt. Bad Cannstatt wurde in Km 1+330 ein Neues Blocksignal D mit Durchfahrvorsignal b ( für Esig Stgt. Bad Cannstatt )als Lichtsignal aufgestellt,das bisherige Blocksignal D ( Formsignal ) in Km 1+705 entfiel. Für das Ferngleis Stgt. Bad Cannstatt - Stgt. Hbf wurde das Blocksignal B ( Formsignal)und Durchfahrvorsignal m von Km 1+905 (alt ) nach Km 2+000 ( Neu ) versetzt. Zuvor war das Blocksignal B auf einer Signalbrücke montiert. Für das Vorortgleis Stgt. Hbf - Stgt. Bad Canstatt wurde das bisherige Blocksignal C ( Formsignal) Km 7+142 ( Alt) aufgehoben und entfiel. Hierfür wurde ein Neues Blocksignal C ( Lichtsignal )mit Durchfahrvorsignal a ( für Esig Stgt. Bad Cannstatt) in Km 1+420 ( Neu ) aufgestellt. Im Vorortgleis Stgt. Bad Cannstatt - Stgt. Hbfwurde das Blocksignal A ( Formsignal ) und das Durchfahrvorsignal h von Km 1+905 ( Alt ) nach Km 2+000 ( Neu )versetzt. Zuvor war das Blocksignal A auf einer Signalbrücke montiert. Anfang der sechziger Jahre wurde das Blocksignal A ( Formsignal ) im Ferngleis Stgt. Bad Cannstatt - Stgt. Hbf durch ein Lichtsignal ersetzt. Somit blieb nur noch das Blocksignal B als Formsignal erhalten.

BK Rosensein 1959.jpg

Auschnitt aus dem Plan JsIz 578a Stuttgart Hbf, Stand 1959. Hier sind schon die 1957 versetzten Blocksignale A und B aus Ri. Stgt. Bad Cannstatt zu sehen, die beiden Blocksignale ( Lichtsignale ) aus Ri. Stgt. Hbf sind weiter vorne aber nicht im Plan hier zu sehen. Plan Sammlung S.B

Am 26 Oktober 1968 wurde die Blockstelle Rosenstein Außer Betrieb genommen ( Personalaufwand 2 P. seither ). Die Blockstelle Rosenstein wurde jetzt durch Selbstblocksignale in beiden Richtungen ( Fern und Vorortgleis ) ersetzt. Ab 7 Januar 1970 erfolgte der Abbruch des ehemaligen Gebäudes der Blockstelle Rosenstein.
Leider gibt es von der Blockstelle Rosenstein fast keine Bilder. Aber filmhistorische, in der Serie Eisenbahn Romantik, Folge 607 vom Juli 2006, mit dem Titel " Zurück nach damals und retour " kommt ein Filmauschnitt aus den sechziger der Blockstelle Rosenstein von Innen und Außen vor.
So das wars hoffe der HIFO Beitrag kommt ein wenig an ! In der letzten Folge meiner Serie kommt dann zum Schluß noch die Blockstelle Prag vor. Vielleicht ja jemand noch was zum Thema ?

Gruß S.B
Hallo S.B.,

danke für diesen informativen Beitrag - und Deine ganze Stuttgarter Serie. Bin schon gespannt auf den nächsten Teil.

Viele Grüße aus dem Land der Franken

Günter

http://img96.imageshack.us/img96/7026/hggsignaturv2a.jpg