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Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 27.08.11 16:36

Am 24.6.1991 standen wir zum dritten Mal in Folge morgens um 3 Uhr auf. Zweimal hatte uns der Nebel geärgert (nach Euren Reaktionen auf den 4. Teil dieser Serie hätten wir ja durchaus zufrieden sein können), doch jetzt hatten wir Glück. Nur ein leichter Dunst statt dichten Nebels lag über der Landschaft, als wir Ol 49-4 bei Grabówek abpaßten:

https://abload.de/img/pkp-ol494-006052819ss5.jpg




Bei Okartowo verließ uns die Sonne schon wieder:

https://abload.de/img/pkp-ol494-0060529d0sbb.jpg




Bei Odoje stand der Storch auf seinem Nest bis kurz vor der Vorbeifahrt des Zuges:

https://abload.de/img/pkp-ol494-0060530yps22.jpg




Ein letztes Mal nahmen wir den Zug mit mäßigen Lichtbedingungen bei Bartosze auf:

https://abload.de/img/pkp-ol494-00606018no35.jpg




Danach entschlossen wir uns zu einer Reise mit der Schmalspurbahn (hier der bereits mehrfach genannte Link dazu). Für den Rest des Tages verzichteten wir auf das Dampfprogramm und erkundeten stattdessen die Gegend abseits der Schienen.

Die nächste Nacht wollten wir auf einem „richtigen“ Campingplatz mit mehr Infrastruktur als einer Wiese, einem See und ein paar Bäumen verbringen. Ich glaube, wir wurden in Giżycko fündig, das unter seinem deutschen Namen Lötzen auch hierzulande bekannt ist und damals schon entsprechende touristische Infrastruktur besaß. Der Platzwart konnte allerdings unser Ansinnen, im Auto zu übernachten, überhaupt nicht verstehen. Dementsprechend wies er uns eine hübsche Parzelle zu, ein paar Quadratmeter Rasen und rund herum eine akkurat beschnittene Hecke. Nur der Zugang war ca. einen Meter breit … Wir suchten uns dann auf eigene Faust einen anderen Stellplatz.

Natürlich konnten wir von dort nicht morgens um 3 Uhr aufbrechen, so daß wir den Tag zivilisiert angingen. Wir kamen dann vormittags nach Gołdap, wo wir den Zug nach Ełk abpaßten, den wir am Einfahr-Vorsignal des Gołdaper Bahnhofes aufnahmen:

https://abload.de/img/pkp-ol494-0060619t7oky.jpg




Da dieser Streckenabschnitt nur im Schrittempo befahren wurde, hatten wir den Zug mit Ol 49-4 bereits in Botkuny wieder eingeholt:

https://abload.de/img/pkp-ol494-0060620gkqpd.jpg




Das weitläufige Gelände zeigt die einstige Bedeutung dieses 1991 eher unscheinbaren Bahnhofes:

https://abload.de/img/pkp-ol494-0060621ktr9n.jpg




Hier in Bottkuhnen, das den Nazis nicht deutsch genug klang und deshalb in „Bodenhausen“ umbenannt wurde, zweigte von 1927 bis 1944 eine Bahnstrecke nach Osten ab. Angesichts des wenig fotofreundlichen Wetters beschlossen wir, die Reste dieser Bahn aufzuspüren. Bei Dubeninki (früher Dubeningken, bevor der Name zu „Dubeningen“ germanisiert wurde) fanden wir diese Brücke:

https://abload.de/img/dubeninki-0060622c5um0.jpg




Ob dieser Wasserturm in Dubeninki einen Bahnbezug hatte, vermag ich nicht zu sagen
Während die Bahnstrecke einen Bogen nach Osten machte, fuhren wir zunächst nordwärts bis Żytkiejmy. Vermutlich befand sich dieses Ensemble in Żytkiejmy:

https://abload.de/img/dubeninki-0060623jtuma.jpg




Hier sieht man noch deutlich den eigentlichen Zweck des Dammes:

https://abload.de/img/dubeninki-0060624rtutw.jpg




Kurz vor dem Ort, auf der linken Seite der Straße, fanden wir den Bahnhof, an dem noch recht deutlich der deutsche Name „Schittkehmen“ zu erkennen war:

https://abload.de/img/szittkehmen-0060625ahun2.jpg


Hier an diesem Beispiel möchte ich meine Zurückhaltung bei der Verwendung der alten deutschen Ortsnamen erklären. Der Ort hieß einst Szittkehmen. Das war den Nationalsozialisten nicht deutsch genug, und sie benannten ihn 1936 in „Schittkehmen“ um. Das reichte ihnen aber offensichtlich noch nicht, so daß sie 1938 den völlig neuen Namen „Wehrkirchen“ einführten (vgl. hier). Heute hat der Ort wieder (fast) seinen ursprünglichen Namen, eben in polnischer Schreibweise. Da mir jeglicher Nationalismus zuwider ist, verzichte ich hier in den meisten Fällen auf die deutschen Ortsbezeichnungen, die sicher einigen von dort Vertriebenen eher geläufig sind als die polnischen Namen.


Bevor es weitergeht mit der Bereisung dieser Bahnstrecke, die von Szittkehmen übrigens weiter nach Norden in Richtung Tollmingkehmen führte, möchte ich hier einen kleinen Exkurs abseits der Eisenbahn einfügen.

Wir fuhren weiter ostwärts, immer parallel zur Grenze der Sowjetunion bis kurz vor Bolcie (das auch vor 1939 polnisch war). Hier suchten und fanden wir den Grenzstein, wo bis 1939 das Dreiländereck Deutschland/Polen/Litauen und heute das von Rußland, Polen und Litauen ist. Damals verlief hier die Grenze zwischen der Sowjetunion und Polen:

https://abload.de/img/bolcie-0060627p6u7v.jpg




Niemand hinderte uns, diesen aus der Nähe aufzunehmen:

https://abload.de/img/bolcie-00606289juoz.jpg


(Als ich zwei Jahre später mit meiner Frau in Ostpreußen war, wurden wir nicht einmal in Grenznähe gelassen. Die polnische Polizei hinderte uns unter allen möglichen Vorwänden, an die russische Grenze heranzufahren).



Doch nun wieder zur Eisenbahn. Wir fuhren südwärts, bis wir in Pobłędzie den ehemaligen Bahnhof Pablindszen fanden, der nach 1938 „Zollteich“ hieß (vgl. hier):

https://abload.de/img/pobledzie-0060629wuuyq.jpg



https://abload.de/img/pobledzie-0060630lnuvk.jpg




Wir folgten der gut ausgebauten Trasse südwärts:

https://abload.de/img/pobledzie-29106108qotc.jpg




Hier noch ein Blick aus dem virtuellen Abteilfenster:

https://abload.de/img/pobledzie-0060631t5uvk.jpg




Doch dann kam uns die Richtung komisch vor. Laut der Karte des Deutschen Reiches hätte die Strecke in einem Rechtsbogen westwärts führen müssen, unsere Trasse führte uns aber nach Südosten! Da wir keine Ahnung hatten, wohin wir nun fuhren, drehten wir nach ein paar Kilometern wieder um.

Inzwischen fand ich in der „Poland Railway Map“, gezeichnet von John Yonge, Exeter (GB), eine Stichstrecke, die von 1940 bis 1945 existiert haben und nach Bachanowo geführt haben soll.

Wir pirschten uns weiter westwärts vor, bis wir bei Stańczyki vor diesen Brücken standen:

https://abload.de/img/stanczyki-006063237u6j.jpg




Obwohl die Strecke von Gołdap nach Pablindszen eingleisig war, stehen hier zwei unversehrte Brücken parallel in der Landschaft:

https://abload.de/img/stanczyki-0060633qpue1.jpg



https://abload.de/img/stanczyki-0060634n6u0p.jpg


Hierzu fand ich noch etwas im Internet.



Bei uns war zunächst Mittagessen angesagt. Den Blecheimer (mit dem kyrillischen Hinweis „dla woda“) hatten wir in Ełk erworben. Er dient seitdem unserem Gaskocher als Windschutz:

https://abload.de/img/stanczyki-0060635rwuvl.jpg




Auf dem weiteren Weg nach Westen fanden wir noch den recht gut erhaltenen Bahnhof von Błąkały, der einstmals auf den Namen „Schneegrund“ hören mußte:

https://abload.de/img/blakaly-0060701dekmt.jpg




Im nächsten Teil geht es wieder mit Dampfbetrieb weiter. Einige von Euch werde ich nächste Woche auf dem Härtsfeld treffen, deshalb gibt es die Fortsetzung frühestens in zwei Wochen.

Viele Grüße
Stefan





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:11:12:17:39:46.

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 27.08.11 16:53

Hallo Stefan,

sehr schön, vor allem auch deine eisenbahnarchäologischen Exkursionen. Und der Zug von Goldap nach Elk, den ich damals auch verfolgt habe (ich hatte mein Quartier in einem Ferienhaus in Gizycko) war tatsächlich so langsam, dass eine preußische T 3 die Fahrzeiten auch gehalten hätte. Ich wünsche Dir viel Spaß im Härtsfeld, ich kann leider nicht dabei sein, da der Urlaub mit Familie ansteht...

Beste Grüße

Martin

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 27.08.11 17:07

Hallo,

ich habe gerade in meinem neuen Weltatlas Ostpreußen gesucht. Ergebnis: Dieses Land gibt es nicht. Meine Frage: Wo warst Du?

MfG

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: nebenbahnfan

Datum: 27.08.11 17:48

Hallo Stefan,

schöne Bilder aus einer interessanten Gegend zeigtst du hier. Kann es aber sein, dass die Bildern mit dem Wasserturm und der Brücke mit den Schwellenabdrücken nicht in Dubeningken / Dubeninki, sondern in Szittkehmen / Zytkiejmy entstanden sind (siehe hier)?

Das gezeigte Gebäude mit der Aufschrift "Schittkehmen" ist übrigens die frühere Bahnmeisterei. Das Empfangsgebäude existiert nicht mehr. Dieses wäre auf diesem Bild hinter der Bahnmeisterei zu sehen gewesen (etwa da, wo der kleine Baum steht).

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.



Gruß, Bernhard

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: V 100 098

Datum: 27.08.11 18:04

Hallo,

bei Dubeningken gab es früher eine längere (ca 2 km) Anschlußbahn zu einem Schotterwerk und einer Ziegelei.
Das ist bei Google Maps noch nachzuvollziehen (siehe auch das Messtischblatt).

Die Strecke von Zollteich nach Bachanowo ist auf diesem Messtischblatt gut zu erkennen (und bei Google Maps bis zur Brücke bei Bachanowo als Fahrweg sehr gut nachzuvolziehen).

Weiter Karten gibt es hier.

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Donni

Datum: 27.08.11 19:18

Hallo Namensvetter,
es ist äußerst interessant, die Berichte und Fotos zu dieser Reise vor 20 Jahren zu verfolgen.
Danke für die Präsentation(en) und viele Grüße
Donni

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: traukinis

Datum: 27.08.11 21:32

Hallo,

ein sehr interessanter Bericht, den angesprochenen Grenzstein RU PL LT hat man inzwischen neugestaltet wie dieser Bericht hier zeigt[www.miestai.net] (allerdings in litauisch, die Bilder sind selbsterklärend.)

Danke für die Erinnerungen
Krisai

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 27.08.11 22:09

Schöner Bericht, wie auch die vorhergehenden Teile.

Ob dieser Wasserturm in Dubeninki einen Bahnbezug hatte, vermag ich nicht zu sagen:


Sieht aber ganz so aus.

Hier an diesem Beispiel möchte ich meine Zurückhaltung bei der Verwendung der alten deutschen Ortsnamen erklären. Der Ort hieß einst Szittkehmen. Das war den Nationalsozialisten nicht deutsch genug, und sie benannten ihn 1936 in „Schittkehmen“ um. Das reichte ihnen aber offensichtlich noch nicht, so daß sie 1938 den völlig neuen Namen „Wehrkirchen“ einführten (vgl. hier). Heute hat der Ort wieder (fast) seinen ursprünglichen Namen, eben in polnischer Schreibweise. Da mir jeglicher Nationalismus zuwider ist, verzichte ich hier in den meisten Fällen auf die deutschen Ortsbezeichnungen, die sicher einigen von dort Vertriebenen eher geläufig sind als die polnischen Namen.

Warum eigentlich? Weder die Orte noch die meisten damaligen Einwohner konnten am Germanisierungswahn der Nazis was ändern. Ostpreußen und Pommern gehörten nun mal einige Jahrhunderte zu Preußen und zum Deutschen Reich, wurden durch die Katastrophe des 2. Weltkrieges verloren, den Deutschland vom Zaun brach - und deswegen soll/darf man nun die ehemaligen deutschen Namen ostpreußischer und pommerscher Orte nicht mehr erwähnen? Manche der Umbenennungen waren hanebüchen (Wehrkirchen! Schneegrund!), das ist aber kein Grund, nicht die ehemals preußisch-litauischen/deutschen Namen nicht mehr zu erwähnen. Um einen Kontext zu heute herzustellen, wäre es angeraten, den heutigen und die vorherigen Ortsnamen zu erwähnen. Dies nur als persönliche Anmerkung. (Wir benutzen ja auch den Namen "Venedig" statt des italienischen Namens Venezia. Oder?)

Wir pirschten uns weiter westwärts vor, bis wir bei Stanczyki vor diesen Brücken standen:

2006 konnte man von einer der beiden Brücken Bungee-Jumpen, was auch rege in Anspruch genommen wurde.

Ich freu mich auf die Fortsetzung. Danke im Voraus.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:08:27:22:22:47.

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: G.P.O.

Datum: 27.08.11 22:18

Dampfspender schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo,
>
> ich habe gerade in meinem neuen Weltatlas
> Ostpreußen gesucht. Ergebnis: Dieses Land gibt es
> nicht. Meine Frage: Wo warst Du?
>
> MfG


Den Geschichtsunterricht nicht ganz aufmerksam verfolgt??????????

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Baranek

Datum: 27.08.11 22:27

Hallo Stefan,


danke für Deine spannende Dokumentation! Freu mich schon auf die nächsten Teile!

Die Viadukte von Stanczynki werden heute vermarktet und stehen längst nicht mehr so einsam wie damals in der Landschaft. Neben einem bewachten Parkplatz mit Imbißbude und Souvenirverkauf direkt auf der Wiese vor Deinem Fotostandort bis hin zu Parklaternen und Hinweisschildern auf den Viadukten zieht es heute Scharen von Touristen dort hin. Ansonsten ist die Bahntrasse östlich von Goldap mit all ihren Brücken, Viadukten, Einschnitten und hohen Bahndämmen immer noch so erhalten und freigeschnitten, als würde man morgen dort wieder Gleise ausrollen. Der Anblick ist faszinierend!

Die Strecke von Olecko nach Goldap ist hingegen stark zugewachsen, Gleise liegen noch (durchgehend???). Auf dem Bahnhofsvorplatz in Goldap befindet sich ein Baustoffhandel, die Gleisseite liegt still sich selbst überlassen. Anschriften am Empfangsgebäude verkünden von einstiger Rührseligkeit, als Goldap noch Bahnknoten war...

Grüße
Baranek

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Vau60

Datum: 28.08.11 07:52

Hallo Stefan,

das kommt mir alles soo bekannt vor. Um Dreie raus aus den Federn, voller Vorfreude an die Strecke, und dann dicke Suppe. Nur war das 1988 mit den Vertretern der Staatsgewalt lange nicht so entspannt wie bei Dir, die renitenten Bauern waren auch nicht ohne und außerdem hatte ich des öfteren den Eindruck, fürchterlich über den Tisch gezogen zu werden. Schön dass sich nach der Wende das eine oder andere zum Guten gewandelt hat.


Vielen Dank für Deinen Beitrag und man sieht sich, Gruß Michael

OT: Namen in fremder Sprache...

geschrieben von: 01 1066

Datum: 28.08.11 12:52

Zitat:
Jörg Schwabel schrieb:
-------------------------------------------------------

Warum eigentlich? Weder die Orte noch die meisten damaligen Einwohner konnten am Germanisierungswahn der Nazis was ändern. Ostpreußen und Pommern gehörten nun mal einige Jahrhunderte zu Preußen und zum Deutschen Reich, wurden durch die Katastrophe des 2. Weltkrieges verloren, den Deutschland vom Zaun brach - und deswegen soll/darf man nun die ehemaligen deutschen Namen ostpreußischer und pommerscher Orte nicht mehr erwähnen? Manche der Umbenennungen waren hanebüchen (Wehrkirchen! Schneegrund!), das ist aber kein Grund, nicht die ehemals preußisch-litauischen/deutschen Namen nicht mehr zu erwähnen. Um einen Kontext zu heute herzustellen, wäre es angeraten, den heutigen und die vorherigen Ortsnamen zu erwähnen. Dies nur als persönliche Anmerkung. (Wir benutzen ja auch den Namen "Venedig" statt des italienischen Namens Venezia. Oder?)



Diese Diskussion ist schon reichlich alt - und unsinnig dazu. Warum nur in Deutschland in diesem Falle "political correctness" gefordert wird, ist mir schon schleierhaft; um bei Deinem Beispiel zu bleiben: wir sagen "Warschau" und nicht "Warszawa", aber "Breslau" geht nicht, da muß es "Wroclaw" heißen.

Vor vielen Jahren sah ich an einer belgischen Autobahn in Richtung deutsche Grenze die Ortsangaben "Keulan" und "Aachan" und war schwer am simulieren, was damit wohl gemeint sei (Köln und Aachen, wie sich anhand der Entfernungen schließen ließ). Müssen wir deshalb den Belgiern jetzt böse sein?

In Großbritannien werden Namen fremder Völker (gleich ob Eigen- oder Ortsnamen) so ausgesprochen, wie es sich der Brite vorstellt. Da wird aus dem französischen Staatspräsidenten Sarkozy sehr schnell ein gehörter "Sir Cosy"; die deutsche Leichtatlethin Verena Sailer klang mehr wie "Sailor"... http://www.smilies.4-user.de/include/Wut/smilie_wut_015.gif

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Rbd-Erfurt

Datum: 28.08.11 13:59

Hallo,

hier zur Ergänzung noch ein Kartenausschnitt der Rbd-Karte von 1944.

http://www.klauserbeck.de/DSO/Koenigsberg1944-2a.jpg

Gruß Klaus

Re: OT: Namen in fremder Sprache...

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 28.08.11 14:12

Moin,

01 1066 schrieb:

> Vor vielen Jahren sah ich an einer belgischen
> Autobahn in Richtung deutsche Grenze die
> Ortsangaben "Keulan" und "Aachan"

"Keulen" und "Aken"?

> und war schwer
> am simulieren, was damit wohl gemeint sei (Köln
> und Aachen, wie sich anhand der Entfernungen
> schließen ließ). Müssen wir deshalb den Belgiern
> jetzt böse sein?

Nö.

Gruß, ULF

Re: in meinem neuen Weltatlas Ostpreußen gesucht

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 28.08.11 18:27

Dann schau mal, ob Du "DDR" oder "Soffjetische Besatzungszone" oder "unter polnischer Verwaltung" findest.

Willkommen auf der Erde, Marsling!

Noch en Gude,
Manfred

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Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Rache für 051 444

Datum: 29.08.11 10:42

Leider komme ich erst jetzt zu meinem Dank für diese schöne Serie. Vielleicht hat es einer meiner Vorredner schon bemerkt, aber das Jahr 1991 bot die letzte Möglichkeit eines ausgedehnten Dampfbetriebes in den Masuren. 1992 gab es nur noch einen Rest davon, und auch bloß bis Mai.

Herzliche Grüße,

Jürgen

Re: OT: Namen in fremder Sprache...

geschrieben von: ODEG

Datum: 12.09.11 13:47

Hallo,

ich finde es völlig korrekt, dass Stefan hier die polnischen Ortsnamen benutzt. Die deutsche Zeit ist in Pommern, West-und Ostpreußen und Schlesien nun schon über 65 Jahre vorbei. Ich halte es deshalb schlicht für unangebracht, immer noch so zu tun, als ob nichts geschehen wäre. Schon aus Achtung vor den heute dort lebenden Menschen finde ich es wichtig, auch im Geiste dieses Land von heute aus zu sehen, zu denken, zu verstehen. Das heißt auch, sich in Realitätssinn zu üben und nicht in nostalgisch-geschichtsrevisionistisch angehauchte Tümelei zu verfallen (selbst wenn dass nur Ortsnamen betrifft).

Also: Ich bin generell dafür (egal ob nun Polen, Tschechien, Frankreich oder Italien betreffend), die jeweilige Landesspache zur Benennung der Ortsnamen heranzuziehen.

Übrigens: Eine großartige Serie aus einer wunderschönen Gegend !

Viele Grüße

Benjamin

Re: OT: Namen in fremder Sprache...

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 19.09.11 17:23

Danke auch für Deine Anmerkungen.

Ich für meinen Teil habe weiter oben bereits alles gesagt, was meiner Meinung nach zu sagen wäre. Auch User "01 1066" hat dazu seine Meinung kund getan, die sich mit meiner deckt. Jeder soll die Namen verwenden, die ihm lieber sind, ich habe weder was gegen die polnischen Namen noch bin ich rein auf die deutschen Namen fixiert. Aber diesen seltsamen Streit soll man schön langsam beilegen, da er auch nix bringt.

Liebe Grüße aus Wien

Re: OT: Namen in fremder Sprache...

geschrieben von: Waldkappler

Datum: 19.09.11 19:02

Hallo ODEG,

ich bin im Zeichen der Aussöhnung für beide Namen und wenn du das so einfach abtust, dann hast du sicherlich auch nichts dagegen, wenn es eine Französich - Polnische Grenze gibt.. Vielleicht meldest du dich dann als einer der ersten, die die schlimmen deutschen Namen umbenennen in Polnische oder Französische..

Freundliche Grüße

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: Hans Ettengruber

Datum: 19.09.11 20:09

Hallo Stefan,
bin erst heute mal beim Stoebern auf Deine Serie gestossen. Einwandfrei. Schoen auch die historischen Anmerkungen und mal ein Bild von nebenan - also ohne Bahn. Die Nebelaufahmen im 4. Teil sind wirklich schoen. Die zwei Bruecken "in the middle of nowhere" sind das Sahnehaeubchen. Danke fuer diese Serie.
Gruss aus DXB

Re: OT: Namen in fremder Sprache...

geschrieben von: veb waggonbau

Datum: 20.09.11 01:06

Waldkappler schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> ich bin im Zeichen der Aussöhnung für beide Namen
> und wenn du das so einfach abtust, dann hast du
> sicherlich auch nichts dagegen, wenn es eine
> Französich - Polnische Grenze gibt.. Vielleicht
> meldest du dich dann als einer der ersten, die die
> schlimmen deutschen Namen umbenennen in Polnische
> oder Französische..
>

Also das ist ja mal ein toller Vergleich. Absoluter Nonsens.

Re: Ostpreußen vor 20 Jahren (Teil 5 - 22 B)

geschrieben von: ausalterZeit

Datum: 20.09.11 21:11

Möchte hier mal dieses Bild aus Goldap anhängen, weil mir der Beitrag sehr gefällt und auch nostalgische Nachdenklichkeit bescherte. Zu den 2 Brücken suche ich mal, glaube auch da eine alte Ansicht zu haben.
Beste Grüße ausalterzeit.


http://img607.imageshack.us/img607/3966/viehverladeningoldaprvm.jpg


Bis bald.