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Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.05.11 00:52

Dennis hat hier [www.drehscheibe-foren.de] so entsetzliche Aufnahmen (betrifft nicht die Bildqualität) jenes Bereiches gezeigt, wo sich einmal der Bahnhof Minden Stadt befand, der einstige Betriebsmittelpunkt der MKB. Auch in meinen Beiträgen [www.drehscheibe-foren.de] und [www.drehscheibe-foren.de] waren bereits Fotos vom Stadtbahnhof zu sehen.


http://666kb.com/i/btoqp2twep8m4g7vk.jpg

Bild 1: Der 20,75 m lange, ehemals französische Triebwagen T 5 im Bw im März 1954


http://666kb.com/i/btoqppkunh4fo3so0.jpg

Bild 2: Die Lok 32 im September 1953


http://666kb.com/i/btoqqy73jbb761p7k.jpg

Bild 3: Im Juni 1954 wurden beide Spuren der Vierschienen-Drehscheibe noch gebraucht.
Der Hintergrund sieht mir recht befremdlich aus, denn von anderen Fotos kenne ich diese Gebäude nicht.


http://666kb.com/i/btoqryrb4lke443q8.jpg

Bild 4: Der Bockkran im Sommer 1969


http://666kb.com/i/btor6ewwau06zn8ww.jpg

Bild 5: Über den Anfang der 60er Jahre gebauten Henschel-Bus 27 habe ich leider keine genauen Daten.
Das MKB-Buch schweigt sich dazu aus.


http://666kb.com/i/btoqsx2awrp9nbqw0.jpg

Bild 6: Die Kö 2 rückt die entblößte V 13 zurecht


http://666kb.com/i/btorpxditf49dqmzk.jpg

Bild 7: Sonntagmorgen im Stadtbahnhof, die Aktiven der blutjungen MEM freuen sich auf eine ihrer ersten Fahrten (4.9.1977)


http://666kb.com/i/btoqwfx8k0otnacbk.jpg

http://666kb.com/i/btoqwsvse5ly7xxpc.jpg

Bild 8-9: Szenen vom 22.11.1977 (mit V 10)


http://666kb.com/i/btoqx9mg6zdg68vkw.jpg

Bild 10: Der Güterschuppen mit nachträglich angebautem Verwaltungs- und Abortgebäude (1977)


http://666kb.com/i/btoqy1pf6jg3uslwg.jpg

Bild 11: Der „Mühlen-Expreß“ war 1977 noch vollzählig. Später sah ich je zwei Wagen in Bösingfeld und Klütz wieder.


http://666kb.com/i/btor7hdndg4e8gdeo.jpg

Bild 12: Die „Mevissen 4“ fährt in den Stadtbahnhof ein (27.11.1977)


http://666kb.com/i/btorbcflaxgbv2yu8.jpg

http://666kb.com/i/btorc27wy7uw92z8g.jpg

Bild 13-14: Die Bw-Anlagen im Sommer 1978


http://666kb.com/i/btorce7qji9nv6h9c.jpg

Bild 15: Das Hafengleis (rechts) liegt noch heute


http://666kb.com/i/btorcxhgvf137m5eo.jpg

Bild 16: Die Gebr. Schimmeyer beobachten die durchfahrende V 13.
Der Bahnhof war damals noch besetzt und noch hing die gußeiserne Uhr (14.3.1979)


http://666kb.com/i/btorelpq6csc27bhc.jpg

Bild 17: Die „Mevissen 4“ rangiert in der Bw-Zufahrt (April 1980)


http://666kb.com/i/btor8vt1r1cf3bt9c.jpg

Bild 18: Begegnung von V 14 und Weserschiff im Frühjahr 1979, links schließt der Stadtbahnhof an.


http://666kb.com/i/btorfy9ateo44m8dc.jpg

Bild 19: Vor zehn Jahren war noch gut erkennbar, wo früher die Strecke zum Staatsbahnhof auf der Weserbrücke abzweigte.


Mein Inhaltsverzeichnis: [www.drehscheibe-foren.de]




http://666kb.com/i/dp6xwsh7kuikz5mmj.jpg

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: das-jan

Datum: 22.05.11 01:24

Danke für die tollen Bilder.

Viele Grüße

Jan

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 22.05.11 08:20

Hallo Ludger,
danke für's Zeigen dieser interessanten Aufnahmen!
Wenn ich die Bilder 3 und 8 vergleiche, bin ich mir nicht sicher, ob es sich um dieselbe Drehscheibe handelt: Auf Bild 3 vermisse ich das Rad neben dem Kurbelbock.
Viele Grüße
Stefan

Damals in Minden Stadt mit ?

geschrieben von: Donni

Datum: 22.05.11 08:50

Hallo Ludger,
eine interessante Bilder- und Motiv-Zusammenstellung aus Minden.
Hat die Lok 32 eine DRG- oder DB-Vergangenheit?
Danke fürs Zeigen & Gruß
Donni

Re: Damals in Minden Stadt mit ?

geschrieben von: woelfi

Datum: 22.05.11 09:36

Moin Ludger K,
vielen Dank für die wunderschönen Fotos.http://www.woelfis-seite.de/Screens/rinteln_danke.gif Da werden Erinnerungen wach. Lang, lang ist es her.

LG, woelfi! http://www.woelfis-seite.de/Screens/wink.gif
___________________

[www.woelfis-seite.de]

Zu Lok 32

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 22.05.11 09:38

Zu der Lok habe ich mir mal notiert:
BMAG 4935/1912, pr. T 16

Lebenslauf

__.__.1912 Auslieferung an KED - Königliche Eisenbahndirektion [D] "Frankfurt 8120"
__.__.1925 an DRG - Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft [D] "94 410"
07.09.1949 => DB - Deutsche Bundesbahn [D] "94 410"
14.11.1951 Ausmusterung
24.03.1952 an MKB - Mindener Kreisbahnen, Minden [D] "32"
__.__.1961 ++

Findet jemand Fehler oder kann Lücken schliessen?

Gruss - christoph beyer

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 22.05.11 10:39

Hallo Ludger,

danke fürs Einstellen der Bilder - so habe ich Minden-Stadt aus dem 70er-Jahren in Erinnerung. Ich bin seit zig Jahren nicht mehr dort gewesen, vom Abriß der Anlagen habe ich auch nichts mitbekommen, so dass mich Dennis Beitrag vom heutigen Zustand auch regelrecht geschockt hat... Wann wurde das alles dem Erdboden gleich gemacht, hast Du da irgendein Datum?

Beste Grüße

Martin

Danke für die Info. (o.w.T)

geschrieben von: Donni

Datum: 22.05.11 11:06

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Lo57

Datum: 22.05.11 12:17

Stefan Motz schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Ludger,
> danke für's Zeigen dieser interessanten
> Aufnahmen!
> Wenn ich die Bilder 3 und 8 vergleiche, bin ich
> mir nicht sicher, ob es sich um dieselbe
> Drehscheibe handelt: Auf Bild 3 vermisse ich das
> Rad neben dem Kurbelbock.
> Viele Grüße
> Stefan

Auch ich habe mir Gedanken gemacht, was für ein Gebäude das gewesen sein könnte. Es könnte nur das Gebäude von "Sauerstoff-Müller" sein, Laderampe und Gebäude sehen so ähnlich aus.

Aaaaber:
1. Dafür ist das Gebäude viel zu groß
2. Die Zufahrtsstraße zum Bahnhof ist nicht sichtbar, müsste es aber sein.
3. Platz für Gärtchen? Reicht m.E. nicht aus.
4. Bei dem Blickwinkel des Fotos müsste man genau das Bahnhofsgebäude Minden-Stadt sehen, ansonsten das recht große Gebäude des EMR.
5. Auch meine Gedanken gingen schnell in die Richtung: Überhaupt Minden?
Also: Nee, Minden ist das wohl nicht.

An der Fahrt mit der BR24 habe ich auch teilgenommen, schon damals schien man mehr Wert auf Uniformen denn auf Züge zu legen.

Hier beantwortet sich halbwegs eine Frage, die Dennis gestellt hatte: War es eine Bahnunterführung oder nur eine Fahrradunterführung nördlich Petershagen (L770)?
Die Fahrt ging damals bis Uchte, könnte sein, dass das die letzte Fahrt bis Uchte vor den Stillegung der Strecke war. Die Strecke wurde erst 1981 rückgebaut, zu dem Zeitpunkt war die besagte Straße definitiv in Betrieb. Leider kann ich das nicht mit Jahreszahlen belegen.

Als Mindener und zeitweiliger Kontraktor der Mindener Kreisbahnen kenne ich viele der Szenen und Standorte. Herrlicher Spaziergang durch die berufliche Vergangenheit, vielen Dank an Dennis und Ludger.



Edit: Abriss der Gebäude in Minden-Stadt war 1982(Schütte: Die Mindener Kreisbahnen). Wie ich damals gehört habe, war die Museumseisenbahn Minden an den Gebäuden interessiert, letztlich hat sich aber eine kirchliche Einrichtung durchsetzen können. Das war dann das Ende der Gebäude.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:05:22:12:32:24.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.05.11 12:26

Schau Dir mal meinen Beitrag über die Nordstrecke an, dann weißt Du, daß die 24er-Fahrt nicht die letzte Sonderfahrt nach Uchte war.

Das Drehscheibenbild war ein Einzelnegativ zwischen den Aufnahmen der Mindener Straßen- und Kreisbahnen. Wer sonst könnte eine Vierschienendrehscheibe besessen haben? Vielleicht Bielefelder Kreisbahn?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:05:22:12:29:19.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Lo57

Datum: 22.05.11 12:36

Okay, wann war Dein Bericht? Du wirst es schneller wissen als ich.
Klar, Vierschienen-Drehscheibe riecht nach Mindener Kreisbahnen. Aber wie gesagt, da fehlt was auf dem Foto, so, als hätte Photoshop zugeschlagen.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Gerhard-Lage

Datum: 22.05.11 12:37

Hallo zusammen,
die Drehscheibe werdet Ihr in Minden wohl nicht finden. Da müßt Ihr schon 50km weiter westlich nach Bielefeld zum Kreisbahnhof der Bielefelder Kreisbahnen an der Eckendorfer Str. fahren. Das Gebäude im Hintergrund gehört zur Niederlassung der Linde Sauerstoffwerke. Hinter dem Tor war die Unterkunft der Lok#9 "Theesen" daneben war die Diesellok#10 O&K RL12 untergebracht.
Heute kann man dort an der Stelle bei Burger King "speisen".
Mit freundlichen Grüßen Gerhard

http://www.railway-station.de/data/Enger-Museum.html

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Lo57

Datum: 22.05.11 12:42

***beruhigtdieschweißtropfenvonderstirnwischen***
Ich war mit meiner Aussage schon etwas unsicher, da man links einen Anhänger mit Stahlflaschen sehen kann. Futter für Sauerstoff-Müller?

Glück gehabt.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.05.11 12:44

zur Nordstrecke kommst Du über meine obigen Links oder mein Inhaltsverzeichnis

Bild 3 ist nicht in Minden ...

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 22.05.11 12:49

... sondern in Bielefeld aufgenommen. Es zeigt die kleine Drehscheibe vor dem Lokschuppen in Bielefeld Kreisbahnhof in der Eckendorfer Str. Der Schuppen ist heute genaus platt wie die Anlagen in Minden - wie es tagesaktuell dem Industriebetrieb dahinter geht, weiß ich leider nicht.

Gruss, christoph beyer

edit: Mist, da war schon wieder einer schneller ... ;-))



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:05:22:12:50:50.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Preußen-Klaus

Datum: 22.05.11 12:58

Guten Morgen Ludger,

wieder einmal ein toller Bilderbogen, den Du uns da zu sehen gibst.


Über das Foto (Bild 3) der 4-Schienen-Drehscheibe habe ich sofort angefangen zu "brüten", aber bisher noch keine schlüssige Lösung gefunden.

Soviel ist jedenfalls sicher: das Foto ist keinesfalls in Minden-Stadt aufgenommen, denn dort gehen von der Drehscheibe ja 9 Strahlengleise und die Zufahrt ab und der Schuppen umschließt die Scheibe halbkreisförmig (es gibt auf der Drehscheibenseite zum Lokschuppen nur Zufahrten von dieser).

Die abgebildete Drehscheibe liegt ganz eindeutig vor einem Rechteckschuppen, vermutlich einem 2-gleisigen, dessen zweite Zufahrt an der Drehscheibe vorbei in das - im Bild sichtbare - Schuppentor führt. Ein Schuppen mit mehr als zwei Gleisen ist allerdings auch nicht auszuschließen.

Lokschuppen mit zwei Gleisen und Drehscheibe in einer Zufahrt besaß die MKB in Lübbecke (alter MKB-Bahnhof) und Uchte; in Wegholm und Kleinenbremen war der Lokschuppen jeweils nur eingleisig.
Die Anordnung der Gleise passt am ehesten wohl auf Lübbecke(MKB) vor der Umspurung (1956). Allerdings kann ich den Hintergrund, wo nach den mir verfügbaren Lageplänen eigentlich zwischen MKB- und DB-Gleisen die DB-Ladestraße und nicht der im Hintergrund sichtbare Betrieb liegen müssten. Für Gartenflächen - wie im Bild zu sehen - wäre m.E. auch überhapt kein Platz gewesen. Aus der heute in Lübbecke vorhandenen Bebauung lässt sich auch nicht erkennen, ob dieser Betrieb vielleicht hinter den DB-Gleisen angesiedelt gewesen sein könnte. Schließlich irritiert auch die vierschienige Ausführung der Drehscheibe, denn Lübbecke war bis zur Umspurung ja nur schmalspurig anzufahren und hatte m.W. auch keine mehrspurigen Gleisanlagen. Also scheidet Lübbecke wohl aus?
Uchte fällt wegen der ländlichen Umgebung des ehemaligen MKB-StMB-Gemeinschaftsbahnhofs auch aus.

Bleibt noch der große Lokschuppen der MKB am Bahnhof Minden-Übergabe an der Karlstraße. Nach dem Gleisplan des Bahnhofs von 1942 bei Schütte/Schütte "Die Mindener Kreisbahnen" hatte die MKB an diesem Lokschuppen jedoch keine Drehscheibe eingebaut. Auch passt der Hintergrund auch hier nicht so recht, denn hier bestimmen doch die "Chemischen Werke Minden" (Knoll AG) den Hintergrund. Auch an dieser Stelle hätte es m.E. keinen Raum für Gartenflächen zwischen den MKB-Anlagen und der Karlstraße gegeben.

Ist diese Anlage vielleicht garnicht bei der MKB zu suchen und zu finden? Kommt hier eventuell eine der Nachbar-Meterspurbahnen in Frage? Z.B. die Steinhuder-Meerbahn (im Bereich der Werkstatt in Wunstorf), die Herforder Kreisbahn oder die Bielefelder Kreisbahn?

Vielleicht hilft ja der im Hintergrund befindliche Betrieb weiter: dort werden ganz offensichtlich in großer Menge Gasflaschen verladen, die auf der Verladerampe stehend sowie auf dem lanks sichtbaren (LKW-?)Anhänger aufgestapelt zu erkennen sind. Es müsste sich angesichts der Zahl von Gasflaschen vielleicht um einen Betrieb für technische Gase handeln bzw. um einen Betrieb, bei dem solche Gase in größerem Umfang als Nebenprodukt auftreten.


Nun noch ein paar Worte zum hervorragenden Bild der Lok 32 (Bild 2) in Minden-Stadt:
hier finde ich besonders die Loklaternen bemerkenswert: die Autoscheinwerfer wurden in die alten Petroleumlampen eingebaut! Das habe ich in der Form bisher auch noch nicht gesehen.


Wer hat die historischen Aufnahmen gemacht? G.Hesselink? Oder habe ich den Bildautorenhinweis übersehen?


Danke jedenfalls für's Zeigen

Preußen-Klaus

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Lo57

Datum: 22.05.11 12:59

@Ludger
Schon nachgesehen, also nicht unbedingt bei der Fahrt dabei gewesen. Aber an die BR24 erinnere ich mich gut. Waren das nun 2 Fahrten mit der 24 und dann nicht mehr? Gab es danach mit anderer Lok noch Fahrten bis Uchte?

Schon komisch, wenn man in einem Forum Leute, Bahnpersonal vorfindet, die man persönlich gekannt hat ...
Ich habe schon vorsichtig geschaut, ob ich auch mal auf einem Foto zu sehen bin, hatte die Bekanntschaft mit vielen Lokführern und Rangierern doch den unschätzbaren Vorteil, manche Strecke auch aus der Sicht des Lokführers kennen zu lernen.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Michael Fischbach

Datum: 22.05.11 13:46

Eine ganz hervorragende Gegenüberstellung zur heutigen Situation.
Ich hatte auch schon unseren Bildersalat durchforstet. Da ist der alte Zustand auch noch ganz gut zu sehen, aber die Bilder von Dir sind besser. Vielen Dank !

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.05.11 16:01

Jetzt nochmal ganz langsam: Es waren nicht nur zwei Fahrten, sondern zwei Betriebstage mit der 24er, nämlich eine Woche später abermals. Das war im September. Jetzt schau Dir bitte meinen Nordstreckenbeitrag noch einmal ganz genau an und lies Dir auch die Bildtexte dazu durch, dann siehst Du, daß am 27.11.1977 auch noch die Mevissen 4 nach Uchte fuhr. Und auch die allerletzten Fahrten sind dort dokumentiert, nämlich mit DWK-Lok beim Streckenabbau. Jetzt alles klar?


Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 22.05.11 16:02

Hallo,

Zu Sonderfahrten "danach" kann ich nichts sagen - am 5.10.75 waren wir (DEW) aber mit der Kittel-Stehkessellok in Uchte. Am Tagt zuvor hatten wir den VT 7 der MKB im Bw Minden-Stadt übernommen.

Grüße

Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:05:22:16:05:22.

Re: Damals in Minden Stadt (m19B)

geschrieben von: Lo57

Datum: 22.05.11 17:55

Okay, also 2 Fahrtage mit der BR24, das hatte ich dann schon richtig verstanden und auch angenommen, dass "Fahrtage" mehr als eine Fahrt bedeutet, die Fahrtage der "Mevissen" kamen später, auch klar, war danach, habe ich auch gelesen.

Ich hatte nur irgendwie in Erinnerung, dass wir an der letzten Fahrt teilgenommmen hatten. Okay, das ist fast 34 Jahre her, da wird das schon schwierig mit Erinnerungen. Vielleicht war das auch die letzte Fahrt einer BR24 auf dieser Strecke. Egal wie, ich erinnere mich an herrliches Wetter.

Und inzwischen ist von der Uchter Strecke nichts mehr übrig geblieben, traurig. Was kann die Museumsbahn machen? Rundfahrt durch die Werksanschlüsse im Raum Minden?

Re: Die Museumsbahn

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 22.05.11 18:14

Na ja, geblieben sind ja gottlob noch das Stück nach Hille sowie die Kleinenbremer Strecke - die ist durchaus attraktiv, vor allem in Verbindung mit dem Besucherbergwerk. Trotzdem denke ich mit Wehmut an die alten DEW-Zeiten zurück, als wir noch auf diversen MKB-Strecken unterwegs waren...

Grüße

Martin

Ergänzungen zum Henschel-Bus (Bild 5)

geschrieben von: ludger K

Datum: 25.05.11 00:57

Holger Werner vom Henschel-Museum teilte mir dazu dankenswerterweise mit:

Einige Informationen zu diesem HS 160 USL der Mindener Kreisbahnen (Wagen 27): Gebaut 1958 als Vorführwagen von Henschel. Er besaß noch den kleinen Mittelgang, aber einen größeren Linienkasten, und lief u.a. als Vorführwagen bei der KVG Kassel. Verkauft wurde er Ende 1961. Charakteristisch sind auch die Kronprinzfelgen (die Serienausführung hatte eigentlich Trilexfelgen). Anbei ein Bild dieses Wagens noch bei Fa. Henschel:


http://666kb.com/i/btrtb5fu977i8gq4v.jpg


Einfach nur toll, was Dein Archiv her gibt!

geschrieben von: rolf koestner

Datum: 25.05.11 19:03

Wieder ein großartiger Beitrag. Vor allem der franz. Triebwagen und der Henschel-Bus haben es mir angetan. Schön auch die alten Farben; als ich später dort war, waren die Loks schon alle orange-grün.

Vielleicht werde ich nächste Woche mal die Bilder in meinen Beiträgen zur MKB erneuern und wieder einstellen. Wenn ich es zeitlich schaffe.



Bis neulich

Rolf Köstner

RAL 9017
RAL 3020
RAL 1028

weitere Ergänzungen zum Henschel-Bus (Bild 5)

geschrieben von: ludger K

Datum: 26.05.11 00:16

Baujahr: 1958
Motor: 6 U 1215/168 PS (erstes Fahrzeug mit diesem Motor)
Getriebe: ZF-Hydromedia 3 HM 60
Farbe: beige (wie damals bei vielen Verkehrsbetrieben üblich)
verkauft: 1961 von Henschel, Käufer leider nicht erwähnt
Status bei Henschel: Vorführwagen
Einsatz u.a. bei der KVG Kassel: erste Jahreshälfte 1959

Angaben lt. Holger Werner


http://666kb.com/i/btssropku8ydpg4cz.jpg

bei den Stadtwerken, im Vordergrund ein Obus


http://666kb.com/i/btsss71klwfr4p5ar.jpg

In den 50er Jahren am Markt.
Auch hier fuhren Obusse (links hinten mit Anhänger), aber nur mit Hilfsmotor, weil man um den Dom keine Fahrleitung montieren durfte.


Re: weitere Ergänzungen zum Henschel-Bus (Bild 5)

geschrieben von: Lo57

Datum: 26.05.11 11:41

Super Fotos, Ludger. Besonders das Zweite, obwohl noch gar nicht so lange her, dass auf diesen Platz die neue Stadtverwaltung gebaut wurde. Trotzdem alles schon vergessen.

Stimmt, die Obusse fuhren ab Haltestelle Vinckestraße mit Antrieb durch einen VW-Käfer-Motor bis zum Endpunkt Domhof. Und dort hatten sie trotz aller Veränderungen an den Haltestellen immer ihren festen Halteplatz vorm alten Stadthaus. Daran hat sich nie etwas geändert.

Vor einigen Jahren wurde ich ganz konkret an unsere Obusse erinnert: Eine Tiefbaumaßnahme in Lerbeck, dabei erschien ein massiver Betonklotz, den wir dann z.T. entfernen mussten. Erst einmal große Ratlosigkeit, was haben wir denn hier? Ich wusste des Rätsels Lösung, das war der Fuß eines Fahrleitungsmasten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damals Fotos davon gemacht habe.
Hallo Ludger,

ist ja toll, was da alles zu finden ist in Deinen Bild-Archivbeständen.

Im oberen Foto die Werkstatthalle ist allerdings bei den EMR = Elektrizitätswerken Minden-Ravensberg, denn Stadtwerke wie andernorts gab es in Minden m.W. nicht.

Das untere Foto ist übrigens nicht am "Markt" sondern am "Kleinen Domhof" aufgenommen, wohin im Rahmen der Wiederaufbaumaßnahmen der neue Bus-Bahnhof (ZOB) gelegt wurde. Auf dem "Markt" lagen zu der Zeit noch die Schienen der Mindener Straßenbahn. Die Zufahrten waren für einen "geregelten" Busverkehr auch wohl zu eng. Interessant auch die verschiedenen Unternehmen am Platz:
EMR im klassischen Beige, Kraftpost im Bundespost-Gelb, Reiseunternehmen im typischen zweifarbigen Ton-in-Ton-Look (mit Rundumblick) und dann der rote Bus mit Anhänger (mittig: Doppelschiebetür?) von den MKB ? oder von der Deutschen Bundesbahn? Wenn es sich um einen DB-Bus handeln sollte: welche Linie der Bundesbahn führte zu der Zeit über Minden?.

Die zweite Aufnahme frischt jedenfalls meine Erinnerungen aus Kindertagen an den "Kleinen Domhof" auf - da war doch irgendwo rechts an der Verbindung zum Markt, gegenüber von der Hauptstelle der Sparkasse eine Eisdiele gewesen? Der Eisballen im Hörnchen für 10 Pfennig ....


Herzlichen Gruß und Danke

Preußen-Klaus
Zu eng wäre das für die Busse wohl nicht gewesen, wenn der gesamte Platz für sie verfügbar gewesen wäre. Leider diente ein Großteil als Parkfläche für den Individualverkehr.

Der Markt war nicht nur Haltestelle für die Straßenbahn, auch einige (alle?) innerörtlichen Busse hielten hier. Mit der Straßenbahn war Ende '59 eh' Schluss, der Markt stand dann den vollständig zur Verfügung. Sicher, man konnte auf der einen Straßenseite mindestens 3 Busse abstellen, was auf dem "ZOB", den Namen gab's damals noch nicht, nicht möglich war.

An die von Preußen-Klaus erwähnte Eisdiele kann ich mich nicht so recht erinnern, bezweifle es aber nicht. Wenn, dann fuhr der Bus in unsere Richtung am Markt ab. Obwohl - es kann sein, dass die Haltestellen auch mal an den Domhof verlegt wurden.
am Markt sah es doch etwas anders aus, konnte mir nur nicht vorstellen, wie auf diesem engen Platz ein Markt stattfinden könne:


http://666kb.com/i/bttayp7ppdy8qnm0c.jpg


Der Wochenmarkt fand damals auf dem Großen Domhof (vor der Post) statt, später dann bis heute auf dem Martinikirchhof. Dort siecht er bis heute langsam vor sich hin.

Ob er nach dem Krieg jemals auf dem Markt stattgefunden hat, weiß ich nicht mehr, ich glaube ja, entweder als die Straßenbahn beherrschend auf dem Markt war oder sie schon wieder verschwunden war, das war immerhin vor 50 Jahren.

Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 17.04.16 12:28

Als alter gebürtiger Mindener kann ich mir einen Kommentar zum einstigen Mindener Obus nicht verkneifen:
Von dessen Existenz erfuhr ich erst relativ spät, nämlich im Jahre 1974, als ich als 12-jähriger an einem Schaukasten in der Poststraße vorbei kam, wo einige Aufnahmen aus dem Archiv einer Mindener Fotoreporterin ausgehängt waren. Schon als Kind immer an der Mindener Stadtgeschichte interessiert, erregte ein Bild meine ganz besondere Aufmerksamkeit: Eröffnungszeremonie der ersten Mindener Obusstrecke im Jahre "1959" mit Durchschneiden eines goldenen Bandes durch irgendwelche Honoratioren der Stadt! Aber keine Angaben, an welcher Stelle das Bild aufgenommen wurde. Daß die Jahresangabe falsch war, konnte ich damals noch nicht überprüfen. Weiter erinnere ich mich an den Kommentar, daß "den Obus-Masten viele Alleebäume zum Opfer fielen....".

Vor allem wollte ich wissen, wo das Bild entstand und welche Strecke dieser Bus nahm! Zwar wußte ich aus Erzählungen meiner Eltern und Großeltern, die seit 1950 in Minden gelebt hatten, daß es vor meiner Zeit einmal in Minden eine Straßenbahn gab, deren Streckenverlauf ich auf einem alten Stadtplan von 1948 nachvollziehen konnte, aber von einen elektrischen Omnibus hatten auch sie noch nie etwas gehört bzw. mitbekommen!

Zunächst prägte ich mir die Details auf dem Bild wie Gartenzaun und Häuser genau ein, in der Hoffnung die Stelle der Aufnahme irgendwann in Minden wiederzufinden. Und tatsächlich, ein knappes Jahr später hatte ich sie gefunden: Es war in der Hausberger Straße!

Eines der (leider inzwischen nicht mehr sichtbaren) Bilder aus dem Archiv von @ludger k. in diesem Beitrag [www.drehscheibe-online.de] zeigt genau diese Szene im Dezember 1953. Die Dame mit Kopftuch links im Bild könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit die besagte Fotoreporterin gewesen sein, wie sie gerade das Bild aufnimmt, denn die Perspektive stimmt genau mit meiner Erinnerung überein.

Nachdem ich das Thema damals wieder vergessen hatte, vergingen -zig Jahre bis ich mich im Erwachsenenalter schließlich wieder mit der Historie des Mindener Obusses und der Straßenbahn beschäftigen konnte. Durch die Fachliteratur von Dieter Höltge und Ingrid Schütte haben sich viele der damals unbeantworteten fragen geklärt. Dennoch bleiben in den heutigen Publikationen über den Mindener Obus einige Widersprüche:

Z. B. kann unmöglich ein VW-Käfer-Motor mit schlappen 25 PS eine schweren Omnibus, dazu noch mit Anhänger in Bewegung setzen! Es muß schon ein stärkerer Hilfsdiesel gewesen sein. Diesen benötigte der Obus schließlich auch, um das weiter entfernte Depot in der Portastrasse zu gelangen. Daß vor dem Mindener Dom aus optischen Gründen kein Fahrdraht installiert werden durfte, kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen, denn auf solche Aspekte hat so kurz nach dem Krieg bestimmt niemand Wert gelegt. Auch die Streckenführung ist teilweise unklar überliefert. So wird irgendwo behauptet, die Schleife Vinckestr, Domhof, Lindenstr., Tonhallenstr. wäre im Gegenuhrzeigersinn befahren worden. Das kann nicht immer so gewesen sein, denn es gibt eine Aufnahme, die den vollbesetzten Obus in der nördlichen Lindenstrasse in entgegengesetzter Fahrtrichtung zeigt. Immerhin wissen wir heute, daß der Bus entgegen zahlreicher Überlieferungen gar nicht bis Vlotho, sondern nur bis Holzhausen-Hitzepol fuhr.

Zitat @Lo57 "Eine Tiefbaumaßnahme in Lerbeck, dabei erschien ein massiver Betonklotz, den wir dann z.T. entfernen mussten. Erst einmal große Ratlosigkeit, was haben wir denn hier? Ich wusste des Rätsels Lösung, das war der Fuß eines Fahrleitungsmasten.
Das kann gut sein. Ein oder zwei dieser Betonmasten, die einst die Fahrleitung trugen, stehen möglicherweise noch heute. Zumindest vor ein paar Jahren bei meinem letzten Minden-Besuch habe ich sie noch gesehen. Daran montiert am Ausleger noch immer die eine uralte elektrische Langfeldleuchte für die Strassenbeleuchtung, ebenso alt wie die Anlage selbst.

Ach ja, wer vielleicht Aufnahmen von der Mindener Strassenbahn oder dem Obus besitzt, auf denen zufällig eine Gaslaterne ins Bild gekommen ist, wäre ich für eine Kopie sehr dankbar. In dem Buch über die Mindener Straßenbahn von Ingrid Schütte sind zahlreiche davon, doch als ich vor über 20 Jahren der Autorin und dem Verlag Uhle & Kleimann gegenüber mein Wunsch danach äußerte, wurde ich weder von der Autorin noch der Verlegerin verstanden.

vulkan

Minden und wo anders...

geschrieben von: Thomas Splittgerber

Datum: 17.04.16 13:48

Lieber Ludger und alle weiteren Aktiven!

Danke für den Bericht und speziell dasfür das Footo von 94 410.
Die alten Anlagen in Minden habe ich auch noch kennen gelernt. Wenn ich mich richtig erinnerre sind die Wagen des Mühlenexpress rekonstruerierte württembergische Bi Wagen, die seit einiger Zeit bei verschiedenen Museumsbahnen auf Rückbau in württembergischen Aussehen verharren.
Noch heute ist die MEM ( gemeint ist die Museumseisenbahn) ein netter Hingucker, da Loks und Wagen in preußischer Epoche gut zusammen passen und kein gut sichtbarer Epoche mix vorhanden ist.

Gruß
thomas.splittgerber, berlin

Re: Obus in Minden

geschrieben von: Lo57

Datum: 17.04.16 14:47

@ Vulkan

Zitat:
..,. Dennoch bleiben in den heutigen Publikationen über den Mindener Obus einige Widersprüche:
Z. B. kann unmöglich ein VW-Käfer-Motor mit schlappen 25 PS eine schweren Omnibus, dazu noch mit Anhänger in Bewegung setzen! Es muß schon ein stärkerer Hilfsdiesel gewesen sein. Diesen benötigte der Obus schließlich auch, um das weiter entfernte Depot in der Portastrasse zu gelangen.
Käfermotor (an seinem typischen "Sound" leicht erkennbar) bei Vollgas und Schritttempo? Das klappte schon, ich hab's als Kind gesehen und gehört, allerdings nicht mit Anhänger.


Zitat:
Daß vor dem Mindener Dom aus optischen Gründen kein Fahrdraht installiert werden durfte, kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen, denn auf solche Aspekte hat so kurz nach dem Krieg bestimmt niemand Wert gelegt.
Auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst, es war so. Unlogisch vielleicht, man hätte den Dom als Fahrleitungsträger nicht gebraucht, aber welch anderer Grund hätte die Errichtung eines Fahrdrahtes verhindert? Zumindest was das die "urban legend".


Zitat:
Auch die Streckenführung ist teilweise unklar überliefert. So wird irgendwo behauptet, die Schleife Vinckestr, Domhof, Lindenstr., Tonhallenstr. wäre im Gegenuhrzeigersinn befahren worden. Das kann nicht immer so gewesen sein, denn es gibt eine Aufnahme, die den vollbesetzten Obus in der nördlichen Lindenstrasse in entgegengesetzter Fahrtrichtung zeigt.
Das weiß ich nicht. Ich kann mich zwar erinnern, an der Vinckestr. gesehen zu haben, dass bei dem Bus die Stromabnehmer bewegt wurden, aber in welcher Richtung weiß ich nicht mehr.


Zitat:
Immerhin wissen wir heute, daß der Bus entgegen zahlreicher Überlieferungen gar nicht bis Vlotho, sondern nur bis Holzhausen-Hitzepol fuhr.
Das hätte ich dir gleich sagen können. Ich bin mir aber nicht sicher, ob bei dem Obus als Ziel nicht doch Vlotho angezeigt wurde. Es könnte einen Anschlussbus vom Hitzepol nach Vlotho gegeben haben, vielleicht nur kurzzeitig. Ich bin mir da nicht sicher. Den Wendeplatz Hitzepohl habe ich vor 2 Jahren zufällig "wiederentdeckt", Müllhalde! Reste des Wartehäuschens waren noch sichtbar.


Zitat:
Zitat @Lo57 "Eine Tiefbaumaßnahme in Lerbeck, dabei erschien ein massiver Betonklotz, den wir dann z.T. entfernen mussten. Erst einmal große Ratlosigkeit, was haben wir denn hier? Ich wusste des Rätsels Lösung, das war der Fuß eines Fahrleitungsmasten.
Das kann gut sein. Ein oder zwei dieser Betonmasten, die einst die Fahrleitung trugen, stehen möglicherweise noch heute. Zumindest vor ein paar Jahren bei meinem letzten Minden-Besuch habe ich sie noch gesehen. Daran montiert am Ausleger noch immer die eine uralte elektrische Langfeldleuchte für die Strassenbeleuchtung, ebenso alt wie die Anlage selbst.
Hoffentlich hast du das abgelichtet, hier wird kräftig auf LED-Straßenbeleuchtung umgerüstet.


Zitat:
Ach ja, wer vielleicht Aufnahmen von der Mindener Strassenbahn oder dem Obus besitzt, auf denen zufällig eine Gaslaterne ins Bild gekommen ist, wäre ich für eine Kopie sehr dankbar. In dem Buch über die Mindener Straßenbahn von Ingrid Schütte sind zahlreiche davon, doch als ich vor über 20 Jahren der Autorin und dem Verlag Uhle & Kleimann gegenüber mein Wunsch danach äußerte, wurde ich weder von der Autorin noch der Verlegerin verstanden.
Suchst Du Fotos von den alten Mindener Gaslaternen? Dann schau mal in der Laxburg (Nähe Bahnhof), da ist / sind noch welche, soweit ich weiß. Und irgendwo hatte ich noch ein Foto einer Gaslaterne in unserer Straße. Bitte bei Interesse PN.

LG Lo57



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:04:17:14:49:47.

Re: Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 17.04.16 19:44

@Lo57

Danke für die schnelle Antwort.

Der Sound des Käfermotor ist natürlich unverkennbar, dennoch erscheinen mir die damaligen 25 PS für nicht ausreichend. Gibt es denn irgendwelche technischen Unterlagen, die dies belegen? Bei 'Wikipedia' zum Mindener Obus widersprechen sich die Angaben derzeit: In einem Satz steht "Dieselmotor", ein paar Sätze weiter "Käfer-Motor"! Möge sich jeder selbst sein Urteil bilden.

Ich möchte ja nicht in Zweifel ziehen, daß auf den letzten 100 Metern kein Fahrdraht installiert war, zumal auf zeitgenössischen Aufnahmen nirgendwo zu sehen. Daß aber die Nähe des Mindener Domes der alleinige Grund dafür war, halte ich aber doch eher für eine spätere Legendenbildung. Viel eher glaube ich, daß die enge Schleife auf dem Domhof die Einrichtung einer Fahrleitung zu kompliziert gemacht hätte.

Tatsächlich ist auf dem besagten Bild im Schütte-Buch auf S. 167 der abfahrbereite Obus mit dem Richtungsschild "Vlotho" zu sehen, was aber eine Mogelpackung war, wenn man in Holzhausen trotzdem wieder in einen Dieselbus umsteigen mußte, um nach Vlotho zu kommen. Wahrscheinlich war eine Verlängerung der Strecke bis dorthin geplant, doch ob das noch realisiert wurde, ist nirgendwo belegt.

Leider habe ich den Mast mit Leuchte nicht fotografiert, aber evtl. steht er ja noch. Das ist an der Hausberger Straße mitten in Neesen, zwischen Abzweig Holzweg und Mittelfeldstraße. Ein weiterer solcher Betonmast stand etwas abseits in einem Seitenweg der Schalksmühle, wo er jedoch eine andere Funktion erfüllt haben muß, da hier kaum ein Obus gefahren sein kann. Auf dem Bild von der Endschleife am Hitzepol im Schütte-Buch auf S. 168 ist genau solch eine Kombination Mast-Leuchte und Fahrleitung zu sehen. Auch diese Stelle glaube ich bei Google-Earth identifiziert zu haben: Es ist zwischen Vlothoer Straße und Bornholzweg.

Daß die letzten 9 Mindener Gaslaternen in der Laxburg erhalten blieben, ist auf meine Initiative im Jahr 1994 zurückzuführen. Leider sind es heute keine Mindener Laternen mehr, weil sie vor einiger Zeit gegen solche aus Düsseldorf gewechselt wurden. Vor ein paar Jahren habe ich eine Dokumentation über die Mindener Gaslaternen erstellt, die hier auf der Laxburg-Seite zu finden ist: [www.laxburg.de]
Dazu ein Plan, der zeigt daß die Straßen Mindens noch bis Anfang der 1970er Jahre fast vollständig mit Gas beleuchtet waren: [www.laxburg.de]
Das mit der LED-Verpestung ist wirklich grauenhaft! Besonders schlimm wirkt sich aus, daß die Stromlobby sich derzeit auf die allerletzten Städte mit einem Restbestand an Gaslaternen stürzt, um sie für ihre LED-Versuchsstrecken zu opfern. Das Hauptproblem für eine Handvoll pro-Gaslicht-engagierter Bürger ist, den Gasbetrieb unter musealen Schutz zu stellen und nicht nur die äußere Form der Leuchte.

vulkan

Re: Obus in Minden

geschrieben von: Lo57

Datum: 18.04.16 12:24

@ vulkan

Ja, dann steht es 2 : 1 für den Käfermotor. Nein, einen Beleg dafür habe ich nicht, eben nur die Erinnerung. Bei Wiki habe ich in der Diskussion zu "Mindener Obus" zumindest noch einen Fehler gefunden: Ja, doch, der Obus IST in Porta über die Weserbrücke gefahren. Die Fahrleitungsmaste trugen zusätzlich Beleuchtungskörper, später wurden die Quertragseile für die Straßenbeleuchtung mit Langfeldleuchten benutzt. Wieso Obus-Stichstrecke über die Brücke? Weiß ich nicht, kann's mir aber denken: Ein anständiger Mindener ging sonntags "in'n Berg" oder zum "Willem" (Kaiser-Wilhelm-Denkmal). Beste Verbindung dahin war die Straßenbahn, mit der es aber Ende '59 Schluss war. Als Ersatz dann der Obus? Läge ja nahe. Endhaltestelle war die ehemalige Endhaltestelle der Straßenbahn. Von dort gab es auch zeitweilig einen Pendelbus (VW-Buli) zum Denkmal rauf. Oder man ging zu Fuß. Ob sich Straßenbahn und Bus dort trafen (d.h. ob der Obus schon vor Ende '59 dort war), weiß ich nicht.

Der Grund für die fehlende Fahrleitung in Minden könnte auch anders begründet sein: Es gab bis zum Bau der neuen Stadtverwaltung einen Blick durch die Rathauslaube auf den Dom. Was daran sooo toll gewesen sein soll, weiß ich auch nicht, war jedenfalls so. Das Geschrei war riesig, als dann später die neue Stadtverwaltung diesen Blick verwehrte. Es kann sein, dass diese Ansicht nicht durch Fahrleitung gestört werden durfte/sollte. Insgesamt ist da heute noch viel historische Bausubstanz. Aber eine "spätere Legendenbildung" ist das nicht, wenn, dann hat sich die Legende schon recht früh gebildet.

In der Tat ist das mit dem Durchfahren bis Vlotho eine Mogelpackung gewesen und die Umsteigehaltestelle Hitzepohl war damals "Walachei". Allerdings werden nur sehr wenige Fahrgäste von Minden nach Vlotho gefahren sein, maximal bis zum Hitzepohl, meistens bis etwa Porta. Vielleicht war eine Streckenverlängerung "angedacht", Wunschtraum oder so, aber gerechnet hätte sich das nie. Da wären Strecken wie Minden - Lahde oder Minden - Petershagen interessanter gewesen.

An die Betonmasten Nähe Mittelfeldstr. kann ich mich auch noch gut erinnern. Die Hausberger Str. ist vor einigen Jahren saniert worden, es kann sein, dass die letzten Spuren damit beseitigt wurden. Muss mal wieder mit ganz offenen Augen da lang fahren, hilft nix.

Schalksmühle? Naja, an der Schalksmühle ging die Obus-Strecke vorbei. Und der Kreisverkehr ist erst kürzlich entstanden. Aber in der Schalksmühle - da hätte sich der Bus verklemmt.

Die Wendeschleife des Obus war m.E. hinter der Aral-Tankstelle Vlothoer Str. Ecke Hitzepohl. Da ist ein namenloser Vebindungsweg zum Bornholzweg und an der südöstlichen Ecke ein längliches Gebüsch. Da müsste es gewesen sein, zumindest habe ich dort die Reste eines Buswartehäuschens entdeckt.

Re: Obus in Minden

geschrieben von: ludger K

Datum: 18.04.16 14:23

vulkan schrieb:
> Durch die Fachliteratur von Dieter Höltge und Ingrid Schütte haben sich viele
> der damals unbeantworteten fragen geklärt. Dennoch
> bleiben in den heutigen Publikationen über den
> Mindener Obus einige Widersprüche:


Die Bücher von Höltge und Schütte sagen über den Mindener Obus nur einen Hauch von Nichts. Ausführlich abgehandelt hat Holger Franke das Thema im Band 2 von "Obusse in Deutschland". Auch die Örtlichkeiten der Eröffnungsfotos wurden dort geklärt.


Re: Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 19.04.16 12:05

ludger K schrieb:
-------------------------------------------------------

> Die Bücher von Höltge und Schütte sagen über den
> Mindener Obus nur einen Hauch von Nichts.

>
>

Als Schuljunge damals wäre ich froh gewesen, wenn ich wenigstens diese Bücher gehabt hätte! Da ist der Informationsfluss dank Internet heutzutage exorbitant besser!

Aber das andere Buch ist sicher ein guter Tip. Ich hoffe mal, die Investition lohnt sich und dass dort nicht nur Obusse zu sehen sind, sondern auch etwas aus dem Umfeld

vulkan

Re: Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 19.04.16 12:35

Lo57 schrieb:
-------------------------------------------------------
> @ vulkan
>
> Ja, dann steht es 2 : 1 für den Käfermotor. Nein,
> einen Beleg dafür habe ich nicht, eben nur die
> Erinnerung.


Habe jetzt in Erfahrung gebracht, dass es tatsächlich ein Käfer-Motor war. Nur trieb dieser nicht den Bus selbst an, sondern einen Generator, der seinerseits den Fahrstrom lieferte. Das macht natürlich Sinn.

Lo57 schrieb:
-------------------------------------------------------
> @ vulkan
> der Obus IST in Porta über
> die Weserbrücke gefahren. Die Fahrleitungsmaste
> trugen zusätzlich Beleuchtungskörper, später
> wurden die Quertragseile für die
> Straßenbeleuchtung mit Langfeldleuchten benutzt.

Ganz genau so habe ich es auch in Erinnerung! Ursprünglich waren an den Masten ziemlich tief jeweils zwei Pilzleuchten von Vulkan montiert, später dann die Überspannung mit Langfeldleuchten in Mittelaufhängung.

Lo57 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Wieso Obus-Stichstrecke über die Brücke?

Endhaltestelle war die
> ehemalige Endhaltestelle der Straßenbahn. Von dort
> gab es auch zeitweilig einen Pendelbus (VW-Buli)
> zum Denkmal rauf. Oder man ging zu Fuß. Ob sich
> Straßenbahn und Bus dort trafen (d.h. ob der Obus
> schon vor Ende '59 dort war), weiß ich nicht
.
Das ist bekannt: Diese Stichstrecke für den Obus nach Barkhausen wurde gleichzeitig mit der (damals) neuen Portabrücke Mitte 1954 eröffnet und dort gab es dann die direkte Umsteigemöglichkeit zur Strassenbahn.
Es war wohl geplant, von hier die Obusstrecke über die Portastrasse wieder zurück nach Minden zu verlängern, um damit so eine Art Ringverkehr einzurichten, was die Strassenbahn zumindest in einer Richtung entbehrlich machen sollte. Es sollen sogar schon Vorbereitungen an der Fahrleitung dafür getroffen worden sein.

Für mich hat diese Strassenbahnstrecke nach Porta insofern eine gewisse Bedeutung, weil meine Eltern sich dadurch kennengelernt hatten, als meine Mutter die Strassenbahn nach Barkhausen verpasst hatte und mein Vater sie nun nach dorthin im Auto mitnehmen konnte.

Lo57 schrieb:
-------------------------------------------------------
Ein anständiger
> Mindener ging sonntags "in'n Berg" oder zum
> "Willem" (Kaiser-Wilhelm-Denkmal).

Diese Sprüche sind mir auch noch in Erinnerung. In unserer Familie gab es das geflügelte Zitat " Mit de Bütters inne Beerge.."

Lo57 schrieb:
-------------------------------------------------------
> An die Betonmasten Nähe Mittelfeldstr. kann ich
> mich auch noch gut erinnern.

Mir sind diese Masten mit Langfeldleuchte in Neesen schon als Dreijährigem aufgefallen, als ich damals mit meiner Oma im Diesel-Bus nach Rinteln fuhr. Zu diesem Zeitpunkt - das war etwa im Frühsommer 1965- könnte der Obus gerade noch in Betrieb gewesen sein. Doch mein Hauptinteresse galt schon damals den Laternen.

Lo57 schrieb:
-------------------------------------------------------

> Der Grund für die fehlende Fahrleitung in Minden
> könnte auch anders begründet sein: Es gab bis zum
> Bau der neuen Stadtverwaltung einen Blick durch
> die Rathauslaube auf den Dom. Was daran sooo toll
> gewesen sein soll, weiß ich auch nicht, war
> jedenfalls so. Das Geschrei war riesig, als dann
> später die neue Stadtverwaltung diesen Blick
> verwehrte.

Auch daran kann ich mich erinnern, meine Oma erzählte davon. Das war so um 1977. Der Rathausneubau war auch nur eine der vielen Verschandelungen des Mindener Stadtbildes.
Und wegen dem Fahrdraht? Immerhin war der Dom den Mindenern wohl immer besonders heilig, jedenfalls mehr als ihre Gaslaternen!

vulkan

Re: Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 22.04.17 15:55

Bin dieser Tage mal wieder in Minden gewesen und habe noch ein ganz paar Reliquien der Straßenbahn- und Obus-Geschichte gefunden: Etwa ein halbes Dutzend dieser Betonmasten, die einst die Fahrleitung des Obusses trugen, stehen tatsächlich immer noch in der Hausberger Straße in Neesen. Die alten elektrischen Langfeldleuchten, die bis vor wenigen Jahren teilweise ebenfalls daran montiert waren, sind jedoch inzwischen entfernt worden, nur die Ausleger sind noch vorhanden.

Es ist schon erstaunlich, daß diese Dinger immer noch stehen, obwohl sie nun ohne Leuchten und Freileitung endgültig keinerlei Funktion mehr erfüllen. Wahrscheinlich weil der Abbau aufwendig ist oder man Ärger mit den Grundstückseigentümern befürchtet. Oder kann es sein, daß sich beim heutigen Energieversorger inzwischen doch ein sentimentales Nostalgieempfinden entwickelt hat und deshalb von einer Demontage absieht?

Weitere Betonmasten stehen ebenfalls noch oberhalb der Stützmauer zum Jakobsberg etwa gegenüber vom Haus Kurfürst. Ein ähnliches Teil befindet sich noch mitten in Minden am Anfang der Marienstraße direkt unterhalb der Marienkirche, welches jedoch von der Straßenbahn-Fahrleitung stammen muß. Auch eine Wandrosette habe ich noch in der Bäckerstraße gefunden.

vulkan
Obusmasten Neesen4.JPG
Obusmasten Neesen3.JPG
Obusmasten Neesen2.JPG
Obusmast Scheidt 1953.JPG

Re: Obus in Minden

geschrieben von: S&B

Datum: 22.04.17 22:52

Vor Jahrzehnten erzählte mir ein Busfahrer der ASEAG (Aachen), daß die dortigen O-Busse einen VW- Motor- den Begriff Käfer gab es damals für den VW noch nicht- zur Überbrückung kurzer, stromloser Strecken hatten.
Grüße
Ulrich

Re: Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 23.04.17 12:05

Das mit dem Käfermotor ist inzwischen geklärt: Dieser trieb nicht selbst den Bus an, sondern einen Stromgenerator, der seinerseits den Fahrstrom erzeugte. So macht das auch technisch einigermaßen Sinn, andernfalls hätte das keine Kupplung der Welt lange durchgehalten! Das System gab es wohl auch in etlichen anderen Städten mit Obus.

Dieser konnte damit natürlich nur im Schrittempo fahren und es war allenfalls zum Rangieren geeignet. Daß in Minden die Obusse wegen fehlender Fahrleitung auf diese Weise jedoch bis in die kilometerweit entfernten Depots fahren mussten, dazu noch mit inoffiziell mitgenommenen Fahrgästen, kann nur eine Notlösung gewesen sein. Denn so wurde ja genau wieder das geschaffen, was man mit der Abschaffung der Straßenbahn erreichen wollte: Ein permanentes Verkehrshindernis!

vulkan

Re: Obus in Minden

geschrieben von: Lo57

Datum: 23.04.17 14:12

Zitat:
Das mit dem Käfermotor ist inzwischen geklärt: Dieser trieb nicht selbst den Bus an, sondern einen Stromgenerator, der seinerseits den Fahrstrom erzeugte. So macht das auch technisch einigermaßen Sinn, andernfalls hätte das keine Kupplung der Welt lange durchgehalten! Das System gab es wohl auch in etlichen anderen Städten mit Obus.
So hatte man das gelöst. Und dann womöglich mit halber Spannung oder so. Klasse! Wieder was gelernt.

Zitat:
Daß in Minden die Obusse wegen fehlender Fahrleitung auf diese Weise jedoch bis in die kilometerweit entfernten Depots fahren mussten, ... , kann nur eine Notlösung gewesen sein.
Die Halle an der Portastraße wurde ja erst nach dem Ende der Staßenbahn frei, EMR hatte damals ja schon einen Haufen Busse zu laufen, die irgendwo unterkommen mussten. Das Depot Hansastr. gab es damals noch nicht, zumindest in der jetzigen Form(?) Aber es gab einige Gebäude des EMR nahe dem BÜ Hermannstr. der MKB. Waren dort nicht evtl. Bushallen? Weiß da noch jemand etwas drüber? Der Weg wäre für den Obus dann nicht weit gewesen.

Und, soweit ich mich erinnere, war dort auch eine Gleichrichterstation, die ich als Kind mit meinem Opa besichtigt habe. Ich meine mehrere Quecksilberdampfgleichrichter in Eisengefäßen in Erinnerung zu haben. Könnte es sein, dass bis dort hin auch Fahrdraht gehangen haben könnte? Ist aber nur reine Spekulation.

Re: Obus in Minden

geschrieben von: Lo57

Datum: 23.04.17 14:38

Zitat:
Es ist schon erstaunlich, daß diese Dinger immer noch stehen, obwohl sie nun ohne Leuchten und Freileitung endgültig keinerlei Funktion mehr erfüllen. Wahrscheinlich weil der Abbau aufwendig ist oder man Ärger mit den Grundstückseigentümern befürchtet. Oder kann es sein, daß sich beim heutigen Energieversorger inzwischen doch ein sentimentales Nostalgieempfinden entwickelt hat und deshalb von einer Demontage absieht?

Ich schrieb schon, dass wir vor Jahren bei Tiefbauarbeiten auf einen Betonklotz mächtiger Ausmaße und erstklassiger Härte stießen, der den Fuß eines solchen Fahrleitungsmastes darstellte. Möglich, dass nicht nur die Maste, sondern auch die Betonfüße zurückgebaut werden. Da könnte es sein, dass man aus Kostengründen die alten Maste stehen lässt und nur neue Lichtmittel installiert. Wir werden sehen. Wenn ich die Fotos anschaue, Straßenbeluchtung scheint es da nicht mehr zu geben. Oder werden jetzt abends die Bürgersteige hochgeklappt?

Obwohl - ich erinnere mich gerade, dass die Ortsdurchfahrt tatsächlich seit einiger Zeit nachts (oder schon abends?) nicht beleuchtet war.

Nostalgieempfinden? Der 1. April war schon. ;-)

Re: Fahrten beim Obus mit Hilfsantrieb

geschrieben von: Solo-Tw

Datum: 23.04.17 16:12

Hallo,

an dieser Stelle möchte ich ergänzend darauf hinweisen, dass es zumindest zwei Städte gab, wo das Depot nicht an die Fahrleitung angeschlossen war und Fahrten von dort zum Netz und zurück nur mit Hilfsantrieb erfolgen konnten, nämlich Rheydt und Duisburg. Über die Obuszeit in Moers und Duisburg wurde bereits früher in diesem Forum berichtet. Hierfür besaß Duisburg zunächst einen Obus, später zwei. Diese konnten ihren Betriebshof nur mit Hilfsantrieb erreichen. Irgendwo habe ich auch eine Aufnahme von einer solchen Fahrt gesehen, leider kann ich mich im Moment nicht mehr erinnern wo.
Zwei Aufnahmen von Rheydter Obussen bei der Fahrt mit Hilfsantrieb kann man auf der Homepage von Jürgen Lehmann sehen. Der Hilfsantrieb wurde dort auch benötigt, um zwei Bahnübergänge der Eisenbahn zu überqueren und das im Fahrgastverkehr.

Gruß

Solo-Tw

Re: Obus in Minden

geschrieben von: vulkan

Datum: 23.04.17 16:29

Habe gerade nochmal in dem Buch von Ludger Kenning über Obusse in Deutschland nachgelesen:
Dort heisst es, daß zeitweise zwei Depots für die Obusse genutzt wurden, also sowohl das von der Straßenbahn an der Portastraße als auch ein im Winter 1953/54 neu eröffnetes an der Werftstrasse nur für Busse. Dort muß das Bild aufgenommen worden sein, das aber nicht von mir stammt.

Ich habe jedoch keine Vorstellung, wo dieses Depot genau gelegen haben könnte. Etwa bei VW-Kuloge? In der Hansastrasse kann ich mir aus Platzgründen kein solches vorstellen. Mir ist in den 70er Jahren in dieser Gegend auch nie ein Busdepot aufgefallen, ebensowenig in der direkten Umgebung des EMR-Verwaltungsgebäudes weiter südlich in der Hermannstraße. Das muß aber alles nichts heißen, weil ich damals nicht darauf geachtet habe.

Weiter heißt es in dem Buch aber, daß auch dieses Depot an der Werftstrasse nur per Hilfsantrieb (VW-Käfer-Motor) zu erreichen war, so daß ich davon ausgehe, daß in der Hermannstraße kein Fahrdraht installiert war.

In der Ortsdurchfahrt Neesen stehen ja jetzt diese potthäßlichen LED-Leuchten, die gar nicht mehr wie Straßenlampen aussehen keineswegs so sparsam mit dem Strom sind, wie oft behauptet wird. Dafür blenden sie fürchterlich ohne daß die Fahrbahn heller wird! Trotzdem wollen alle Städte und Dörfer sie haben, aus purem Lobbyismus der Leuchtmittelhersteller!

Ich habe mich natürlich bemüht, keine LEDs aus Bild zu bekommen. Hoffen wir mal, daß wenigstens die monströsen Betonmasten noch recht lange als Erinnerung an die Mindener Obus-Geschichte erhalten bleiben!

vulkan