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 04 - Historische Bahn 

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Moers ist eine kleine Großstadt am linken Niederrhein, ehemalige Grafenstadt, spätere Kreisstadt und seit 1975 die größte Stadt im Kreis Wesel. Für die nicht so ortskundigen Leser der Hinweis, dass Moers in etwa gegenüber von Duisburg auf der anderen Rheinseite liegt. Moers gilt als größte deutsche Stadt, die weder kreisfrei noch Sitz eines Kreises ist. Derzeit wohnen etwas mehr als 105.000 Einwohner in Moers. Bevor ich nun weitere Fakten zur Stadt Moers aufliste, möchte ich den Schwenk zur Eisenbahn vollziehen.

Die Eisenbahnszene in Moers ist heute leider nur noch ein Schatten dessen, was sie in der Vergangenheit mal gewesen ist. So gab es früher einen Güterbahnhof mit Ablaufberg in Moers, einen Bahnhof der Krefelder Eisenbahn, zwei direkt am Staatsbahnhof anschließende Zechen, ein kleines Bw, und noch so ein paar kleine Schmankerl. Weiter gab und gibt es noch eine nichtbundeseigene Eisenbahn (umgangssprachlich als Privatbahn bezeichnet) mit der Bezeichnung NIAG (Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG), Nachfolger der Moerser Kreisbahn. Geblieben von alle dem ist ein Durchgangsbahnhof an der zweigleisigen Strecke von Trompet nach Xanten mit noch angeschlossener NIAG. Der Güterbahnhof ist teilweise stillgelegt und wird nur noch als kleiner Abstellbahnhof genutzt. Und der Rest? Alles vergangen, Schall und Rauch, Vergangenheit und kommt nicht wieder. Wenn man der Bereich der Eisenbahn verlässt, dann wären noch vier Straßenbahnbetriebe zu nennen und das ehemals größte O-Bus-Netz Deutschlands, welches in Moers zu finden war. Aber das ist auch schon Vergangenheit.

Aus dem, was es in Moers mal gegeben hat, möchte ich in dieser kleinen Serie einiges zeigen, was vielleicht noch nicht so bekannt ist.

Fangen wir mal mit dem Anfang der Eisenbahn in Moers an – die Überschrift lautet ja „Der erste Staatsbahnhof in Moers“, welcher aber nicht der erste Bahnhof in Moers gewesen ist!

Der erste Bahnhof in Moers hingegen war der Bahnhof Moers der Krefelder Eisenbahn, welche am 01.06.1882 am Südrand des Stadtkerns von Moers ihren Bahnhof Moers KE eröffnete. Damit konnten die Moerser endlich, wenn auch nur über Krefeld, das Netz der Eisenbahn erreichen und nutzen. Aber dieser Bahnhof ist nicht Thema dieses Teils der Serie.

Die Königliche Eisenbahn-Direktion der preußischen Staatsbahn eröffnete sieben Monate später am 01.01.1883 den ersten Staatsbahnhof in Moers. Er lag am Ostrand von Moers und war Endpunkt der Strecke von Homberg.

http://www.nullclub.de/hifo/kmo02.jpg


Die vorstehende Karte zeigt die Lage der in diesem Beitrag genannten Moerser Bahnhöfe. Deutlich erkennbar ist eine Verbindungsstrecke vom Bahnhof der Krefelder Eisenbahn zum ersten Staatsbahnhof (Rot gekennzeichnet). Da der Plan aus dem Jahr 1923 stammt, ist auch die in Schwarz gehaltene Verbindungsstrecke zum neuen (heutigen) Staatsbahnhof Moers zu erkennen, welche bis zur Stilllegung der Krefelder Eisenbahn in Betrieb war. Auf der Trasse der ersten Verbindungsstrecke sind heute noch Straßen zu finden!

Zurück zum ersten Staatsbahnhof: Um die damalige Grafenstadt an das Netz der frühen Eisenbahn anzubinden, wurde schon Jahre zuvor die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft beauftragt, eine Eisenbahn zwischen den beiden Städten Homberg (am Rhein, heute Duisburg-Homberg) und Moers zu erbauen und zu betreiben.

Schon seit 1841 führte der Postkutschenverkehr zwischen Homberg und Moers über die Aktienstraße (der heutigen Moerser Straße, die im Moerser Stadtgebiet Homberger Straße heißt). Vor dieser Zeit nahm man den Weg über die heutige Friedhofsallee und Eichenstraße. Der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft gelang es nach einigen Verhandlungen, die Aktienstraße zwecks Anlage einer Dampfbahn unentgeltlich benutzen zu dürfen. Damit ging die gute alte Zeit des Postkutschenverkehrs zu Ende.

Da die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft am 01.01.1882 verstaatlicht wurde, übernahm die Königliche Eisenbahn-Direktion Wuppertal die Betriebsführung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn. Auch die in Bau befindliche Nebenbahn von Homberg nach Moers wurde übernommen und weitergebaut.

Am 01.01.1883 wurde die Bahnlinie fertiggestellt, und das neue "Dampfroß" ließ fauchend die schrille Dampfpfeife ertönen. Die Strecke begann im Bahnhof Homberg, führte über die Aktienstraße in direkter Linie nach Moers, wobei es noch Zwischenstationen in den Ortschaften Essenberg, Hochheide und Hochstrass gab.

Die Karte aus dem Jahr 1900 zeigt die Streckenführung zwischen den beiden Städten:

http://www.nullclub.de/hifo/kmo03.jpg


Leider gibt es nicht viele Bilddokumente vom Betrieb auf dieser Strecke, da diese Strecke bereits 1908 stillgelegt wurde! Ein bekanntes Bild eines Zuges, der auf dieser Strecke verkehrte, zeige ich hier:

http://www.nullclub.de/hifo/kmo04.jpg


Die Strecke führte im Homberger Bereich in der Mitte, ab Essenberg in Seitenlage über die Straßen. Kurz vor dem Bahnhof Moers (alt) wurde die Straße gekreuzt, die Züge endeten im ersten Moerser Bahnhof, der vor den Toren der Stadt angelegt wurde.

Über die Führung des Streckengleises im Straßenplenum fand sich ein interessanter Artikel im Centralblatt der Bauverwaltung 1884, Nr. 37 vom 13.09.1844:


Die Nebenbahn von Homberg (am Rhein) nach Moers

Zur Verbindung der Kreisstadt Moers mit der Eisenbahnstation Homberg ist im Jahre 1882 durch die Königliche Eisenbahn-Direction in Elberfeld eine normalspurige Nebenbahn erbaut worden, wobei die fast geradlinige Chaussee zwischen den genannten Orten in ausgedehnter Weise mitbenutzt worden ist. Von der 5,7 km betragenden Gesamtlänge der Bahn liegen 4,6 km auf der Chaussee, nur für den Rest ist ein besonderer Bahnkörper hergestellt.

Die Lage der Bahn auf der Chaussee entspricht den im Mininsterialerlaß vom 8. März 1881 – vgl. No. 3 des Centralblattes der Bauverwaltung von 1881 – gegebenen Vorschriften. Innerhalb des Dorfes Homberg ist, wie aus der beistehenden Figur 1 ersichtlich, das Geleis mitten auf die Straße gelegt. Der Raum zwischen und neben den Schienen musste daher durchweg in einer Weise befestigt werden, welche die Benutzung desselben für den Fuhrwerksverkehr gestattet. In dem zweiten Orte, durch welchen die Bahn geführt ist, dem vorwiegend von Zechenarbeitern bewohnten Dorfe Hochheide, war es nicht, wie in Homberg, erforderlich, darauf Rücksicht zu nehmen, dass Fuhrwerke ohne Behinderung des Bahnverkehrs auf beiden Seiten der Straße vor den Häusern zur Abgabe oder Einnahme von Ladung halten können. Die Bahn ist daher (Fig. 2) auf eine Seite der Straße gelegt, bei welcher Lage von einer besonderen Befestigung des Raumes zwischen und neben den Schienen abgesehen werden konnte. Dieselbe Anordnung zeigt das Geleis auf den übrigen Strecken der Straße (Fig. 3). Die Schienen liegen über der Straßenkrone, sodass Fuhrwerke das Geleis nur an den dafür bestimmten und entsprechend befestigten Uebergängen kreuzen können. Zur Entwässerung des Geleises, so weit es zwischen den Häusern liegt, sind Drainröhren angeordnet, auf den übrigen Strecken waren für diesen Zweck besondere Einrichtungen entbehrlich.


http://www.nullclub.de/hifo/kmo05.jpg


Die Bahn ist seit Juli 1882 innerhalb des Dorfes Homberg, seit October desselben Jahres in ganzer Länge von Bauzügen befahren worden und seit dem 1. Januar 1883 dem öffentlichen Verkehre übergeben. Zur Zeit verkehren auf derselben täglich sechs Personenzüge in jeder Richtung.

Der Oberbau der Bahn, für welchen eiserne Querschwellen verwendet sind, ist in üblicher Weise hergestellt; er unterscheidet sich daher auch in Bezug auf die bauliche Unterhaltung nicht wesentlich von jeder gewöhnlichen Geleisanlage. Nur im Dorfe Homberg tritt als Ausnahmefall die zwischen und neben den Schienen hergestellte Chaussirung hinzu. Soweit die seitherigen Erfahrungen reichen, darf behauptet werden, dass diese Chaussirung für die feste Lage des Gestänges nur von Vorteil gewesen ist; wenigstens sind Spurerweiterungen bis jetzt nirgends bemerkbar. Dagegen sind an einigen Stellen, wo vermutlich der Untergrund der Straße minder fest ist, gemeinsame Senkungen des Geleises und der Chaussirung und damit Unregelmäßigkeiten des Längenprofils entstanden, deren „Ausheben“ in diesem Falle allerdings ausnahmsweise kostspielig wird, weil es ein Aufbrechen der Chaussirung, und zwar, da die Schienen auf Querschwellen ruhen, in der gesamten Breite des Geleises erfordert.

Bis jetzt ist ein durch das Scheuwerden eines Wagenpferdes veranlasster Unfall zu verzeichnen. Sonstige Unfälle sind nicht vorgekommen – gewiss ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man erwägt, dass, abgesehen von den Bahnhöfen, an der Strecke gegen 120 Wohnhäuser stehen, von denen 25 ihren Eingang in etwa 2,5 m Abstand von der Schiene haben, und dass die Mehrzahl dieser Gebäude von einer Arbeiter-Bevölkerung bewohnt wird, welche beispielsweise zur Beaufsichtigung spielender Kinder ungemein wenig Zeit und Mühe aufzuwenden pflegt, während andererseits zur Verhütung von Unglücksfällen an der Bahn weder Einfriedungen noch Bahnwärter vorhanden sind. ...“
(Rechtschreibung original belassen!)

Hier der Link zum Original-Dokument:
[opus.kobv.de]



Es verkehrten nie viele Personenzüge auf dieser nur 5,7 km langen Strecke, hier mal ein Kursbuchauszug aus dem Jahr 1897:

http://www.nullclub.de/hifo/kmo06.jpg


Zurück zum ersten Staatsbahnhof in Moers: Der Bahnhof Moers (alt) lag in Ost-West-Richtung. Die spätere Strecke Rheinhausen - Trompet - Moers - Xanten – Kleve, welche 1904 in Betrieb genommen wurde, kreuzte den Bahnhof Moers (alt) beinahe im rechten Winkel (siehe erste Karte). Nördlich in direkter Nachbarschaft zum alten Bahnhof wurde ab 1903 der neue Bahnhof Moers (der heutige), allerdings noch in Tieflage, angelegt und 1904 in Betrieb genommen. Da die Strecke nach Homberg noch nicht stillgelegt war und der erste Bahnhof Moers dem Streckenneubau im Weg war, wurde zuerst der neue Bahnhof angelegt, dann eine Verbindungskurve zum neuen Bahnhof gebaut und der alte Bahnhof Moers noch vor der Inbetriebnahme der Strecke von Rheinhausen nach Moers aufgelassen, abgerissen und teilweise von der neuen Strecke überbaut.


Die Strecke Homberg - Moers (alt) wurde am 30.09.1908 stillgelegt und durch eine schmalspurige Straßenbahn von Homberg nach Moers ersetzt. Diese Straßenbahn-Gesellschaft errichtete ihr Depot auf dem Rest-Gelände des ersten Bahnhofs Moers (alt). Diese Straßenbahn war bis 1953 in Betrieb und wurde 1953 durch eine O-Bus-Linie eröffnet, welche 1968 stillgelegt und durch eine normale Buslinie (heute Linie 911) ersetzt wurde. Allen Nachfolgern war gemeinsam, dass sie auf der gleichen Trasse verkehrten bzw. verkehren. Das ehemalige Straßenbahndepot wurde anfangs vom O-Bus weiter genutzt. Noch Anfang der 80er Jahre nutzte die Busgesellschaft NIAG die ehemaligen Hallen. Mitte der 80er Jahre wurde das Gelände zu Bauland umgewandelt und es entstand eine kleine Eigenheimsiedlung auf dem Gelände.

Einen noch zum Thema passenden Gleisplan habe ich noch: Einen Ausschnitt aus dem Plan vom Bahnhof Homberg aus dem Jahr 1942, er zeigt die westliche Hälfte des Bahnhofs und die Einführung der Strecke von Moers in den Bahnhof ist als Anschlussgleis noch erkennbar:

http://www.nullclub.de/hifo/kmo07.jpg


Soviel für heute in dieser Reihe! Sollte ein Leser noch weiteres Material über diese Strecke haben, würde ich mich sehr über ein Anhängen hier freuen!


Gruß,
Stefan P.

Ich danke Andreas Kabelitz, Eddy und Vauhundert für die Materiallieferung für diesen Bericht.


Edit 19.09.15, Bilder dank Zuarbeit von Herrn Beinicke wieder sichtbar gemacht!

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:04:30:17:08:34.
Moin Stefan,

da zeigt sich mal wieder, dass man früher "Moers" mit "ö" schrieb - das war mir gar nicht mehr so geläufig.

Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag,

Martin
Tach Jung,

alle Achtung, mein Bester!
Ein excelenter Bericht, dessen Fortführung mit Spannung erwartet wird.
Sollte mich eigentlich mal dazu treiben, seid Wochen mal wieder in den Keller zu gehen
und mal nach weiteren Fundstücken zu suchen, welche für Dich von Interesse sein könnten.
Aber irgendwie ist der Weg so weit;-)

Beste Grüße und besonderen Dank für diese Deine Arbeit

[www.vauhundert.de]
Preiswerte Dienstleistungen im Bereich spurgebundener Flurfördermittel aller Art und feinster Güte.
"Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen werden."(Peter Ustinov)____ P.S.: Ich kann ihm trotzdem nicht glauben;-)
Um den Spruch eines allseits bekannten Moderators aufzugreifen: Ich bin begeistert!
Roststab schrieb:
-------------------------------------------------------
> Um den Spruch eines allseits bekannten Moderators
> aufzugreifen: Ich bin begeistert!

Ja, ich auch! Bin gespannt auf die Fortsetzungen.

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(
Da gewünscht, werde ich auch mal ein paar Bilder zum Thema einstellen.

Bild 1. Blick auf den Güterbahnhof in Homberg, im Hintergrund der Trajektturm

http://img851.imageshack.us/img851/6346/scannen0001h.jpg


Bild 2. Nochmal der Güterbahnhof vom Trajektturm aus gesehen

http://img860.imageshack.us/img860/6859/scannen0003i.jpg


Bild 3. Der Homberger Bahnhof, 1917

http://img716.imageshack.us/img716/1151/scannen0002u.jpg


Bild 4. Straßenbahn vor dem Bahnhof, 1908

http://img18.imageshack.us/img18/3961/scannen0004p.jpg


Bild 5. Kleinbahn in Homberg - Hochheide, Moerser Str./Ecke Kirchstr.

http://img857.imageshack.us/img857/4778/scannen0005q.jpg


Bild 6. Der Hauptbahnhof Moers, 1909

http://img810.imageshack.us/img810/1521/scannen0006c.jpg


Bild 7. Der Bahnhof Moers, 1921

http://img808.imageshack.us/img808/8360/scannen0007mt.jpg


Bild 8. Hauptbahnhof Moers, 1921

http://img641.imageshack.us/img641/820/scannen0008l.jpg



Bild 9. Der Reichsbahnhof Moers, nach Erhöhung der Gleisanlagen, kurz nach dem 2 Weltkrieg

http://img109.imageshack.us/img109/8399/scannen0009t.jpg


Und weil wir einmal dabei sind noch zwei Bilder vom Bahnhof Rheinkamp.

Bild 10. Bahnhof Rheinkamp - Repelen, 1909

http://img580.imageshack.us/img580/9541/scannen0010q.jpg


Bild 11. Bahnhof, andere Seite, hier wurden die Kurgäste für den Jungbornpark in Repelen abgeholt, 1919

http://img857.imageshack.us/img857/3316/scannen0011.jpg


Bin gespannt auf die Forsetzung dieser Reihe. Dieter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:05:05:12:33:01.
Hallo Stefan, hallo Dieter,

bitte mehr davon! Höchst interessant!
Dass auf der Hombergerstraße mal eine Bahnlinie war, habe ich schon öfter gelesen und gesehen, aber irgendwie habe ich es nie geschafft mir dann auch die Frage zu stellen, wie denn der Bahnhof (so wie ich ihn heute kenne) daran angebunden war. Na klar, gar nicht.
Auf der Karte von 1923 ist auch die Straßenbahnlinie im weiteren Verlauf der Homberger zu sehen, die über den Ostring in die Steinstr. führt. Ich meine jedoch auch mal ein Foto gesehen zu haben, wo eine Dampflok in Höhe des heutigen Bussbahnhofs Königl. Hof aus Richtung Homberg angedampft kam. Gab es evtl. auch noch Dampfzüge auf den Straßenbahngleisen?
Freue mich schon auf weitere Beiträge und Ergänzungen, danke!

Gruß, Hardy vom Niederrhein
Tach Jung,

tja, es wäre aber nicht schlecht, wenn Du in kürzerer Zeit mal den Weg finden würdest... Das würde mich sicher sehr motivieren!

Gruß von der anderen Rheinseite
Stefan

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Hallo Dieter,

danke für Deine Ergänzungen! Das Bild mit dem Nebenbahnzug in Hochheide passt wie die berühmte Faust auf´s Auge zu meinem Bericht. Die Bilder vom Bahnhof Moers zeigen allesamt den neuen heutigen Bahnhof - darf ich ein paar davon in meinem kommenden Teil über den heutigen Bahnhof Moers verwenden?

Die Bilder vom Bahnhof Rheinkamp (damals noch Repelen) sind allerdings der Hammer!!!! Prima und Danke dafür!

Gruß,
Stefan
Hallo Hardy,

ja, die Dampflok auf der Homberger... Es gibt sogar irgendwo ein Bild, da ist diese Dampflok entgleist und steht in einem Schaufenster! Nach dem ersten Weltkrieg wurden viele Straßenbahnstrecken für den Güterverkehr (Kohletransporte) genutzt - ich erwähnte das mal in meinem Baerl-Thread. Aber das ist ein anderes Thema.

Dampfzüge auf der Straßenbahn gab es aber auch mit Personenbeförderung: Die Straßenbahn Homberg - Moers, die in Meterspur auf der gleichen Straße wie unsere Nebenbahn-Linie Homberg - Moers angelegt wurde und der Nachfolger dieser Bahnverbindung war, hatte Probleme mit der Elektrifizierung, so dass der Betrieb erst mit geliehenen Dampfloks aufgenommen wurde. Diese zogen die Straßenbahnen von Homberg nach Moers!

Du erwähntest die Streckenführung der Straßenbahn in Moers, hast Du auch auf der Karte die Wendeschleife der Krefelder Straßenbahn im Vinzenzpark am Bahnhof, die Endhaltestelle der Straßenbahn Moers - Kamp - Rheinberg am Südring und die Zufahrt zum Depot der Straßenbahn Moers - Homberg sowie die Strecke der Düsseldorfer Straßenbahn/Rheinbahn entdeckt? ;-)

Gruß,
Stefan

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:05:05:21:11:49.
Guten Abend allerseits,

besten Dank an Stefan für den Beitrag und die informativen Ergänzungen. Was jetzt noch fehlt, ist ein Bild vom ersten Staatsbahnhof ... Trotz bereits längerer Suche bin ich noch nicht fündig geworden, im Gegenteil, wenn ich danach gefragt habe hieß es nur: das suche ich auch. Ich habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben ...

Zwei Ergänzungen: Bei dem von Stefan gezeigten Bild des Zuges soll es sich um die letzte Fahrt dieser Bahnlinie handeln.

Die entgleiste Dampflok (Zuglok eines Rheinbahn-Kohlezuges von der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort nach Düsseldorf) stand in der Steinstraße am Altmarkt im Schaufenster und nicht in der Homberger Straße. Entgleisungen der Kohlezüge gab es des öfteren in der Innenstadt von Moers, Beschwerden der Anwohner mit dem Ziel der Einstellung dieses Verkehrs waren aber vergeblich.
Es ist nicht bekannt, wo der von Stefan erwähnte Vorlaufbetrieb mit Dampflokomotiven der (meterspurigen) Straßenbahn Moers - Homberg GmbH genau begann. Auf dem "Fahrplan gültig vom 1. Oktober 1908 bis auf weiteres für den interimistischen Lokomotivbetrieb." steht nur Moers. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man mit der Dampflok bis zum Königlichen Hof fuhr. Grund für den Dampf-Vorlaufbetrieb war, dass die Staatsbahn keine Oberleitung neben ihrer Strecke erlaubte. Deshalb konnte die Oberleitung erst nach Stillegung und Abbau der Eisenbahn errichtet werden. Hinter der Dampflok kamen übrigens die Beiwagen 21 - 26 der Straßenbahn Moers - Homberg zum Einsatz.
Gerade fällt mir aber noch ein, dass es doch meterspurige Dampflokomotiven am Königlichen Hof gegeben haben muss: die Kohlezüge der Krefelder Straßenbahn, die von 1918 bis mindestens zur Elektrifizierung 1920 mit Dampflokomotiven - und der wohl ersten Lokführerin Deutschlands (!) - fuhren.
Sollte jemandem das von Hardy erwähnte Bild mit einer aus Richtung Homberg kommenden Damplok am Königlichen Hof bekannt sein, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

Abschließend noch eine Frage an Dieter: Ist es sicher, dass das Bild 7 erst von 1921 ist? Bisher ging man nämlich davon aus, dass es die zweifarbige Lackierung der Straßenbahn Moers - Homberg mit den roten Flächen unter den Seitenfenstern nur bis zum ersten Weltkrieg gab.

Gruß aus Moers

VAMBAC 11
Hallo Allerseits,

Freunde des historischen Moerser Verkehrs gibt es glücklicherweise viele und dies auch im [www]. Hier ein Link auf eine (vermutlich bekannte) Seite, die sich mit der Straßenbahn Moers-Kamp-Rheinberg beschäftigt.
[www.repelen.com]
Zu Beginn der zweiten Hälfte kann man auch das angesprochene Bild mit dem engleisten Kohlenzug auf der Steinstraße sehen.

Gruß
Stefan P.
(der andere)
Hallo Stefan P. (der andere) ;-)

Kreisbahner_Mo schrieb:
-------------------------------------------------------
> Freunde des historischen Moerser Verkehrs gibt es
> glücklicherweise viele und dies auch im [www].

Wirklich? Da habe ich noch nicht viel gefunden...

> Hier
> ein Link auf eine (vermutlich bekannte) Seite, die
> sich mit der Straßenbahn Moers-Kamp-Rheinberg
> beschäftigt.
> [www.repelen.com]
> alog=verkehr&topic=die_strassenbahn_moers_kamp_rhe
> inberg

Danke, war mir noch nicht bekannt!

Nach Sichtung ist mir aufgefallen, dass die Seite über die Straßenbahn von der Hauptseite aus nicht erreicht werden kann! Unter dem Button "Verkehr" kommt man zu einer anderen Seite, von der aus auch keine Navigation möglich ist. Gibt es auf der Repelen-Seite noch mehr zum Thema "Verkehr"???

Gruß,
Stefan P. (hm, was schreibe ich nun - denn für Dich bin ja ich der andere...)

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stefan p. schrieb:
-------------------------------------------------------

>
> Nach Sichtung ist mir aufgefallen, dass die Seite
> über die Straßenbahn von der Hauptseite aus nicht
> erreicht werden kann! Unter dem Button "Verkehr"
> kommt man zu einer anderen Seite, von der aus auch
> keine Navigation möglich ist. Gibt es auf der
> Repelen-Seite noch mehr zum Thema "Verkehr"???
>

Geh mal oben in der Leiste auf "Topics". Da findest du alle Beiträge verlinkt.

Gruß,
André Joost
Danke André, da muss man erst mal drauf kommen.....

Gruß
Stefan

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stefan p. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Danke André, da muss man erst mal drauf
> kommen.....
>

... einfach überall mal draufklicken ;-)

Gruß,
André Joost
Hallo zusammen,

heute hatte ich ein längeres Telefonat mit Herrn Beinicke aus Moers mit dem Ergebnis, dass ich die Bilder im Ursprungsbeitrag wieder sichtbar machen konnte - vielen Dank dafür!

In diesem Gespräch hat sich herausgestellt, dass die Position des ersten Staatsbahn-Empfangsgebäudes in Moers eingegrenzt werden kann!

Dazu hat Herr Beinicke Karten aus dem Jahr 1894 und 1910 übereinander gelegt und siehe da, die Position ist klar:

http://www.nullclub.de/hifo/kmo10.jpg

Daraus kann man erkennen, dass das erste Empfangsgebäude in Moers gegenüber des heutigen Empfangsgebäudes gestanden haben muss, und zwar da, wo die Baracken mit Pizzeria, Friseur und wer weiß was sonst noch sind (Detflev Steves, bekannt aus dem TV, hatte dort seine Pizzeria, mit der er bekannt geworden ist) - also zwischen dem Bahndamm und dem Bahnübergang der Krefelder Eisenbahn über die Homberger Straße. Luftbilder aus dem Jahr 1926 zeigen, dass diese Fläche damals geräumt wurde und ab den 50er Jahren bebaut wurde.

Der Fotograf dieses Bildes stand an der Stelle, an der sich das gesuchte erste Empfangsgebäude mal befand:

http://www.nullclub.de/hifo/kmo11.jpg


Im Gespräch mit Herrn Beinicke ergab sich auch, dass für die Bauzeit der heutigen Bahnlinie Rheinhausen - Trompet - Moers, die das Bahnhofsareal des ersten Staatsbahnhofs in Moers nahezu rechtwinklig durchschnitt, ein zweites Empfangsgebäude östlich des hier beschriebenen entstanden ist, es war nur für die Übergangszeit nach Baubeginn der neuen Strecke bis zur Stilllegung der Bahn nach Homberg in Nutzung.


Mit freundlichem Gruß aus Rheinberg und Dank an Herrn Beinicke
Stefan P.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:04:30:17:10:49.
Hallo Moers-Interessierte,

nachdem Dropbox seine Bedingungen umgestellt hat, funktionieren die Direktverlinkungen nicht mehr. Deswegen waren die Bilder nicht zu sehen. Ich habe einen anderen Webspace gewählt und die Bilder wieder sichtbar gemacht.

Mit freundichem Gruß
Stefan P.