Nach 35 Jahren darf man ruhig einmal einen Rückblick auf die Zusammenhänge um diese Veranstaltung werfen. Am 30.12.1975 wurde die 56 3007 (Carl-Alexander4) für das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein von Baesweiler unter Dampf ins Bw Stolberg überführt, wobei sie die 94 002 (Pfälz. T5) für DGEG bis Merkstein zur vorübergehenden Abstellung mitnahm. Herr Stichnoth vom Kölner Eisenbahn-Club (KEC) bemühte sich bei der Bundesbahndirektion Köln um eine Abschiedsfahrt mit dieser Lok, die vom Bergwerk bisher immer abgelehnt worden war.
Bei diesen Verhandlungen kam in der Bundesbahndirektion Köln die Idee auf, eine Dampflokabschiedsveranstaltung für die gesamte BD Köln zu machen. Man orientierte ich dabei an das große Eisenbahnfest in Niedermendig 1975 und fragte daher in Kranichstein an, ob noch weitere Fahrzeuge für so eine Veranstaltung zur Verfügung gestellt weren können. Der seit 1975 unter Deutsche Museums-Eisenbahn firmierende Eisenbahnbetrieb bot die gerade hauptuntersuchten Fahrzeuge Dampflok 98 727 und den Wagen DME 1 (ex TWE 1) hierfür an. Diese Fahrzeuge wurden daraufhin für das Fest bestellt und ein Einsatz der 56 3007 zugesagt.
Man wollte aber noch weitere Fahrzeuge aufbieten und fragte nach entsprechenden Ausstellungsloks. Die 23 042 kam nicht in Frage, da man die eigene 23 105 schon vorgesehen hatte und eine Lok der Baureihe reichte. Es wurde deshalb von Kranichstein vorgeschlagen, mit der DGEG in Bochum-Dahlhausen für weitere Ausstellungsfahrzeuge Verbindung aufzunehmen. So kam allmählich die riesige Fahrzeugzahl zusammen.
Zwischen Stolberg und Weisweiler waren Zugfahrten mit den Loks 98 727, 146 BLE und Walsum5 geplant. Den Wagenpark bildeten 6 Wagen der DGEG und der DME1.
Leider war damals die Zusammenarbeit der Museumsbahnen noch nicht sehr ausgeprägt. So fuhr nur der erste Zug mit der 98 727 und allen Wagen (Bild 1). Als die 146 BLE sie ablöste, weigerte man sich den Wagen DME1 mitzunehmen, schließlich sei das ein DGEG-Zug und ihre Veranstaltung, da gehöre kein fremder Wagen rein und setzte den kranichsteiner Wagen aus.
Die 89 7159 war nur für Rangierarbeiten in Bw und Bf Stolberg bestimmt. Weil Gerhard Moll mit der T3 auch mal eine Zugleistung fahren wollte, nahm sie unser Mannheimer Lokführer Helmut Beißer kurzerhand auf einer Fahrt mit, die in Doppelbespannung erfolgte (Bild 2).
Von all dem bekam ich nur indirekt etwas mit, da ich den Sonderzug zur Jülicher Kreisbahn mit der 56 3007 fuhr. Die vielen Fotohalte und Scheinanfahrten führten zu einer Fehleinschätzung des Wasserverbrauches, so daß auf der Rückfahrt kurz vor Erreichen des Zieles Stolberg in Eschweiler-Aue die Feuerwehr zur Speisewasserergänzung gerufen werden mußte (Bild 3).
Von der Veranstaltung wurden hier schon viele schöne Bilder gezeigt. Ich habe von der Zuführung der Loks aus dem Süden ein Foto an Guido Rademachers Beitrag von gestern beigefügt.
Nach der Veranstaltung kam die 98 727 sofort zur Kahlgrundbahn, wo sie dann 18 Jahre lang an Ostern dort eingesetzt wurde (es herrschte bei der Deutschen Bundesbahn ja Dampflokverbot) bevor sie am 30. April und 01. Mai 1976 Star der Eröffnung des ersten Eisenbahnmuseums in Deutschland in Darmstadt-Kranichstein wurde. Auch das jährt sich nun zum 35. mal und wird mit den Kranichsteiner Bahnwelttagen vom 02. bis zum 05. Juni 2011 unter diesem Motto gefeiert.
Schauen Sie ruhig einmal herein, es gibt viel zu sehen (zB den 100 jährigen Zug der GES mit Lok 11 als Zubringer von Da Hbf direkt ins Museum).
