Hier geht’s zum 1. Teil
und hier zum 2. Teil
Hallo allerseits,
auch dieses Mal möchte ich mich wieder vielmals für die anerkennenden Kommentare und bei „sh2“, „Stefan Motz“ und „axel“ für die ergänzenden Bilder bedanken, wobei die Abbruchbilder von „sh2“ ja schon nachdenklich stimmen.
Besonders interessant fand ich auch den
Buchfahrplan von 1974 und die
Betriebsvorschriften für Nebenbahnen von 1958, die „Der lustige Wiesentäler“ und „S.B“ beigesteuert haben: 1958 waren alle Unterwegshalte außer Reitprechts, Lenglingen und Adelberg-Börtlingen mit örtlichen Betriebsbeamten oder Agenten besetzt und selbst 1974 war dies noch bei Maitis-Hohenstaufen, Wäschenbeuren, Rechberghausen und Faurndau Nord der Fall. Vielen Dank für das Anhängen dieser Dokumente.
Nun begeben wir uns aber auf den letzten Teil der Reise von Wäschenbeuren nach Göppingen.
Zur Orientierung noch einmal die Übersichtskarte:
Im 2. Teil waren wir ja bis zum Einfahrsignal vom
Bf Wäschenbeuren (km 16,33 - Höhe 419 m) gekommen. (Der Name Wäschenbeuren kommt der Sage nach daher, weil hier die Hofwäsche der Hohenstaufen war. [
www.waeschenbeuren.de] ):
(73) - Am Samstag 26. Mai 1984 - eine Woche vor der Stillegung - kommt uns 997 601+998 272+797 507 als N6614 auf der Fahrt nach Schwäbisch Gmünd entgegen (km 15,9).
(74) - Über das damals noch unbebaute Gelände südlich des Bahnhofs hatte man einem schönen Blick auf den etwas tiefer liegenden Ort mit der Kirche St. Johannes. Derweil warten am 15. Mai 1975 die örtliche Dorfjugend und Lok 16 auf die Rückfahrt nach Schwäbisch Gmünd.
(75) - Am anderen Ende des Zuges finden wir Lok 11, die nun als Schlußlok fungiert. (Das Dia ist grenzwertig, aber als einziges Bild, auf dem der Bahnhof noch mit beiden angebauten Schuppen im „Ursprungszustand“ zu sehen ist, wollte ich es trotzdem zeigen.)
(76) - Als am 23. Mai 1984 der Schienenbus 797 502 als N6621 einfährt, ist der linke Schuppen umgebaut und der rechte abgerissen. Damals wurden auch gerne Leitplanken als Bahnsteigkanten verwendet. Auf dem folgenden Bild sieht man dann auch noch die anderen Varianten: Schwellen und Beton
(77) - 797 508 als N6633 auf der Rückfahrt von Maitis-Hohenstaufen (23. Mai 1984)
Auch ein „Nebel-Stimmungsbild“ mit V100 soll nicht fehlen:
(78) - Der Lokführer auf der 212 040 wartet am 29. März 1983 mit dem N6614 bis der Zugführer (rechts) seinen Plausch beendet hat.
Rolf Köstner hat beim 1. Teil ein Foto angefügt, das das Bahngelände schön zeigt und freundlicherweise hat er mir gestattet, es hier einzubauen
Heute ist das gesamte Gelände mit Wohnhäusern überbaut und im Bahnhofsgebäude ist ein Kindergarten eingerichtet
(79):
(80) - 1984 sah es noch recht ländlich an der westlichen Bahnhofseinfahrt aus, wo uns gerade 797 508 als N6626 entgegen kommt.
In der Gegenrichtung eine Gegenüberstellung einst & jetzt:
(81 und 82) Bei Regen befährt 997 606+...+797 508 als N6625 am 23. Mai 1984 den Bahnübergang Mühlgasse. Am 26. Febr. 2011 schien zwar die Sonne, aber … … … .
Kurz hinter Wäschenbeuren geht es - wie auch auf der anderen Ortsseite (Bild 69) - unter einer Betonbrücke hindurch, mit dem Gefälle von 1:40 wird ein Waldgebiet durchquert und am Waldrand erreichen wir dann den Krettenhof, wo sich dieses schöne Fotomotiv ergibt:
(83) - 211 046 brummt am Abend des 4. März 1976 mit N6630 die Steigung in Richtung Wäschenbeuren hinauf (km 18,3).
(84) - Auf der Vorderseite des Hofes fällt der schöne Bauerngarten auf - mit dem typischen Zaun, damit Blumen, Gemüse und Salat vor allzu hungrigen Wildtieren geschützt sind. 797 506 fährt am 26. Mai 1984 als N6625 an dieser Idylle vorbei.
(85) - Auch von der anderen Bahnseite aus konnte man gut fotografieren: Am 19. Sept 1979 sehen wir hier GmP62961 auf der Fahrt nach Göppingen, der an diesem Tag allerdings ohne „G“ unterwegs war.
(86) - Von etwas weiter oben hat man einen schönen Blick auf den Krettenhof, auf den Schützenhof und auf 797 502+…+797 503, die als N6625 in Richtung Göppingen vorbeirollen (15. Mai 1984).
(87) - Birenbach ist bekannt durch seine Wallfahrtskirche [
www.kathkirche-waeschenbeuren.de], die wir hier zusammen mit 797 503+VB+VS als N6626 sehen.
Bald darauf ist der
Bf Birenbach (km 19,43 - Höhe 350 m), der rund 70 Meter tiefer als Wäschenbeuren liegt, erreicht:
(88) - Reger Andrang herrschte am 4. März 1976 als der Nachmittagszug N6625 (798 720) um 14.17 Uhr auf der Fahrt nach Göppingen in Birenbach einen Halt einlegte. Damals war Gleis 1 noch in Betrieb und wurde planmäßig auch für Kreuzungen verwendet.
(89) - 4 Jahre später sind Ausweichgleis und Nebengebäude verschwunden, stattdessen hat der Kleinwagen der Bewohner einen standesgemäßen Parkplatz erhalten (15. Mai 1984).
Und heute sieht es hier so aus
(90):
(91) - Kurz hinter dem Bahnhof geht es über den Krettenbach; hier begegnen wir am 15. Mai 1984 kurz vor 17 Uhr dem 797 502 als N6630 (km 19,7).
Anschließend verläuft die Strecke wieder im Wald bzw. am Waldrand, wo sich auch der ehemalige
Bf Adelberg-Börtlingen (km 20,95 - Höhe 338 m) befindet. Wie schon in der Einleitung erwähnt liegt Börtlingen etwa 2,5 km und rund 100 Höhenmeter entfernt, bei Adelberg sind es sogar rund 5 km und 150 Höhenmeter. Deshalb wurde der Bahnhof bereits zum Sommerfahrplan 1962 (27. Mai) geschlossen.
Leider habe ich von dem Bahnhof nur ein aktuelles Bild
(92):
Das markanteste Motiv auf dem südlichen Abschnitt ist sicherlich der Blick auf die Kirche Mariä Himmelfahrt in Rechberghausen …
(93) - … wo wir am 15. Mai 1984 kurz nach 9 Uhr 997 601+998 272+797 507 als N6614 fotografisch festhalten (km 21,7).
(94) - Hier in Rechberghausen gab es auch ein Lichtvorsignal.
Wenn wir noch ein kurzes Stück weiter und auf die andere Bahnseite gehen, dann haben wir diesen Blick auf den Schloßhof von Rechberghausen (zumindest der Turm ist sichtbar), wo sich früher einmal eine Burganlage befand [
www.regiobild.de]:
(95) - 797 502 und 797 503 sind als N6625 auf dem Weg nach Göppingen und werden in Kürze im
Bf Rechberghausen (km 22,39 - Höhe 330 m) eintreffen:
(96 und 97) - Am 20. Juni 1979 wird 797 503 um 14.23 Uhr als N6625 gleich weiter nach Göppingen fahren.
(98) - Auch am 19. Sept.1979 waren im Bf Rechberghausen noch alle Gleise und Nebengebäude vorhanden (211 042, GmP 62961).
Kurz vor der Stillegung 1984 war das Gelände schon ziemlich „umgestaltet“
(99):
Heute befindet sich im Bahnhof ein Theater [
www.theaterimbahnhof.de] . Aktuelle Bilder findet man auch auf der Seite von Reiner Schruft [
www.vergessene-bahnen.de] oder [
static.panoramio.com]. (Etwas zur Geschichte des Ortes erfährt man hier: [
www.stauferland.de] )
Während von Rechberghausen aus die Bundesstraße den direkten Weg nach Göppingen nimmt, verläuft die Bahn entlang des Marbachs und gelangt bei Faurndau zur Hauptstrecke Stuttgart - Ulm. Kurz zuvor wird der
Bf Faurndau Nord (km 24,83 - Höhe 307 m) und zugleich der tiefste Punkt erreicht. (An der Strecke nach Stuttgart liegt der Hp Faurndau etwa 700 m in westlicher Richtung von unserem Bahnhof entfernt.):
(100) - N6617 mit 212 040 legt am Vormittag des 29. März 1983 eine kurze Pause in Faurndau ein.
(101) - Noch rechtzeitig vor der Planabfahrt um 8.01 Uhr wird beim Zugführer die Fahrkarte gekauft und auch das Kiosk war damals noch geöffnet (23. Mai 1984, 797 502 als N6613).
(102) - Und hier noch der Blick von der anderen Seite. Gleich hinter der Brücke wird die Strecke Stuttgart - Ulm erreicht wird, neben der unsere Bahn nun die letzten gut 2 Kilometer bis zum
Bf Göppingen (km 27,23 - Höhe 316 m) verläuft:
(103) - Nach der Ankunft des letzten Zuges von Schwäbisch Gmünd am Samstag 10. März 1984 um 14.30 Uhr ging es dann mit dem 427 402 (links) als N5260 zurück Richtung Stuttgart. Am Kilometerstein „27,2“ erkennt man die Länge unserer Strecke (nach Stuttgart sind es 42,1 km).
Damit sind wir am Ziel unser Reise angelangt, ich hoffe es war interessant und zum Schluß bleibt eigentlich nur noch die - etwas wehmütige - Feststelllung:
(104) - Der letzte Zug ist abgefahren …
Viele Grüße
Andreas
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Edit: Foto von Rolf Köstner (Wäschenbeuren) hinzugefügt, Links angepasst
3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:04:13:17:26:37.