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 04 - Historische Bahn 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Zunächst wie gewohnt der Hinweis auf die vorhergegangenen Beiträge:

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Prolog (m16B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Delmenhorst-Lutten (m21B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Lutten-Vechta-Lohne (m19B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Vechta-Dinklage-Lohne(-Rieste) (m20B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Lohne (Oldbg.)-Holdorf (m25B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Holdorf-Grube Damme-Damme (m20B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Holdorf-Hesepe (m37B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – W'haven/Leer - Oldenburg (m24B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Bw Oldenburg (m35B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Oldenburg Hbf 1978-1985 (m31B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Oldenburg Hbf - Cloppenburg (m26B)

Frei nach Gunter G.: „Intercity Linie Nr. 4a“ - Teil 1 (m20B)

Frei nach Gunter G.: „Intercity Linie Nr. 4a/6a“ – Teil 2 (DR 212.0 - m24B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Cloppenburg-Quakenbrück (m22B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Cloppenburg-Esssen-Lewinghausen-MHE (m21B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Quakenbrück-Bersenbrück (m32B)

Dieselhochburg Oldenburger Münsterland – Nikolausfahrten mit "Mevissen 4" und "89 6237" auf der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn (m31B)



Diesen Beitrag hatte ich schon einmal unter dem Titel “Als Basketball im Artland noch ein Fremdwort war - Ankum-Bersenbrück 1986 (m11B)“ im Mai 2008 eingestellt. Jetzt aber mit neuen Scans und größeren Bildern.


Wer kennt denn schon das Artland?!


Zu beiden Seiten der nach Norden fließenden Hase (größter Nebenfluss der Ems) erstreckt sich nördlich von Osnabrück das Artland. Das Artland gehörte bis in die siebziger Jahre zum Kreis Bersenbrück (BSB). In seinem südlichen Teil liegt die ehemalige Kreisstadt Bersenbrück, die über eine Zweigstrecke mit der Gemeinde Ankum verbunden ist. Im Ankumer Hügelland befinden sich stattliche Bauernschaften, wie auch das ganze Gebiet für seine Viehzucht bekannt ist. Ankum selbst ist durch seinen im Rundbogenstil errichteten "Artländer Dom" vielen ein Begriff. Im mittleren Artland finden wir die Gemeinden Badbergen, Gehrde, Menslage und Nortrup. Im nördlichen Teil liegt der größte Ort des Kreises, Quakenbrück. Quakenbrück ist heute in erster Linie durch seinen Basketballclub, die "Artland Dragons" bekannt, wobei auch der Name des Clubs auf eine regionale Besonderheit zurückgeht: Im Artland wurden in die Eichenbalken der Fachwerkhäuser Drachenköpfe geschnitzt. Ansonsten kennt der Normalbürger vielleicht noch die "Artland Fleischwaren" aus Badbergen, allerdings auch wohl nur dem Namen nach, ohne dieser einer Region zuordnen zu können.

Heute gehören die genannten Gemeinden zum Landkreis Osnabrück. Die Samtgemeinde Quakenbrück umfasst mit den Mitgliedsgemeinden Badbergen, Menslage und Nortrup, sowie mit der Gemeinde Gehrde den Kernbereich des Artlandes. Gehrde jedoch gehört schon zur Samtgemeinde Bersenbrück, welche mit einer ihrer weiteren Mitgliedsgemeinden, der Gemeinde Ankum, den südlichen Teil des Artlandes umfasst. Die restlichen Mitgliedsgemeinden Bersenbrücks (Alfhausen, Eggermühlen, Kettenkamp und Rieste) gehören nicht mehr zum Artland, wobei die genaue Ausdehnung des Artlandes bis heute nicht ganz unstrittig ist. Ankum war im Mittelalter lange Zeit Mittelpunkt des Osnabrücker Nordlandes, des Varngaus (oder Farngaus). Wenn man aber heute landläufig vom Artland spricht, umfasst dieses eben auch Bersenbrück und Ankum.

Von Osnabrück kommend quert die Hauptstrecke Osnabrück - Oldenburg von Bersenbrück über Badbergen nach Quakenbrück das Artland. Ebenso wurde es von der seit langem stillgelegten Strecke über Fürstenau nach Rheine (und weiter nach Coesfeld - Oberhausen) tangiert.


Wir möchten uns heute mit der nur 5,3 Kilometer langen Zweigstrecke von Bersenbrück nach Ankum beschäftigen, der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn (ABE). Eigentümer dieser Bahn waren das Königreich Preußen, die Provinz Hannover, sowie der Landkreis Bersenbrück und die Gemeinde Ankum.Diese am 02. August 1915 eröffnete Strecke hat während ihrer Lebenszeit mehrere Betriebsführer gesehen. Bis 1920 war es die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (GOE), danach bis 1933 die Deutsche Reichsbahn (DRB). Bis 1945 unterstand die Bahn dem Niedersächsischen Landeskleinbahnamt Hannover, danach dem Nds. Landeseisenbahnamt Han. (NLEA). Ab 1959 übernahm die Bentheimer Eisenbahn (BE) die Betriebsführung. Seit 1989 gehörte die Strecke dann zu den Verkehrsbetrieben des Landkreises Osnabrück (VLO). Die Freigabe für den Personenverkehr erfolgte erst am 01. August 1919 und endete am 30. September 1962.
Wer mehr über die Lokomotiven (2 Dampf- und 2 Diesellok) und Triebwagen (ebenfalls 2 Stück) dieser Bahn wissen möchte, dem sei diese Seite empfohlen!


Seit 1984 hatte die Bentheimer Eisenbahn die Zugförderung der DB übertragen. Diese wurde von der DB in der Regel mit einer der beiden Bramscher Bahnhofs-Köf III vom Bw Osnabrück Hbf durchgeführt.

Am 01. August 1986, also fast auf den Tag genau 71 Jahre nach der Eröffnung der Bahn, oder genau 57 Jahre nach Aufnahme des Personenverkehrs, machte ich mich mit meinem Kumpel Hannes P. aus G auf den Weg nach Ankum. Wir kamen noch gerade rechtzeitig, um die Übergabefahrt mit der Osnabrücker 333 209 kurz vor Ankum, bei Rüssel zu erreichen:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6666303237363133.jpg         http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6239373333616338.jpg

Die Fuhre erreicht den Ankumer Ortsrand und damit auch das dortige Industriegebiet:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3333333531666436.jpg

Zunächst koppelt die Lok ab und fährt alleine in den Anschluss eines dort ansässigen Möbelherstellers. Im Hintergrund die "Artländer Bekleidungswerke AG", die meines Wissens zum Teil auch auf die Bahn verluden:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3830336666613935.jpg

Nach einiger Zeit kehrt sie mit beladenen Waggons aus dem Anschluss zurück:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3930333739633861.jpg

Nachdem sie die mitgebrachten Wagen in den Anschluss geschoben hat, sind noch einige Rangierbewegungen durchzuführen:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6564393436356532.jpg

Auch im Bf Ankum ist noch ein Wagen umzusetzen, bevor es nach einer kurzen Pause zurück nach Bersenbrück ging:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6330363336383135.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3831333063656433.jpg

Hier durchfährt die Übergabe den ehemaligen Bf Ahausen:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/6430613336396563.jpg

Das Stadtgebiet von Bersenbrück ist erreicht. Vor dem Bahnübergang an der Lindenstraße muss zunächst angehalten und das Schließen der Schranken abgewartet werden. Dazu ein kurzer Zuruf aufs Stellwerk:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3637643830386633.jpg

Mittels Sägefahrt muss ins Hauptgleis rangiert werden:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3434373035663332.jpg

Hier endete unser Besuch bei der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn. Wenn ich mich recht erinnere waren wir an diesem Tag vornehmlich an den Strecken Osnabrück - Oldenburg und (Osnabrück -)Hesepe - Delmenhorst unterwegs und hatten die ABE nur dazwischen geschoben.

Am 28. Januar 1988 traf ich im Rahmen einer Geburtstagsfeier, zu der ich per Bahn nach Bersenbrück anreiste, im dortigen Bahnhof noch einmal auf die gerade aus Ankum gekommene Übergabe. Zuglok war wieder die 333 209.

In Kürze wird der Zug auf die jetzt freie Strecke nach Bramsche gehen, wo die Wagen bis zum späten Nachmittag verbleiben werden, bevor es mit einem Ng weiter nach Osnabrück und von dort in die weite Welt gehen wird:
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/8104586/3436313266323536.jpg

Zum 30. Juni 2005 kündigte Railion die Bedienung der Strecke auf. Seitdem kam es noch gelegentlich zu Ganzzügen nach bzw. von Ankum (Holzverladung). Im Oktober 2005 verkaufte die VLO ihre Anteile (25 %) an die beteiligten Gemeinden und Samtgemeinden. Somit befindet sich die Bahn samt der Bussparte weiterhin in öffentlicher Hand. Wie es dort aktuell aussieht, weiß vielleicht der ein oder andere aus dem Forum zu berichten...


Im nächsten Teil geht es dann endlich weiter von Bersenbrück nach Hesepe, wo unsere Bahn auf die bereits in den ersten 7 Folgen besprochene KBS 276, Delmenhorst – Hesepe (-Osnabrück) trifft, um vereint mit dieser in die Hasestadt zu gelangen.



Bis neulich – natürlich im HiFo

Rolf Köstner


Quellen/Literatur:

Hülsmann, Lothar H. „125 Jahre Eisenbahn in Osnabrück“ EK Verlag, Freiburg 1982

Hülsmann, Lothar H. „Die Zeit der Deutschen Bundesbahn in und um Osnabrück 1949-1994“ Verlag A. Staperfeld, Osnabrück 2003

Hülsmann, Lothar H. "Die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn Verkehrsgeschichte im Gebiet Ankum - Bersenbrück" Verlag Uhle & Kleimann, Lübbecke 1982

[www.laenderbahn.info]

Diverse Monatshefte

u.a.


RAL 9017
RAL 3020
RAL 1028




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:01:02:14:20:01.
Moin moin!
Mal wieder klasse Bilder!

War die Zugschlußlaterne 1986 noch Standard, oder schon die Ausnahme?
Vielleicht schrieben auch die Vorschriften der ABE bei Dunkelheit einen beleuteten Zugschluß vor.

Gruß
Christian
Hallo Rolf

Hm, Möbelhersteller? Hast Du da noch mehr Info dazu? Mir fällt auf, dass dort offenbar drei CFR-Gbs und ein DR-Gbs abgeholt und ebensoviele zugestellt wurden, wobei der abgeholte DR-Gbs dann offenbar in Ankum vom Zug ging. Und auf dem Weg zur Geburtstagsfeier rollt Dir dann wieder ein CFR-Gbs vor die Linse. Normalerweise ist es ja falsch, von der Herkunft von Standard-Güterwagen auf die Herkunft der Ladung zu schliessen, aber irgendwie zeichnet sich da ein Muster ab. Könnte es sich da vielleicht um ein IKEA-Lager gehandelt haben?

Gruss

Frank
Bahn-Alltagsbilder vom Allerfeinsten, davon einige mit absoluter Kalenderqualität.

Vielen Dank fürs Zeigen, Rolf (gilt im Übrigen für die ganze Serie)!

Beste Grüße aus HH,
Helmut

Re: kein IKEA

geschrieben von: Block 103

Datum: 07.12.10 18:37

Hallo Rolf, hallo Frank und alle Anderen

der Möbelfabrikant war und ist ein eigenständiger Betrieb.
[s264020171.online.de]

Schöne Bilder übrigens wie immer.

Gruß
Heinz
Hallo Rolf!

Danke für diesen tollen Beitrag zu einer fast unbekannten Bahn, die immerhin noch existiert und auch heute noch vergleichsweise gut gepflegt ist. Ich werde sie im Rahmen meiner Reihe über Kleinbahnarchäologie in den nächsten Wochen vorstellen. Schöne Grüße,

Dennis.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:04:03:31:37.