Hallo alle miteinander!
Weiter geht es mit der früheren Ratzeburger Kleinbahn östlich von Dermin:
Etwa einen Kilometer nach der Kreuzung mit der Schweriner Straße schwenkte die Kleinbahn von hinten links kommend (etwa bei den beiden Autos im Hintergrund) in den Mühlenweg ein und folgte ihm rechter Hand auf den Betrachter zu:
Blick in die andere Richtung: Fast könne man meinen, der Schuppen links habe schon zu Kleinbahnzeiten bestanden, daher der Platz davor…
Hinter dem eben sichtbaren roten Lkw bog die Bahn nach links von der Straße ab und führte am Feldrand entlang um die Häuser von Ziethen herum, noch heute ist dies zu erahnen:
Am Ende von Ziethen schmiegte sich die Bahn wieder an die Straße an. Das abgebildete Gebäude, das etwas schräg zur Straße, aber dafür parallel zum früheren Gleisverlauf dahinter steht, habe ich laut Rekonstruktion anhand von Messtischblättern für den Bahnhof von Ziethen gehalten, zumal es Ähnlichkeiten mit anderen noch erhaltenen Bahnhöfen der Ratzeburger Kleinbahn hat. Der neue Wolff-Band bestätigt meine Vermutung, denn auf der Rückseite steht noch der Bahnhofsname:
Gemäß den Abbildungen unten auf [
www.luebeck-buechener-eisenbahn.de] soll dieses hier das Bahnhofsgebäude von Ziethen gewesen sein, genau gegenüber auf der anderen Straßenseite gelegen. Tatsächlich handelt es sich hier "nur" um die frühere Bahnagentur von Ziethen. Erst am 17. Oktober 2010 konnte ich nachträglich diese beiden Bilder des Gebäudes machen, das umgebaut heute als Altenheim dient: Die Motive ähneln denen auf dem eben angegebenen Link:
Kurz hinter dem Bahnhof Ziethen kreuzte die Bahn von hinten rechts kommend die Schönberger Straße im spitzen Winkel etwa dort, wo die Autos parken:
Blick in die andere Richtung: Die Bahn driftete nun nach rechts ab ins Feld, dieser Trassenteil ist heute eingeebnet:
Nach der Kreuzung mit einem Querfeldweg ist die Bahntrasse als Feldweg wieder erkennbar, Blick nach Klein Thurow:
Nachdem die Bahn eine Anhöhe erklommen hatte, ging es nun talwärts auf einen Wald zu:
Auch im Wald ist der Bahnverlauf noch erkennbar, wobei ich mir an dieser Stelle nicht ganz sicher war, ob der Weg rechts die Trasse ist, oder der Erdhaufen links. Blick nach Klein Thurow:
Rund einen Kilometer weit ist die Trasse befahrbar, dann verliert sie sich irgendwo im Wald, Blick nach Klein Thurow:
Der Blick zurück:
Blick entlang der Schweriner Straße zurück nach Ratzeburg am Ende des Waldes, den auch die Kleinbahn durchfuhr. Nachdem die Bahn diese Straße bereits in Dermin gekreuzt hatte, trat sie hier von rechts kommend aus dem Wald heraus und schmiegte sich an die Straße an. Rechts ist noch der hohe Bahndamm zu erkennen:
Der Blick in die andere Richtung, links der Bahndamm: Gleich ist der frühere Haltepunkt Chausseehaus erreicht:
Unklar bin ich mir darüber, ob dieses Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Bahnhof war (Blick zurück nach Ratzeburg):
...oder vielleicht dieses Gebäude auf der “Gleisseite”:
Wie dem auch sei: Links der Straße ging es nun weiter nach Klein Thurow, heute ist hier ein Radweg:
Kurz vor Mustin, dem nächsten Halt der Bahn, bog die Kleinbahn wieder wie in Ziethen nach links von der Straße ab, um einige Häuser zu umfahren. Noch heute ist diese Situation nachvollziehbar:
Noch mal der Blick zurück zum Chausseehaus: Die Bahn verlief nun ansonsten fast ausschließlich neben der Allee her:
Am östlichen Ende von Mustin befand sich der Bahnhof, das Empfangsgebäude ist noch vorhanden (Straßenseite):
Die Inschrift beseitigt jeden Zweifel:
Hinter dem Bahnhof schmiegte sich die Bahn von hinten rechts kommend wieder an die Allee an (Blick zurück nach Ratzeburg):
...und blieb auf der linken Straßenseite. Weiter geht es nach Klein Thurow:
Etwa einen Kilometer hinter Mustin noch mal der Blick zurück nach Ratzeburg:
...und weiter nach Klein Thurow: Hier befand sich bis 1990 die Grenze zur DDR: Während die Bahn in der folgenden Straßenkurve auf die rechte Straßenseite wechselte, bleibt der neu angelegte Radweg auf der linken:
Viele Jahre hatte ich mich gewundert, warum die Ratzeburger Kleinbahn wegen zweier kleiner Dörfer ins Mecklenburgische hinüber fuhr, ohne dort einen Anschluss an andere Bahnen zu haben. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass dieses Gebiet bis 1945 zum preußischen Schleswig-Holstein gehörte. Tatsächlich befand sich der Endbahnhof in Klein Thurow unmittelbar an der damaligen Grenze zu Mecklenburg, aber noch auf SH-Seite. Grund für den heutigen Grenzverlauf war eine Grenzbereinigung durch die Alliierten nach dem 2. Weltkrieg, nachzulesen unter: [
de.wikipedia.org]. So ging die Gegend um Klein Thurow an das sowjetisch besetzte Mecklenburg, dafür gelangten einige andere Dörfer um Ratzeburg an Schleswig-Holstein, darunter auch Ziethen, das von der Kleinbahn angefahren wurde. Für die Kleinbahn hatte diese Grenzziehung aufgrund ihres frühen Endes jedoch keine Bedeutung mehr.
Kurz vor Groß Thurow, dem vorletzten Halt der Bahn, ist die Bahntrasse noch als kleiner Einschnitt neben der Landstraße zu erkennen:
Blick an gleicher Stelle zurück nach Ratzeburg:
An der Zweigstraße nach Dechow (links) befand sich der Haltepunkt Groß Thurow (rechts neben der Straße). Nichts deutet mehr darauf hin, außer der heutigen Bushaltestelle (Blick nach Klein Thurow, nachträgliche Aufnahme vom 17. Oktober 2010):
Blick zurück nach Ratzeburg (die Gleise lagen links neben der Straße, nachträgliche Aufnahme vom 17. Oktober):
An der Zweigstraße nach Groß Thurow, Blick entlang der Chaussee zurück nach Ratzeburg: Die frühere Gleislage links neben der Straße ist in diesem Bereich nicht mehr auszumachen, der bereits passierte gleichnamige Haltepunkt (hinten im Wald) lag also ziemlich weit außerhalb des kleinen Ortes:
Der Blick nach Klein Thurow: Die Bahn verlief noch rund einen Kilometer weiter entlang der rechten Straßenseite, um sie anschließend letztmalig zu wechseln:
Hinter Groß Thurow sind Bahntrasse und Radweg wieder identisch:
Blick an gleicher Stelle zurück, etwa hier wechselte die Bahn entlang der linken Straßenseite kommend auf die rechte:
Die Einfahrt in den Endbahnhof Klein Thurow:
Der Blick zurück:
Das Stationsgebäude von Klein Thurow ist entgegen meiner Erwartung auch noch erhalten. Links dahinter befand sich einst ein Lokschuppen: Auf folgender Internetseite gibt es auch ein historisches Bild mit der T3 am Endbahnhof: [
www.bustue.de]
Die Straßenseite des Bahnhofs ähnelt der von Mustin, allerdings ist dieser Bahnhof noch etwas ursprünglicher erhalten:
Der Blick am Bahnhof vorbei über die frühere Landesgrenze hinaus: Eine Weiterführung nach Mecklenburg kam bekanntlich nie zu Stande. Ob sie der Bahn neue Impulse gebracht hätte, ist zu bezweifeln. Wahrscheinlich wären die spärlichen Waren- und Fahrgastströme nur anders abgeflossen, mehr wären es wohl nicht geworden:
So, das war’s mit der Vorstellung der früheren Ratzeburger Kleinbahn. Viel Spaß mit den Bildern, bis bald, schöne Grüße,
Dennis.
Mein DSO-Inhaltsverzeichnis: [
www.drehscheibe-foren.de]
8-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:11:17:01:57:44.