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? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: Detlev Hagemann

Datum: 12.07.10 20:06

Moin,

bei der Aufarbeitung von Laufplänen der BR 39 fiel mir folgende Leistung auf: der P 1726 fährt von Homburg/Saar über Einöd nach Rohrbach. Der Zug machte also in Einöd Kopf.

http://www.db58.de/wp-content/uploads/2010/07/db-kursbuch-58-t3-west-s329-2801.png

http://www.db58.de/wp-content/uploads/2010/07/db-kursbuch-58-t3-west-s329-280.png

Fragen:
Wer weiß etwas über diese Situation?
A) Setzte die Lok in Einöd um und fuhr eine Strecke rückwärts – welche?
B) Wurde die BR 39 gedreht?
C) Oder wurde so verfahren: Lok fährt bis Einöd, schiebt zurück, dreht übers Gleisdreieck und schiebt den Zug zurück nach Einöd, um dann nach Bierbach zu fahren?

Edith O'Rial hat den Text übers Gleisdreieck geändert





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:13:19:58:31.

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: FES

Datum: 12.07.10 21:34

Hallo,

Angesichts der damaligen Situation könnte ich mir vorstellen, dass in Einöd eine Maschine bereit stand, um den Zug inc. der P 10 weiterzuziehen. Was machte denn die P 10 ab Rohrbach? Von wann ist der KB-Auszug? War die direkte Strecke Schwarzenacker - Bierbach noch wg Kriegsschäden gesperrt?

Zum Umsetzen ist die Zeit an Werktagen m.E. zu knapp gewesen.

Gruß aus der Kurpfalz

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:12:21:38:11.

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: X-2919

Datum: 12.07.10 21:45

Moin Detlef,

ich kann zur Situation vor Ort sagen, dass das Gleisdreieck nicht Bestandteil des Bahnhofes Einöd war. Von Homburg kommend trennten sich die Schenkel (d.h. Strecken) in Richtung Zweibrücken und in Richtung Rohrbach bereits kurz hinter dem Bf. Schwazenacker. Dann führten sie einige 100 m parallel; nicht direkt nebeneinander aber noch nah beisammen.

Unter diesem Aspekt scheint mir die Variante 3) nicht plausibel - Zurückschieben eines besetzten Zuges auf freier Strecke. Wenn man das schon so gemacht hätte, wäre auf eine Rückkehr des Zuges in den Bf Einöd sicher verzichtet worden, da nicht nur überflüssig, sondern wegen der benötigten Ausnahmeregelungen für das Zurückdrücken eines besetzten Reisezuges auf zwei Streckenabschnitten. In diesem Falle würde man aber wohl einen kürzeren Aufenthalt in Einöd vorgesehen haben. Weiterhin wende ich ein, dass man beim Zeitaufwand, den dieses Mannöver gedauert hätte - immerhin mind. 3 km Fahrt - auch bis Zweibrücken hätte durchfahren können. Miltenberg war ein Sonderfall (wenn auch nicht der einzige) der sich aber durch die Lages des Bahnhofes im Schienennetz und die Situation als Kopfbahnhof erklärte. Nicht so Einöd.

Ansonsten ist es plausibel, dass die Zuglok zwischen Homburg und Einöd rückwärts fuhr, da dies ja nur ein kurzer Abschnitt war und ansonsten die Hauptbahn (Pirmasens -) Einöd - Rohrbach rückwärts befahren worden wäre. Aber belegen kann ich diese Annahme nicht.

Herzliche Grüße, Peter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:12:21:51:47.

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: X-2919

Datum: 12.07.10 21:48

FES schrieb:
-------------------------------------------------------

> Von wann ist der KB-Auszug?

Von 1958 (Sommer oder Winter 1958/59), wie der Name des Projektes schon sagt.

> War die direkte Strecke
> Schwarzenacker - Bierbach noch wg Kriegsschäden gesperrt?

Siehst Du denn nicht, das auf dem gezeigten Fahrplanauszug auch ein Zug diesen Streckenabschnitt befährt?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:12:21:50:19.

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: FES

Datum: 12.07.10 23:01

.... das klingt alles plausibel, aber ich finde, an Werktagen die 10 min zu knapp zum Umsetzen.

Bis ZW durchfahren - anno 58 Einöd im Kursbuch immer noch mit Zollhäuschen.... - das hätte an Werktagen definitiv nicht gereicht, an Sonntagen aber sicher die zwingende Lösung, hätte es ggf. nicht einen anderen Grund gegeben. Die Zollunion Saar - Frankreich könnte es sein?


fe

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: KPM

Datum: 13.07.10 00:28

Bis Mitte 1959 war Einöd saarländischer Grenzbahnhof mit Zollgeschäften.
Auch der aus Richtung Saarbrücken ankommende 1723 hat laut dem Fahrplan mindestens 12 Minuten Aufenthalt, bevor er in die Pfalz nach Zweibrücken weiterfuhr.
Der 1726 hatte vermutlich einen Anschluß in Einöd aus Richtung Zweibrücken aufzunehmen; eine Anfahrt des kleinen Ortes mit Kopfmachen und innersaarländischer Fahrzeitverlängerung macht sonst keinen Sinn.
Ist nicht denkbar, dass ein aus Zweibrücken ankommender Zug weiter nach Homburg verkehrte und seine Zuglok ab Einöd vorher den P1726 samt BR 39 aus Homburg nach Einöd geschleppt hat? Dann hätte die BR 39 nicht umsetzen müssen.
Aber das sind nur Gedankenspiele. Ein Kursbuch liegt mir nicht vor.
Ich bin sehr auf die Lösung gespannt.

Gruß
KPM

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: Detlev Hagemann

Datum: 13.07.10 08:26

Moin miteinand,

es geht um Sommer-/Winterfahrplan 1958. Da mir auch der Umlaufplan der P 10 vorliegt: dieselbe P 10 bleibt am Zug! 10 Minuten genügen gerade, um umzusetzen.

Vielleicht liegt die Lösung in Rohrbach:
Der P 1726 kommt um 15:27 in Rohrbach an. Um 15:48 geht es schon mit P 1867 wieder zurück nach Homburg, aber nun auf direktem Weg. Hatte Rohrbach evtl keine Drehscheibe? Wurde evtl. deswegen über Einöd Kopf gemacht?

[Leicht OT] Wendezeit kürzen

geschrieben von: Michael P

Datum: 13.07.10 12:03

Hallo Detlev,

die ganze Zeit habe ich überlegt, wo mir ungewöhnliche Betriebsituationen schon mal aufgefallen waren, mit denen man Wendezeiten gekürzt hat. Bei Helmuts Schwarzwaldreise habe ich es dann wieder gefunden:

[www.drehscheibe-foren.de]

Dort im dritten Bild läuft die Zuglok des ersten Streckenabschnitts rückwärts am Zugschluss mit, bis es dann wieder richtig herum weitergeht. Passt nicht zu der Situation in Einöd, finde den Einsatz einer zweiten Lok aber bemerkenswert.

Herzliche Grüße,
Michael.

Re: [Leicht OT] Wendezeit kürzen

geschrieben von: Detlev Hagemann

Datum: 13.07.10 12:14

Wäre doch möglich:

P 10 fährt vorwärts nach Einöd. In Einöd setzt sich eine andere Lok vor den Zug und zieht ihn bis Rohrbach; P 10 bleibt (nun rückwärts) am Zug. Die andere Lok geht in Rohrbach wieder vom Zug. P 10 fährt wieder vorwärts nach Homburg.

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: Bonsai0815

Datum: 14.07.10 10:51

Hallo,

da ich leider nur den heutigen Zustand aus Einöd (Saar) kenne, gibt es einen Gleisplan aus dieser Zeit?
Da könnte man vielleicht sehen ob überhaupt ein Umfahren des Zuges möglich war.

Dann habe ich mir erstmal die Frage gestellt warum man überhaupt ein solches Manöver durchführt.
Könnte es sein, daß man in Einöd einige Wagen abgekuppelt und an den Zug aus Saarbrücken in Richtung Zweibrücken angehängt hat?
Oder wurde Einöd als Kreuzungsbahnhof genutzt, d.h. als Möglichkeit von Homburg nach Zweibrücken zu kommen, da es zu diesem Zeitpunkt wohl keine direkte Zugverbindung gab?

Grüße, Bonsai

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: X-2919

Datum: 14.07.10 16:38

Hallo,

Bonsai0815 schrieb:
-------------------------------------------------------
> da ich leider nur den heutigen Zustand aus Einöd
> (Saar) kenne, gibt es einen Gleisplan aus dieser
> Zeit?
> Da könnte man vielleicht sehen ob überhaupt ein
> Umfahren des Zuges möglich war.

Ein Gleisplan würde mich auch interessieren. Aber das war schon ein Bahnhof mit allem was dazugehört; Umsetzen kein Problem.

> Dann habe ich mir erstmal die Frage gestellt warum
> man überhaupt ein solches Manöver durchführt.
> Könnte es sein, daß man in Einöd einige Wagen
> abgekuppelt und an den Zug aus Saarbrücken in
> Richtung Zweibrücken angehängt hat?
> Oder wurde Einöd als Kreuzungsbahnhof genutzt,
> d.h. als Möglichkeit von Homburg nach Zweibrücken
> zu kommen, da es zu diesem Zeitpunkt wohl keine
> direkte Zugverbindung gab?

Im ersteren Falle wäre im Kursbuch eine Anmerkung erschienen, bzw. der Zug wäre gar nicht als in Einöd endend erschienen.
Der zweite Fall ist sicher die richtige Vermutung. Einen anderen Grund kann es kaum geben. Der Gegenzug von Reinheim oder Rohrbach nach Zweibrücken fuhr wohl so früh in Bierbach ab, dass dort kein Anschluss mehr zustande gekommen wäre. Weiterhin kann es einen Anschluss von einem Zug Zweibrücken - Homburg auf den diskutierten Zug gegeben haben.
@ Detlef, könntest Du das bitte nachschauen und bestätigen? Auch wenn das mit Deiner Anfangsfrage nicht viel zu tun hat.

In späteren Jahren gab es so auch den Fall, dass Züge von Homburg nach Zweibrücken über Bierbach verkehrten (und umgekehrt), um dort Anschluss von bzw. nach Saarbrücken herzustellen. (Es gab Züge, die von Saarbrücken schon in Bierbach endeten bzw. dort eingesetzt wurden.)

Betreffs des Verweises auf die Grenzkontrollaufenthalte in Einöd weiter oben, so sehe ich keinen Zusammenhang mit dem hier diskutierten Zuglauf. Die Grenze wurde ja nicht überfahren. Also kann der Aufenthalt in Einöd nur durch Umsetzen der Lok und ggf. auch Anschlussaufnahme von einem Zug Zweibrücken - Homburg begründet sein.

Viele Grüße, Peter

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: Detlev Hagemann

Datum: 15.07.10 08:44

Bin erst am Samstag wieder in Deutschland, ich schwitze im Schwitzerland

Re: ? zu Einöd (Saarland) und BR 39

geschrieben von: Bonsai0815

Datum: 15.07.10 08:54

Hallo Peter,

ich habe einen Ausschnitt aus dem Kursbuch 1979/1980 gefunden, dort fährt ein Zug Zweibrücken-Einöd-Bierbach-Homburg:
Hom_Einöd-ZW-Bierbach.jpg

Das würde die Vermutung bestätigen, daß der Aufenthalt in Einöd dazu diente Anschlußzug nach Zweibrücken zu bekommen, bzw. von Einöd Richtung Rohrbach-Saarbrücken.

Grüße, Bonsai