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 04 - Historische Bahn 

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...nach den wunderbaren Teilen 1 bis 4 von Stefan, Rolf und Rein, kommt nun ein Blick aus etwas anderer Perspektive auf die 4.000 Tonnen:

Meine Dampflokmitfahrt

So lange ich zurückdenken kann, war ich schon immer begeistert von Dampflokomotiven.
Sie zu erleben, sie zu hören und sie zu spüren, wenn sie z. B. durch Leer mit 4.000 Tonnen donnerten, wurde bei mir zu einer Art „Sucht".
Viele Nachmittage verbrachte ich, meist mit verschiedenen Freunden, an der Bahnstrecke, oder auf dem Bahnhof von Leer / Ostfriesland.
Im Alter von elf Jahren erlebte ich dort ganz intensiv die letzten 01.10 Planeinsätze.
Irgendwann einmal bemerkte ich, dass ein Gast auf dem Führerstand weilte, als ein Dampfzug durch Leer fuhr – das möchte ich auch gerne, war sofort mein Gedanke.
In den folgenden Monaten wiederholte es sich einige Male, dass jemand auf der Lok mitfuhr, der dort eigentlich nicht hingehört…
…wie kann man das erreichen, fragte ich mich.
So ziemlich jeder wird diesen Wunsch nachvollziehen können, denn es war ja ein damals noch aktueller Kindertraum, auf der Dampflok mitfahren zu dürfen.
Den folgenden zeitlichen Ablauf kann ich nur noch ungefähr nachvollziehen, der Schriftverkehr dazu liegt in irgendeinem Umzugskarton, nun ja.
Ich schrieb einen Brief an die BD Hannover, dass mein damaliger Freund Hans-Peter und ich gerne einmal auf der Dampflok mitfahren möchten. Wenig später kam die Antwort aus Hannover, die hastig geöffnet und gelesen wurde – es war eine Absage.
So groß war die Trauer nicht, denn eine Zusage hatten wir eigentlich nicht unbedingt erwartet.
Als in der Folgezeit aber immer wieder Gäste bei den „4.000 Tonnern“, den mit zwei Dampfloks bespannten Erzzügen, gesichtet wurden, reifte auch bei uns wieder der Wunsch heran, doch gerne einmal mitfahren zu dürfen. So setzte Papa sich dann eines Abends hin, schrieb einen längeren Brief an die BD Hannover, in der er von unserer Leidenschaft berichtete. Als Nachweis für das Hobby legte er diverse Bezirkswochen- und Bezirksmonatskarten (444) bei, die er, Hans-Peter und ich in den letzten Jahren so „verfahren“ haben. Nach einer längeren Pause kam dann ein großer brauner Umschlag aus Hannover von der Bundesbahndirektion in der Joachimstrasse.
Einige Passagen des irgendwo bei mir lagernden Schreibens habe ich nicht vergessen, obwohl ich es bestimmt seit 25 Jahren nicht mehr in der Hand hatte:

„Wir bitten keine Werbung damit zu machen und erlauben ausnahmsweise…
legen sie eine gültige Fahrkarte 2. Klasse Emden – Rheine vor…
melden sich im Bw Emden…
Aufsichtsbegleitperson…
Versicherung abschließen…
es ist laut und dreckig…
der eine Schüler fährt auf der einen, der andere Schüler auf der anderen Dampflok…“

Was soll ich sagen? Ich glaubte zu träumen, als ich von der Schule heimkam und die obigen Zeilen zu Lesen bekam.
Am 01.04.1976 sollte die Mitfahrt auf den Zugloks des Gdg 52918 stattfinden, ein Termin in den Osterferien, bald nach meinem 12. Geburtstag!

Natürlich fieberte ich dem Termin entgegen. Große Vorbereitungen waren nicht nötig: Frische Batterien und eine neue C 90 für meinen Kassettenrecorder, Papas Fotoapparat – fertig.

Den Buchfahrplan dazu hatte ich damals als "Dritter" natürlich nicht zur Hand...
http://img821.imageshack.us/img821/5618/buchfahrplan.jpg

Am 01.04.1976 fuhr ich mit den Eltern von Hans-Peter nach Emden, dabei konnten wir das kurz vorher fertig gestellte erste ostfriesische Autobahnteilstück der A 31 von Neermoor bis Riepe benutzen. Weitere Erinnerungen sind dann im Nebel der Aufregung und des Alters verschwunden.
Rechtzeitig vor dem Ausrücken der beiden Loks für den Gdg 52918 aus dem Bw Emden fanden wir uns dort in der Lokleitung ein. Dort war man selbstverständlich bereits informiert und neben den beiden Lokpersonalen warteten noch je eine Aufsichtsperson für Hans-Peter und mich. Leider sollte der Zug an diesem Tag nicht von zwei Jumbos befördert werden, sondern von 043 381-3 als Zuglok und 042 360-8 als Vorspannmaschine; leider - wir wollten beide auf dem Jumbo mitfahren...!
So wurden Hans-Peter und ich mit unseren Betreuern auf die beiden Loks aufgeteilt.
Unsere Begleiter und die Lokmannschaft der 042 360-8 kamen vom Bw Emden. Hans-Peters 043 381-3 wurde hingegen von Rheiner Lokpersonal gefahren
In Kluse sollte dann „Lokwechsel“ für uns Jungs sein – darauf freute ich mich schon, denn wir waren wie bereits geschrieben beide ganz „scharf“ darauf, auf dem Jumbo mitzufahren.
So folgte ich meinem Aufpasser zu einer weiteren 042, die er wegsetzen sollte, weil sie der 042 360-8, die Vorspann fahren sollte, im Weg stand. Ehe ich mich versah, saß ich auf dem Heizerhocker, während er die Lok umrangierte. Da fühlte ich mich schon richtig groß!
Weitere Erinnerungen sind wieder nur sehr schemenhaft vorhanden und setzen erst wieder ein, dass wir am Zug in der Ausfahrt stehen und erst einmal Luft pumpen müssen. Mittlerweile sind auch meine Eltern über die Brachfläche neben dem Rbf. zu uns gelangt – leider hat Papa an dem Tag nur Bilder mit seiner neuen Polaroid Kamera gemacht, jammerschade.

Eines meiner beiden in Emden gemachten Dias ist halbwegs gelungen:
042 360-8 vor 043 381-3 am Gdg 52918, Emden Rbf., 01. April 1976
https://abload.de/img/001197604012042360-8u3fsqu.jpg

Hans-Peter hatte sinnigerweise eine weiße (!) Jacke an; im grauen Kittel links steht Heinz Hinrichs

Danach ging es auf die Lok – es war die heute mittlerweile sehr bekannte 042 360-8.
Wenn ich sie heutzutage sehe, muss ich immer wieder an meine Mitfahrt vor 4.000 Tonnen denken...

Zur Abfahrt des Zuges machte ich den Kassettenrecorder startklar, aber irgendwie gelang es mir wohl vor lauter Herumschauen nicht rechtzeitig, denn die bekannt schwierige Ausfahrt habe ich nicht von Anfang an auf Band.

Abfahrt des Gdg 52918 Emden am 01.04.1976 von 042 360-8 aus aufgenommen (Tonaufnahme):
[www.bahnalbum.de]

Danach ließ ich den Ton einfach laufen und versuchte möglichst viel in mich aufzunehmen. Schnell merkte ich (damals war ich schon ein kleiner Tonspezialist), dass ich an die Seiten muss, um das Arbeitsgeräusch der Dampfloks aufzunehmen, denn auf dem Führerstand selber dominiert die bullernde Ölfeuerung eindeutig das Tongeschehen – vom sonstigen Eigenleben des klappernden, rüttelnden Führerstandes mal abgesehen.
Irgendwann vor Oldersum hielt mir der Heizer eine Blechbüchse unter die Nase, die mit etwas Körnigem gefüllt war. Der Inhalt wurde durchs Schauloch in die Feuerbüchse geschüttet. Später erfuhr ich, dass es Bremssand war. Kurz darauf wurde ich angestoßen und eine Geste deutete mir an, zurückzuschauen:
043 381-3 hatte auch eine „Rohrereinigungskur“ erfahren und spuckte tiefschwarze Rauchwolken aus.
Hinter Oldersum näherte sich dem 4.000 Tonner ein Hubschrauber, der uns, warum auch immer, eine Weile im Tiefflug begleitete.
Bei der Durchfahrt Neermoor, die mit immerhin 65 km/h erfolgte, schaute ich nach Klassenkameraden, die dort wohnten, sich aber nicht blicken ließen.
https://abload.de/img/0011976040112von04236xxsx4.jpg

Vor Leer, am Block Eisinghausen, ertönte auf einmal die Tieftonpfeife des Jumbos hinter uns, das Vorsignal zeigte zwei gelbe Lichter (oder war in Warnstellung), wie ich erspähte; gleich darauf hängte sich auch „mein Meister“ in den Pfeifenzug und ließ die Neubaupfeife mit ihrem helleren Klang ertönen.
Der „Weckruf“ für den Fahrdienstleiter war von Erfolg gekrönt, denn das Signal sprang rechtzeitig auf grün (der Jumbo quittiert das mit einem kurzen Pfiff), so dass die Regler bei ca. 75 km/h geöffnet blieben. (Tonszene 2 am Anfang)
In Leer / Ostfriesland, am Jägerzaun hinter dem BÜ Bremer Straße, stand „Opa Goehrke“, offensichtlich erstaunt mich zu sehen, nickte er mir zu. Erst nach meiner Mitfahrt traute sich der Rentner, uns mitzuteilen, dass er die „Schwarzen“ auch gerne mochte – wir hatten das schon lange vermutet, denn es verging kaum ein Tag, an dem er nicht am Jägerzaun stand, um den Dampfloks nachzuschauen…
…warum ich allerdings bei der Durchfahrt durch meinen Heimatbahnhof nur das Band laufen ließ, ohne ein Foto zu machen, ist mir bis heute ein großes Rätsel…!

Schon hinter der Ledabrücke südlich von Leer, mein Blick zurück, der Zug ist ganz drauf!
https://abload.de/img/001197604014avon04236hrs6k.jpg

und anschließend nach vorne Richtung Ihrhove,
ich habe es extra nicht gerade gerückt um zu zeigen, wie weit ich mich heraus gebeugt habe...
https://abload.de/img/001197604015von042360e9s00.jpg

noch ein Blick zurück, immer noch vor Ihrhove, "Äitsch Pieh" winkt
https://abload.de/img/001197604016von0423600csc0.jpg

Die nächste 3er Sequenz Bilder ist in Papenburg entstanden:
Im Bahnhof beim Rohrereinigen!
https://abload.de/img/001197604017avon04236p9sg3.jpg

dann vor der Brücke im Bahnhof
https://abload.de/img/001197604018von042360iksl1.jpg

Blick zurück zum damaligen Spanplattenwerk; es fällt auf, dass die 043 durchweg mehr qualmt als die 042.
Ein Emder Personal behauptete später einmal zu mir, am Qualmen erkennt man die Rheiner...
https://abload.de/img/001197604017von042360ccsc3.jpg

Irgendwo bei Aschendorf, ein paar Tropfen fielen in die Stauschuten...
https://abload.de/img/0011976040111von04236xms8p.jpg

Irgendwann hörte ich, dass wir gut im Plan lägen, dass wohl die Überholung in Kluse ausfallen würde. Erschrocken fragte ich, wann wir dann wieder halten würden, wollte ich doch auch auf die 043! Wenn alles gut geht, fahren wir durch, war die Antwort.
Das musste ich erst einmal verdauen, denn die Aussicht, nicht auf den Jumbo zu wechseln, trübte erst einmal den Genuss. Kurz darauf kamen wir beinahe zum Stehen und müssen neu Beschleunigen (Tonszene 2 Folgeteil); vermutlich war es am Abzweig (wegen Zwei-/Eingleisigkeit) Lehe, der vor dem eingleisigen Abschnitt vor Dörpen ist. Hoffnung keimte auf, dass wir doch noch in Kluse halten würden, aber nein, der dortige Fdl. ließ uns durch!
Am BÜ Kluse donnerten wir dann mit Volldampf vorbei, meine Eltern hatten den Zug eingeholt und standen winkend an der Schranke, Papa machte noch ein Polaroid von mir auf der Lok...

Danach wartete ich gespannt auf die Steigung hinter Lathen, doch kurz vorher kam am BÜ in Kathen-Frackel endlich ein Dampfzug entgegen,
vermutlich der Dg 54571.
https://abload.de/img/001197604019avon04236dusdk.jpg

Dann die Steigung im Lathener Einschnitt – doch da passierte nichts, was nicht schon war:
Völlig ungerührt saßen beide Maschinenmänner auf ihren Schemeln und ließen sich durchrütteln. Kein bisschen wurde der Regler geändert, und die Geschwindigkeit nahm kaum ab, leichte Enttäuschung bei mir – hatte ich doch so viel von Fans über diesen berühmten Einschnitt gehört, an dem ich noch nie einen Erzzug erlebt hatte.

Im Lathener Sand
https://abload.de/img/001197604019von042360e3sfz.jpg

Grüne Welle in Haren/Ems
https://abload.de/img/0011976040110von042369esah.jpg

In der Kurve vor Meppen machte ich ein Bild, über das ich mich heute noch freue, fädelt dort doch die Meppen-Haselünner-Eisenbahn ein
https://abload.de/img/0011976040112avon04233fs2r.jpg

Vor Lingen einigte man sich darauf, dort dann doch noch Wasser zu nehmen, auch wenn der Tender der 042 360-8 laut Anzeige, die direkt hinter meinem Platz auf der Tenderbrücke war, noch mit 10 Kubikmetern Wasser gefüllt war.
Ich war froh, sollte doch dort dann endlich mein Wechsel erfolgen.

Während des Wassernehmens in Lingen
https://abload.de/img/0011976040113042360-8qgszm.jpg

kletterte ich von 042 360-8, machte ein Bild und stieg auf die 043 381-3. Dort war Heinz Hinrichs vom Bw Emden mein Aufpasser, zu dem ich noch Jahre später ein sehr gutes Verhältnis hatte. Wann immer er mich irgendwo erblickte, ließ er mich auf den Führerstand, egal ob 216, 218, oder später E-Lok.
Auf dem Führerstand des Junbos war auch mit den Rheiner Kollegen, die wesentlich jünger als die Emder auf der 042 waren, gleich ein gutes „miteinander auskommen“. Vom Lokführer der 043 381-3, Adolf Wein hieß er, erwarb ich Jahre später einige Lokschilder der 042 113-1 und 042 096-8.

Die Einfahrt nach Lingen mit kurzem Beschleunigen und die Ausfahrt aus Lingen sind (nach der kurzen Pfeifszene bei Leer) hier zu hören (Tonaufnahme Teil2):
[www.bahnalbum.de]

Bei Hanekenfähr war eine Baustelle. Rechtzeitig wurde ich auf den Lokführersitz gedrückt und sollte pfeifen, um die Bauarbeiter zu warnen.
Das gelang mir mehr schlecht als recht, aber auch dieser langgehegte Jungentraum, einmal selber die Dampfpfeife ertönen zu lassen, ging damit in Erfüllung.
Bald danach kam Salzbergen in Sicht; viel zu schnell kamen wir damit auch Rheine näher – und damit auch dem Ende der Fahrt. Durch Salzbergen ging es mit langsamem Tempo über ein Ausweichgleis, aber wir kamen wieder nicht zum Stillstand.

Am Bahnsteig von Salzbergen stand ein Eisenbahnfreund und fotografierte, daran erinnere ich mich genau…
…dass ich das Bild mal zu sehen bekommen würde, hätte ich im Traum nicht gedacht!
https://abload.de/img/salzbergenkwhhuzv.jpg

Hans-Peter ist auf der 042 zu erkennen, ich auf der 043 leider nicht, danke für das Bild, Klaus!

Vor Rheine Pbf. kamen wir wieder beinahe zum Halten und donnerten anschließend beim Beschleunigen mit voller Wucht an den Bahnsteigen vorbei - was für ein großartiges Erlebnis, ich fühlte mich wie ein König!
(Am Ende der zweiten Tonszene kommt die Stelle, wo es erneut gilt, die 4.000 Tonnen zu beschleunigen. Man hört förmlich, wie der Jumbo durch die zuerst antretende Mikado förmlich gestreckt wird, danach geht es mit „vollem Ballett“ durch Rheine Pbf.)

Merkwürdig, dass ich manche Szenen noch so genau erinnere, obwohl mir am Anfang der Mitfahrt wirklich einiges fehlt - es muss verständlicherweise wohl an der damaligen Aufregung liegen, vielleicht auch daran, dass es fast 35 Jahre her ist.
Zurück zur Mitfahrt.
Ehe ich mich versah, waren wir im Bw Rheine, Abkuppeln, Loks abstellen, Absteigen – angekommen!

Beim Gang zum Gebäude sahen wir zwei 012 abgestellt:
012 055-0, meine Lieblingslok und 012 081-6, Hans-Peters Lieblingslok, welch´ ein Zufall!
Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet, dass die noch existierten…
https://abload.de/img/0011976040114012055-0udsjh.jpg

https://abload.de/img/0011976040115012081-61tset.jpg

Anschließend entstand noch ein einziges Bild im BW Rheine
https://abload.de/img/0011976040116imbwrheidbso9.jpg

Dann kam die Frage, wie kommt ihr zurück?
Mit dem DC nach Leer wollten wir zurückfahren, also mussten wir zum Personenbahnhof, wo Papa, mit dem Zug nachgekommen, uns dann erwarten wollte
Kurzerhand wurden wir einem Lokführer an die Hand gegeben, der uns mit einer 140 zum Personenbahnhof an den Bahnsteig brachte, er übernahm wohl einen Zug Richtung Münster;
wir hatten damit gleich noch die zweite Lokmitfahrt am selben Tag!
Das war der Dampflok-Traumtag im Leben eines damals zwölfjährigen Jungen, der seine Liebe zu den schwarzen Riesen bis heute bewahrt hat.
Dass mir später noch mehrere Mitfahrten auf Führerständen von Dampfloks in Ost und West vergönnt sein würden, war absolut nicht zu erahnen, erst recht nicht, dass 012 100-4 dabei sein würde.
Während mein Tonband lief stellte Heinz Hinrichs mir die Frage, ob ich mal Lokführer werden möchte – ich verneinte die Frage, weil die Dampfloks bald nicht mehr fahren würden…
…heute bin ich Diesellokführer bei einer Museumsbahn, so kann man sich irren!

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß daran, dass ich kurzentschlossen in die 4.000er Serie mit eingestiegen bin, denn ursprünglich sollte dieser Beitrag erst am 35. Jahrestag der Fahrt in 2011 erfolgen.
Qualitätsmäßig können meine Dias den ersten Teilen bei weitem nicht das Wasser reichen, aber wer hat schon Bilder vom 4.000 Tonner aus der Führerstandsperspektive?
Hoffentlich viele, denn dann kommen noch Bilder von anderen, die dasselbe Glück hatten, das erleben zu dürfen, hier im HiFo, es würde mich freuen!

Last not least mein besonderer Dank an Hartmut für die Nachhilfe, Stefan für das Coaching, Klaus für das einmalige Foto „von der Gegenseite“, Nils für die Aufarbeitung meiner Tonkonserven und natürlich auch an Olaf für die Altpapierverwertung.

Eure
012 055-0



P. S.: Kleine Sensation am Folgetag!
Am nächsten Tag ging es gleich wieder zum Bahnhof von Leer, denn für die Dampflokmitfahrt hatte ich mir eine Bezirkswochenkarte (444) geleistet, die es in den folgenden Ferientagen „abzufahren“ galt.
Mein Zug sollte der Eilzug von Groningen nach Bremen sein, der in Leer mit dem Eilzug aus Emden vereint wurde. Ich traute meinen Augen kaum, denn der Zug aus Emden kam mit Dampf in Leer an,
man bedenke, es war der 02.04.1976.
https://abload.de/img/00119760402042226-1ei6msl9.jpg

Eine 212 war schadhaft geworden, und das Bw Emden stellte die 042 226 als Ersatzlok. Ich enterte den ersten Wagen hinter der Lok und ließ mich im Zug von Gleis 1 nach Gleis 4 an den Zug aus Groningen heranrangieren.
Auch das ist mir in Erinnerung geblieben, so dass auch dieses Dia, im Gegensatz zu fast allen anderen meiner Dias, mit einem korrekten Datum versehen ist.

...es grüßt im 3/4 Takt
https://abload.de/img/012055-0fyug0.jpg
.
Fototaschenbilder bitte an diesen Beitrag anhängen:[www.drehscheibe-foren.de]






5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:10:20:18:17:12.

Mein Neid wird dich verfolgen auf immer und ewig

geschrieben von: Done

Datum: 06.07.10 23:21

Gratuliere dir zu dem Erlebnis und uns, dass du uns hast teilhaben lassen
Danke sagt
Done

Wow!

geschrieben von: Thomas Woditsch

Datum: 07.07.10 00:20

012 055-0 schrieb:
-------------------------------------------------------
> ...nach den wunderbaren Teilen 1 bis 4 von Stefan,
> Rolf und Rein, kommt nun ein Blick aus etwas
> anderer Perspektive auf die 4.000 Tonnen:

Aber genauso packend - vielleicht sogar packender, aufgrund der subjektiveren Schilderung und den Erlebnissen, die sicher viele Hobbykollegen in ähnlicher Weise erlebt haben - also (mehr oder weniger offizielle) Lokmitfahrt auf einem besonderen Zug in jungen Jahren.

Bei mir waren es nur die Bahnhofsköf von Marienhafe und die Maitember-Rundfahrt mit dem 601, aber schön war es trotzdem!

mfg

Thomas
Sagenhafter Beitrag, grad mal zwei Jahre älter als ich und sowas erlebt. Das war wohl das Glück, in der entsprechenden Gegend gewohnt zu haben.
Und da ich selber gerne Tonaufnahmen von Dampfloks mache, höre ich mir deine natürlich auch gerne an.

Fantastisch!

geschrieben von: bloem

Datum: 07.07.10 06:27

Wie eine Zeitmaschine - menschlich, emotional und visuell.
Danke!

Gruß,
Hendrik.

Dankeschön!

geschrieben von: Michael P

Datum: 07.07.10 08:25

Diese wunderbaren fünf Teile Emslanddampf und den hochinteressanten Fahrtbericht von heute zum Abschluss habe ich sehr genossen.
Einzigartige Erinnerungen an die schöne Zeit, als es bei der DB noch dampfte, werden da wach.

Dankeschön für Auswahl und Aufbereitung der Bilder und den interessanten Text dazu!
Herzliche Grüße,
Michael.

Toll!

geschrieben von: martin welzel

Datum: 07.07.10 08:53

Das war eine tolle Schilderung der Erlebnisse des 12-jährigen Jungen, die die Erinnerung an die alte Dampfeisenbahn wieder lebendig werden lässt. Wie gerne bin ich mitgefahren!

Vielen Dank für diese ereignisreiche Schilderung und die eingestellten Hörszenen,

Martin
Wie schön! Kurz darauf war für mich in den Osterferien "Stolberg", dann Ottbergen und dann auch die Emslandstrecke - aber auf eine Lok habe ich es dort nie geschafft.
Hatte Dein Begleiter nicht eine gewisse populäre Zukunft (ohne daß der Künstlername fallen muß)?

Viele Grüße und vielen Dank,

Jürgen
Eine der besten Berichte über meine ehmalige Heimatstrecke.
Meine Hochachtung!

Beste Grüße aus SH
Helmut,

Die Geschichte kannte ich, es ist aber schön, sie noch mal als Höhepunt der Serie über die 4000t Züge sowie ergänzt durch "Altpapier" und Fotos zu sehen. Auf fahrende Dampfloks habe ich es im Emsland wie viele andere auch nie geschafft, nur auf stehende: z.B. auf 012 055-0 im Hbf. Münster. Viel später bin ich auch mal auf der 042 360-8 mitgefahren, einmal auf der rechten Rheinstrecke, einmal von Rheine nach Münster, nicht mit 4000 sondern nur mit 400t, dafür aber im Dunkeln und trotzdem mit Schmackes.

Übrigens würde sich die ganze, hervorragend dokumentierte Serie über die 4000er als Fotobuch sicher gut auf manchem Gabentisch machen!

Grüße aus Nijmegen,
Norbert
Wow!

Was für eine Show!!!
Danke, Danke, Danke!
Nicht nur in Bild! Sogar auch in Ton!
Habe beides zeitgleich genossen - und möchte sagen: Ich bin dabei gewesen!
(Naja, immerhin war ich ein gutes Jahr vor Deiner Fahrt als Dreikäsehoch mit meim´ Papa auch an der Strecke!)
Dein Beitrag war wirklich ganz, ganz toll!

Vielen Dank für Deine Mühe!

Beste Grüße, Matthias

P.S.: Heute Abend Daumendrücken nicht vergessen!!! ;-)
Tag Helmut,

ein mehr als würdiger Abschluß dieser Serie, mein Dank geht an alle Beteiligten. Aber gräm Dich nicht darüber, dass Du überwigend auf der Mikado mitgefahren bist. Nach ein paar sehr eindrucksvollen Runden Bottrop- Wuppertal mit Jörg S. am Regler der 042 360 glaube ich, dass Du auch auf dem Teil eine Menge Spaß an der Backe hattest.


Nochmals danke dafür, Gruß Michael



PS.: Jetzt weiß ich auch, woher Dein Kumpel H.P. seine Vorliebe für diese Bum Bum Musik her hat *Duckundwech*



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:07:19:23:54.
Hallo zusammen,
mit Begeisterung habe ich diesen Bericht von der schönen Erinnerung mit dem "langen Heinrich" gelesen.Leider habe ich erst in den 90er Jahren, durch meinen Mann Thomas, diese wirklich tollen
"heavy metal" Kolosse kennengelernt.Also herzlichen Glückwunsch! und wirklich ergreifend erzählt! Übrigens, bin auch ich schon mit einer richtig großen Dampflok gefahren...und war auch total begeistert, aber pfeifen konnte ich besser als Helmut:-))....
Danke für den tollen Bericht
herzliche Grüße aus dem sonnigen Süden
Benita
Mit Begeisterung habe ich Deinen Bericht gelesen. Ganz große Klasse, man(n) kann sich sofort in den kleinen Jungen hineinversetzen, der sich einmal wie ein ganz großer fühlen möchte und mit Begeisterung jeden Tag am Bahnhof den Dampffahnen hinterherschaut!
Eigentlich haben alle vor mir schon das Wichtigste geschrieben. Vielen Dank Euch allen 5 (Stefan, Rolf, Rein, Michael und jetzt noch Helmut)! Eigentlich hatte ich vor auch ein paar meiner Bildchen zur Emslandstrecke zum Besten zu geben. Aber hiernach...
Ein Faden (Thread) nach dem Anderen und das mit Hintergrundinfos ohne Ende. Und dann das Ganze auch noch aus der Perspektive von "da oben", etwas, wovon ich im April 1976 als fast 18-jähriger auch nur geträumt habe. Ich beneide dich für die Umstände, diesen Vater und natürlich das dadurch Erlebte, gönne es dir und bin dankbar, dieses Erlebnis auch "mit"erleben gedurft zu haben.

Groitens nor Laier (wenn jüm dor no wohnt),

Hardy



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:07:18:11:28.

5malig dickes Dankeschön ...

geschrieben von: H.R.

Datum: 07.07.10 19:13

... allen am gigantischen Projekt "4000 Tons" Beteiligten für derart viel sowohl Informatives wie auch die Sinne Ansprechendes mit vergleichsweise symbolischer Kleinigkeit:

http://www.hamm-osterfelder.de/seiten/foren10/e4t-01.jpg

Andampfen: 043 381 u. 042 347 fürn 52912. Emden, 3. April 75.

H.
Hallo zusammen,

auch von mir ein herzliches Dankeschön für die abschließende Mitnahme auf einer unwiederbringlichen Führerstandsmitfahrt.
Für die tolle Aufbereitung und Abstimmung aller fünf Beiträge ebenfalls ein ganz dickes Danke an alle Beteiligten.
Obwohl ich drei Mal in Rheine war, habe ich es nie an die Strecke geschafft - weil mir der Genuß einer schnellen Vorbeifahrt gegenüber den vielen Maschinen im Bw wohl einfach "zu kurz" erschien...
Und natürlich waren mir damals mit 14/15 Jahren die Leistungen nicht bekannt. Erst bei meinem letzten Besuch Anfang 1977 wurde ich auf den "Rheiner Dampf" aufmerksam.
Aber zum Glück gibt es ja das HiFo.

Gruß aus GL
Jörg
Lieber Helmut!

Sei bedankt für diese "Jugendgeschichte", die mir ausnahmslos gut gefällt!

Viele Grüße an die Leda!

Olaf Ott
Moin,

ich bin ja nur ein "passiver" Mitleser - meine Bahnbilder sind nicht besonders historisch, meine Beitragsmöglichkeiten daher suboptimal. Dennoch muß ich mich hier mal zu Wort melden: Als ehemaliger Anwohner der Strecke (Gruß an die Leda) könnte ich mir ja nachträglich in den.... beissen, warum man nicht mehr Bilder gemacht hat. Für uns Kinder waren diese Giganten selbstverständlich, der Geruch nach Kohle, die schwarzen Wolken, der unvergessliche Klang. Schließlich sind wir täglich genug von den kleinen Bahnhöfen/Haltepunkten Steenfelde oder Ihrhove Richtung Leer und Papenburg gefahren - es war Alltag.Irgendwann waren die "Dampfer" weg, irgendwann die Haltepunkte/Bahnhöfe, dann die Gebäude.
Der "Bahnvirus" infizierte mich erst später (obwohl der Opa schon Reichsbahner war...), die Faszination Dampflok als Inbegriff der Kraftmaschine hat allerdings meine Berufswahl sicher indirekt beeinflusst.Irgendwann möchte ich Teile mal im Modell nachstellen, deshalb verschlinge ich geradezu jeden Artikel zur Emslandstrecke, insbesondere wenn ich Bilder aus Ihrhove/Steenfelde entdecke.

Genug Zeilen geschunden - ich kann nur vielen, vielen Dank sagen für die tollen Beiträge und Bilder, die ein Stück Jugend wieder aufleben lassen !!!

Gruß

Holli



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:08:18:45:34.

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