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 04 - Historische Bahn 

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Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: Der Bergische

Datum: 30.04.10 09:34

Ich gebe es zu: Manchmal „geht es mit einem durch“, und genau so war es bei dieser Geschichte.
Am Anfang stand ein kleines Rätselbild vom alten Lokschuppen in Wipperfürth. Bald wurde klar,
dass man zwei oder drei Vergleichsbilder aus jüngeren Tagen würde nachschieben müssen. Und jetzt
ist daraus ein Beitrag mit über 30, teils historischen Bilddokumenten geworden. Man möge es mir
nachsehen, denn ich bin kein Freund von „Riesenbeiträgen“, aber jetzt ist er nun einmal fertig
und zusammengestellt, jetzt bleibt er auch so, wie er ist.

Wipperfürth ist eine Kleinstadt im Oberbergischen Land, die an der Eisenbahnverbindung
von Bergisch Born (an der Strecke Remscheid-Lennep – Opladen) nach Marienheide (an der Strecke
Hagen – Brügge/W. – Dieringhausen – Köln) lag. Der Eröffnung von Lennep nach Wipperfürth erfolgte
1876 (GV) bzw. 1877 (PV). Erst 1902 wurde die Fortsetzung nach Marienheide in Betrieb genommen.
1910 wird Wipperfürth zum Abzweigbahnhof: Die Strecke nach Anschlag – Oberbrügge wird in Betrieb
genommen. Gleichzeitig wird eine Bw-Aussenstelle (von Lennep) mit zweiständigem Lokschuppen eingerichtet.

Nach genau 50 Betriebsjahren wird der Gesamtbetrieb auf der Strecke nach Halver eingestellt. Der
letzte Personenzug von Marienheide nach Wipperfürth fährt 1985, ein Jahr später ist der Restabschnitt
von Bergisch Born aus dran. Spärlicher GV hält sich bis Ende 1995, dann ist endgültig Schluss.



http://s10.directupload.net/images/user/100430/tivlpq68.jpg

Den Anfang macht eine Luftaufnahme, die etwa 1955 entstanden sein muss. Diagonal
verlaufend ist das Bahngelände in Wipperführt zu erkennen, am rechten Bildrand das alte
Empfangsgebäude, links am Rand etwas höher ist an der Ausfahrt in Richtung Remscheid-Lennep
schwach der alte Lokschuppen auszumachen. Aufnahme: Slg. Kleinschmidt





http://s10.directupload.net/images/user/100430/i7dhiwtm.jpg

Ein Blick in Richtung der Bahnhofsausfahrt nach Marienheide und Halver., ebenfalls um 1955
aufgenommen. Gut zu erkennen sind auf beiden Luftaufnahmen die Baracken des Flüchtlings-
Durchgangslagers, das den Neubürgern im Oberbergischen noch in schlechter Erinnerung sein dürfte.
Foto: Slg. Kleinschmidt






http://s1.directupload.net/images/user/100429/46cq9r86.jpg

Das alte Empfangsgebäude war relative klein, es wurde in den 1950er Jahren durch einen großen
Neubau ersetzt. Foto: Slg. Kleinschmidt






http://s5.directupload.net/images/user/100429/5xawtshj.jpg

In den späten 1970er entstand diese Aufnahme eine Nahverkehrszugs in Wipperfürth.
Gut erkennbar ist der klotzige Bahnhofsneubau.






http://s1.directupload.net/images/user/100429/dtssm2gj.jpg

Rund 12 Jahre nach der Stilllegung ragt nur noch das inzwischen privat genutzte
Gebäude aus dem Urwald, der sich auf dem Bahngelände breit gemacht hat, heraus.






http://s5.directupload.net/images/user/100429/z8o36apn.jpg

So bot sich die Bw-Aussenstelle Wipperfürth in den 1950er Jahren dar. Hinter dem
Lokschuppen standen der Wasserturm und ein kleines Dienstgebäude. In unmittelbarer
Nachbarschaft wurde später eine Fußgängerbrücke errichtet, die heute noch ungenutzt steht.
Foto: Slg. Kleinschmidt






http://s5.directupload.net/images/user/100429/i6muo7rr.jpg

Von der erwähten Brücke aus entstand diese Bild des Lokschuppens, etwa 1973/74. Zwar lag
zu diesem Zeitpunkt noch ein Zufahrtgleis zum Schuppen und es gab noch eine Diesellok-Tankstelle,
der Gebäude selbst war jedoch schon zweckentfremdet und vermietet. Sein Zustand war schon
damals nicht mehr gut zu nennen.






http://s5.directupload.net/images/user/100429/mct6u3xl.jpg

Eine weitere Ansicht des Lokschuppens, dismal von der entgegengesetzten Seite. Auf dieser
Aufnahme ist auch die Fußgängerüberführung zu erkennen. Das kleine Dienstgebäude fehlt bereits.
Die Aufnahme (Slg. Kleinschmidt) soll 1968 entstanden sein.






http://s1.directupload.net/images/user/100429/78568kdr.jpg

Die Betonbrücke, wie sie sich in der ersten Hälfte der 1980er Jahre darbot: gesperrt!
Fußgänger nutzten ohnehin schon längst den kürzeren Weg über die Gleise.






http://s1.directupload.net/images/user/100429/h5zdzgad.jpg

Eine Dreiereinheit 798/998 verläßt Wipperführt in Richtung Lennep. Die Aufnahme entstand
von der Brücke. Damals waren die Bahnanlagen noch einigermaßen vollständig.






http://s1.directupload.net/images/user/100429/sa9xr2z8.jpg

Ein weiterer Zug in Richtung Lennep, dismal als „Nachschuss” in die andere Richtung.
Rechts sind das Zufahrtgleis zum Bw und das Fundament des Bekohlungskrans zu erkennen.






http://s1.directupload.net/images/user/100429/w57mu83j.jpg

Verschiedentlich kamen Sonderzüge durch Wipperfürth, wie dieser VT 08, den die Teleaufnahme
beim Verlassen des Bahnhofs Wipperfürth in Richtung Bergisch Born zeigt.






http://s10.directupload.net/images/user/100429/j5apopxf.jpg

Wie der Nachschuss auf den VT 08 zeigt, lag das Lokschuppengleis auch Mitte der 1980er
Jahre noch; die Weiche sieht man ganz oben im Bild.






http://s5.directupload.net/images/user/100429/35qpohvx.jpg

Wenig spatter war es damit vorbei. Nach dem Ende des Personenverkehrs 1986 wurde alles entfernt,
was nicht mehr unbedingt notwendig war.






http://s10.directupload.net/images/user/100429/m5gr5yw6.jpg

Endzeitstimmung: Ende 1995 kommt 64 491 mit einem Sonderzug nach Wipperfürth. Es war der letzte
Reisezug, der hier ankam. Man sieht dem Bahnhof den heruntergekommenen Zustand längst an.






http://s10.directupload.net/images/user/100429/vi6ezbl5.jpg

Das letzte Bild von der Brücke mit Zug. Eine 212 gibt der 64er Hilfestellung und spart Zeit beim
Kopfmachen. Im Bw-Gelände türmen sich schon Schuttberge, aber der Lokschuppen stand noch.






http://s5.directupload.net/images/user/100429/24twdnvz.jpg

2007: Ein Gemisch aus Unrat, Bauschutt und Urwald hat sich auf den Gleisen breit gemacht.
Um auf die Fußgängerbrücke zu gelangen, war eine Astschere notwendig. Der Blick geht in
Richtung Bahnhofsgebäude.






http://s5.directupload.net/images/user/100429/yvvetl65.jpg

Drei Jahre spatter, die selbe Perspektive, aber das Bild hat sich gelichtet. Der Bauunternehmer
ist verschwunden, die Gleise auch. Dafür ist die Trasse für einen Fahrradweg geschoben worden.






http://s10.directupload.net/images/user/100429/ga8krovm.jpg

Noch einmal ein Bild aus 2007, diesmal mit Blickrichtung Lennep. Rechts ist die Schuppenwand
zu erkennen, das Vorfeld ist mit Bauschutt und Containern zugerümpelt.






http://s1.directupload.net/images/user/100429/hlw4hybi.jpg

Aktuell bietet sich in der selben Perspektive dieses Bild. Das Areal wurde großzügig abgeräumt,
im hinteren Bereich entsteht ein Neubaugebiet. Von Gleisen und Bw ist nichts mehr zu erkennen.






http://s1.directupload.net/images/user/100430/e7zfkw82.jpg

Ein Bild aus halbwegs besseren Tagen, aufgenommen 1973/74. Leider habe ich es nie für notwendig
gehalten, hier mal einen aus Lennep einfahrenden Zug zu fotografieren.






http://s1.directupload.net/images/user/100430/qyt84sg8.jpg

So stellte sich die Situation aus dem vorherigen Bild 2007 dar.





http://s10.directupload.net/images/user/100430/9wv99ioo.jpg

Und heute sieht es aus, wie auf diesem Bild gezeigt. Der Radweg wirft seine Schatten voraus.





http://s10.directupload.net/images/user/100430/jm3mgatl.jpg

Da das Umfeld gerodet worden ist, ist auch die Brücke selbst nicht mehr so stark zugewachsen.
Warum man sie stehen ließ, ist mir jedoch nicht klar, denn benötigt wird sie längst nicht mehr.






http://s5.directupload.net/images/user/100430/ucbreoos.jpg

Ein Blick aus Richtung Norden an der ehemaligen Bahnhofseinfahrt, wie er zu Betriebszeiten leider
nie entstanden ist und wohl so auch nicht möglich gut war. Vom Bw ist nichts mehr zu erahnen.
Viel Platz wurde dem Bachlauf eingeräumt.






http://s10.directupload.net/images/user/100430/edptnbez.jpg

Der abendliche Nahverkehrszug RS-Lennep – Dieringhausen hat Wipperfürth erreicht. Die Züge auf
dieser Strecke waren für ihr altes Wagenmaterial bekannt. Lange Zeit fuhr hier noch ein Di mit, der
einseitig eine offene Bühne aufwies (er ist hier leider nicht im Zug).






http://s1.directupload.net/images/user/100430/3vpfy2jp.jpg

Der entsprechende Nachschuss auf den N nach Dieringhausen. Gut zu erkennen ist, dass in den 1970er
Jahren die Brücke über den Südost-Kopf noch fehlte. Rechts steht ein Portalkran, der auch auf der
ersten Luftaufnahme ganz zu Anfang neben dem Kamion zu erkennen ist.






http://s1.directupload.net/images/user/100430/mkqz3tb9.jpg

So sah Hochbetrieb im Bahnhof Wipperfürth in den 1980er Jahren aus: Eine Übergabe mit Wuppertaler 212,
eine unplanmäßige Köf vom Bw Dieringhausen und ein Skl im Arbeitseinsatz.






http://s10.directupload.net/images/user/100430/9ceerycz.jpg

Ein Bild von der Ausfahrt in Richtung Lennep darf nicht fehlen. Der Flugplatz liegt hier in
unmittelbarer Nachbarschaft. Von hier düste seinerzeit der legendäre rheinische Hosenkönig
Müller-Wipperfürth regelmäßig ins In- und Ausland, um sein Lohndumping-Unternehmen (damals gabs das
auch schon!) und seine Mitarbeiter strengstens zu kontrollieren.






http://s1.directupload.net/images/user/100430/76p53xw5.jpg

Zum Schluss zwei Bilder einer P8-Sonderfahrt im Frühjahr 1972, hier bei der Einfahrt in
Wipperfürth aus Richtung Lennep. Ganz hinten ist die Fußgängerbrücke schwach zu erkennen.






http://s10.directupload.net/images/user/100430/afkla8v7.jpg

Vor der Umgestaltung durch die neue Umgehungsstraße zeigt sich der südöstliche Bahnhofskopf
1972. Das rechte Gleis führte früher nach Halver und diente später nur noch der Bahnmeisterei
als Abstellgleis.



Ich habe meinen Textbeitrag bewusst knapp gehalten, um nicht zu voluminös zu werden. Dennoch hoffe ich,
einen kleinen Einblick in eine Bahnhof gegeben zu haben, dem meines Wissens bislang noch keine umfassende
Würdigung zuteil geworden ist. Vielleicht ist dies ja ein Anstoss für die örtlichen Eisenbahnfreunde,
weitere Nachforschungen anzustellen bzw. ihr eigenes Schatzkästlein zu öffnen.

Es grüßt

Der Bergische!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:04:30:09:35:43.

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: lok527596

Datum: 30.04.10 12:27

Hallo

da ich bisher nur die N Bahn Anlage der Wipperführter Modellbahner kenne war der Beitrag äusserst interressant. Vielen Dank für die Bilder und das Wissen.

Gruss Stephan

Grüßle Stephan

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: ingo st.

Datum: 30.04.10 15:53

Hallo Axel,

ist ja nicht dein erster Beitrag zu Wipperfürth, aber immer wieder neue Bilder aus janz früher, einst, später, heute und neulich.

Danke für diesen Überblick - gespart hast du auch an der Bildgröße oder hat das Sammlergründe?

Gruß

Ingo

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: Der Bergische

Datum: 30.04.10 16:56

Ich habe nicht gespart, aber die Auflösung der historischen Bilder gibt nicht mehr her. Da habe ich das jüngere Zeug angepaßt, weil es zum großen Teil eh schon mal zu sehen war in der ein oder anderen Form.

Es grüßt

Der Bergische!

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: Germiston

Datum: 30.04.10 18:15

Na, da könen wir ja froh sein, dass du dir selbst untreu geworden bist :-)
Wenn vielleicht auch voluminöser, als zunächst geplant, kurzweilig war der Beitrag allemal. Danke dafür.
Du siehst ja, manchem war es nicht mal voluminös genug, und so hast du denen, die immer mäkeln müssen, auch noch 'ne Freude gemacht.
Schönes Wochenende!
Martin

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 30.04.10 22:15

Schöne Bilder.
Übrigens war der Zug mit der 64 491 nicht ganz der letzte Zug in Wipperfürth; am gleichen Tag pendelte noch (ich glaube, zwei Mal) der 628 513 / 928 513 zwischen Lennep und Wipperfürth.

Grüße aus dem Volmetal
Uwe
http://abload.de/img/bahnhofschildmeinerzhy3qro.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:04:30:22:15:28.

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: meckisteam

Datum: 01.05.10 09:50

Sehr interessant ist auch das letzte Bild. Ich hätte nicht gedacht das noch 1972 ein Aussetzgleis mit Schuppen für einen Klv11/12 dort vorhanden war. Vielen Dank für diesen tollen Bilderbogen.

UNVERGLEICHLICH!!!

geschrieben von: Kalli

Datum: 04.05.10 19:44

In der Tat Axel, unvergleichliche Bilder in diesem unvergleichlichen Beitrag aus meiner unvergleichlichen Heimatstadt Wipperfürth (letzteres nicht nur im positiven Sinne)!

Vielen vielen Dank dafür (auch wenn die Bilder wirklich ziemlich klein geraten sind, aber bei 31 Stück(!!!) will ich mich auf keinen Fall beschweren und sehe auch großzügig über die uneinheitliche Schreibweise WipperfüHrt/WipperfürtH hinweg! ;-) )!!

Es ist schon ein Trauerspiel wenn man die Bilder von vor garnicht all zu langer Zeit mit dem heutigen Zustand vergleicht!
Besonders interessant finde ich die Fotos VOR dem Bau der Umgehungsstraße (Nordtangente). Heute kann man dort die Trasse nach Halver nur noch erahnen. ;-(

Soweit ich weiß soll die erwähnte Fußgängerbrücke als eines der "letzten Relikte der Eisenbahn" als "Attraktion" für den gemeinen Radfahrer erhalten bleiben. Sonst hätte der Abbruchbagger wohl schon längst kurzen Prozess gemacht.

Das Einzige was ich diesen neumodischen Bahntrassen-Radwegen abgewinnen kann ist die Tatsache, dass sie zumindest das Trassenband weitestgehend erhalten und so der Wippertalbahn ein ähnliches Schicksal wie der fast völlig verschwundenen Strecke nach Halver-Anschlag erspart bleibt! Spannend wird sein, wie es den Radfahrern in Zukunft zugemutet wird die erst in der jüngsten Vergangenheit geschaffenen (riesigen) Lücken im Bahndamm im wahrsten Sinne des Wortes zu überbrücken.

R.I.R. exKBS 412 Remscheid-Lennep -- Wipperfürth -- Marienheide
(Ruhe in Radwegen)

Mahnendes Musterbeispiel einer durch und durch vermurksten Verkehrspolitik!

Re: Unvergleichliches aus Wipperfürth (m31B)

geschrieben von: Dave

Datum: 25.05.10 07:25

Mal wieder eine großartige, wenn auch sehr traurig stimmende Bilderserie. Danke!