Hallo allerseits,
auch auf den 2. Teil gab eine Menge Rückmeldungen, für die ich mich vielmals bedanke.
Heute nun als letzter Teil der Abschnitt Oberndorf - Welzheim.
Zunächst noch die Links auf
Teil 1 (Schorndorf - Miedelsbach) und
Teil 2 (Miedelsbach - Oberndorf)
und zur Orientierung die Karte:
Im 2. Teil waren wir ja bis Oberndorf (km 11,4 - Höhe 289m) gekommen:
(57) So sah 1990 das Streckenende 2 Jahre nach der Hangrutschung und 10 Jahre nach Einstellung des Reisezugverkehrs aus. Regelmäßiger Zugverkehr fand damals nur noch bis Rudersberg statt.
(58) Dieselbe Blickrichtung 20 Jahre später. Auf diesem Bild vom 2. Febr. 2010 erkennt man, wie weit heute gefahren wird. Ab Mai wird dann jeden Sonntag statt des roten Lichtes weiß zu sehen sein! Auch die Höchstgeschwindigkeit des Abschnitts bis Welzheim ist deutlich ausgewiesen. Hier bei km 11,4 befinden wir uns übrigens genau in der Mitte der Strecke.
Bevor wir weiterfahren noch eine Übersichtsaufnahme von Oberndorf, vom „Fußballfeld“ schweift unser Blick über das ehemalige Bahnhofsgebäude zum neu angelegten Bahnsteig:
(59) Wenn nachmittags die Züge verstärkt werden, dann kommt zunächst von Rudersberg der Leertriebwagen (VT422 vor dem Bf.sgebäude)
und wartet auf den regulären Zug (VT441 als WEG68). Anschließend geht’s dann gemeinsam nach Schorndorf.
Ab Oberndorf steigt die Strecke nun bis Breitenfürst konstant mit 1:40, nur die Bahnhofsbereiche sind eben.
Auf einer Kastenbrücke wird die Landstraße nach Welzheim überquert (km 11,9):
(60) Die Bahnbus-Nachfolger waren damals als RBS (Regional Bus Stuttgart) in ihrer gelb-grünen Farbgebung unterwegs. Inzwischen sind sie weitgehend „errötet“, heißen RBS (Regiobus Stuttgart) und zeigen wieder deutlich das DB-Zeichen.
Am Hang entlang geht es nun Richtung Klaffenbach und dabei wird der Höhenunterschied zur Talsohle im größer. Zunächst kommen wir am Kirschhaldenhof vorbei:
(61) Am 27. Febr. 1985 passiert 212 258 mit ihrer Übergabe von Welzheim den Kirschhaldenhof.
Etwa 100 Meter weiter ab km 12,8 (Grauhaldenhof) war 1988 die Hangrutschung, die zur Sperrung der Strecke führte.
Das erste größere Bauwerk ist der 51 m lange einbogige Igelsbach-Viadukt bei km 14,0:
(62) Täglicher Personenverkehr nach Welzheim --- Träumen darf man ja davon . . . ( - aber: siehe Teil 1, Einleitung)
Das Bild mit dem VT422 entstand während der Strecken-Abnahmefahrt am vergangenen Donnerstag. (Vielen Dank an den DSO-User „stellwerk4“ für den Hinweis.)
Bald darauf wird die Landstraße nach Althütte überquert:
(63) Am 10. Mai 1976 ist 212 244 mit dem N5484 (Welzh-Schorndf) gerade in Klaffenbach-Althütte abgefahren und rollt nun Richtung Rudersberg. Deutlich ist der Neigungswechsel zu sehen: rechts im Bahhofsbereich ist es eben, links geht es mit den bereits erwähnten 25 Promille bergab.
Während zu DB-Zeiten der Bahnübergang nur mit Andreaskreuzen gesichert war, musste für die Tourismusbahn eine Schrankenanlage eingerichtet werden, auch der wenig begangene Fußweg nach Klaffenbach wurde gesichert:
(64) Die Busse nach Welzheim wurden während der Straßenbauarbeiten bei Laufenmühle über Althütte umgeleitet (19. Nov. 2009).
Direkt im Anschluss an den BÜ beginnt der Bahnhofsbereich
Klaffenbach-Althütte (km 14,3 - Höhe 356m) . Der Bahnhof liegt bereits 35m über dem im Tal liegenden Ort Klaffenbach. Wer öfter einmal den steilen Fußweg vom Ort zum Bahnhof hinaufgelaufen ist, weiß den Höhenunterscheid richtig einzuschätzen ;-). Der Ort Althütte liegt etwa 3 km entfernt und rund 150 m höher. Da Althütte früher zum Kreis Backnang gehörte, ist es seit jeher eher nach Backnang hin orientiert. Auch der frühere Postbusverkehr erfolgte ausschließlich über Backnang. Heute gibt es an Werktagen stündlich 2 Fahrten nach Backnang, während auf der Straße nach Klaffenbach nur 2 Busse am ganzen Tag unterwegs sind.
(65) N5484 kommt gerade in Klaffenbach-Althüttte zum Stehen (10. Mai 1976). Knapp 3 Wochen später entfiel dieser Zug und die morgendliche Übergabe wurde zum GmP.
(66) Zum Vergleich ein aktuelles Bild, auch hier sieht man deutlich, wo die Steigung wieder beginnt.
„Nahezu“ in einem Halbkreis wird kurz hinter dem Bf Klaffenbach-Althütte das Strümpfelbachtal überquert und zwar auf einem 121 m langen sechsbogigen Viadukt, Radius 200m (km 15,0). Da der Laufenmühle-Viadukt sehr zugewachsen war, habe ich damals meist hier am
Strümpfelbach-Viadukt fotografiert - was sich an der Vielzahl der folgenden Bilder zeigt:
(67) 212 242 hat am 23. Aug. 1973 mit ihrem Wendezug (N2484) auch einige Güterwagen aus Welzheim mitgenommen, außerdem erkennt man im Gepäckabteil auch noch Expressgut.
(68) 3 Tage vor Einstellung des Reisezugverkehrs kommt uns hier 212 244 mit GmP62944 von Welzheim entgegen (28. Mai 1980).
(69) Da hatte ich die Länge der V100 etwas unterschätzt (und auch zu spät abgedrückt). Aber da man so einen schönen Überblick hat, ist das Bild trotzdem mit dabei.
(70) Jetzt sind wir am anderen Ende des Viadukts, als 078 246 mit dem EUROVAPOR-Sonderzug am 14. Juli 1974 vorbeidampft.
Die Kinder, die so interessiert zusehen, werden wohl inzwischen das Schwabenalter (40) erreicht haben.
(71) Die Teleaufnahme vom 14. Mai 1976 unterstreicht noch einmal den Bogen, mit dem das Strümpfelbachtal überquert wird (212 244, N5483).
(72) Noch eine Nahaufnahme mit dem alten Forsthaus im Hintergrund (212 042, N5483, 19. Febr.1976)
Auch von der Straße aus hat man einen schönen Blick auf den Viadukt:
(73) Bei diesem Bild vom 20. März 1975 sieht man deutlich, dass auch die Brücke in der Steigung liegt (212 041, N5483).
(74) Nach Einstellung des Reisezugverkehrs fuhr vormittags der Güterzug nach Welzheim, allerdings nur Mo, Mi, Fr.
Hier sehen wir ihn am 27. Febr. 1985 mit 212 258. Es war wenige Minuten nach 9 Uhr und das Haus rechts und ein Teil der Brücke lagen noch im Schatten.
Und so sieht’s heute hier aus:
(75) VT422 auf der Rückfahrt von Welzheim am 25. März 2010.
Die Bäume links sind doch inzwischen etwas höher geworden und manche Motive von den vorhergehenden Bildern sind heute nicht mehr so ohne weiteres möglich.
Noch ein Bild vom Weiler Steinbach:
(76) Am 6. Mai 1976 war 212 243 mit dem N5483 auf dem Wege nach Welzheim.
Ab hier verläuft die Strecke weitgehend im Wald, wodurch die Fotomöglichkeiten etwas eingeschränkt sind. Erst beim ehemaligen Bauknecht-Werk bei Klingenmühlhöfle oberhalb der bekannten Klingenmühle kommt die Strecke wieder ans „Tageslicht“. (Wer sich wundert, warum hier im Wald ein Fabrik steht, findet hier ein paar Informationen: [
www.schwaebisch-sibirien.de]
Bald darauf erreichen wir den Bf
Laufenmühle (km 16,9 - Höhe 414m). Der etwa 5 km entfernte Ebnisee wurde speziell für die Flößerei angelegt, um das Holz über Wieslauf und Rems nach Stuttgart und Ludwigsburg zu bringen ( [
de.wikipedia.org] und [
de.wikipedia.org] ). Später hat man dann das Holz hier in Laufenmühle auf die Bahn verladen.
Da die Umgebung von Stuttgart mit Badeseen nicht gerade gesegnet ist, war der Ebnisee seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel und der nächstgelegen Bahnhof Laufenmühle bei den Sonntagsausflugszügen gut frequentiert.
(77 + 78) 078 246 am 14. Juli 1974 und 212 244 mit GmP62943 am 28. Mai 1980
(79 + 80) Im Bahnhofsgebäude befindet sich heute ein spanisches Restaurant (16. Jan. 2010).
Kurz hinter dem Bahnhof beginnt der 168m lange Laufenmühle-Viadukt (km 17,1).
Mit 8 Bögen werden Straße, Wieslauf und Edenbach überquert, beide Bäche haben direkt unter der Brücke einen je 10 m hohen Wasserfall.
(81) Am 27. Febr. 1985 ist 212 258 auf dem Rückweg von Welzheim nach Schorndorf
(82) Sowohl die Südwest- als auch die Nordostseite des Viaduktes waren bewaldet. Inzwischen wurde die Nordostseite (auf dem Bild rechts) ausgelichtet und ein Pfad angelegt (Erfahrungsfeld der Sinne „Eins & Alles“), so dass man den ganzen Viadukt überblicken kann (83):
Unsere Strecke trennt sich nun von dem namesgebenden Bach und folgt dem Edenbach, der unterhalb der Bahn durch ein Naturschutzgebiet fließt. Nach knapp 3 km und rund 70 m Höhenunterschied kommen wir bei Breitenfürst wieder ins Helle:
(84) 212 243 mit N5483 (Schorndf-Welzh) hat gerade den Wald verlassen (5. Mai 1976). Gleich darauf wird sie die Straße Welzheim - Haubersbronn überqueren und durch den ehem. Bf Breitenfürst (km 20,4 - Höhe 493m) fahren. Dort begegnete uns 1 Jahr vorher (22. Febr. 1975) eine unbekannte 212 mit der Übergabe von Welzheim (Üg18484):
(85) In der Bildmitte (bei dem Nadelbaum) befand sich früher das Bahnhofsgebäude, das bereits in den 60er Jahren abgerissen wurde. Der Halt der Reisezüge war zum Sommerfahrplan 1962 entfallen. Der jetzt neu angelegt Bahnsteig liegt etwa da, wo sich der Zug gerade befindet.
Hinter Breitenfürst geht es in einem großen Bogen durch den Tannwald, dort befindet sich die höchste Stelle der Strecke.
Kurz danach erreichen wir den neu angelegten Hp
Stadtpark / Tannwald (km 22,1 - Höhe 508m) -
„Stadtpark“ steht angeschrieben, „Tannwald“ in den Fahrplänen der Waldbahn (86):
Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung zum Endbahnhof Welzheim (km 22,8 - Höhe 505m) :
(87) 212 276 hat am 5. Mai 1980 mit dem GmP 62943 Welzheim erreicht
(88) Mein einziges Bild, auf dem die Ausfahrsignale zu sehen sind (14. Juli 1974). Ab 1.7.1975 war Welzheim unbesetzt [2], also müssen die Signale zuvor abgebaut worden sein. Ob es ein Einfahrsignal gab und wo es stand, weiß ich leider nicht, ich habe auch keine Bilder gefunden. (Vielleicht kann ja jemand helfen.)
Bevor es wieder zurückgeht wird noch rangiert:
(89) 212 258 am 27. Febr. 1985
(90 + 91) Das nördliche Ende des Bahnhofbereichs wurde inzwischen überbaut (5. Mai 1980).
Begleiten wir unseren GmP auf der Rückfahrt noch ein kurzes Stück bis zur Laufenmühle und unserem Abschiedsbild (92):
Wer noch aktuelle Bilder sehen will, findet einiges im MuBa-Forum, z.B.:
Baumaßnahmen
- BugUser [
www.drehscheibe-foren.de] , [
www.drehscheibe-foren.de] , [
www.drehscheibe-foren.de] , [
www.drehscheibe-foren.de] usw.
Erste Zugfahrten nach Welzheim: Abnahmefahrt / Schotterzug / Gleismeßzug
- Uwe aus Stuttgart [
www.drehscheibe-foren.de] , [
www.drehscheibe-foren.de] , [
www.drehscheibe-foren.de]
Die Links mit den historischen Bildern ebenso die Quellen findet man im 1. Teil.
Damit geht unser Ausflug zu Ende - vielleicht noch eine
Anregung:
Falls hier Lehrer aus dem Wieslauf- oder Remstal mitlesen, wie wäre es mit einem
Klassenausflug nach Welzheim? Es gibt ja Einiges (und recht Unterschiedliches) zu sehen: Von den Alten Römern (Ostkastell, Limes) über die Zeugen der Flößerei (Schlittenweg, Ebnisee), die Holz für des Königs Schlösser nach Ludwigsburg und Stuttgart bringen sollte, bis zum Erfahrungsfeld der Sinne „Eins & Alles“ an der Laufenmühle, wo gerade eine Weidenkathedrale entsteht...
Und falls es für den Dampfzug nicht reicht, dann vielleicht mit einem Triebwagen der WEG.
(Ein Anruf bei der WEG hat bestätigt, dass auch sie dem aufgeschlossen gegenübersteht!) Letztendlich kommt dies auch den Dampfzügen zugute, denn die Schüler werden natürlich bei nächster Gelegenheit ihren Eltern und Geschwistern zeigen wollen, wo sie gefahren sind.
Oder wie wäre es mit Betriebs- oder Abteilungsausflügen oder ... oder ...
Gruppenangebote gibt es z. B. hier [
www.schwaebische-waldbahn.de]
Hoffen wir also, dass die Wiederöffnung der Bahn nach Welzheim ein Erfolg wird und dass die Arbeit der vielen, vielen Helfer sich gelohnt hat . . .
Allzeit Hp1 „Fahrt frei“ (93)
wünscht
Andreas
Teil 1 (Schorndorf - Miedelsbach) und
Teil 2 (Miedelsbach - Oberndorf)
Edit: Rechtschreibung und Link berichtigt
5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:04:02:16:13:01.