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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Der erste Beitrag „N8 – Aus dem Leben eines 'Alleskönners': Dienstbeginn“ - [www.drehscheibe-foren.de] - hat mir bestätigt, dass der M/N-Wagen tatsächlich Hifo-Reife erreicht hat. Deshalb geht es hier und heute mit den frühen Linieneinsätze der Dortmunder N8 weiter: die Bahnen bleiben noch an der Oberfläche, es gibt noch kein „U“ in der Liniennummer. Und noch ist das Netz nicht freizügig befahrbar, es gibt verschiedentlich Begegnungs-, aber auch Streckenverbote.

Die erste Einsatzlinie war die 5 – ab 1980: 405 -, die die Stadt in Nord-Süd-Richtung durchquert. Beginnend in Mengede geht es über eine in den 20er Jahren gebaute Überlandstrecke an der Zeche Hansa und dem Dortmunder Rangierbahnhof vorbei, dabei das Hafengelände streifend, durch die nördliche Innenstadt zum Hauptbahnhof und nachher weiter in streng südlicher Richtung am Westfalenpark vorbei über eine 1959 in Betrieb genommene Neubaustrecke ins Grüne nach Hacheney. Auf den Zielschildern ist der Zusatz „Tierpark“ zu lesen, weil es von dort nur fünf Minuten bis zum Zoo der Stadt Dortmund ist.

Fangen wir auch gleich im Süden an. Vor wenigen Sekunden hat der Wagen 104 die Endstelle Hacheney verlassen. In ca. 50 Minuten wird er die Endstelle Mengede erreicht haben, nach einer Fahrt über eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Unmittelbar hinter dieser Fotostelle lag ein mit einer Läutetafel gesicherter Fußwegübergang, m.W. einzigartig in unserem damaligen Netz.

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/7nlkx99l.jpg


Wegen fehlender Besiedlung gibt es zwischen dem Westfalenpark am südlichen Rand der Innenstadt und der Endstation nur noch den Haltepunkt Rombergpark, der fast nur Berufspendlern zum HOESCH-Phoenix-Werk und einigen andern Firmen oder Ausflüglern zum gleichnamigen Park diente. Kam die Bahn wie auf dem folgenden Foto aus Richtung Stadt, konnte man sie hinunter in den Süden mal richtig rollen lassen: Bei einer offiziellen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h waren nach Tacho bis zu 90 km/h drin. Wieder sehen wir den Wagen 104, der gleich sein Ziel Hacheney erreichen wird:

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/4rp3cxd6.jpg


Die Innenstadt überspringen wir vorläufig, die nächste Aufnahme entstand deshalb schon am Hafen auf der Mallinckrodtstraße, justamente dort, wo die Dortmunder Eisenbahn das Union-Gelände die Straße kreuzend verlässt und längs des Erzhafens fährt. Der Schrankenwärter hat dem Wagen 107 das rote Blinklicht vor der Nase eingeschaltet, er muss der D15 der Dortmunder Eisenbahn den Vortritt lassen. Der Fahrer des 107 fügt sich ins Unvermeidliche und beugt sich entspannt beugt über das Fahrpult. Im stillen bucht er von seiner Wendepause in Mengede schon mal drei bis vier Minuten Verspätung ab. Der Fotograf sitzt ebenfalls ganz entspannt in seinem 75er Golf L und lässt sich mit immer griffbereiter Kamera den Aufenthalt gern gefallen:

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/82ruhl32.jpg


Nun erreichen wir den sogenannten Fleischerhaken, eine langgezogene S-Straßenverbindung, aus Richtung Innenstadt zuerst die Nordausfahrt des DB-Rangierbahnhofs überquerend, dann nach einer kurzen Gerade die Köln-Mindener-Eisenbahn, die Emschertalbahn und den Hansa-Brückenzug unterquerend. Letzterer ermöglichte eine Zufahrt aus dem Werk Union der HOESCH AG direkt zu Zeche und Kokerei Hansa. JWD hatte in seiner Serie über die Dortmunder Eisenbahn dazu schon einiges geschrieben.
Eigentlich wollte ich dieses Foto vom Wagen 128 gar nicht zeigen, aber dann entdeckte ich nach dem Scannen im Hintergrund noch einen einzeln fahrenden ETA der Emschertalbahn, so dass es mit dieser Fast-Begegnung doch etwas Besonderes zeigt.

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/4u9olgty.jpg


Und ein vorläufig letztes Foto von der „5“: Die berühmte Gleiskreuzung mit der DB-Strecke (Do- Obereving- )Abzw. Deusen – Huckarde, den Hintergrund bilden die noch aktiven Anlagen der Kokerei Hansa. Kaltes Winterwetter lässt die Abdämpfe der Kühltürme deutlich in Erscheinung treten.

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/eq53y8qu.jpg


Die erste Lieferung an N8 umfasste 20 Triebwagen, die für die „5“ nicht alle benötigt wurden. Deshalb wurden die übrigen Fahrzeuge im Rahmen ihrer Verfügbarkeit auf der „9“, unserer Ost-West-Straßenbahn, später 403, 408 und wieder 403 geheißen und mit der 404 als letzte Linie vor zwei Jahren in der Innenstadt in den Tunnel verlegt. Im Sommer 1981 sehen wir den Wagen 111 an der Ausweiche Am Hagedorn in Asseln, einem der östlichen Vororte. Die Betonung dieser Aufnahme liegt zwar mehr auf dem Fachwerkhaus, dem Gasthof „Zur alten Herberge“, trotzdem soll die Aufnahme gezeigt werden. Ganz nebenbei wird wie fast immer irgendwo auf der Ost-West-Achse an den Gleisanlagen gebaut, denn durch den dichten Takt war der Verschleiß groß. Heute ist nicht nur der Gasthof keiner mehr – das Haus ist noch existent -, auch die Gleislage ist vor zwei Jahren völlig umgebaut worden: Ab hier geht es jetzt zweigleisig durch den Ort, die gefährlichen und engen Begegnungen mit dem Straßenverkehr sind nach 102 Jahren Geschichte.

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/8opiiz6k.jpg


Am anderen Ende Asselns kommt soeben der Wagen 103 aus der Stadt gegen den Straßenverkehr heran gerauscht. Da hier die Straße ausreichend breit war, konnte zügig gefahren werden, Kollisionsgefahr wie anderswo in der Eingleisigkeit bestand hier eigentlich nicht. Nur für den Fotografen ist es immer ein Glücksspiel, einigermaßen passabel zum Schuss zu kommen.

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/ayfzimqs.jpg


Neben den bisher gezeigten Einsätzen kam es überraschend auch gelegentlich zu „Schnupperfahrten“ z.B. auf der 407, die von der Stadtmitte (Hbf) nach Aplerbeck verkehrt. Mehrmals erlebte ich sonntags Einsätze wie diesen, als der Wagen 119 im Sommer 1980 die Haltestelle Gevelsbergstr. erreicht:

http://fs5.directupload.net/images/user/170117/lyqo7bvi.jpg


So, Ende für heute, die frühen Einsätze wären damit im Rahmen meiner Möglichkeiten beschrieben. Die ein oder andere Strecke oder Teilabschnitte davon können noch Bestandteil eines Spezialthemas werden. In der nächsten Folge werden die noch nicht gezeigten Strecken punktuell vorgestellt.

Grüße
Frank



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:01:18:19:48:15.

ja, so war das....Danke für's Zeigen!

geschrieben von: cd73

Datum: 23.02.10 19:20

...und wieder werden persönliche Erinnerungen wach.

Wie es sich doch zwischenzeitlich verändert hat....

Herzlichen Dank für's Zeigen!

Gruss,
cd73
Hallöle!

Feine Bilder!

Zu Bild 2: Kaum zu glauben, dass diese Brücke wieder abgerissen wurde, um einen Bahnsteig in Mittellage zu erstellen. Gibt es zu diesem Umbau eigentlich FOtos??

Bild 3: Stellwerk 6600 mit altgrüner MaK, toll! Die Bahn im Hintergrund scheint sich zu fürchten, macht sie doch einen richtigen Buckel..
;-)

Weiter so!

Gruß Jürgen

Ich bin gegen die ungewollte Umleitung!!!

Text u Fotos = Extra-Klasse Danke! (o.w.T)

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 23.02.10 19:43

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Was man nicht so alles auf den Bildern findet ;-)

geschrieben von: AlexT

Datum: 23.02.10 20:05

Danke für's zeigen dieser historischen Bilder, und natürlich ist der M/N-Wagen HiFo-tauglich,
auch wenn noch viel rollt (zumindest in meiner Heimatstadt Bielefeld).

Interessant auch die "Nebensächlichkeiten" auf den Bildern. Wieviele 3er BMW (E21) in Dortmund rumfuhren ;-)
Herrlich...

Grüße,
Alex



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:23:20:06:36.

Re: Was man nicht so alles auf den Bildern findet ;-)

geschrieben von: D. Gartke

Datum: 23.02.10 21:14

Und wie nett der Herr im roten 3er "grüßt"...

Schade, dass der Akku im vierten Bild nicht schneller war...

Tolle Bilder!!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:23:21:18:31.
Frank,

großes Kino, so kenne ich Dortmund.

Das Schöne an Straßenbahnbildern sind die Stadtansichten. Bei Eisenbahnen selten möglich.
Das Highlight ist für mich aber trotzdem das Bild der DE. :-)

Gruß

Stefan
Moin Frank,

auch dieser zweite Teil war wieder einmal eine schöne Zeitreise in die Dortmunder Vergangenheit.
Und das morgens um sechs ..... -)

Gruss, Michael

Beste Grüße, Michael :-) https://abload.de/img/mk201402sr40g127satt1guj69.jpg ... und immer schön die Kurbel fest im Griff !

"einigermaßen passabel zum Schuß zu kommen"

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 24.02.10 09:11

*gg*

...damals [TM] hat man sich über diese störenden Autos maßlos geärgert - heute gefallen mir diese Bilder mit dem ganzen Drumhereum noch am Besten.

Aber auch mein Favorit ist die Begenung von MaK und DÜWAG - einfach toll, das Bild. Bei der Aufnhame am Fleischerhaken mit dem ETA stehe ich etwas im Spargel - kann jemand aus DO mir bei der Verortung behilflich sein?

Danke für diese Serie, FRank!

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Re: "einigermaßen passabel zum Schuß zu kommen"

geschrieben von: ingo st.

Datum: 24.02.10 09:28

Joachim Leitsch schrieb:
-------------------------------------------------------
> Aber auch mein Favorit ist die Begenung von MaK
> und DÜWAG - einfach toll, das Bild.

Ich glaube das war sogar ein Foto vom Beifahrer mit des Fahrers Kamera..gg.

Weniger Strab aber dafür mehr MaK Privat-V90:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/85/6730585/6432396434313737.jpg

Bei der
> Aufnhame am Fleischerhaken mit dem ETA stehe ich
> etwas im Spargel - kann jemand aus DO mir bei der
> Verortung behilflich sein?
>

Hier ist der "Fleischerhaken" in der Franzisusstraße gut zu erkennen, liegt auf der Höhe der Nordausfahrt des ehem. Rbf.

[maps.google.com]


Gruß

Ingo

PS: Der Kampf mit den Autos würde man heute gelassener sehen; damals sollte keine Karre die Bahn verdecken. Heute ordnet das Auto das Aufnahmedatum einer Bahn, die 30 Jahre alt geworden ist, merklich ein.

Danke Ingo für's Aufgleisen

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 24.02.10 09:34

Soso, habt ihr also zu zweit im Golf L gesessen *lach*

Aber bei Deinem Bild sieht man ja nicht den N-Wagen.... ;) Und bezüglich der zeitlichen Eingrenzung gebe ich Dir natürlich recht...

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Und die Farbe...

geschrieben von: ingo st.

Datum: 24.02.10 09:54

...so wie dieser, nachdem der Rost das grün-metallic zerstört hatte:

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/file.php?17,file=12199

50 PS und 145er Reifen; das Wort Rollwiderstand kannte der gar nicht.

Gruß

Ingo

PS: Protest, der N-Wagen ist deutlich zwischen den Griffstangen zu sehen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:24:14:36:51.

OT: Laubfrösche

geschrieben von: 01 1066

Datum: 24.02.10 12:00

So'n grünen wie Deinen (ich habe das Bild mal sichtbar gemacht)

juza2.jpg

hatte ich 1984/85 auch mal (allerdings einen Audi 80):

1984-02 Auetal 014.jpg

Das waren die Zeiten:

"Schreiende Farben sind out, brüllende Farben sind in!" (Otto Waalkes)

Re: Und die Farbe...

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 24.02.10 12:49

Naja, beim Golf I stand der Rost ja im Prospekt ;))

Dafür war der Golf II hinsichtlich Haltbarkiet und Zuverlässigkeit der Oberbrüller (haben selber meinen über 11 Jahre lang getieben!). Und die Farben waren seinerzeit einfach en vogue - würden wir die heute noch haben, bräuchte man sich über so einen Quatsch wie LED Tagesfahrlicht nicht unterhalten...

NB. Ja, beim längeren Betrachten hatte ich den N-Wagen auch gefunden ;)))

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

[DO Strab] N8 – ein paar Antworten

geschrieben von: Frank St.

Datum: 25.02.10 17:57

N'Ahmd,

erst einmal Dank für das Interesse und den Zuspruch. Nicht nur für Euch, auch für mich als Dortmunder ist das bewußte Betrachten der alten Fotos eine spannende Zeitreise, es liegt ja ein halbes Leben dazwischen.

Rombergpark, die "Traumstraße" (Ruhrwaldstraße/B54) und ihre Brücke: irgenwie passte das damals alles nicht mehr, die Stadtbahn-Baunormen verlangten breitere Bahnsteige, einen größeren Gleismittenabstand, so nahm der Neubau seinen Lauf. Und ein paar Hundert Meter weiter musste die Unterführung ebenfalls neu gemacht werden. Zu weiteren Fotos werden wir später noch kommen.

Den Gruß des BMW-Fahrers habe ich auch erst am Bildschirm erkannt, vielleicht liest er ja mit und merkt endlich, dass er und sein "Bolide" und so eine Art "Uschi" gar nicht die Hauptfiguren waren. Inzwischen sehe ich wie Joachim das Ganze ebenfalls nicht mehr so eng und blende Autos nicht mehr bewußt aus. Schade ist eigentlich nur, dass damals so viele Fahrzeugfronten bei der Konzentration auf die entscheidende Lücke abgeschnitten wurden. Denn die Geschichte mit ihren Erinnerungen geht weiter, und in zwanzig Jahren wird man, vielleicht wieder mit quietschgrünen Autos unterwegs, wenn auch nicht auf 145/R13-Felgen, sich über das dominierende, langweilige silberne und schwarze Geraffel auf den heutigen Straßen wundern.

Und zuletzt der "Fleischerhaken", ein kurzer, aber sehr unfallträchtiger Abschnitt: östlich des Rbf nach Norden fahrend auf eigenem Gleiskörper ankommend, ging es dann mit dem ersten 90-Grad-Linksknick in die Fahrbanmitte und über die Rbf-Ausfahrt, beim unmittelbar folgenden nächsten 90-Grad-Linkssknick gleichzeitig ein Wechsel an die Fahrbahnaußenseite (Fotostelle des 128), bevor es vor dem 90-Grad-Rechtsknick vor der KME-Unterführung quer herüber auf die linke Fahrbahnseite ging, um auf der Außenseite der Straße die Brücke zu unterfahren. Und 100 Meter weiter wurde dann noch einmal die Fahrbahnseite nach rechts, in die richtige Fahrtrichtung gewechselt. Alles verstanden ...? Jedenfalls war das immer ein adrenalinspiegel-treibender Streckenabschnitt, denn bis auf den ersten und den letzten Wechsel war nichts mit Ampeln gesichert. Fotos folgen noch.

Mit jener im ersten Teil erwähnten OW IIIa wurde vom Hafen aus dieser Abschnitt umfahren, der Rbf südlich in Höhe des Bw überquert, die Stadtbahn dann in einer atemberaubenden, engen Kurve unterirdisch ausgefädelt und über ein kurzes Stück Neubaustrecke an die Strecke wieder angebunden. Auch dazu kann es später auch noch Aufnahmen geben (wenn Ihr solange durchhaltet ;-) ).

In diesem Sinne,
bis demnäxt

Grüße
Frank