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Schnellzugwagen der Gruppe 29 (m19B aus 1970-85)

geschrieben von: Günter T

Datum: 19.02.10 08:35

Hallo Wagenfreunde,

die DRG hatte bei den Reisezugwagen sog. Verwendungsgruppen gebildet, um Fahrzeuge mit ähnlichen Baugrundsätzen begrifflich zusammenzufassen. Dies vereinfachte auch den Wunsch nach homogeneren Zugzusammenstellungen. Auch bei der DB wurde dies weitergeführt – eine Anschrift „Gruppe 53“ am Längsträger ist die augenscheinliche Konsequenz.

In der Gruppe 29 findet man die Schnellzugwagen der Einheitsbauarten 1928 bis 1934 (Ganzstahlbauart), deren Charakteristikum ein bis an das Wagenende gezogenes, gerades Tonnendach ist. Bei der DB waren sie bis in die 80er Jahre im Einsatz.

Nun zu einigen Vertretern, die ich noch fotografieren konnte.
Wenn ich hier statistische Angaben zu den einzelnen Wagen oder Bauarten mache, dann habe ich sie in der Regel revisionsddaten.de, den Publikationen von Hermann Nagel oder dem GeraNova-Sammelwerk entnommen. Über Berichtigungen oder Anmerkungen würde ich mich sehr freuen.





http://img717.imageshack.us/img717/4642/302ae508018110124198005.jpg

Bild 1:
An der Bahnlinie Frankfurt (Main) – Limburg entdeckte ich am 16. Mai 1980 im Bahnhof Niederbrechen den am 26. März 1976 ausgemusterten Aüe 302 mit der Nummer 50 80 18-11 012-4, der zuletzt in Würzburg Hbf beheimatet war. Er war 1929 als AB4ü-28 in Dienst gestellt worden. Diese Bauart umfasste 236 Exemplare.





http://img51.imageshack.us/img51/6905/302be508002430161984092.jpg

Bild 2:
Diesen Aüe 302 (Bj 1930) hatte man bei der DB bereits im Dezember 1982 ausgemustert und an Eisenbahnfreunde (Eisenbahnkurier Freiburg) verkauft. Im relativ gut erhaltenen DB-Zustand setzte man ihn am 22. September 1984 auf Sonderfahrten zwischen Neheim-Hüsten und Sundern auf der Röhrtalbahn ein. Auffällig ist jedoch die förmliche Deklassifizierung zum Büe (der orangefarbene Streifen blieg jedoch erhalten!) sowie die für den damaligen Zustand ungewöhnliche Höchstgeschwindigkeitsangabe 140. Er trug die Nummer 50 80 02-43 016-5.




http://img694.imageshack.us/img694/7981/302ae508018110165198504.jpg

Bild 3:
Am 13. April 1985 wurde ein mir unbekannter ehemaliger Aüe 302 anlässlich der Eisenbahnausstellung in Wittingen präsentiert. Danke an dieser Stelle an Udo und Bert, die mich hier von der irrigen Annahme, es handele sich um den gleichen Wagen wie auf Bild 2, abgebracht haben.





http://img205.imageshack.us/img205/8519/307ae508017100068198108.jpg

Bild 4:
Nun zum Aüe 307, der im Jahr 1930 als A4ü-30 - hauptsächlich für die zwischen Berlin – Stendal – Uelzen – Bremerhaven bzw. Cuxhaven verkehrenden Hapag-Lloyd-Züge - in Dienst gestellt wurde (8 Exemplare). Drei dieser im Zeitpunkt der Aufnahme in Münster Hbf beheimateten Wagen ließen sich am 30. August 1981 in einem Sonderzug aus Hamm bzw. nach Hamm (E 28068) in Rüdesheim (Rhein) ablichten. Diese Vertreter wurden zwar am 11. Dezember 1982 ausgemustert, aber museal erhalten.
Hier der 50 80 17-10 006-8.





http://img246.imageshack.us/img246/5074/307ae508017100084198108.jpg

Bild 5:
Dann 50 80 17-10 008-4.





http://img96.imageshack.us/img96/4872/307ae508017110059198108.jpg

Bild 6:
Und schließlich 50 80 17-11 005-9.





Nun wenden wir uns den bei der DB gemischtklassig verwendeten Wagen zu:


http://img404.imageshack.us/img404/1708/325abe50803911031919781.jpg

Bild 7:
Der in Frankfurt (Main) beheimatete ABüe 325 mit der Nummer 50 80 39-11 031-9 war bei der Deutschen Reichsbahn sogar dreiklassig (ABC4ü-33; Bj 1934) eingesetzt worden. Ich konnte ihn am 17. November 1978 in Wiesbaden Hbf ablichten. Er wurde im Februar 1979 ausgemustert.





http://img59.imageshack.us/img59/9113/329abe50803911042619781.jpg

Bild 8:
Gleichfalls in Wiesbaden hielt sich am 18. März 1978 der in Regensburg beheimatete ABüe 329 mit der Nummer 50 80 39-11 042-6 auf, der wie der auf Bild 7 gezeigte Vertreter zur früheren Bauart ABC4ü-33 gehört. Er wurde 1934 gebaut und im August 1981 ausgemustert..





http://img197.imageshack.us/img197/3282/354be508020110435198008.jpg

Bild 9:
Am 8. August 1980 kam mir in Schweinfurt der Büe 354 mit der Nummer 50 80 20-11 043-5 vor die Kamera. Er war 1931 als C4ü-28 in Dienst gestellt worden (Stückzahl: 319) und gehörte zum Aufnahmezeitpunkt zum Würzburger Hauptbahnhof. Sein Dienstende kam im Januar 1982.





http://img189.imageshack.us/img189/986/354be50802040042197405x.jpg

Bild 10:
Ebenfalls zur Bauart Büe 354 gehört der Wagen 50 80 20-40 042-2. Er war von 1931 bis 15. Februar 1977 im Einsatz. Ich sah ihn im Mai 1974 in der nördlichen Abstellgruppe im Bereich des Bw Wiesbaden und wartete dort auf Einsätze wie beispielsweise im Militärtransportdienst.





http://img714.imageshack.us/img714/9743/356be508028401083197403.jpg

Bild 11:
Gleich drei Vertreter der Gruppe 29 waren am 27. März 1974 im Bahnhof Wiesbaden Ost zu sehen.
Rechts steht der Büe 356 mit der Nummer 50 80 28-40 108-3, der 1929 als AB4ü-28 den Dienst antrat (Stückzahl: 326).
Links daneben zwei Büe 372. Der vor dem Signal stehende Büe 372 weist Schwanenhals-Drehgestelle auf; es handelt sich somit wohl um einen ehemaligen Fährbootwagen ABC4ü-29a. (Dank an tuswa, der mir hier einen wertvollen Hinweis gab; s.u.).





http://img192.imageshack.us/img192/8477/356be508028401083197405.jpg

Bild 12:
Sieben Wochen später konnte ich den Büe 356 von Bild 11 noch einmal im Vorbeifahren im Wiesbadener Hauptbahnhof ablichten. Er wurde am 23. Februar 1976 ausgemustert. Rechts von ihm steht ein Byl 421.




Nun zu einigen Gepäckwagen aus der Verwendungsgruppe 29:


http://img96.imageshack.us/img96/9729/924de92120111980052120m.jpg

Bild 13:
Ein Einzelstück bei der DB war der Düe 924 mit der Nummer 50 80 92-12 011-4. Er war 1929 als Pw4ü-28 (Stückzahl: 41) in Dienst gestellt worden. Ich nahm den damals in Mannheim beheimateten Wagen am 21. Mai 1980 in Mühlacker auf. Im Dezember 1982 kam sein Ende.





http://img97.imageshack.us/img97/7863/927de92120611979010420b.jpg

Bild 14:
Nun zwei Bilder des Düe 927 mit der Nummer 50 80 92-12 061-9. Am Morgen des 4. Januar 1979 wartete der in Köln-Deutzerfeld beheimatete Wagen im Bahnhof Bingerbrück auf den nächsten Einsatz. Seine Karriere begann 1929 als Pw4ü-29 (Stückzahl: 120) und endete am 20. Dezember 1982 bei der DB. Anschließend war er für den Eisenbahnkurier tätig ...





http://img691.imageshack.us/img691/5107/927de92120611984092230s.jpg

Bild 15:
... wie beispielsweise am 22. September 1984 in Sundern.





http://img534.imageshack.us/img534/9135/929dse50809243086919840.jpg

Bild 16:
Ebenfalls zur früheren Bauart Pw4ü-29 zählen die nunmehrigen Düe 929.
Bei Rottendorf ist am 26. Juli 1978 der Frankfurter 50 80 92-43 086-9 als erster Wagen im E 2024 (Hof 6.42 – Würzburg – Ffm – Köln – Dortmund 17.27) eingereiht. Ihm folgen ein Bm, zwei Bnrz sowie ein Abnrz.
Der 1929 gebaute Wagen wurde im Januar 1979 ausgemustert.
(An dieser Stelle vielen Dank an den Isartalbahner für die präzisen Informationen; siehe unten.)





http://img411.imageshack.us/img411/9195/929dse50809540110719740.jpg

Bild 17:
Den gleichfalls 1929 gebauten Düse 929 mit der Nummer 50 80 95-40 110-7 sichtete ich im April 1974 im Wiesbadener Hauptbahnhof. Sein Ende kam im Februar 1979 in Stuttgart.





http://img52.imageshack.us/img52/2623/932de92121771978111730w.jpg

Bild 18:
Der 50 80 92-12 177-3 war 1930 als Pw4ü-30 in Dienst gestellt worden (Stückzahl: 250) und hielt sich am 17. November 1978 als Düe 932 im Vorfeld des Wiesbadener Hauptbahnhofs (Bw-Bereich) auf. Er war in Frankfurt (Main) beheimatet.





http://img517.imageshack.us/img517/2993/956dpw4e914300119701017.jpg

Bild 19:
Zum Schluss ein Bild eines DPostüe 956, das ich früher schon einmal in minderer Qualität eingestellt hatte, aber jetzt gut hierher passt:
Der bemerkenswerte 51 80 91 43-001-6 war 1928 als PwPost4ü-28 bei der DRG in Dienst gestellt worden (Stückzahl: 20). Am 17. Oktober 1970 war der in Köln-Deutzerfeld beheimatete Wagen in einen Zug Richtung Koblenz eingereiht, der gerade in Bingerbrück hielt. Ab dem 17. Mai 1976 wurde er nicht mehr gebraucht.


Die von mir fotografierten Wagen der Verwendungsgruppe 29 haben derzeit mein Interesse geweckt, da sie ansatzweise in diesen Tagen im HO-Maßstab erneut als Modelle erschienen sind.

Es war mir schon immer ein besonderes Vergnügen, in solchen Fossilen reisen zu dürfen. Der Eindruck „schwer und düster“ ist mir unvergesslich.


Es grüßt euch
Günter

edit: Imageshack neu gefüttert und Legenden zu Bild 3, 11 und 16 geändert.[/size][size=12px]



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:20:15:29:03.
Moin Günter!

Deinen durch gut fotografierte Waggonaufnahmen illustrierten Beitrag habe ich gern betrachtet. Ich vermute, das es nicht immer sehr einfach ist, ohne störenden Vordergrund Schnellzugwagen von der vollen Breitseite aufzunehmen und obendrein auch nutzbare Lichtverhältnisse vorzufinden. Beides ist Dir, wie Deine Fotos beweisen, trefflich gelungen.

Zu Bild 1: Auch wenn der Wagen nicht mehr ganz komplett zu sein scheint (zB Fenster), so ist es doch für mich ein Genuß, anhand dieser Aufnahme daran erinnert zu werden, das es auch einmal Zeiten gab, zu denen auch bei längerer Abstellzeit keine Grafity- Schäden zu befürchten waren! Das ist ja heutzutage leider vollkommen anders! Zwar gab es damals noch nicht im größeren Stil Farbspraydosen im Handel, aber die Zerstörungen heutzutage geschehen ja nicht nur per Spraydose...


Für Deinen Beitrag dankt Dir

Helmut

Re: Schnellzugwagen der Gruppe 29 (m19B aus 1970-85)

geschrieben von: udok

Datum: 19.02.10 10:30

Hallo Günter,

vielen Dank für das Zeigen dieser Bilder. Die Wagen der Gruppe 29 haben mir auch immer sehr gut gefallen und waren zu Beginn der Zeit, als ich Eisenbahnen und Züge bewusst wargenommen habe, kaum mehr im Planeinsatz zu sehen. Im Planeinsatz habe ich einen Wagen einmal in Österreich erwischt, leider kein Bild des Wagens selbst gemacht ( [www.drehscheibe-foren.de]).

Eine Frage habe ich zu den Bildern 2 und 3: Zeigen die tatsächlich denselben Wagen? Auf Bild 2 erkenne ich einen verblechten Längsträger, auf Bild 3 nicht. Ist der Längsträger dort im Sinne der musealen Aufarbeitung in den ursprünglichen Zustand zurückgebaut worden? Oder war der Wagen gar nur auf einer Seite verblecht?

Viele Grüße,

Udo.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:19:10:30:55.
Moin,

zu Bild 8:
Der AB-Wagen läuft auf Eilzugwagen-Drehgestellen (Görlitz III leicht). Das habe ich noch nie unter D-Zugwagen gesehen.

Re: Bilder 2 und 3

geschrieben von: Bert

Datum: 19.02.10 13:18

udok schrieb:
-------------------------------------------------------

> Eine Frage habe ich zu den Bildern 2 und 3: Zeigen
> die tatsächlich denselben Wagen? Auf Bild 2
> erkenne ich einen verblechten Längsträger, auf
> Bild 3 nicht. Ist der Längsträger dort im Sinne
> der musealen Aufarbeitung in den ursprünglichen
> Zustand zurückgebaut worden? Oder war der Wagen
> gar nur auf einer Seite verblecht?

Es gibt weitere Unterschiede, die Wagen auf den beiden Bildern haben auch unterschiedliche Drehgestelle. Ich bin ebenfalls geneigt anzunehmen, dass es sich um 2 verschiedene Wagen handelt.

Gruß
Bert

Re: Schnellzugwagen der Gruppe 29 (m19B aus 1970-85)

geschrieben von: Bahnfink

Datum: 19.02.10 14:20

Hallo Günter!

Diese Bilder betrachte ich mit großem Interesse. Die unterschiedlichen Drehgestelle wurden ja schon angesprochen; sehr schön auch dieser seltene 28er Postpackwagen in seiner letzten Umbauform mit dem hinzugefügten Übersetzfenster des Dienstabteils. Das ursprünglich einzelne Fenster befindet sich gegenüber an der anderen Wagenseite.
Vielen Dank für den Augenschmaus!
Hartmut F.

Zu den Bildern 2 und 3

geschrieben von: Günter T

Datum: 19.02.10 14:26

Hallo Udo,
hallo Bert,

Ihr habt mit euren Zweifeln sicher recht. Nach Überprüfung meiner Unterlagen kann ich nicht belegen, dass es sich um den gleichen Wagen handelt. Ich werde diesen Bezug - unter Hinweis auf eure Mithilfe - also löschen.

Ich danke euch sehr.

Es grüßt
Günter

Re: Schnellzugwagen der Gruppe 29 (m19B aus 1970-85)

geschrieben von: LiteraD

Datum: 19.02.10 15:23

Rückblick zu den Verwendungsgruppen:
Der Umfang des unfreiwillig einverleibten oder offiziell gemieteten Wagenparks der Deutschen Reichsbahn steigt nach der militärischen Besetzung in Europa stark an. Zur betrieblichen Unterscheidung der sich in vielfältiger Form präsentierenden Schnellzugwagen wird 1940 ein neues Gruppensystem, mit einer Altersstaffelung, mit entsprechender Fahrzeugkennzeichnung, eingeführt. Die Gruppen I bis III sind jeweils durch eiserne Wagenbauarten belegt, die Gruppe IV beinhaltet die Wagen der Holzbauart. Die Wagen der Gruppe I sind einzustellen in FD-Züge und, soweit noch verfügbar, in die internationalen D-Züge. 1951: Die Gruppeneinteilung der Deutschen Reichsbahn aus 1940 (Nach der DV 409 Personenwagenvorschrift Ausgabe 1942) wird für die Schnellzugwagen bei der Deutschen Bundesbahn vorerst noch unverändert weitergeführt. 1954: Die vorgenannte Gruppeneinteilung der Deutschen Bundesbahn für die Schnell- und Eilzugwagen wird nach Zugang der Neubauwagen bei der Personenwagenvorschrift DV 409 (Ausgabe 1954) in sogenannte Verwendungsgruppen abgeändert und bereinigt.
Es grüßt
LiteraD



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:19:15:24:42.

Erste Klasse!

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 19.02.10 17:58

Lieber Günter,

herzlichen Dank für diesen aussergewöhnlichen Beitrag, da hüpft das Herz eines Wagennarrs!
Nicht nur die Motivauswahl, auch die technische Aufbereitung ist ein echter Genuss.

Ich behaupte, es ist ein würdiger Nachfolger unseres leider sehr früh verstorbenen Wagenfotografen Jörg Dell, Amen.

Eine Minikorrektur darf ich zum Bild 16 noch anfügen: es handelt sich um einen Düe 929 (ohne s).
Ob ein Gepäckwagen für den Fahrgastdurchgang einen Seitengang oder nicht hat, lässt sich an der 6. Stelle der UIC-Nummer erkennen:
92 = ohne Seitengang, 95 = mit Seitengang

Möge Dir mal wieder Zeit bleiben, uns mit solch brillanten Aufnahmen zu bedienen, ich freue mich schon drauf!


Herzliche Grüsse
PM - der Isartalbahner

Re: Erste Klasse!

geschrieben von: Peter66

Datum: 19.02.10 20:35

Liebe Wagenfreunde,

sehr schöne Bilder! Zum genau Hinsehen ....

Einige Ergänzungen:

Bild 2: Der Aüe 302 des EK ist mittlerweile bei Brenner&Brenner in Österreich gelandet und dort zu einem Speisewagen umgebaut worden

Bild 3: sehr interessant! Im Beschriftungsfeld oben steht "WG" ... ein Gesellschaftswagen ... man kann auch "schräg" durch den Wagen hindurchsehen, zumindest ein Teil der Abteile fehlt also ... gibt es Infos zur Identität und zum Verbleib des Wagens? Interessant wäre ein großer Bildauschnitt des Beschriftungsfeldes mit den Nummern ...

Bild 14: Der Gepäckwagen ist bei der Eisenbahn-Tradition in Lengerich betriebsfähig vorhanden.

Na, vielleicht hat jemand Infos zu Bild 2. Glück haben die Aüe 307 gehabt ... die gibt es fast alle noch (2 beim DB Museum, einer bei FME in Nürnberg, einer bei den UEF).

Einen schönen Abend wünscht der Peter

?? zu Bild 11

geschrieben von: tuswa

Datum: 19.02.10 22:43

Hallo,

Zuerst mal vielen Dank für diese schönen Aufnahmen.

Einige Fragen habe ich noch zu den beiden anderen Wagen.
Die Wagen scheinen mir ehemaligen ABC4üe Wagen. Unter welcher Bauartnummer wurden diese Wagen eingereiht?
Der dritte Wagen hat Schwanenhals-Drehgestelle. Handelt es sich um einen Wagen für den Skandinivienverkehr?

MfG,
Tuswa.
Hallo Tuswa,

zunächst einmal vielen Dank für deine hochinteressante Frage. Leider kann ich sie nicht abschließend beantworten.
Wie gerne wäre ich noch mal schnell hingefahren und hätte vernünftige Bilder gemacht .....

So müssen wir uns mit einer Ausschnittsvergrößerung behelfen:


http://img97.imageshack.us/img97/9743/356be508028401083197403.jpg



Für meine bescheidenen Kenntnisse handelt es sich bei dem linken Wagen um einen ehemaligen ABC4ü-29a (Fährbootwagen), der letztlich von der DB zum Büe 372 umgebaut wurde.
In Betracht kämen:
51 80 29-40 401-0 (+ 02.70) sowie
51 80 29-40 410-1 (+ 12.71).

Der Wagen auf der rechten Bildhälfte ist ein "ordinärer" Büe 372 - früher wohl ein ABC4ü-29.
Ich vermute, dass es sich bei einem solchen in Wiesbaden vorgehaltenen Wagen - wie häufig dort geschehen - um eine Militärreserve (SB Bereitschaft-Militärverkehr) handelte.

Ich bin sehr gespannt, ob wir das hier klären können.

Es grüßt dich
Günter



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:20:18:43:25.

Verwendungsgruppen

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 20.02.10 17:27

Hallo,

LiteraD hat erklärt, wie es mit den Gruppen vor 1954 war; die Verwendungsgruppen ab 1954 waren feiner gegliedert und die geraden Ziffern betraf die Eilzugwagen, während die Ungeraden die D-Zugwagen hatten.

Gruppe 05 - Holzaufbau; Länderbahn
Gruppe 15 - Stahlkasten; Länderbahn
Gruppe 23 - Einheitswagen und sämtliche PKP-Wagen
Gruppe 29 - Einheitswagen
Gruppe 35 - Einheitswagen
Gruppe 39 - Schürzenwagen
Gruppe 53 - Neubau, 26,4 mtr
Gruppe 69 - Neubau, 27,5 mtr
Gruppe 30 - Eilzugwagen
Gruppe 36 - Eilzugwagen
Gruppe 44 - Schürzenwagen
Gruppe 52 - Neubau, 26,4 mtr

Mit diesem System liesen sich besser artreine Züge bilden.

Schürzenwagen

Verdacht zum Fährbootwagen

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 20.02.10 18:56

Lieber Günter,

nachdem Deine Aufnahme im März 1974 entstand, fallen die beiden von Dir in Betracht gezogenen aus, das sie bereits früher ausschieden.
Mithilfe zweier mir zur Verfügung stehenden Listen (Mai 1971, Hrsg. ZTL Mainz und Bestandsliste Januar 1976, Hrsg. AW Neumünster) habe ich die ehemalige Fährbootgarde ABC4ü-29a durchgestöbert, was davon blieb. Die Bauart belegte die Nummern 14 016 - 020 und 048 - 050.
Es sind zum einen die beiden von Dir erwähnten Wagen, ich füge noch die bis 1968 gültige Nummer dran:
29-40 401, ehemals 14 016
29-40 410, ehemals 14 049
Einen dritten gab es auch noch, den ehemaligen 14 018, der 1968 zum 39-11 020 ABüe 322 wurde. Die damals schon auf 120 km/h reduzierte Geschwindigkeit belegt, dass er zu dem Zeitpunkt die Schwanenhals-Drehgestelle noch trug. Gemäss revisionsdaten.de wurde er zum Dezember 1971 ausgemustert.

Zumindest einer hat es als Büe 372 mit Schwanenhals-Drehgestellen bis in die Bestandsliste zum 1. Januar 1976 geschafft, der 29-10 427. Er lässt sich etwas zurückverfolgen. In der Bestandsliste vom Mai 1971 ist der Hinweis eingetragen, dass er bereits vor diesem Zeitpunkt von 29-40 427 (Vmax 140 km/h) auf 29-10 427 umgenummert und damit auf 120 km/h geschwindigkeitsreduziert war.
Er war jedoch ursprünglich kein mit Schwanenhals-Drehgestellen ausgestatteter Fährbootwagen, sondern ein normaler ABC4ü-29 (alte DB-Numer 14 110). Ergo müsste er irgendwann mit den Drehgestellen ausgerüstet worden sein, wobei das "irgendwann" bekanntlich ein recht dehnbarer Begriff ist.
Ich glaube, mit dem aufdröseln ist es gelungen, den Schelm zu ermitteln.


Es grüsst herzlich
der Isartalbahner

Warum überhaupt Fährboot?

geschrieben von: rolf koestner

Datum: 21.02.10 14:14

Nur wegen der Drehgestelle? Die kann man tauschen. Ich erkenne nämlich keine Zurrösen auf der Ausschnittsvergrößerung. Die müsste ein Fährbootwagen doch gehabt haben, oder?

Wenn das man nicht ein ganz normaler Büe 372 ist!



Bis neulich

Rolf Köstner

"Erst wenn ich nicht mehr mein Eisenbahnerspanisch, mein Deutsch oder Englisch benutze, wenn ich da allein stehe mit meinem Tschechisch, weil alle Weltreisenden weg sind, dann weiß ich, es ist vorbei mit Europa.“

Pavel Peterka (Speisewagenkellner)





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:21:19:17:58.

Re: Warum überhaupt Fährboot?

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 21.02.10 16:43

Hallo zusammen,

die fehlenden Zurrösen stehen für einen gemeinen BA 372, wie erwähnt.
In der BA 372 sind mehrere Gattungen vereint worden: ABC4ü-29; ABC4ü-29a; ABC4ü-33; ABC4ü-33a sowie ABC4ü-34

Es ist bestimmt keine Militärreserve, sondern Wagen für den sog. Wanzenexpress, die in Wiesbaden gereinigt und abgestellt wurden. Abfahrt-Bf war Frankfurt/M Hbf; so weiss ich es noch aus meiner Meenzer Zeit.

Schürzenwagen.

Eben daher die dumme Frage...

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 21.02.10 18:05

Hallo Rolf, hallo Gerd,

eure Einlassungen sind durchaus richtig!
Aber genau deswegen habe ich mich gefragt, wie es zu einem Drehgestelltausch kam, der relativ früh gewesen sein muss, siehe Chronologie der UIC-Nummern.

Man kann auch theoretisieren, dass die Originaldrehgestelle verschlissen waren, kein passender Vorrat vorhanden war und man sich zu der Lösung entschlossen hat.
Wenn zu dieser Zeit wirklich keine Drehgestelle aus ausgemusterten Wagen verfügbar waren, ergibt das eine gewisse Logik und macht diesen Wagen natürlich nicht automatisch zum Fährbootwagen, mit Seitenblick auf die fehlenden Zurrösen.
Wo liegt denn nu der Hund begraben?

Ähm, noch eine Frage: was bitte versteckt sich hinter dem "Wanzenexpress"?

Fragt, sich gleichzeitig für die Einwürfe bedankend,
der Isartalbahner
Ich hab es denn auch bemerkt.


Ich meine auch, dass hier - aus welchen Gründen auch immer - lediglich ein Drehgestelltausch stattgefunden hat.


Was war denn der "Wanzenexpress"?


fragt

Rolf Köstner

"Erst wenn ich nicht mehr mein Eisenbahnerspanisch, mein Deutsch oder Englisch benutze, wenn ich da allein stehe mit meinem Tschechisch, weil alle Weltreisenden weg sind, dann weiß ich, es ist vorbei mit Europa.“

Pavel Peterka (Speisewagenkellner)





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:21:19:21:05.

"Wanzenexpress"

geschrieben von: dieters

Datum: 21.02.10 20:07

Tach,
Hellas-Express [www.drehscheibe-foren.de],
und auch
Jugoslavia-Express [www.drehscheibe-foren.de].
Wahrscheinlich allgemein für Züge Richtung Balkan.
Gruß Dietr

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