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Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: berre_mz

Datum: 11.02.10 14:47

Werte Gemeinde, geschätzte Sammler,

inspiriert durch den Erwerb des wunderbaren und hoch interessanten "Kursbuch für die Beförderung von Vieh und Pferden auf den deutschen Eisenbahnen" vom Sommer 1906 (ich sage nicht, was es gekostet hat - es reicht, wenn ich mich für bescheuert halte...), habe ich ein bisschen im Papier, Abteilung Güterverkehr, gewühlt und war doch einmal mehr bass erstaunt darüber, wie vielfältig nicht nur der Verkehr daselbst, sondern auch die Werbung für selbigen einst mal war.

Dass gerade Ende der 20er die DRG begann, massiv Werbung für den Güterverkehr zu betreiben, hat seine Ursache zum einen in der immer stärker werdenden Konkurrenz durch private Fuhrbetriebe. Nach dem 1. Weltkrieg waren tausende Lastwagen aus den Beständen des aufgelösten Heeres günstig an Privatinteressenten verkauft worden, die nun - nicht nur im lokalen und regionalen Bereich - der Bahn beim Gütertransport Paroli boten. Flexibler Einsatz der Lkw und günstige Preise machten der Bahn schwer zu schaffen, die nun selbst in die Offensive ging - mit neuen Angeboten, beschleunigten Zügen und eben auch der entsprechenden Werbung.

In den 20er Jahren hatte die Werbe-Industrie im Deutschen Reich, Tendenzen von jenseits des Atlantiks folgend, ohnehin einen großen Aufschwung genommen. In Berlin erglühten allerorten die Leuchtreklamen, überboten sich die Werber mit teils bizarren Aktionen. Diesem Trend, auch für bestens eingeführte Produkte zu trommeln, folgte natürlich ebenfalls die DRG. Nicht nur im Personen-, sondern auch im Güterverkehr. 1925 wurde eigens ein "Werbebüro für den Güterverkehr" in Berlin eingerichtet und auch eine "Reichsbahn-Auskunftei für Güterverkehr". Mit der Erste, der den Trend erkannte, war Reichsbahndirektionspräsident Dr. Adolf Sarter. In seinem Buch "Verkehrswerbung bei den Eisenbahnen" von 1927 zeigt er die Notwendigkeit von Werbung für die Eisenbahn auf. Dennoch war die Werbung nicht nur zentral gesteuert, auch die einzelnen Dirketionen hatten die Möglichkeit eigene Aktionen und eigene Werbung zu gestalten.

Die verstärkte Verkehrswerbung hielt auch in den 30er Jahren an, obwohl die Machthaber trotz ihres Auto(bahn)wahns den Güterverkehr per Lkw stärker reglementierten. Ende der 40er Jahre nahm die eben gegründete Bundesbahn den in Krieg und Nachkriegszeit verloren gegangenen Faden wieder auf und setzte die Werbung fort - teilweise mit Motiven aus der alten Reichsbahnzeit (dazu später einige Beispiele).

Mit der Werbung für den Güterverkehr heute verhält es sich wie mit dem Güterverkehr selbst - für mich langweilig. Was konnte ich in den 60er Jahren bei meinen Bahnfahrten als kleiner Bub noch alles sehen - spannende Rangierbahnhöfe in Bingerbrück und Weil/Basel sind mir da noch erinnerlich, Güterschuppen an jedem kleinen Bahnhof, wo auch oft genug ein oder zwei Wagen standen, Gleisanschlüsse, die auch noch die kleinste Hinterhof-Fabrik bedienten... Vorbei - wie so vieles bei der Bahn.

Nun aber genug palavert...

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-heft-tq1ev.jpghttp://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-heft-ca4dt.jpg

Dieses schöne Heft ist ein Sonderdruck aus Westermanns Monatsheften vom Juli 1936. Der Text und die naiv, aber sehr hübsch gezeichneten Bilder stammen von einem Paul Gerhardt, über dessen Person (Reichsbahner?) mir aber leider nichts bekannt ist.

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-heft-ka2bo.jpghttp://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-heft-sg4g5.jpg

Wie gesagt: sehr hübsche Bilder, von denen das Heft insgesamt zehn aus allen Bereichen des Güterverkehrs enthält. Sehr schön, wenn auch sehr oft idealisierend das Bild einer heilen Bahnwelt zeichnend, waren auch die unzähligen Postkarten, die die Deutsche Reichsbahn herausgab.

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-ak-1l157.jpg

Die beiden oberen der vier Karten stammen erneut von Paul Gerhardt und zeigen den Verschiebebahnhof Wustermark sowie die Umladehalle für Stückgüter in Nürnberg. Herausgegeben wurden sie vom 1934 gegründeten Reichsbahn-Werbeamt für den Personen- und Güterverkehr (WER). Unten links eine Werbe-AK von Stug mit der 58 1677 sowie rechts abermals eine WER-Karte, die für den Stückgutschnellverkehr wirbt.

Der heute - dank des Mora-C-Programms der Bahn AG - längst vergessene Stückgutverkehr war eines der Hauptthemen der Reichsbahn-Werbung für den Güterverkehr:

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-stueckg4iw.jpg

Höchst naiv diese Darstellung, die rückseitig umfangreichst in tabellarischer Form die Frachtkosten in Abhängigkeit von Gewicht und Entfernung auflistet. Das Datum ist leider nicht vermerkt, ebensowenig beim folgenden - höchst modern wirkenden - Prospekt.

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-st-fal19sd.jpghttp://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-st-fal6aij.jpghttp://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-st-faljy3t.jpg

Ich bin unfassbar stolz, dass es mir gelungen ist, diesen - in ausgefaltetem Zustand 87 x 21 Zentimeter messenden - Prospekt mittels Einzel-Scans komplett zeigen zu können. Die Gestaltung war durchaus ungewöhnlich und erinnert mich an die Plakatkunst eines Cassandre.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-st-comicnbed.jpg

Wieder ganz anders, diesmal quasi als Comic, dieses Faltblatt "Frachtgüter gehen auf Reisen", das zwar nicht datiert ist, aber wahrscheinlich aus der Mitte der 30er Jahre stammt. Rein informativ dann das folgende Heft von 1933:

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-stueckrxs7.jpg

Dieses Heft wurde vom "Werbebüro für den Güterverkehr", Berlin SW 11, Hallesches Ufer 35-36, Fernruf: B1 Kurfürst 8271 - Drahtwort: Bahnfrachtwerbe Berlin, herausgegeben. Im Inneren Information pur ohne Bilder. Eine überaus bildreiche Werbung war dagegen der Reichsbahn-Kalender, der ab 1928 vom damaligen DRG-Pressechef Hans Baumann, Schöpfer vieler Werbe-Ideen, ins Leben gerufen worden war. Hier das Titelblatt von 1930:

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-kal-3069ee.jpg

Auch die Kalenderblätter zeigten immer wieder Motive aus dem Güterverkehr, teilweise herrliche Landschaftausnahmen wie die folgende:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-28-nah0zyi.jpg

Dieses Kalenderblatt mit einem Bild von der Nahestrecke, das wahrscheinlich einen Güterzug von Bingerbrück in Richtung Saarland zeigt, stammt aus dem Jahr 1928. Nun noch ein paar Ansichtskarten:

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-ak-2gxdn.jpg

Oben links eine Karte von einem Grafiker namens Winkler mit dem Titel "Deutsche Reichsbahn auf Schiene und Straße", rechts oben geht es um den Expressgut-Verkehr, links unten wird Propaganda für den Behälterverkehr gemacht. Die letzte Karte wirbt "Reichsbahn-Auskunftei für den Güterverkehr", damals in der Potsdamer Straße 124 ansässig.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-foto-ausku6gpx.jpg

Hier noch ein Foto der Auskunftei aus der Potsdamer Straße. Es stammt aus einem Werbeheft für den Stückgutverkehr, dass auch zahlreiche interessante Fotos enthält:

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-fotos-rd3a.jpg http://www.abload.de/img/hifo-gueter-foto-lkwjgo8.jpg

Hoch interessante Fotos, aber auch die Rückseite des Hefts ist mit farbigen Abbildungen sehr schön gestaltet:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-frachtzettycqh.jpg

Frachtbriefe und Bezettelungen für die verschiedenen Versandarten - vom Frachtgut bis zum Expressgut.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-expressgutkhdh.jpg

Geschwindigkeit war ein Argument im Transportgeschäft, weshalb die DRG ab Mitte der 20er Jahre immer mehr ihren Güterverkehr beschleunigte. Hier wird für Expressgut geworben, oben auf der Rückseite eines Kursbuch-Lesezeichens.

Nun ein aufwendig gestalteter Prospekt, der mit schönen Durchblicken arbeitet. Der Titel (links) zeigt einen D-Zugwagen, wobei das Fenster freigeschnitten ist und den Blick ins Innere des Prospekts freigibt. Blättert man weiter, schaut man in das Abteil (rechts), auf Seite 3 (unten) dann in den Gepäckwagen.

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-kiste-bxfu.jpghttp://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-kiste-pb10.jpghttp://www.abload.de/img/hifo-gueter-kiste-3ey1g.jpg

Beim letzten Bild sieht man auf der linken Seite die freigeschnittene Öffnung, die vom Titel bis zur letzten Seite den Blick auf die Kiste freigibt.

Schnelligkeit spielte gerade bei verderblichen Produkten eine große Rolle, hier in der Landwirtschaft:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-schnellgueigbr.jpg

Einfach wunderbar gestaltet dieses Faltblatt von 1938, wenn auch die Darstellung der Frau exakt dem damals vorgegebenen Bild der Machthaber entsprach: blond, dauergewellt, Schürze, fleißig - ganz der Familie verpflichtet. Kleiner Fauxpas dabei: Die rot geschminkten Lippen - das wollte man gar nicht. Ein Ausspruch Hitlers ist dazu überliefert: Die deutsche Frau schminkt sich nicht!

Rückseitig dann eine schöne Karte mit Abfahrtsstationen und Abfahrtszeien und den entsprechenden Ankunftszeiten:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-drg-obst-32g7q.jpg

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-ak-obstfcyx.jpg

Sehr schön auch diese WER-Postkarte, die exakt zum Prospekt passt: "Frühobst und Frühgemüse fahren mit dem D-Zug um die Wette."

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-eil-fischvxjf.jpg

Dies ist ein großes Plakat, das in interessanter Darstellung mittels Farben und Ziffern die Transport-Dauer für frisch an Land gebrachten Fisch in alle Teile des Reichs leicht verständlich aufzeigt.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-wein-dr-1rxmh.jpg

Sehr schön und aufwendig gestalteter Prospekt für den Weinversand, bei dem die Reichsbahn ab Mitte der 20er Jahre viel Transport-Volumen an Spediteure verlor, die von Keller zu Keller lieferten. Die DRG baute daraufhin selbst mit Hilfe von Spediteuren eine eigene Transportkette auf, und es gelang ihr, viele Kunden wieder zurückzugewinnen. Das Schöne an diesem Prospekt sind die Trauben und Weinblätter, die auf ihrer rechten Seite freigestanzt sind. Hier das Ganze einmal ausgeklappt:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-wein-dr-2b1vp.jpg

Links sieht man die Rückseite der freigeschnittenen Trauben.

Eben weil die Geschwindigkeit und der bequeme Haus-zu-Haus-Verkehr eine große Rolle für die Kunden spielten, richtete die DRG einen "bahnamtlichen Rollverkehr" ein, der die Transportkette komplettierte.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-rollfuhrdiibzb.jpg

Das Auto spielte ab den 20er Jahren aber nicht nur als Konkurrent eine Rolle, sondern auch als Frachtgut:

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-autogzf3.jpg

Zunächst wurden die Kraftfahrzeuge aber nur in Güterzügen auf Flachwagen transportiert, Autoreisezüge kamen - soweit ich weiß - erst in den 50er Jahren ins Spiel.

Eine weitere, hochmoderne Form der Beschleunigung war die Kooperation mit dem damals aufkommenden zivilen Flugverkehr. Fleiverkehr nannte sich diese Spielart.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-drg-fleivehzcx.jpg

Dieses Blatt stammt aus dem Reichsbahn-Kalender und stellt die Funktionsweise des Flei-Verkehrs dar, den es auch noch in den 50er Jahren gab (siehe weiter hinten). Dies ist dann auch der Übergang zur Nachkriegszeit, die - wie ich bereits eingangs geschrieben habe - teils die selben Motive der Vorkriegszeit zeigte, die dann meist nur textlich eine Änderung erfuhren.

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-exp-dr9yk9.jpg

Diese Werbung zeigt die Übernahme der Motive am deutlichsten, das nächste Beispiel ist auch fast identisch - außer...

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-drg-db-stu7xsb.jpg

... bei der Uniformierung der Ladearbeiter und dem Frachtbrief im Hintergrund. Links der DB-Prospekt. Dann noch eine Broschüre, die es mit fast identischem Titelbild auch schon 1937 gab.

http://www.abload.de/img/000-a.a.-gueter-pferde6yu9.jpg

Dieser Werbeprospekt stammt von 1950 und bietet Informationen und Tarife für die Verfrachtung von Tieren. Und nun zur Abwechslung wieder ein paar Bilder aus dem Bundesbahn-Kalender, der in seiner Machart in den ersten drei Ausgaben nach dem Krieg ab 1949 noch identisch mit dem Reichsbahn-Kalender war.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-49-st-n9y4.jpg

Sehr schön die kurzgekuppelten Güterwagen und ein schöner Blick darauf, wieviel Handarbeit es damals noch bei der Bahn gab.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-50-titkxag.jpg

Das Titelbild von 1950 zeigt wieder rauchende Schlote, arbeitende Zechen mit voll beladenen Kohlewagen - obwohl auch in jenen Jahren weiter Kohlemangel herrschte und zur Einschränkung des Bahnbetriebs zumal im Winter zwang. Dennoch zeigt die Zeichnung, wohin die Reise gehen soll - Richtung Wirtwschaftswunder (auch wenn dieses Wort damals noch keiner kannte).

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-51-bah8zx9.jpg

Auf diesem Foto aus dem 51er-Kalender türmen sich Gepäck und vor allem Expressgut auf dem Bahnsteig eines noch weitgehend zerstörten Bahnhofs. Es könnte sich um München handeln.

Nun wieder ein alter bekannter - der Culemeyer-Prospekt, den es auch in den 30er Jahren schon mal so ähnlich gab. Allerdings wurden die Fotos ausgetauscht.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-culemey5yay.jpg

Auf dem vorderen rechten Kotflügel der unteren Kaelble-Zugmaschine prangt das DB-Zeichen der frühen 50er Jahre, das dem heutigen so verdammt ähnlich ist - wenn auch die Gestaltung irgendeinem Grafik-Professor viel Geld gebracht hat...

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-culemeyuxpm.jpg

Ein Blick ins Innere des Faltblatts, das sehr schön die Arbeitsweise zeigt. Das nächste Bild wagt dann schon einen Blick in die Zukunft:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-vw-brezelwzpl.jpg

Dieses Foto aus dem Hamburger Hafen von anno 1950 zeigt eines der wichtigen Transportgüter der nächsten Jahrzehnte - Autos. Hier sind es Brezelkäfer, die in den Export gehen.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-kuehl-sfyvu.jpg

Sehr originell dieser Prospekt, der hier nur zur besseren Erkennbarkeit vor schwarzem Hintergrund gescannt wurde - tatsächlich ist der Wagen freigeschnitten - bis hin zu freistehenden Puffern. Besser erkennt man das, wenn man die Sache aufklappt.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-kuehl-i8yr2.jpg

Hier der aufgeklappte Kühlwagen-Prospekt - zum Lesen muss er auf den Kopf gestellt werden. Deutlich zu sehen die freigeschnittenen Räder, Puffer etc...

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-50-fiskyah.jpg

Da passt natürlich ein Bild von Kühlwagen beim Fischtransport aus dem Bundesbahn-Kalender 1950.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-obst-18ztu.jpghttp://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-obst-26olx.jpg

Auch Anfang der 50er Jahre war das Transportgut, dem der Vorkriegszeit sehr ähnlich - Obst und Gemüse gehörte wie selbstverständlich noch auf die Bahn. Wenn man bedenkt, wie viele Frucht-Sattelzüge heute die deutschen Autobahnen verstopfen... Im Inneren des Prospektes werden die verschiedenen Verbindungen aus den Hauptanbaugebieten zu den Abnehmern gezeigt. Da habe ich mal ein Beispiel aus meiner heutigen Heimat ausgesucht.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-obst-zeycfd.jpg

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-vw-obstv4og.jpg

Angeliefert wurde per VW-Pritsche direkt an den Güterwagen wie dieses Pressefoto - wahrscheinlich von VW selbst - zeigen will. Und jetzt noch ein weiteres Frachtgut, das heute überwiegend per Lkw unterwegs ist - der Wein.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-wein-17qnv.jpghttp://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-wein-2loh3.jpg

...und hier noch die Rückseite. Aber am Horizont dräute schon der Lkw, der Anfang der 50er Jahre wieder in großen Stückzahlen und in jeglicher Größe von den Bändern der wieder entstandenen Fabriken lief - Büssing, M.A.N, Mercedes, Südwerke / Krupp, Faun, Kaelble... dazu noch die unzähligen Kleinlaster, ob von Tempo, VW, Hanomag, Goliath oder, oder , oder...

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-laster5prl.jpg

Lastwagen gab es natürlich auch bei der Deutschen Bundesbahn, die sich im rechts abgebildeten Prospekt ganz direkt an die eigenen Kraftfahrer wendet, um ihnen kundenfreundliches Verhalten einzuimpfen.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-db-haus-zujoe1.jpg

Der Kraftverkehr der Bundesbahn spielte natürlich gerade im Haus-zu-Haus-Verkehr eine große Rolle, als man versuchte, mit Kleinbehältern den Transport nicht nur für Versender und Empfänger bequemer, sondern auch für die Bahn selbst rentabler zu gestalten.

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-flei-verke0p21.jpg

Hier begegnen wir nun wieder dem Flei-Verkehr, den wir schon in den 30er Jahren gesehen habe. Nun dient er dem Verkehr mit Berlin und wendete sich vor allem an jene Versender, die sich und ihre Güter nicht den Schikanen und oft genug tagelangen Wartezeiten an der Zonengrenze aussetzen wollten. Und als letzter Prospekt ein einmal mehr ein sehr, sehr schön gestaltetes Faltblatt - dieses widmet sich dem internationalen Verkehr. Und nun - zum Abschluss sozusagen - noch einmal zwei Blätter aus dem von mir so geliebten Bundesbahn-Kalender:

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-50-lanjrhh.jpg

Irgendwo im Süddeutschen werden Landmaschinen auf Rungenwagen verladen ...

http://www.abload.de/img/hifo-gueter-kal-51-rhexp8y.jpg

... während hier ein schwerer Güterzug von zwei Maschinen gezogen den Rhein entlang dampft.

Ja, so abwechslungsreich war das damals, als man bei der Bahn noch ohne Denglisch auskam, noch kein Carrier war und noch nicht global logistics anbot. Aber das ist schon lange her, weshalb der Blick zurück auch lohnt. Wer sich noch weiter mit dem Thema Bahn und Werbung auseinandersetzen will, dem seien folgende Bücher empfohlen:

"Go easy Go Bahn - 200 Jahre Eisenbahn und Werbung", DB Museum 2008; großformatiges, herrlich bebildertes und mit sehr guten Texten versehenes Buch zur entsprechenden Ausstellung in Nürnberg (zu der ich auch etliche Exponate beisteuern durfte).

Sarter, Adolf: Verkehrswerbung bei den Eisenbahnen ; Berlin 1927.

Nun möchte ich mich für heute verabschieden und hoffe, dass Euch das Gezeigte etwas Freude gemacht und Euer Interesse am Thema Bahn und Werbung geweckt hat. Vielleicht kommt dann ja auch mal ein Verlag auf die Idee, dass sich manches Buch zum Thema Eisenbahn auch mit solchen Abbildungen höchst trefflich ergänzen lässt.

Viele Grüße,
Euer Michael / berre_mz

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http://www.abload.de/img/0000-aaaa-signatur-e-7x6ej.jpg





4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:13:15:03:35.

Einfach toll!! Vielen Dank. (o.w.T)

geschrieben von: Frank Stephani

Datum: 11.02.10 14:55

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Löwenmann

Ich bin sprachlos...

geschrieben von: GöttingenForst

Datum: 11.02.10 15:10

...1000 Dank dafür! Einfach Wahnsinn, diese Zeitreise! Eine unglaubliche Mühe hast du dir gemacht und diese hat sich absolut gelohnt! Nochmals danke!
Andreas

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 11.02.10 15:33

Genial!

Da wurde noch mit Liebe zum Detail Werbung gemacht. Einfach toll.

Danke für diese geniale Zusammenstellung.


Gruß

Eric

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: mhk

Datum: 11.02.10 16:53

Zunächst herzlichen Dank für die Mühe des Einstellens ... das Material beeindruckt mich sehr, vor allem das ästhetische Konzept, das hinter den Bildern und Grafiken steht. Nur ganz am Rande bemerkt, und bitte nicht böse sein, zwei Korrekturen/Ergänzungen (heute bin ich mir sicher, daß sie angebracht und richtig sind):

Dieses Kalenderblatt mit einem Bild von der Nahestrecke, das wahrscheinlich einen Güterzug von Bingerbrück in Richtung Saarland zeigt, stammt aus dem Jahr 1928 ...
Der Güterzug verläßt den Bahnhof Bad Münster am Stein in Richtung Bad Kreuznach - Bingerbrück, nicht umgekehrt.

... während hier ein schwerer Güterzug von zwei Maschinen gezogen den Rhein entlang dampft.
Der Güterzug fährt linksrheinisch in Richtung Süden und passiert das Einfahrsignal zum Bahnhof Bingerbrück, im Hintergrund Burg Rheinstein.

Nochmals herzlichen Dank für die Arbeit und die wirklich ansprechenden Bilder und Graphiken.
mhk
Moin Michael!

Dein Fundus hat es wirklich in sich! Nicht nur die von Dir per Scan so gepflegte Präsentation der zeitgenössischen Unterlagen machen Deine Beiträge so sehenswert, sondern auch der treffsicher gewählte Text (inhaltlich als auch stilistisch) verleiht diesen Beiträgen einen besonders lesenswerten Charakter!

Dafür dankt Dir - staunend und grüßend -

Helmut

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 11.02.10 17:37

Hallo Michael,
danke für dieses Mammutwerk!
Schön, daß Du uns hier Dein spezielles Sammelgebiet präsentierst.
Eine Frage habe ich zu den Stückgut-Schnellverkehrs-Wagen: Einmal sind sie braun, einmal grün dargestellt - gab es beides, wenn ja, wann welche Farbe?
Viele Grüße
Stefan

https://spm-bilder.de/db-251902-4003812-titu8k49.jpg
Hallo Stefan,

ich bin heute Dein persönlicher Auskunftserteiler in Sachen Wagen. ;-)
Ja die grüne Leig-Einheit ist mir auch gleich aufgefallen und es stimmt, die ersten waren grün.
Näheres dazu stand in einer Kupplung 68 eine Zusammenfassung findet sich hier:
[www.eisenbahn-und-modellbau.de]

Danke an auch an Michael für diese phantastische Zusammenstellung!

MfG aus Frutigen (das ich jetzt mit einer "Bruunen" verlasse)

MMM

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]

Großartig !

geschrieben von: Reinhard Gumbert

Datum: 11.02.10 20:54

Vielen Dank für diese sehr interessante Zusammenfassung über ein Eisenbahn-Thema, das mir - wie sicherlich vielen anderen auch - überhaupt nicht geläufig ist. Ein sehr wertvoller, besonders interessanter Beitrag wieder von Dir!

Schöne Grüße aus Aachen -
Reinhard



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:04:04:00:31:39.
Vielen Dank für diesen mal wieder sehr umfangreichen Bericht! Diese Sammlung von Broschüren und Prospekten usw. ist schon beeindruckend...
Ein Detail fiel mir auf: Ziemlich weit oben ist eine Karte vom Rbf Wustermark zu sehen. Darauf erkennt man rechts das hohe Stellwerk Rs IV, steht heute noch, die Signalbrücke gibt es nicht mehr, und trotz Elektrifizierung in den Achtzigern gibt es die Formsignale ganz links heute noch - bin gerade heute früh dort ausgefahren. Der Blick ist aus dem Fahrdienstleiterstellwerk!

Gruß aus Berlin.

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: BOS

Datum: 12.02.10 00:21

Jaaahhhh, was soll man da noch sagen?
Am besten überhaupt nichts. Einfach schweigen und geniessen.
Es wurde ja auch schon alles gesagt und es ist mehr wie Zeitverschwendung, muß man alles zweimal lesen.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie sagt mir diese Werbung mehr zu wie die heutige. Ein wesentlicher Anteil daran, haben die Druckfarben. Die bringen soviel mehr rüber, einfach eine unerreichbare Größe. Habe mir aus diesem Grund mal ein altes 20bändiges Lexikon gesteigert von 1875. Nur um es drucktechnisch mal zu vergleichen mit dem aktuellen Standartwerk des gleichen Herausgebers.
Was für Welten sind das im Druck, zugunsten der alten Schinken.

Im ersten Drittel wird der Reichsbahnbehälter beworben, in den zwei Knaben Porzellan aufschichten. Das war über Jahrzehnte eine klasse Sache. Durch die Räder sehr beweglich konnte er auch bei schwerer Last ohne weitere Hilfsmittel in jeden LKW verladen und vor Ort über jede befestigte Fläche überallhin verfahren werden und man mußte für die Fracht nur das Netto, also die Fracht selbst bezahlen. Die "Verpackung", war frachtfrei.Das hatte auch rechtlich gesehen nur Vorteile für den Kunden.

Wenn ich das richtig überschaue, hat diese Idee die Post erst in den 80zigern aufgegriffen und heute begegnet mir als "Privatkunden" bei keinem Angebot mehr eine solche Variante.
Kann natürlich auch sein, daß man diese Art des Transportes nur noch "Großkunden" anbietet?

Auf jeden Fall reiht sich dieser Beitrag ein in den Reigen der schon veröffentlichten Beiträge und ich werde mir das Recht vorbehalten, ihn noch öfter aufzurufen, auch in der Hoffnung, daß er seine Fortsetzung findet mit einem Abspann der 60-80ziger Jahre. Die 90ziger und das letzte Jahrzehnt sollten in einem eigenen Beitrag "gewürdigt" werden.

Mit Gruß von Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: windbergbahn

Datum: 12.02.10 08:14

Hallo Michael,
danke für das Einstellen deiner tollen Dokumente zum Güterverkehr in Deutschland.
Wegen einer Detailfrage zu den Ankunftszeiten der Obstlieferungen in Bad Schwartau 1938 (Schwartauer Werke) (die ich wg. der Auflösung des Scans leider nicht entziffern kann) habe ich dir gerade eine PN geschickt.
windbergbahn

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: GM

Datum: 12.02.10 08:47

Eine phantastische Zusammenstellung. Vielen Dank für die Mühe die du dir gemacht hast.

Hallo berre_mz,
einfach toll! Und sogar mein Heimatort Lambsheim ist dabei (auf der Karte hifo-gueter-schnellg-icclf)- von hier wurde bis in die 60er Jahre massenhaft Gemüse und Obst befördert, über 1000 Wagen pro Jahr allein vom hiesigen Bahnhof! Heute gibt es nicht mal mehr ein Seitengleis, und die Lkws zwängen sich durch enge Straßen. Hättest du vielleicht einen Fpl-Auszug zur Strecke Frankenthal - Freinsheim?
Viele Grüße
Jochen Glatt

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: Joachim Hund

Datum: 13.02.10 08:19

Vielen Dank für den großartig aufbereiteten Einblick in die Geschichte des Güterverkehrs auf der Bahn!

Schöne Grüße

Joachim
--
[www.deutsches-krokodil.de]

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: Hermi

Datum: 13.02.10 16:59

Ganz Ganz Toll, was Du uns da zeigst, vielen Dank

Chronik vom Bahnhof Holzwickede, Bilder von anderen Bahnhöfen
[www.chronik-bahnhof-holzwickede.de]

Re: Güterverkehr zwischen den 20er und 50er Jahren

geschrieben von: Minitrckser

Datum: 13.02.10 17:50

Ein ganz toller Beitrag! Vielen Dank für diese ausführliche und lehrhafte Schilderung längst vergangener Zeiten!

Einfach ein hervorragender Artikel! (o.w.T)

geschrieben von: OttoBahn

Datum: 02.04.16 11:50

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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