Grosse Hoffnungen wurden in die erst 1929 eröffnete östliche Transpyrenäenbahn Toulouse - La Tour de Carol - Puigcerda - Barcelona gesteckt. Die Bahn war als erste Verbindung von Frankreich nach Spanien von Anfang elektrisch betrieben, durchgehend mit 1500 Volt Gleichstrom! Sie hätte ein Erfolg werden können, wenn man die Normalspur bis nach Barcelona geführt hätte. Der Spurweitenwechsel an der Grenze machte jedoch alle Hoffnungen zunichte. Der durchgehende Güterverkehr blieb bedeutunglos und schrumpfte nach dem 2. Weltkrieg auf Null. Der grenzüberschreitende Personenverkehr pendelte sich ausserhalb der Touristensaison auf wenige Dutzend Personen pro Tag ein. Als Vorbild für die auf der spanischen Seite eingesetzten Lokomotiven der Reihe 281 (ursprünglich Norte 1001-1006) dienten die seit 1923 eingesetzten und laufend perfektionierten vierachsigen Drehgestell-Lokomotiven der Bahngesellschaft Midi. Nachtschnellzug nach Paris mit drei Lokomotiven der SNCF-Reihe 4100 im Grenzbahnhof La Tour de Carol, an der Spitze BB 4113.
Bis auf die Spurweite der Drehgestelle und die Anordnung der Puffer konnten die Baupläne weitgehend aus Frankreich übernommen werden. Die dicken Bremsschläuche weisen auf die Verwendung der Vakuumbremse anstelle der in Frankreich gebräuchlichen Druckluftbremse hin. Renfe 281.001 ex 1001 in Ribas.
Der tägliche "Omnibus" 1901/1902 (Barcelona -) Ripoll - Puigcerda war schon 1974, bei meinem ersten Besuch auf der Linie, die letzte regelmässige Leistung der Reihe 281. Bis Ripoll war die Strecke schon auf 3000 Volt umgestellt, und bergwärts von Ripoll war der Güterverkehr bis auf gelegentliche Holztransporte inexistent. Nur die unregelmässig verkehrenden Güterzüge, Doppelbespannungen, Zusatzzüge in der Touristensaison, Dienstfahrten und gelegentliche Extraleistungen für das spanische Militär machten den Einsatz einer zweiten oder gar dritten Lok nötig. 281.001 und eine weitere Lok vor dem talwärts fahrenden Omnibus in Ribas.
Bei mehreren Besuchen fand ich nur die ersten 4 Loks der Serie in Betrieb. Von 281.005 gelang mir nur dieser eine Querschuss.
281.006 stand im strömenden Regen betriebsbereit in Ripoll.
Eine meiner Lieblingssituationen: 281.001 löst 276.037 als Zuglok des Omnibus ab, Spannungswechselbahnhof Ripoll.
281.001 und 281.002 posieren bei strahlendem Sonnenschein in Ripoll, im Hintergrund 281.006 und ein schöner Dienstwagen.
281.001 und 281.006, etwas später.
281.001 vor einem stattlichen Dreiwagenzug, Bahnhof Ripoll, um 1980.
Blick in die Gegenrichtung, auf den Abstellgleisen des Freiluft-Bw stehen drei Artgenossinnen.
Der gleiche Zug in Ribas.
Im August 1975 war der Bahnhof Ribas noch nicht erneuert. Bei strömendem Sommerregen entstehen Stimmungsbilder mit 281.001, die mir rückblickend besonders gut gefallen. Der rote SEAT 127 gehört dem Pöstler, ein Postsack wartet auf den Einlad. Passagiere eilen zum Zug der Zahnradbahn, um ins Dorf Ribas zu gelangen.
Der Regenguss hat nachgelassen, die Damen nehmen sich noch etwas Zeit, im Hintergrund wird Stückgut geladen.
Der "jefe de estacion" macht einen letzten Kontrollblick, bevor er den Abfahrbefehl gibt.
Einfahrt eines kurzen Omnibus mit 281.002 an der Spitze aus Puigcerda in Ripoll.
Im Juni 1974 begegne ich meiner ersten Lok der Reihe 281 im spanischen Grenzbahnhof Puigcerda. Daneben die einzigen beladenen Güterwagen, die ich je bergwärts von Ripoll angetroffen habe.
Es ist 281.003, welche vor ihrem Omnibus auf die erst in ein paar Stunden bevorstehende Rückfahrt nach Ripoll wartet.
281.003 nähert sich mit ihrem aus Talbot-Schotterwagen bestehenden Dienstzug dem modernen Schlusswagen des Omnibus nach Barcelona, Ripoll 1978.
Einen Tag später versuche ich 281.004 vor dem eindrücklich langen Omnibus aufzunehmen. Das ist beim (wieder einmal) strömenden Regen aus dem abfahrenden Zug gar nicht einfach. Der Postwagen ist gelb geworden, der Gepäckwagen und die drei Personenwagen gehören der damals modernsten Bauart der Renfe an.
Porträts der betriebsbereiten 281.004 im Freiluft-Bw Ripoll, 1980. In der Schweiz sagen wir: "Vom Regen wird man schön." Urteilt selbst...
Die Reihe 281 ist die einzige Lokomotivbauart der Renfe, die ich vollzählig dokumentiert habe. Ich hoffe, dass euch die ewig gleichen Motive nicht zu sehr langweilten.
Werner
Meine bisherigen Beiträge zu Bahnen in Spanien:
[
www.drehscheibe-foren.de]
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:10:13:17:57:51.