1958 bis 1963 lieferte das schweizerisch-spanische Konsortium Gestesa für das von 1500 auf 3000 Volt umgestellte Vorortnetz von Barcelona und für die Strecken nach Santander und Gijon in Nordspanien 105 elektrische Triebwagenzüge in den Konfigurationen ABDe-B-Be (Reihe 600, später 436, 62 Stück), ABDe-Be (Reihe 700, später 437, 4 Stück) und ABDe-Bt (Reihe 800, 39 Stück). Das Äussere der Fahrzeuge mit Einstiegen in den Drittelspunkten war von der Schweizerischen Wagonsfabrik Schlieren SWS gestaltet worden. Diese Firma hatte seit 1937 Personen- und Triebwagen in leichter Stahlbauart mit selbsttragender Karosserie gebaut. In der ursprünglichen Konfiguration konnten sich nur wenige Züge halten, darunter solche der Reihe 438 auf der östlichen Transpyrenäenstrecke. 438.032 in Puigcerdà, Juli 1974, mit dem Steuerwagen (Bt) voran.
Triebwagen 438.032 zeigt deutlich die ursprüngliche Einteilung als zweiklassiges Fahrzeug (ABDe) mit 1. Klasse zwischen den Einstiegen.
Einfahrt 438.035 in den Bahnhof Puigcerda. Auf der östlichen Transpyrenäenstrecke fuhren die zweiteiligen Züge der Reihe 438 zwischen Ripoll und dem in Frankreich gelegenen Spurwechselbahnhof La Tour-de-Carol noch lange Zeit planmässig unter 1500 statt 3000 Volt.
438.035 kurz vor der Abfahrt über die Grenze nach La Tour-de-Carol. Für die Fahrt über die steile Gebirgslinie besassen die Züge 438.025 bis 438.039 eine verstärkte elektrische Widerstandsbremse.
Im Mai 1978, kurz bevor die kurze Stichstrecke von Ripoll zum ehemaligen Bergwerkszentrum von San Juan de las Abadesas stillgelegt wurde, befuhr ich die Linie zum ersten und letzten Mal, und zwar mit 438.038. Weil hier längst kein Zug mehr fährt, zeige ich den Bahnhof aus mehreren Perspektiven.
Das Stationsschild wird aufpoliert, wohl zum letzten Mal.
Das Bedürfnis nach zusätzlicher Transportkapazität veranlasste die Renfe nach 1970, zusätzliche Mittel- und Steuerwagen zu beschaffen, sodass 133 dreiteilige Züge gebildet werden konnten. Triebwagen der Bauart ABDe benötigten einen Steuerwagen der Bauart Bt, Triebwagen der Bauart Be einen Steuerwagen der Bauart ABDt. Zwischenwagen wurden weiterhin nur in der Bauart B beschafft. Nur 28 Züge blieben zweiteilig. Leider wirkte sich diese Massnahme sehr ungünstig auf das Beschleunigungsvermögen der "Suizas" aus, wie die Züge in Spanien genannt wurden. 436.059 dreiteilig in Ripoll, Juli 1974.
Dreiteiliger Zug Serie 436 fährt von Madrid her in den Bahnhof Alcazar de San Juan ein, Juni 1982.
Als Ablösung der Schienenbusse machten sich 1982 auch in Valencia dreiteilige 436-Einheiten auf den frisch elektrifizierten Vorortstrecken nützlich; Steuerwagen der Bauart ABDt, Triebwagen der Bauart Be.
Asturien blieb dank seiner gebirgigen Landschaft von dreiteiligen "Suizas" verschont. Zweiteiliger 436.033 im Endbahnhof San Juan de Nieva, auf dem Nachbargleis der tägliche Kurswagen aus Madrid, Juni 1976.
436.006 am Endbahnhof einer anderen asturischen Stichstrecke, in El Entrego, Juni 1982
Das Zuglaufschild wird gewendet.
Im Zuge einer Hauptrevision mit Neuverkabelung erhielten die meisten "Suizas" ab 1981 einen neuen Anstrich in den Farben Blau und Gelb. Gemischter Zug mit dem grün-silbernen 436.033 an der Spitze, Einfahrt Oviedo.
436.032 und 436.001 präsentieren sich in unterschiedlichen Lackierung im Bahnhof Oviedo, Juli 1983.
436.001 in voller Länge.
436.008 schiebt sich in den Vordergrund.
436.032, 436.001 und eine Mitsubishi-Lok der Reihe 269 im noch ursprünglichen Bahnhof Oviedo. Heute sind die Bahnsteige überbaut. Im Bereich des Güterschuppens liegen Meterspurgleise der FEVE. Nach Auflösung der bisherigen zwei Schmalspurbahnhöfe und dem Umbau der Linie Oviedo - Trubia auf Meterspur ist der Renfe-Bahnhof zum zentralen Eisenbahnknotenpunkt für den Personenverkehr der Region Asturien geworden.
436.036 in der nördlichen Einfahrt von Oviedo.
Zur Abwechslung ein Triebwagen der Bauart Be, mit Steuerwagen der Bauart ABDt: 436.512. Am rechten Bildrand ist der turmartige Aufbau des damaligen FEVE-Bahnhofes für die Linie nach Santander und Bilbao zu sehen. Dieser Bahnhof lag viel tiefer als der Renfe-Bahnhof und dient jetzt als Busstation. Am linken Bildrand liegen heute Meterspurgleise.
Zwei Bilder von der Steuerwagenseite: 436.008 in Oviedo.
Erst 1988 besann man sich eines Besseren und begann mit dem Umbau der revisionsfälligen "Suizas" zu spurtstarken Zügen der neuen Reihe 435 in der Konfiguration Triebwagen - Mittelwagen - Triebwagen. Dreiteiliger Zug mit 435.025 an der Spitze, Oviedo, Juli 1990.
Jetzt konnte wieder S-Bahn-mässig gefahren werden wie einst mit der Reihe 436 in der ursprünglichen Form. 435.032 in den Einfahrt Oviedo, rechts der Turm des schmalspurigen FEVE-Bahnhofes.
Es gehört wohl zu den Skandalen der spanischen Eisenbahngeschichte, dass die Renfe nach 23 umgebauten Zügen (also 46 Trieb- und 23 Zwischenwagen) bereits 1991 die radikale Ausmusterung aller "Suizas" beschloss! Eugenio Cardona meldet in seinem Taschenbuch über die spanischen Fahrzeugtypen, dass 1994 nur noch 15 Züge der Reihe 435 in Leon und Oviedo beheimatet waren. Dazu kamen 12 Züge der Reihe 436 und 10 Züge der Reihe 438, verteilt auf Santander und Zaragoza.
Jetzt ist der Beitrag über die "Suizas" doch etwas zu lang geworden, die Electrotrenes bekommen einen eigenen kleinen Beitrag.
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