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 04 - Historisches Forum 

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Hallo,

die nachfolgenden Bilder sind alles andere als historisch, aber der Stein ist es auf jeden Fall. Ich schätze mal, daß er mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat, und nicht nur diesen Betonklotz.

Auf der abgetragenen Trasse der ehemaligen Riedbahnstrecke von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden fand ich etwa bei Kilometer 50,2 zwischen Griesheim und Wolfskehlen in Fahrtrichtung links diesen Markierungsstein. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es sich nicht um ein Unikat handelt und daß es auch auf anderen Strecken mehrere dieser Exemplare gegeben haben muß.

Als ich ihn heute noch einmal für eine bessere Fotografie aufsuchen wollte, habe ich ihn nicht mehr gefunden. Das kann aber daran liegen, daß das Gestrüpp an dieser Stelle trotz Winter noch recht dicht ist.

Meine Vermutung ist, daß es sich nicht um einen Kilometerstein handelt, sondern möglicherweise um einen Meilenstein. Falls hier 5,5 hessische Meilen angezeigt werden, kämen wir kilometermäßig sogar halbwegs hin (1 hessische Meile entspricht etwa 9,2 Kilometer).

Kennt ihr andere Exemplare dieser Art? Welche Interpretation habt ihr hierzu? Kann das eine Meilenstein sein?

http://www.walter-kuhl.de/dso/Mark6887.jpg

Dasselbe Bild als Bildausschnitt zum besseren Betrachten:

http://www.walter-kuhl.de/dso/Marq6887.jpg

Ein gutes neues Jahr wünscht mit

Gruß, Walter

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden, und mehr, auf https://www.walter-kuhl.de/riedbahn/.
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Hallo, bezüglich hessischer Meile habe ich Bedenken, denn diese Maßeinheit wird ja schon einige Zeit lang nicht mehr benutzt, aber Kilometer(/Meilen)steine aus Beton sind ja wohl eher eine neuzeitliche Sache. Das passt IMHO nicht zusammen.

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:27:11:49:34.
Ich denke auch nicht das es sich um einen 100 Jahre alten "Stein" handelt. Farbe auf Beton hält nicht so lang. Dafür ist der Schriftzug einfach noch zu gut erhalten.

keinesfalls

geschrieben von: E.Werner

Datum: 27.12.09 12:55

ist das ein historisch bedeutsamer noch dazu sehr alter Stein.
100 Jahre alte, und älter, Steine sind noch komplett aus Stein und sind meist handbehauen, selten auch in Teilen von Maschinen und man sieht ihnen die Hauerei an.
Dazu sind die Ziffern und/oder manchmal auch Buchstaben eingelassen bzw. in den Stein eingearbeitet, eben weil es damals noch keine Farbe oder keine andere zuverlässige dauerhafte Beschriftungsmöglichkeit gab.

Den Betonstein würde ich auf Nachkiegsalter, vieleicht 60iger oder 70iger Jahre, schätzen, so als unzuverlässige Ferndiagnose.
Kilometersteine, die noch während des Krieges aufgestellt wurden, sind in einer Vorschrift zusammengefasst und da findet sich so ein Stein nicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:27:12:55:53.
Hallo,

ich frage mich, ob die "55" überhaupt die Originalbeschriftung dieses Steines ist.
Meines erachtens nach ist noch unterhalb der "55" eine hellere Farbgebung zu sehen, die jedoch nicht "55" aussagt. Es könnte "53" oder etwas anders heißen.

Während bei alten Kilo- und Hektomwtersteinen die Ziffern tief eingemeißelt wurden, gab es ab ca. 60/70er Jahre nur noch mit schwarzer Farbe auf weißen Grund bemalte Kilometersteine bzw. seit den 90er Jahren -schilder, die an Fahrleitungs- u.a. Masten angebracht wurden.

Ich würde auch vermuten, daß dieser Stein aus den 60/70er Jahren sein könnte.

Viele Grüße


Grypsi
Hallo,

daß der Stein nach dem 2. Weltkrieg aufgestellt wurde, möchte ich doch ausschließen. Während der hier auf der Südseite steht, befinden sich - mit einer Ausnahme - alle Kilometersteine ab Abzweig Bergschneise auf der Nordseite und sehen so aus, wie der in der Nähe des "55"ers.

http://www.walter-kuhl.de/dso/502_6866.jpg

Der Streckenabschnitt westlich von Griesheim wurde 1965 oder 1966 eingleisig zurückgebaut und kurz nach 1970 mit Ausnahme einiger Spuren vollständig entsorgt.

Das mit der übermalten Ursprungsbezeichnung halte ich für einen guten Hinweis. Ich gehe dann aber davon aus, daß der Stein nicht umgewidmet und dann neu aufgestellt wurde, sondern daß die Kilometrierung aus irgendeinem Grund geändert wurde. Mir sind auf der Strecke zudem zwei Steine "HLB" bekannt, in die die Buchstaben eingemeißelt wurden, vielleicht auch ohne Farbzusatz.

Der "50,2" liegt da jetzt schon seit vier Jahrzehnten, was seiner Schriftfarbe nicht geschadet hat. Der hier gezeigte Schriftzug "55" ist nicht die Wetterseite.


Edit: die beiden letzten Sätze nachgetragen.

Gruß, Walter

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden, und mehr, auf https://www.walter-kuhl.de/riedbahn/.
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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:27:14:32:47.
Richtige historische HLB-Steine sind zumeist aus Steinvorkommen der Region gehauen und nicht aus Beton.
Bei uns im Westerwald stehen Originale die ca 140 Jahre alt sind. Trachyt mit eingemeiselter Inschrift H L B.
Die stammen von der 1862 projektierten Main-Lahn-Sieg Eisenbahn. Diese Steine markierten den geplanten Streckenverlauf. Die Strecke wurde nie gebaut. Davon sind bisher 36 Steine gefunden worden. Bild habe jetzt leider keines aber im Landschaftsmuseum in Hachenburg steht einer davon.
In meinem Bahnarchiv findet sich ein Textbeitrag von der HLB im Westerwald.

Grüße
Ulrich

Alle meine Unterlagen zu den Strecken im Westerwald, Fotos, Negative und Dias befinden sich bei meinem Verein in Westerburg, im Erlebnisbahnhof Westerwald.
Anfragen zu Bildmaterial sind dort zu stellen.

Hallo Ulrich,

so einer vielleicht?:

http://www.walter-kuhl.de/dso/Hlb_8718.jpg


Edit: Bild geändert.

Gruß, Walter

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:27:15:37:46.
km 55,0 würde eher auf eine Örtlichkeit 3,4 km nördlich von Griesheim passen. Vielleicht ist genau dort mal eine Autobahn gebaut worden, und bei den Bauarbeiten wurde der Stein "verschleppt"?
In den umfangreichen Streckenverschlingungen nördlich Darmstadt Hbf meine ich noch mehr Steine solcher Bauform gesehen zu haben.
U.u. standen die sogar im 45-Grad-Winkel zum Streckengleis.

Schönen Abend
Mw



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:27:18:08:58.

Maße

geschrieben von: E.Werner

Datum: 27.12.09 19:07

Ich bräuchte zur Identifizierung die Kopfbreite und die Dicke des Steines.
Ebenfalls interessant wäre noch die Schriftgröße.

Re: Maße

geschrieben von: Pallaswiese

Datum: 27.12.09 21:08

Hallo,

kalt erwischt, würde ich sagen.
Sooo gut dokumentiert habe ich den Stein nicht.
Ich würde mal sagen Breite und Tiefe je 15 cm (vielleicht 1-2 weniger) und Schrifthöhe dementsprechend 10-12 cm, Breite 5-6 cm. Die zweite "5" scheint ein wenig kleiner zu sein.
Unter der linken "5" könnte einmal ein Buchstabe gestanden haben, denn für eine Ziffer ist die helle Fläche zu eckig. Aber das ist nur eine Vermutung.

Es würde mich sehr interessieren, wo ungefähr im weitläufigen nördlichen Gleisvorfeld noch so ein Stein steht. Dann ließe sich vielleicht dessen Bedeutung und Lesart eingrenzen.

Gruß, Walter

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Re: Maße

geschrieben von: meckisteam

Datum: 27.12.09 21:10

Dann scheint mir das kein km-Stein einer Strecke zu sein da die sehr viel größer sind. In Frage kämen noch Vermessungssteine oder Markierungssteine für Leitungen.
Bei Beton werden keine Zahlen reingemeißelt.Da werden einfach passende Zahlen in die Gußform für den Kilometerstein mit rein gelegt, wenn der Kilometerstein gegossen wird.

kondensierte Grüße, Stefan

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Ja klasse, der sieht ja noch wie NEU aus.
Damit sind die projektierten Strecken abgesteint worden.
Die meisten sind nach dem Streckenbau entfernt worden, dieser wohl nicht.
Wann ist denn die Strecke eröffnet worden?
Gruß
Ulrich

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Re: Maße

geschrieben von: Pallaswiese

Datum: 02.03.10 18:41

Die Lösung ist verblüffend und wirft eine neue Frage auf. Nachdem ich mich durch die Brombeerranken geschlagen habe, fand sich auf der dem Bahndamm abgewandten Seite folgendes Bild:

http://www.walter-kuhl.de/dso/Hlb_1144.jpg

Eine Plattform, 2 Meter lang, 1 Meter tief, wurde etwa einen Kilometer vor dem Griesheimer Bahnhof auf der einen Seite auf den Schotter des Bahndamms und auf der anderen Seite auf fünf frühere Hektometersteine gelegt. Die Fläche auf der Plattform habe ich nicht freigelegt, insofern kann erst einmal offen bleiben, was dort aufgestellt war. Die Hektometersteine tragen von links nach rechts die Angaben 57,6 - 55,2 - 55,3 - 57,9 - 55. Vorausgesetzt, die Steine standen einmal an der Riedbahn, handelt es sich um einen Streckenabschnitt auf Weiterstädter Gemarkung. (Oder sie stammen vom Frankfurter Zweig und standen zwischen Groß-Gerau und Mörfelden.)

Die eingelegten Ziffern sind 5 cm breit und 12 cm hoch. Soweit sich das erkennen läßt, wurden ursprünglich nur zwei aneinander liegende Seiten beschriftet; auf dem "55" wurden die beiden anderen bemalt.

Gruß, Walter

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:03:02:18:42:19.