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Rückblick 1928 : Schweres Zugunglück im Bf Dinkelscherben

geschrieben von: BOS

Datum: 18.12.09 12:57

[www.bobis.info]




Entsetzliche Szenen im Dinkelscherber Bahnhof

"Furchtbare Eisenbahn-Katastrophe in Dinkelscherben - Lähmendes Entsetzen", so lautete der Titel der Neuen Augsburger Zeitung von 1. August 1928.
Vor 80 Jahren raste ein voll besetzter Personenzug im Bahnhof Dinkelscherben auf einen stehenden Güterzug. 19 Menschen wurden tot aus den Trümmern geborgen, vier Verletzte starben im Krankenhaus.
Der Unglückszug kam aus Saarbrücken und war besetzt mit vielen Feriengästen, die nach München und wohl noch weiter ins Gebirge wollten. Der Zug passierte den Bahnhof Neu-Offingen gegen 15.13 Uhr. Um 16.18 Uhr sollte er in Augsburg sein.

Ein Halt war in Dinkelscherben nicht vorgesehen, mit 60 bis 70 Stundenkilometern raste der Zug auf den Bahnhof zu. Wie immer stand auf dem Gleis vier ein Güterzug, er wartete, um den schnellen Personenzug mit seiner schnaufenden Lokomotive durchzulassen.

Aber an diesem 31. Juli kam alles ganz anders. Der Zug mit der Nummer 911 wird statt auf das dritte auf das vierte, das falsche Gleis gelenkt. "Bremsen und Gegendampf helfen nicht mehr", schreibt ein unbekannter Chronist in Aufzeichnungen, die im Besitz des Heimatmuseums in Dinkelscherben sind.
Die Entfernung zum Hindernis Güterzug war zu kurz, der Druck der nachfolgenden Wagen zu groß. Der Zug geriet ins Schleudern, sprang aus den Gleisen, und dann erfüllte der furchtbare Krach des Aufpralls den Bahnhof.
Die hölzernen Wagen splitterten wie Streichhölzer. Ein Zeitzeuge erklärte später, er habe nur überlebt, weil er in einem Wagen der vierten Klasse mit Eisenträgern gesessen sei.
Im Bahnhof Dinkelscherben spielten sich entsetzliche Szenen ab. Verletzte Kinder suchten ihre Eltern, Menschen standen unter Schock oder hatten Schreikrämpfe. Die Ärzte und Apotheker des Dorfes eilten herbei, um Erste Hilfe zu leisten.

Das Sturmläuten der Kirchenglocken alarmierte die Bevölkerung, die zum großen Teil auf den Feldern arbeitete. Da nur eine Tragbahre vorhanden war, wurden die Verletzten mit Bänken und anderen Gerätschaften in die nahe gelegene Wirtschaft und in den Speisesaal gebracht, wo das Notlazarett eingerichtet wurde.
Erst nach einer Stunde kam Hilfe aus Augsburg. Die Verletzten wurden nach und nach in die Krankenhäuser nach Zusmarshausen und Augsburg gebracht, viele starben beim Transport.

"Die Vorderräder der Lokomotive lagen in zwölf Meter Höhe auf dem aufgerissenen Güterwagen", berichtet ein Augenzeuge. Die Ladung bestand aus leeren Ölfässern. Volle Fässer hätten wohl einen Großbrand verursacht.

Insgesamt kamen 23 Menschen ums Leben. Darunter ein Schreiner aus Wollishausen, ein Pfarrer aus Westheim und ein Augsburger.

Zur Unglücksursache gibt es viele Spekulationen. Hat der Mann im Stellwerk einen Fehler gemacht oder war es wirklich ein technisches Versagen, so wie es die Reichsbahndirektion noch am selben Tag verlauten ließ? Fest steht, dass damals seit acht Tagen das Weststellwerk im Bahnhof Dinkelscherben umgebaut wurde.
Den Zugverkehr regelte ein Behelfsstellwerk. Hätte man während der Arbeiten die Geschwindigkeit der durchsausenden Züge verringern müssen? Fragen über Fragen, die aber auch in einer Gerichtsverhandlung nicht geklärt wurden.

(Trotz eifrigem Suchen habe ich im HiFo noch nichts über dieses Geschehen gelesen, darum habe ich es mal verlinkt)

Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

gelöscht (o.w.T)

geschrieben von: Mw

Datum: 18.12.09 20:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:18:20:39:33.
wenn man nicht immer wieder so einen Schwachsinn schreiben würde:
(nicht Du, BOS, sondern die Pressedarstellungen)

>>mit 60 bis 70 Stundenkilometern RASTE der Zug auf den Bahnhof zu.

Jaja, die teuflische Bahn RAST immer, ob mit 300 oder mit 10 km/h.

Schönen Abend
Mw

Na ja, war ja schliesslich vor 80 Jahren

geschrieben von: 01 Fan

Datum: 18.12.09 21:00

Hallo Mw,
bitte nicht vergessen dass es vor 80 Jahren noch nicht so schnell zuging wie heute. Auch war der Sprachgebrauch noch etwas anders.
Daher glaube ich dass dem Chronisten die angegebene Geschwindigkeit von 60-70 km/h wirklich wie "Rasen" vorkam. Viele Leute waren ja noch mit Pferdefuhrwerken unterwegs.

Gruss 01 Fan

Re: Na ja, war ja schliesslich vor 80 Jahren

geschrieben von: Mw

Datum: 18.12.09 21:29

Hallo 01Fan -

das würde ja heute noch genau so dargestellt - die böse Bahn rast halt immer!

Schönen Abend
Mw

Verarmung der deutschen Sprache!

geschrieben von: 01 1066

Datum: 19.12.09 10:03

Alles was sich bewegt, rast.
Wenn man etwas nicht will, leistet man Widerstand.
Alles steigt (meistens die Preise).

Reporterdeutsch eben.

Hier mal die Bedeutung des Verbs "rasen":

Zitat:
Bedeutungen:
[1] intransitiv, Hilfsverb sein: sich (übermäßig) schnell bewegen
[2] intransitiv, Hilfsverb haben: wüten, toben

Aus [de.wiktionary.org]

PS: Das aktive Verb "steigen" hat folgende Bedeutungen:

Zitat:
Bedeutungen:
[1] in die Höhe gehen, sich nach oben bewegen
[2] zu Fuß (oft mit Hilfe der Hände) einen Höhenunterschied überwinden
[3] ein Fahrzeug betreten oder verlassen
[4] einen höheren Wert annehmen

Aus [de.wiktionary.org]

Preise können daher nicht steigen, sondern nur gesteigert werden.

Die "Zusammenstellung" des Zuges BP 911

geschrieben von: OZL-Lokd.

Datum: 21.04.16 17:12

C4ü 26064 Mü Pw 4ü Mü BC 4 61003 Mü D3i 50336 u. 50219 Mü Ci 40169 Stgt Di 52509 52350 50097 50128 Stgt und Di 51239/240 u. Di 51461/462 Stgt gem. Schreiben der DRG Gruppenverwaltung Baiern
vom 28.11.1928....

Re: Die "Zusammenstellung" des Zuges BP 911

geschrieben von: LiteraD

Datum: 23.04.16 15:44

50 097 und 50 128 Di Wü 04. Beide Wagen Totalschaden, nicht im 2. Umzeichnungsplan 1930 erfasst. Wagengruppe Germersheim-Ulm zwischen 1. Juli und 15. September bis München Hbf verlängert planmäßig eingesetzt. (Kursbuch 1930 entnommen)

Gruß
LiteraD