Hallo alle miteinander!
Weiter geht es mit der früheren Butjadinger Bahn von Nordenham nach Eckwarderhörne.
Der Bahnhof von Burhave lag bei Kilometer 16,9 und somit ziemlich genau in der Mitte der Strecke. Auch er besaß die üblichen Schuppen, Viehrampe und sogar einen kleinen Wasserturm. Heute sind das renovierte Bahnhofsgebäude samt Güterschuppen (im Hintergrund) noch erhalten, die Landhandelsschuppen sind verändert und erweitert worden, Blick entlang der Ladestraße in Richtung Eckwh.:
Das Bahnhofsensemble noch einmal etwas näher betrachtet, die Gleise lagen links. Der Kanal, der im Bereich von Burhave auf der Trasse angelegt wurde, umgeht das ehemalige Bahnhofsgelände südlich:
Auch hier sind noch Kneipe und Bahnhofsschild erhalten. Vor einigen Jahren fuhr hier auf einem kurzen Gleisstück noch mal eine kleine Deutz-Lok aus den 50er Jahren für die Touristen hin und her. Der Eigentümer erzählte mir aber, dass er sie mittlerweile an einen Privatmann aus Nördlingen verkauft hat. Ob sie heute im Bayerischen Eisenbahnmuseum steht?
Der Blick am Bahnhof und Güterschuppen entlang zurück nach Nordenham:
Hinter dem Bahnhof Burhave mündet der Kanal an der sichtbaren Kurve wieder in den alten Trassenverlauf ein, Blick nach Eckwh.:
Beim Feriengehöft Sinsum ca. 1 km weiter noch mal der Blick zurück nach Burhave mit seiner Kirche:
Blick nach Eckwh.: Nach diesem Stauwehr mündet der Kanal auf bzw. „unter“ der Kleinbahntrasse in einen Querkanal:
Eben schon im Hintergrund zu erkennen: Ab hier ist der Trassenverlauf wieder dank des Brückenwiderlagers zu erkennen, der weitere Verlauf ist allerdings eingeebnet und als Gemarkungsgrenze in Feldern und Wiesen aufgegangen:
Nach knapp 20 km ab Nordenham war der kleine Bahnhof von Langwarden erreicht. Da er fast 3 km (!) vom eigentlichen Ort mit seiner mittelalterlichen Dorfkirche mit der bekannten Arp-Schnitzger-Orgel entfernt lag, hatte er nie große Bedeutung und besaß nur ein Nebengleis. Aber auch hier befindet sich ein gut erhaltenes Bahnhofsgebäude, zur Abwechslung mal orange statt weiß getüncht (Gleisseite, Blick nach Eckwh.):
Der Blick zurück nach Nordenham auf die hier kaum mehr auszumachende Trasse:
Die „Straßenseite“ des Gebäudes ist sehr bewachsen, so dass ich zuerst daran vorbei gefahren bin:
Seit Burhave war die Kleinbahn in westnordwestlicher Richtung verlaufen und erreichte kurz hinter Langwarden ihren nördlichsten Punkt. In einer leichten Linkskurve schlug die Bahn nun Kurs Südwest ein. Diese Kurve (Blick nach Eckwh.) ist in der Kuhwiese in Bildmitte noch schwach auszumachen:
Von einer weiteren Fleetbrücke unmittelbar hinter besagter Kuhwiese stehen nur noch die Ziegelreste der Lager, dennoch ein stimmungsvolles Motiv der Butjadinger Landschaft:
Am Ende der weiten Kurve, kurz vor dem Halt Ruhwarden, dient die Trasse als Zufahrtsweg zu einem Gehöft (Blick zurück nach Nordenham):
Blick an gleicher Stelle in Richtung Eckwh.: Hier lag bei bei Streckenkilometer 22,1 der Bahnhof Ruhwarden. Die Situation war fast identisch mit der von Langwarden: Schmuckes Bahnhofsgebäude, aber nur einem Nebengleis, da der Ort zu weit abseits lag. Hier die durch einen Anbau überbaute Gleisseite des Gebäudes:
…und die etwas originaler erhaltene Ladestraßenseite (Blick nach Eckwh.):
Etwa einen Kilometer hinter Ruhwarden ist die Trasse wieder eingeebnet und nur noch als Ackergrenze zu erkennen (Blick zurück nach Nordenham):
Blick nach Eckwh.: Im Maisfeld war gar nichts mehr auszumachen:
…bis auf die aufwändig gemauerte Brücke der Feldzufahrt über einen Seitengraben: Wie die bei Mitteldeich Gezeigte stammt auch sie noch aus Kleinbahnzeiten:
Am östlichen Rand des Kirchspiels Tossens besaß dieser Ort seinen Bahnhof (Gleisseite). Heute mit seinem Strandtourismus und Erholungspark überregional bekannt, hatte der Ort trotz ortsnaher Lage des Bahnhofs zu Kleinbahnzeiten genauso wenig Bedeutung wie Lang- und Ruhwarden:
Blick zurück nach Nordenham, heute stören keine Züge mehr die Schafe beim Grasen:
Blick nach Eckwh.:
Das frühere Bahnhofsgebäude von Tossens bei Kilometer 24 ist mittlerweile baulich stark erweitert worden, der Giebel an der gleisseitigen Traufseite fehlt. Das Pultdach des Anbaus verrät, dass dieser einmal der Güterschuppen war (Ladestraßenseite):
Im Ortsbereich von Tossens ist die Trasse noch als Trampelpfad ein Stück weit begehbar, dahinter ist der weitere Verlauf heute in den Feldern aufgegangen:
…oder als verwucherter Feldweg leidlich zu erahnen (Blick nach Eckwh., erwartungsgemäß ist die Grabenbrücke im Vordergrund auch noch ein gemauerter Durchlass der früheren Kleinbahn):
Auf halber Strecke zwischen Tossens und Eckwarden wurde abermals der Kanal gekreuzt, den die Bahn schon kurz hinter Langwarden überquert hatte. Hier existiert sogar noch der Blechträger der Brücke, allerdings ist die Umgebung derart zugewachsen, dass man die Brücke kaum besser erreichen, geschweige denn begehen kann (links nach Nordenham, rechts nach Eckwh.):
Einige hundert Meter weiter südlich ist die Trasse noch gut zu erkennen, aber kaum noch befahrbar. Der olivfarbene Kasten links lässt auf eine Verwendung der früheren Bahntrasse in diesem Bereich als Trasse für eine Gasleitung schließen (Blick nach Eckwh.):
Unmittelbar vor dem Bahnhof Eckwarden bei Kilometer 28,3 wurde der bereits zweimal gekreuzte Kanal zum dritten Mal gekreuzt. Auf den Widerlagern der alten Kleinbahnbrücke liegt heute eine kleine Fußgängerbrücke (2 Bilder, Blick nach Nordenham):
Direkt hinter dem Kanal begann der weiträumige Bahnhofsbereich des Bahnhofs Eckwarden. Er war der betriebliche Mittelpunkt der Butjadinger Bahn, und so wurde bei der Einfahrt in den Bahnhof erst einmal der viergleisige Lokschuppen (Rückansicht, Streckengleis links nach Eckwh.) passiert:
Die gesamte Rückansicht des Gebäudekomplexes, der auch die Werkstatt der Kleinbahn beherbergte:
Der Lokschuppen von vorne, mit den vier Schuppentoren (der Anbau rechts wurde erst nach Ende der Bahnzeit hinzugefügt): Das Bauwerk erfüllt seinen Zweck heute als Lagerstätte für Strandkörbe und ähnliches Utensil in der kalten Jahreszeit, eine Renovierung würde ihm daher nicht schaden:
Das frühere Gleisfeld von dem Schuppen war so groß, dass heute ausreichend Platz ist für einen Sportplatz (Blick nach Eckwh.):
Dass Kleinbahnen sprichwörtlich an jeder Milchkanne hielten, mag zwar bisweilen gestimmt haben, doch haben wir es hier nicht mit der Folge mehrerer Butjadinger Bahnhofsgebäude hintereinander zu tun, sondern mit den früheren Bahnangestelltenwohnhäusern am Bahnhof Eckwarden:
Die Reihe noch mal vom anderen Ende aus betrachtet (das Doppelhaus im Vordergrund war wohl für wichtigere Bahnpersönlichkeiten vorbehalten oder wurde erst später so umgebaut):
Das eigentliche Bahnhofsgebäude von Eckwarden befindet sich hier, hinten im Bild (Gleisseite, Blick nach Eckwh.): Der Klinkerbau und die Garagen davor sind natürlich erst später entstanden:
Das frühere Bahnhofsgebäude aus einem anderen Blickwinkel (ebenfalls Gleisseite): Es wurde mittlerweile auch umgebaut und erweitert, weist aber noch die alten Abmessungen aus Kleinbahnzeiten auf:
In einer leichten Rechtskurve ging es gleich hinter dem Bahnhof Eckwarden auf Eckwarderhörne zu, dem Endpunkt der Bahn am Jadebusen: In diesem letzten Streckenteil ist die Trasse heute auch kaum mehr auszumachen:
In Eckwarderhörne schmiegte sich die Bahn immer mehr an den Außendeich zum Jadebusen an und endete nach genau 30 km direkt am Deich, unmittelbar an der „Südwestecke“ Butjadingens. Blick vom Deich auf das Gelände des früheren Endbahnhofs: Die Gleise kamen von hinten und gingen links am Haus mit dem roten Dach und den Bungalows vorbei und endeten in der linken vorderen Ecke des dreieckigen Platzes mit dem Buswendekreis: Vorne befand sich der Bahnsteig, im Bereich der Bungalows gab es ein Umfahrungsgleis:
Etwa hier, wo das kleine Wartehäuschen steht, endete die Bahn (Blick zurück nach Nordenham):
Wenn die Fahrgäste aus dem Zug stiegen, konnten sie zum „Preußeneck“ gehen, das deshalb so genannt wurde, da dieser Winkel als Exklave zum preußischen Wilhelmshaven innerhalb des Großherzogtums Odenburg gehörte:
…oder den Deich hinauf zur Anlegerbrücke der Fähre nach Wilhelmshaven:
Direkt auf dem Deich, wo heute die Treppe hinaufführt, stand bis zum Ende der Kleinbahn 1956 die Bahnhofs- und Anlegergaststätte mitsamt Fahrstuhl für den Warenverkehr (!):
Der marode Anleger wurde infolge Sturm- und Eisschäden zeitgleich mit der Bahn 1956 aufgegeben, heute findet man aber noch einige Ruinen (2 Bilder):
Neben dem alten Anleger wurde eine neue, flache Mole errichtet, die der heute nur noch saisonal verkehrenden Personenfähre nach Wilhelmshaven dient:
Abschließend noch ein Blick vom Preußeneck nach Wilhelmshaven, dessen Kulisse sich im Hintergrund schwach abzeichnet:
So viel zur Butjadinger Bahn. In der nächsten Folge geht es um die frühere Kleinbahn Farge-Wulsdorf, die „Niederweserbahn“.
Viel Spaß mit den Bildern, bis dann, schöne Grüße,
Dennis.
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10-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:11:14:04:43:01.