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 04 - Historische Bahn 

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Guten Abend !

Auf Ebay habe ich diese beiden Fotos erworben.

http://www.fotos-hochladen.net/stettin1xbf2t0nq.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/stettin22un8y7mk.jpg

Die beiden Fotos sind im Dezember 1941 im Bahnhof Chrzanowo in Russland entstanden.

Bei der eingesetzten Sechneeschleuder dürfte es sich um die Stettin 705 301 handeln, die die Firma Henschel 1892 für die KPEV gebaut hat.

http://www.fotos-hochladen.net/stettin3ikc2moxn.jpg

Die Skizze der Schneeschleuder stammt aus dem Nachdruck der DV 914 Deutsche Reichsbahn Verzueichnis der Dienstgüter- und Bahndienstwagen 1. Teil gültig ab 2. Januar 1939.

Diese Schneeschleuder dürfte in Russland verloren gegangen sein.

Schöne Grüße aus Bayreuth

Axel
Hallo Axel,

danke für's Zeigen dieser Bilder!
Ich bin erstaunt, wieviel Ähnlichkeit diese Schleuder mit den 50 Jahre später gebauten Exemplaren hat. Die Weiterentwicklung der Schleuderräder kam wohl erst mit den Beilhack-(Diesel-)Schleudern.

Da Du dieses interessante Thema hier noch einmal aufnimmst, möchte ich noch eine Frage an die Experten in die Runde werfen, die mir erst nach ein paar Tagen des Nachdenkens kam:
War bei diesen Dampfschneeschleudern die Drehrichtung und -geschwindigkeit des Schleuderrades regelbar?

Viele Grüße
Stefan

Die Drehrichtung gab ja auch die Auswurfrichtung vor, also würde ich sagen, dass man die Drehrichtung auf jeden Fall wechseln konnte. Auch die Form des Schleuderrades spricht dafür, muss es ja für beide Drehrichtung in der Lage sein, Schnee nach hinten zufördern.

Die Drehzahl wird vermutlich ganz einfach über den regulierbaren Dampfdruck steuerbar sein.

Interessant finde ich die Antriebsvariante: Anscheinend horizontal, in Fahrtrichtung liegende Zylinder, das Drehmomenet der Kurbelwelle wird über ein Kegelradgetriebe 90° umgelenkt und auf das Schleuderrad übertragen.
Die ganze Kinemtatik (bis auf Kegelrad) ist aus der Dampflok bekannt.

Später verwendet man anscheinend senkrecht stehende Zylinder, deren Kurbelwelle verlängert direkt das Schleuderrad antrieb.

Gruss
Hallo Stefan, hallo Axel,


erst mal ganz herzlichen Dank an Axel für das zeigen dieser Bilder!!

Nun zu den Fragen von Stefan: Die Drehrichtung ist änderbar, die Messer klappen so wie es aussieht beim Richtungswechsel automatisch um. Bei den Rhb-Schleudern müssen sie manuell umgelegt werden. Die auf den Bildern sichtbare Bauart des Schleuderrades ist mit den im 2. Weltkrieg gebauten identisch. Was den Antrieb angeht, so ist bei der Stettin 705 301 auf der Merkbuchskizze zu erkennen, dass diese seitlich neben dem Kessel zwei Dampfzylinder hat, die auf ein Kegelradgetriebe wirken. Dieses Antriebsprinzip haben für den Schleuderradantrieb auch die Rhd-Schneeschleuder Xrot 9211, 9212, 9213 und 9214. Die DRG ist bei Ihren Schneeschleudern aus den späten zwanzigern und vierziger Jahren zu einer stehenden Kolbendampfmaschinen übergegangen, um das verschleißanfällige Kegelradgetriebe zu vermeiden. Diese Vierzylinder-Dampfmaschine war dann hinter dem Bedienstand vor dem Kessel aufgestellt und wirkte über ein Zwischengetriebe (Übersetzung 1:3,3) auf die Schleuderradwelle.

Viele Grüße

Joachim