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Seiten: 1 2 All

Angemeldet: -

Berlin – S-Bahn im geteilten Berlin (Stadtbahn-West)

geschrieben von: Rolf_311

Datum: 30.10.09 09:37

Berlin – S-Bahn im geteilten Berlin (Stadtbahn) 27/1

Teil 1, Die Stadtbahn im Westen http://w311.info/userpix/3_Dummytransparent_1.gifhttp://w311.info/userpix/3_Dummytransparent_1.gifhttp://w311.info/userpix/3_SBahnLogoklein_1.gif

Über die Berliner S-Bahn ließe sich viel erzählen.
Eingehende Literatur und Internet-Quellen gibt es jedoch in Mengen. Ich beschränke mich daher auf die Vermittlung von typischen Eindrücken aus der geteilten Stadt. Alle Bilder sind in den 80ern (vor der Wende) entstanden.

Zum Verständnis ein Blick in die jüngere Geschichte:
Aufgrund der Vier-Mächte-Vereinbarungen war festgelegt, dass Berlin nach dem Krieg in vier Sektoren aufgeteilt werden soll. Dabei war zunächst jedoch nicht an Teilung, sondern nur an Verwaltungszuständigkeiten der Alliierten gedacht.
Das Eisenbahnnetz in ganz Berlin sollte wegen dem betrieblich sinnvollen Austausch von Fahrzeugen durch die Reichsbahn betrieben werden.

Die Auswirkungen des kalten Krieges und die zunehmende Abschottung des Ost-Sektor gestaltete diesen durchaus vernünftigen Plan jedoch schwierig.
Mit dem Bau der Mauer waren die Netze getrennt oder an der Stadtgrenze unterbrochen. Die Stadtbahn war im Grenzbahnhof Friedrichstraße gebrochen. Weiterfahrt nur nach Grenzabfertigung.

Mit dem Bau der Mauer wurde die S-Bahn in West-Berlin weitgehend boykottiert. Omnibus-Linien und U-Bahn-Neubauten wurden bewusst parallel zur S-Bahn angelegt. "Wer S-Bahn fährt, zahlt Ulbrichts Stacheldraht" lautete ein Slogan. Das war zwar insofern Unsinn, als ein städtisches Verkehrssystem nie Gewinne einfährt, traf aber die Gefühlslage der Berliner im Westen.
Hinzu kam ein separates Preis-System. Wer mit einer BVG-Fahrkarte beliebig zwischen Bus + Bahn umsteigen konnte, zahlte nicht noch mal extra für die Nutzung der S-Bahn.

Vermutlich aus Angst vor Übergriffen bestanden im Bereich der Westberliner S-Bahn noch bis in die 80er Jahre Bahnsteigs-Sperren, sogenannte "Wannen". Diese und andere seltsamen Relikte von überkommener Kontrolle machte die S-Bahn auch nicht attraktiver.

1980 streikten die West-Berliner Eisenbahner. Die DDR nutzte die Gelegenheit, sich vom teuren Verlustbringer zu trennen und stellte im Westen auf allen Strecken, die nicht den Bahnhof Friedrichstraße berührten, den Betrieb ein. Die vorhandene Betriebspflicht wurde nie ernsthaft eingefordert. Die Züge waren ohnehin fast leer.

Die Existenz der S-Bahn als "Geisterbahn" war eine Verschwendung von Ressourcen in der geteilten Stadt. Erst mit Wirkung vom 9. Jan. 1984 wurde eine Vereinbarung getroffen, nach der die Betriebsführung für das westliche Netz an die BVG überging.
Immerhin war damit erstmals ein Tarif-Verbund gegeben.

Betriebliche Kuriositäten, die nur durch die Teilung erklärlich waren, gab es jedoch weiterhin. So musste am Lehrter Stadtbahnhof der Triebfahrzeugführer der BVG den Zug verlassen und ein Lokführer der Reichsbahn übernahm die Fahrt für den kurzen Abschnitt über den Humboldt-Hafen durch die DDR-Grenzsperren bis in den Bhf. Friedrichstraße.

Nach der Wende (ab 2. Juli 1990) wurde wieder ein durchgehender Stadtbahn-Verkehr eingerichtet.
Die S-Bahn-Betriebsführung, die bei der BVG stets ein Fremdkörper blieb, ging per 1. Jan. 1994 an die Deutsche Bahn.


Leider habe ich erst nach 1980 begonnen, Fotos von der S-Bahn zu machen.
Faszinierend war die Architektur der Bahnhöfe, die Fahrzeuge mit dem markanten Fahrgeräusch, die meist hölzerne Innenausstattung mit blanken Messing- oder zumindest Alu-Beschlägen, einfach wunderbar...
Die geschichtsträchtige, leicht schmuddelig-marode Atmosphäre, die für eine Großstadt seltsame Ruhe (zumindest im westlichen Netz) im S-Bahnbereich, alles das konnte inspirieren...

Also, zuurrrrück-bleiben! – Es geht los!

http://img5.imagebanana.com/img/lee2sozs/img097_950.jpg
Berlin-Wannsee
Hier endeten die Züge der Stadtbahn. Der weitere Steckenverlauf nach Potsdam bzw. Stahnsdorf war seit dem Mauerbau unterbrochen. Lediglich der Transitverkehr nach Westdeutschland rollte hier noch.

http://img5.imagebanana.com/img/v581wn8/img189a_950.jpg
Der Zugang zum S-Bahnhof Wannsee
Das alte Empfangsgebäude war in den 30er Jahren mit einem großzügigen und architektonisch interessanten Zugang ergänzt worden.

http://img5.imagebanana.com/img/1x91d001/img099a_950.jpg
Wannsee
Stellwerk mit Blumenschmuck. Sogar die Lampenmaste waren weiß gestrichen.

http://img5.imagebanana.com/img/jnrsx4c6/img188_950.jpg
Wannsee bei Nacht
Riesiges Areal, regelmäßiger Zugverkehr und (fast) keine Fahrgäste.
Interessante Details: Kleinpflaster auf den Bahnsteigen, gusseiserne Säulen mit Relief, aber auch der Schutzbunker aus dem Krieg...

http://img5.imagebanana.com/img/7612ta51/img187b_950.jpg
Bhf. Wannsee bei Nacht

http://img5.imagebanana.com/img/qvhuy271/img192_950.jpg
Berlin-Westkreuz
Bis zur Betriebseinstellung Kreuzungsbahnhof mit der Ringbahn und Verzweigung nach Spandau/Staaken.

http://img5.imagebanana.com/img/y4x0v6ix/img191_950.jpg
Berlin-Westkreuz
Auf dem Bahnsteig der stillgelegten Ringbahn

http://img5.imagebanana.com/img/wzj2texh/img190_950.jpg
Berlin-Westkreuz
Die Gütergleise sind über diese Brücke an dem S-Bahnhof vorbei geleitet.

http://img5.imagebanana.com/img/5qq85597/img114_950.jpg
Berlin-Westkreuz / Stellwerk Halensee
Hier bestehen teilweise niveaugleiche Verzweigungen. Im Bild ist 118 254-2 zu sehen.

http://img5.imagebanana.com/img/nxtsgvcx/img216_950.jpg
Blick vom Westberliner Funkturm...
...auf die Station Witzleben (seit 2002 umbenannt in Messe Nord/ICC).
Hier sei ein Seitenblick auf die Ringbahn erlaubt. Während der Verkehr sonst in der Stadt braust und zu Stoßzeiten längst kollabiert, ist die Ringbahn stillgelegt. Lediglich der bescheidene Güterverkehr wird noch bedient. – Die Rangierlok der Reihe 106 der Reichsbahn schleicht sich bis hier oben fast unhörbar mit ihrem Güterzug durch die sonstigen Geräusche der Stadt.
http://img3.imagebanana.com/img/bxmixm6q/Forenbreite_800.gif

http://img3.imagebanana.com/img/2aguk6w4/img550_klein.jpghttp://img3.imagebanana.com/img/b7597akd/img545_klein.jpg

Bahnhof Nikolassee - Empfangsgebäude, Bahnsteig-Szene
Hier befindet sich die Verzweigung zur Wannssee-Bahn, die zum Aufnahme-Zeitpunkt bereits stillgelegt war.
Die Vorschau-Bilder können mit Klick vergrößert werden.

http://img3.imagebanana.com/img/hyufl52w/Nikolassee_links.jpghttp://img3.imagebanana.com/img/qfehn59w/Nikolassee_mitte.jpghttp://img3.imagebanana.com/img/xv25wniu/Nikolassee_rechts.jpg

Bahnhof Nikolassee
Treppenaufgang mit Bahnsteig-Sperre ("Wanne") - Beschilderung
Die jeweiligen Einzel-Bilder können mit Klick vergrößert werden.

http://img5.imagebanana.com/img/b4dk3ye3/img772_950.jpg
Nikolassee
Im Hintergrund ist das mit der Wannseebahn gemeinschaftlich genutzte Empfangsgebäude zu erkennen.

http://img5.imagebanana.com/img/7wyb83g7/img771_950.jpg
Nikolassee
Ausgang Richtung Avus / Freilichtbühne

http://img5.imagebanana.com/img/3vq5quaw/img100_950.jpg
Berlin-Charlottenburg

http://img5.imagebanana.com/img/50qvq93/img116a_950.jpg
Savignyplatz
Ich hätte gerne das Turm-Zimmer in dem Haus an der S-Bahn als Wochenend-Quartier...

http://img5.imagebanana.com/img/5bozwovf/img115_950.jpg
Am Bhf. Savignyplatz

http://img5.imagebanana.com/img/fbl22vcs/img107_950.jpg
Kantstraße...
...nahe dem Bahnhof Zoo

http://img5.imagebanana.com/img/thiv5cf3/img193_950.jpg
Lehrter Stadtbahnhof
Vielleicht eine der schönsten Stationen an der Stadtbahn, durchaus als Denkmal schutzwürdig gewesen, ist inzwischen dem Neubau des Hauptbahnhof zum Opfer gefallen.

http://img3.imagebanana.com/img/6cdx6ro4/img194_799a.jpg

Lehrter Stadtbahnhof
Die Aufsicht bei der Zugabfertigung. – Eine Szene, die in absehbarer Zeit aus der Stadt verschwindet.

http://w311.info/userpix/3_img105_799_1.jpg

Humboldt-Hafen
...nur noch ein Steinwurf bis in den Osten und doch begann hier eine andere Welt.
Im Hintergrund ist das Reichstagsgebäude zu erkennen, natürlich noch ohne Kuppel.
Am linken Bildrand Sperrzäune und erste Wachtürme...

http://img5.imagebanana.com/img/2n7csrlh/img738_950.jpg

Humboldt-Hafen
Grenz-Sperranlagen und Wachtürme

http://img5.imagebanana.com/img/vxsc1b5h/img739_sw_950.jpg
Humboldt-Hafen
Grenz-Sperranlagen und Wachtürme

Der weitere Streckenverlauf durch die Sperranlagen und der Grenzbahnhof Friedrichstraße entzogen sich damals einer fotografischen Dokumentation.

http://www.wartburgrolf.pytalhost.de/zwf/grenze/BahnhofFriedrichstrasseBerlin_800.jpg

Bahnhof Friedrichstraße
Foto: Túrelio, Creative Commons ShareAlike 2.5 License by wikimedia.org
Nur zur Komplettierung eine Nach-Wende-Aufnahme vom Bhf. Friedrichstraße.
Gut zu erkennen sind die beiden unterschiedlich großen Bahnhofs-Hallen. Die kleine Halle lag jenseits der Grenzkontrolle. Hier endeten die Züge des östlichen S-Bahn-Netzes. In der großen Halle befand sich der internationale Teil des Bahnhofes mit Fernbahnsteigen und der West-S-Bahn. Die Hallen-Bereiche waren damals mittels dicker Stahlblech-Platten voneinander getrennt. Lediglich die Fahr- und Bremsgeräusche von "drüben" drangen durch. Über der westlichen Seite der großen Bahnhofshalle befand sich ein Kontrollgang mit Grenzposten.
Neben der Umsteige-Möglichkeit in die Nord-Süd-S-Bahn gab es auch einen Übergang zur U-Bahn (U6). Beide Linien unterquerten das Stadtgebiet von Ost-Berlin, gehörten aber zum westlichen Netz. Dazu jedoch mehr im zweiten Teil...






Beitrag editiert:
Angaben zur Betriebsführung BVG präzisiert,
Datum des durchgehenden Stadtbahnbetrieb nach der Wende ergänzt,
Straßenbezeichnung korrigiert,
Bild-Text korrigiert,
Tippfehler in Link-Beschreibung berichtigt.




Die Link-Liste zum Thema ist etwas umfangreich und daher thematisch gegliedert:

Bahnspezifische Links:
Offizielle Seite der S-Bahn Berlin

Wikipedia-Artikel S-Bahn (allgemein)
Wikipedia-Artikel S-Bahn (Geschichte)
Wikipedia-Artikel (Stadtbahn)
Wikipedia-Artikel (Ringbahn)
Wikipedia-Artikel (Bahnhof Friedrichstraße)

[www.s-bahn-online.de] Beachtenswert insbesondere alte Netz-Karten (Spinnen)
[www.stadtschnellbahn-berlin.de]
[stadtregion.org]
[www.stillgelegte-s-bahn.de]

Chronik der Mauer, Artikel zur Situation am Bahnhof Friedrichstrasse.
[www.chronik-der-mauer.de]

Allgemeine Links zum Thema:
Chronik der Wende:
Protokoll des Zeitgeschehens anhand des Sende-Material aus der ARD-Doku-Reihe "Chronik der Wende".
[www.chronikderwende.de]

Diese Seite befasst sich mit den "vergessenen Orten" aus Verkehr, Industrie, Militär und Politik. Hier sind u. a. Artikel zu den Grenz-Übergängen Helmstedt-Marienborn und Dreilinden-Drewitz zu finden:
[www.lostplaces.de]

Lesenswerte Seite mit ausführlicher Beschreibung der Grenzkontrollstellen im Raum Berlin, oft mit interessanten Fotos dokumentiert.
[www.passkontrolle-ddr.de]

Mauer-Museum - Haus am Checkpoint Charlie
[www.mauer-museum.com]

Mauer-Dokumentation im WEB, zahlreiche Fotos...
[www.berlinermaueronline.de]

Berliner Grenzübergänge
[de.wikipedia.org]

Video-Link:
Zu Wendezeiten, als alles nicht mehr so eng gesehen wurde, hat jemand dieses Video gedreht. Es ist die Aufzeichnung einer Mitfahrt von der S-Bahn-Station Friedrichstrasse (Grenze) zum Lehrter Stadtbahnhof. Etwas wackelig, aber die historische Situation (und das alte Fahrgeräusch) wird hier lebendig.
[www.youtube.com]

Sorry:
Von mir kommen keine Beiträge und Bilder für die DSO-Foren, bis die Umleitungen rückstandsfrei weg sind!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:28:11:00:04.
Danke für diesen Einblick in eine heute surreal wirkende Situation

Rolf_311 schrieb:
-------------------------------------------------------

> Die S-Bahn-Betriebsführung, die bei der BVG stets
> ein Fremdkörper blieb, ging mit der Wende wieder
> an die Reichsbahn (später DB) zurück.

Hier meine ich, etwas korrigieren zu müssen: Die BVG blieb bis 1994 Betriebsführer (der Vertrag von '84 lief über 10 Jahre), Betreiber war meine ich der Senat. 1994 ging die ganze Abteilung an die die DB AG. Was es natürlich gab war seit '1990 ein "Gemeinschaftsverkehr" mit der Reichsbahn.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.
Danke Rolf für diesen sehr interessanten Bericht einer S-Bahn aus einer Ecke die ich noch nicht kenne.

Besonders der Charme von Kopfsteinpflaster, Gußsäulen und Bahnsteigsperren mit alten Emailschildern macht den Reiz dieser Stationen aus. Schade, daß im Zug des Corporate Identify und des Modernisierungswahns soviel zerstört wurde und nicht als Denkmal erhalten werden konnte.

Gruß

Eric

Da wo die Logik aufhört, fängt die Bahn an!
https://www.bahn-im-alltag.de/touren/br103_003.gif

Re: Berlin – S-Bahn im geteilten Berlin (Stadtbahn-West)

geschrieben von: r88

Datum: 30.10.09 09:58

Großes Kino. Danke.


// r88

********************************

[rottenrails.wordpress.com]
Hallo,

danke für die Bilder, die einem älter vorkommen, als sie sind...

Aber auch ich habe noch zwei Korrekturen anzumerken:
1. Das Bild "Hardenbergstraße" zeigt nicht diese, sondern die Kantstraße.
2. das nächste Bild "Lehrter Stadtbahnhof" zeigt auf Gleis 4 einen Zug Richtung Wannsee, das Zielschild ist also völlig korrekt und nicht vorzeitig umgeschildert.

Gruß aus Berlin
Thomas

Re: Berlin – S-Bahn im geteilten Berlin (Stadtbahn-West)

geschrieben von: fipi

Datum: 30.10.09 10:36

Hallo Rolf,
wirklich tolle Bilder! Auch die dazugehörigen Ausführungen: prima! Ich wurde ein Jahr nach dem Mauerbau von meinem Onkel nach Berlin eingeladen! An die Boykottierung der S-Bahn kann ich mich gut erinnern(und habe leider auch mitgemacht!) Obwohl mein Onkel sagte, daß ich mit der Bahn als Eisenbahn fan ruhig fahren solle!! Ich kann mich auch noch erinnern, daß die Schalterbeamtin im Bahnhof Olympiabahnhof(ich weiß nicht mehr genau wie er hieß) so "viel" zu tun hatte, daß der Strickstrumpf benutzt wurde! Auf den überall ausgehängten Abfahrplänen fiel mir auf, daß die Züge nicht wie üblich nur zweifarbig sondern dreifarbig angegeben waren: grün für Interzonenzüge (nur mit besonderem Ausweis zu benutzen!!)
Nochmals schönen Dank für die hervorragenden Bilder!

Gruß
Friedrich

Sehr interessant! Und die hervorragenden Aufnahmen geben die morbide Stimmung in der sonst so quirligen westlichen Großstadt sehr gut wieder. Vielen Dank!

Schöne Grüße aus Aachen -
Reinhard Gumbert
Christoph Zimmermann schrieb:
-------------------------------------------------------
> Danke für diesen Einblick in eine heute surreal wirkende Situation
>
> Rolf_311 schrieb:
> -------------------------------------------------------
>
> > Die S-Bahn-Betriebsführung, die bei der BVG stets ein Fremdkörper blieb, ging mit der Wende wieder
> > an die Reichsbahn (später DB) zurück.
>
> Hier meine ich, etwas korrigieren zu müssen: Die BVG blieb bis 1994 Betriebsführer (der Vertrag von '84
> lief über 10 Jahre), Betreiber war meine ich der Senat. 1994 ging die ganze Abteilung an die die DB AG.
> Was es natürlich gab war seit '1990 ein "Gemeinschaftsverkehr" mit der Reichsbahn.

Hallo,

Richtig, zwischen dem 14. Januar 1984 und dem 31. Dezember 1993 war die BVG der Betriebsführer.
Schade, das Rolf_311 keine Angaben bezüglich des Aufnahmedatums der Bilder gemacht hat.





4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:10:30:11:19:52.
Moin Rolf!

Ich reihe mich gern in die Liste der von Deinem S-Bahn Beitrag begeisterten ein. Deine Fleißarbeit zeigt nicht nur S-Bahn-Flair der achtziger Jahre, sondern liefert ebenso Informationen zur Verkehrsgeschichte. So ganz unlogisch finde ich die Argumentation mit der Stacheldraht-Finanzierung nicht.

Natürlich hat die Westberliner S-Bahn alles andere als einen Gewinn erwirtschaftet, und der Stacheldraht wursde auch nicht unbedingt im Westen beschafft. Aber die DDR konnte gegen Kostenaufwand in ihrer eigenen Währung (Strom, Instandhaltung, ärztliche Versorgung des Westberliner Reichsbahnpersonals etc) im Westen dafür durch die Fahrgeldeinnahmen an Valuta kommen, das war ja auch nicht zu verachten. Um diese Devisenquelle aus bundesdeutscher Sicht zu reduzieren, mußte eben ein griffiger - wenn auch inhaltlich falscher - Slogan her...

Danke für Deinen informativen Beitrag & Grüße aus dem Norden

Helmut
Dank fuer dir schoene Bilder! Bringt mir viele Erinnerungen zurueck von meine Besuche an Berlin in der 70er und 80er Jahre!
Gruss, BK

hi,

vielen dank für diese grandios tollen aufnahmen! die atmosphäre ist spürbar... ganz wunderbar...!

gruß,
felix
Zunächst herzlichen Dank für die Resonanz auf den Beitrag!

Die Korrekturen habe ich übernommen. Besten Dank dafür!
Ich fürchte, auch der folgende Teil wird Unzulänglichkeiten enthalten...

Eine kleine Ergänzung habe ich noch:

http://w311.info/userpix/3_Fahrkarten_1.jpg
Soweit erinnerlich stammen die roten Fahrkarten der Preisstufe "S" aus dem Westen, die mit dem schwarzen Druck aus dem Osten.

Die unterschiedliche Einfärbung wurde wohl erst nach 1980 eingeführt.
Zuvor sollen auch im Westen der Stadt S-Bahn-Fahrkarten in Mark der DDR zu erwerben gewesen sein. War es tatsächlich so, dass sich die DDR ihre Präsenz im Westen und sogar die Akzeptanz der eigenen Währung so viel kosten ließ.

Kann die Bedeutung der kunstvollen Lochungen entschlüsselt werden?

Für Freunde alter Fahrkarten hätte ich diesen Link anzubieten:
[www.stadtschnellbahn-berlin.de]
Die kunstvollen Lochungen sind die Buchstabenkürzel des Startbahnhofs. Z steht für Zoo, Wk für Westkreuz. Bei L muss ich passen.
Im Westteil Berlins konnten keine Fahrkarten für Mark der DDR gekauft werden. Allerdings gab es die Möglichkeit, diese Fahrkarten vorher im Ostsektor zu kaufen (Prewisstufe 10) und dann bei Fahrtantritt im Westnetz zu verwenden.

Bäderbahn
Bäderbahn schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die kunstvollen Lochungen sind die Buchstabenkürzel des Startbahnhofs. Z steht für Zoo,
> Wk für Westkreuz. Bei L muss ich passen.

Hallo,

L wie Lehrter Bahnhof.

Gerade in Berlin nicht

geschrieben von: Gruppentaste

Datum: 30.10.09 17:55

Zitat:
Ruhrpottfahrer schrieb:
-------------------------------------------------------
Danke Rolf für diesen sehr interessanten Bericht einer S-Bahn aus einer Ecke die ich noch nicht kenne.
Dem Lob für den Bericht schließe ich ich an.
Zitat:
Besonders der Charme von Kopfsteinpflaster, Gußsäulen und Bahnsteigsperren mit alten Emailschildern macht den Reiz dieser Stationen aus. Schade, daß im Zug des Corporate Identify und des Modernisierungswahns soviel zerstört wurde und nicht als Denkmal erhalten werden konnte.
Gerade für Berlin kann man diesen Vorwurf nicht gelten lassen. In Berlin ist noch viel von der alten Bausubstanz vorhanden und bei den Modernisierungen in den 90ern, als man noch soviel Geld verbauen konnte, daß man sich goldene Wasserhähne leisten konnte, einbezogen worden.

Bis auf die anderen Fahrzeuge und die Oberleitung auf der Fernbahn kann man die Fotos mehr oder weniger noch heute so machen. Auch Westkreuz ist heute noch so schrumpelig wie auf dem Bild.

Schöne Grüße

Gruppentaste

"Vor meiner Black Mamba geht jeder Schaffner in die Knie."
Harald Schmidt in mobil 04/2009 über seine BahnCard100

Re: Gerade in Berlin nicht

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 30.10.09 17:59

Gruppentaste schrieb:
-------------------------------------------------------
> Auch Westkreuz ist heute noch so schrumpelig wie auf dem Bild.

Aber Hallo,

Wie jetzt bitte, wann warst Du das letzte Mal dort ? Der Ringbahn-Bahnsteig des Bahnhofes Westkreuz wurde zwischen 1990 und 1993 in einer ersten Bauphase sehr aufwendig rekonstruiert und etwa 2002/2003 in einer zweiten Bauphase die untere Ebene.

Re: Gerade in Berlin nicht

geschrieben von: Jo

Datum: 30.10.09 18:20

Hallo,

absolut TOP. Ganz tolle Fotos. Vielen Dank.

LG Jo

Dank, Frage zu Fotoverbot und Anmerkung zum Geld

geschrieben von: HLeo

Datum: 30.10.09 19:02

Zuerst meinen Dank für die schönen Bilder!
Ich selbst konnte die S-Bahn nur in den 60er Jahren erleben, danach nur ein wenig Ost-S-Bahn in den 70ern.

Frage:
Ich wurde in den 60ern in West-Berlin mit Berliner "Charme" auf das Fotografierverbot aufmerksam gemacht. Wann wurde das aufgehoben?

Anmerkung:
Ende 60 konnten wir im Osten gegen MDN (so hieß die Mark dort damals) Fahrkarten nach West-Berlin kaufen. Mit MDN (später M) außerhalb der DDR zu bezahlen wäre illegal gewesen, denn die Ausfuhr von DDR-Geld war verboten. Also hätte die DR sicher außerhalb der DDR dieses Geld nicht annehmen dürfen. 1988 (den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr) konnte man immerhin eine S-Bahn-Fahrkarte nach West-Berlin für mehr als 2 M am Bahnhof Friedrichstr. kaufen. Eine Fahrt innerhalb Ost-Berlins kostete max. 30 Pfg.

Re: Dank, Frage zu Fotoverbot und Anmerkung zum Geld

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 30.10.09 19:23

HLeo schrieb:
-------------------------------------------------------
Hallo,

> Zuerst meinen Dank für die schönen Bilder! Ich selbst konnte die S-Bahn nur in den 60er
> Jahren erleben, danach nur ein wenig Ost-S-Bahn in den 70ern.
>
> Frage:
> Ich wurde in den 60ern in West-Berlin mit Berliner "Charme" auf das Fotografierverbot aufmerksam
> gemacht. Wann wurde das aufgehoben?

Rein rechtlich gesehen wurde das Fotografierverbot 1973 aufgehoben. Das Thema bezüglich der Verfügung 23/73 des MfV hatten wir schon einmal.

> Anmerkung:
> Ende 60 konnten wir im Osten gegen MDN (so hieß die Mark dort damals) Fahrkarten nach West-Berlin
> kaufen. Mit MDN (später M) außerhalb der DDR zu bezahlen wäre illegal gewesen, denn die Ausfuhr
> von DDR-Geld war verboten. Also hätte die DR sicher außerhalb der DDR dieses Geld nicht
> annehmen dürfen. 1988 (den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr) konnte man immerhin eine
> S-Bahn-Fahrkarte nach West-Berlin für mehr als 2 M am Bahnhof Friedrichstr. kaufen. Eine Fahrt
> innerhalb Ost-Berlins kostete max. 30 Pfg.

Richtig, für den Verkehr nach West-Berlin galt die Preisstufe 10 und das waren wohl 1988 dann 2,00 Mark Ost. Ansonsten ging es im S-Bahnverkehr bis zur Preisstufe 8 mit 1,30 Mark.

Rolf_311 schrieb:
-------------------------------------------------------

[w311.info]
> Soweit erinnerlich stammen die roten Fahrkarten der Preisstufe "S" aus dem Westen, die mit dem
> schwarzen Druck aus dem Osten.

Kann man so nicht sagen. Fahrkarten mit Rotdruck bekam man auch im Osten. Rotdruck bedeutete nur, daß das Fahrgeld in DM bezahlt wurde. Ich hatte mal eine Fahrkarte Dresden - Leipzig in Rotdruck in der Hand.

Normalerweise mußte ja alle Reisenden aus "dem kapitalistischen Ausland" ihr Fahrgeld in Westgeld bezahlen, auch im Inland. Nur hat das normalerweise niemand kontrolliert.

> Die unterschiedliche Einfärbung wurde wohl erst nach 1980 eingeführt.

Die gab es schon länger.

Knut

Seiten: 1 2 All

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