Hallo HiFo-Freunde,
mit meinem heutigen Beitrag möchte ich daran erinnern, daß der Herbst-Fahrplanwechsel vor 25 Jahren das Aus für den Personenverkehr für zwei fränkische Nebenbahnen bedeutete, die beide von der Hauptbahn Nürnberg – Bamberg in westlicher Richtung abzweigten. Ihr ahnt es sicher, es handelt sich um die Bahnlinien Erlangen-Bruck – Herzogenaurach und Forchheim – Höchstadt an der Aisch. Beide Strecken wurden zum Schluß nur noch durch das obligatorische Alibi-Zugpaar bedient, das, wie es so üblich war, zu so ungünstiger Tageszeit plaziert war, daß niemand versehentlich auf die Idee kam, die Züge zu benutzen. So konnte man schließlich mühelos den Nachweis für die Unrentabilität der Strecken führen und den Personenverkehr zum 28. September 1984 einstellen. Ich habe seinerzeit dieses traurige Ereignis zum Anlaß genommen, mit meinen beiden Kindern den Bähnchen das letzte Geleit zu geben.
So standen wir kurz vor halb drei bei Hauptendorf, als die rote 211 237 mit dem N8750 zum letzten Mal dem Endbahnhof Herzogenaurach entgegenstrebte.
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Rührige Eisenbahnfreunde hatten ihr ein Schild verpaßt, um auf das Ende des Personenverkehrs aufmerksam zu machen. Wer outet sich hier als einer der letzten Weggefährten im Zug?
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Man blickte zwar nachdenklich aus dem Fenster, aber Kameras sind keine zu sehen…
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Der Weg bis Herzogenaurach ist nicht mehr weit…
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Ich habe mit Rücksicht auf meine kleinen Kinder keine wilden Verfolgungsjagden unternommen, sondern schlicht und einfach gewartet, bis der Zug nach kurzer Zeit als N8751 zurückkam.
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Trotz der kurzen Wendezeit war offenbar Gelegenheit, das Schild an der Vorderseite zu befestigen (oder war da vorn und hinten eines?).
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Das Schilfgras verschluckt den Zug zur Hälfte. Das hat fast etwas von einem Lokfriedhof.
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Die V100 fuhr plangemäß nach der Ankunft in Erlangen mit ihrer Garnitur nach Forchheim, um von dort aus als letztes Zugpaar noch einmal nach Höchstadt an der Aisch zu zuckeln. Ich postierte mich mit Jennifer und Oliver bei Poppendorf und hatte auch Gelegenheit, den Film zu wechseln. Statt Diafilm verwendete ich nun einen Farbnegativfilm. Die Zeit bis zum Eintreffen des Zuges nutzten wir zur Beobachtung von allerlei Krabbelgetier. Und dann kam, er, der letzte Zug nach Höchstadt.
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Beim Nachschuß erkennt man, daß wir nicht alleine waren. Wer hat hier außer mir den N6756 zum letzten Mal verewigt?
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Ein wehmütiger Blick hinterher…
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Ich wollte die Geduld der beiden Kinder nicht länger strapazieren und strich die Segel. Heute sind zwei meiner Enkel schon älter als Tochter und Sohn damals. So vergeht die Zeit.
Beide Nebenstrecken existieren zwar noch, aber insbesondere für die Linie nach Höchstadt gibt es seit dem letzten Jahr keine Hoffnung mehr. Was aus den Plänen wird, auf der Strecke nach Herzogenaurach eine Stadtbahn fahren zu lassen, bleibt abzuwarten.
Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag. Bis demnächst,
dampfgerd
