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Es ist nie zu Spaeth

geschrieben von: S.B

Datum: 19.08.09 10:34

Hallo ,

Es ist nie zu Späth, was über die ehemalige Maschinenfabrik Spaeth aus Nürnberg - Dutzendteich zu schreiben, nach dem hier im HIFO die bayrische Stellwerkswoche ist ! Sollen nach dem schon die bayrischen Stellwerkstypen der Ex. Bay. Staatsbahnen Krauss, Noell ( System Jüdel ) und Vögele vorgestellt wurden, noch der Stellwerkstyp Spaeth folgen.
Die Firma Spaeth baute ab 1893 Stellwerke für die Bayrische Staatsbahn, zuerst eigene Typen später nach dem System Zimmermann & Buchloh aus Berlin, die aber trotzdem etwas abwichem und etwas bayrisches behielten. Interessant ist auch das die Stellwerke von Spaeth fast nur auf Strecken der ehemaligen bayrischen Ostbahnen zum Einbau kammen. Die Firma war einer der Hauptlieferannten der bayrischen Ostbahn, die am 15 April 1875 als ehemalige Privatbahn kommplett auf die Königlich Bayrische Staatsbahn überging.
Aus Mangel an eigenem Bildmaterial soll hier ein Foto aus der Broschüre der DB " 125 Jahre Bayrische Ostbahn Bahnhof Hersbruck ( links der Pegnitz ) gezeigt werden, die Veranstaltung fand damals vom 26 - 28 Mai 1984 statt.
Spaeth Hebelwerk.jpg
Innenansicht des Spaeth - Hebelwerk, Baujahr 1902 im Wärterstellwerk 1 Hersbruck ( links der Pegnitz )
Die Stellwerke in Hersbruck hatten mechanischen Bahofsblock und waren bis 1988 in Betrieb, seither erfolgt die Bedienung von Hartmannshof aus ( MCL 84 Stw. )das bis dahin auch Spaeth Stellwerke mit mechanischem Bahnhofsblock besaß. Diese beiden waren die letzten Spaeth Stellwerke der DB damals ? Berichtigung hierzu nächster Beitrag von HGG.
Der Bahnhof Neunkirchen am Sand hatte ebenfalls von 1902 bis 1980 Spaeth Stellwerke.
Verzeichnis Spaeth.jpg

Immerhin 25 Seiten umfasste die Ersatzteilliste

Im Raum Hartmannshof fanden 1985 doch auch die Fahrten der Dampfsonderzüge statt, hat jemand vielleicht damals auch die Spaeth Stellwerke von Innen fotografiert ?

Gruß von S.B





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:22:09:17:27.

Re: Es ist nie zu Spaeth

geschrieben von: HGG

Datum: 21.08.09 20:49

Hallo,

nachdem ich als 'Ostbahner' (so nennt man in Hersbruck die Leute, die im südlichen Stadtteil, der 'Ostbahn', wohnen) direkt betroffen bin, muß ich zu Deinem Beitrag auch mal 'meinen Senf' dazugeben. :-)

Erstmal schönen Dank für Deine Stellwerk-Serie, die ich schon längere Zeit verfolge, allerdings noch nicht kommentiert habe, was ich hiermit nachhole.

Zu Deinem heutigen Beitrag drei kleine Korrekturen:
- Das obige Stellwerk-Innenleben stammt aus Stellwerk 1, nicht aus Stellwerk 2! Ich habe mir die von Dir zitierte Broschüre mal angesehen, nachdem oben und auf der rechten Seite Bilder von Stellwerk 2 zu sehen sind, ist es klar, daß Du beim unteren Bild auch auf Stellwerk 2 tipptes. Das untere Bild stammt aber eindeutig aus Stellwerk 1.
- Der Bf Hersbruck (links Pegnitz) wird nicht von Hartmannshof, sondern von Mögeldorf aus ferngesteuert.
- Die mechanischen Stellwerke waren länger als 1988 in Betrieb, ich hab das Datum momentan nicht greifbar, aber 1992 (siehe die unteren 2 Bilder) erfüllten Sie noch zuverlässig ihre Aufgabe.

Bilder aus den Stellwerken von Hartmannshof habe ich leider nicht, aber hier sind einige Aufnahmen aus Hersbruck (links Pegnitz):

Stw1_27-05-84.jpg
Blick aus Stellwerk 2 Richtung Westen zum Bahnhof Hersbruck (links Pegnitz)und Stellwerk 1 (ganz links im Bild); 27.5.1984


Stw1_28-06-1992-b.jpg
Das Innere von Stellwerk 1; 28.6.1992


Stw1_28-06-1992-a.jpg
Nochmall Stellwerk 1, Blickrichtung Nürnberg (Westen); 28.6.1992


Viele Grüße aus der Ostbahnstraße

Günter

Re: Es ist nie zu Spaeth - Nachtrag

geschrieben von: HGG

Datum: 21.08.09 21:26

Hallo,

ich habe mich eben schlau gemacht:
Die Umstellung von lokaler mechanischer Stellwerkstechnik auf Lichtsignaltechnik bzw. Fernsteuerung von Nürnberg-Mögeldorf aus erfolgte am 12.12.1999. Die Spaethschen Stellwerke haben ganz schön lange gehalten. Zuverlässige Technik 'made in Germany'.


28-06-1992.jpg
Blick aus Stellwerk 1 Richtung Osten; Stellwerk 2 ist durch Bäume verdeckt; Bfs-Fest Hersbruck (links Pegnitz); 28.6.1992

Viele Grüße aus dem Land der Franken

Günter

Re: Es ist nie zu Spaeth - Nachtrag 2

geschrieben von: HGG

Datum: 21.08.09 23:04

... fast hätte ich's vergessen: Die Situation heute, der Vollständigkeit halber:

Stellwerk 1 wurde vor einigen Jahren abgerissen. Die Gleise wurden auf 2 Durchfahrtgleise reduziert (1 Abstellgleis an der Güterhalle gibt es noch).
Stellwerk 2 blieb erhalten und dient heute einem Ingenierbüro als Firmensitz. Hier 2 (eigentlich nicht HiFo-gerechte Aufnahmen):


Stw2_a.jpg
Stellwerk 2 heute. Eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe heißt 'Altes Stellwerk'. Wo früher die Drahtzüge den Bau verließen, wachsen heute Büsche. 30.5.2009


Stw2_b.jpg
Stellwerk 2, Perspektive von meinem Balkon aus. Derzeit herrscht Hochbetrieb wie lange nicht mehr. Im 150. Jahr der Ostbahnlinie wird die Fahrleitung für die S-Bahn gebaut. Hier werden gerade Fundamentrohre für die Fahrleitungsmasten verladen. 29.7.2009


So jetzt ist aber die Geschichte komplett. ;-)

Viele Grüße aus dem Land der Franken

Günter

Re: Es ist nie zu Spaeth - Nachtrag 2

geschrieben von: S.B

Datum: 22.08.09 09:15

Hallo HGG,

erstmals vielen Dank für den Super Nachtrag mit Bildern und Infos, ich bin begeistert. Gibt es auch noch Ein Bild vom mechanischen Bahnhofsblock Kurbelwerk beim FDL von Hersbruck ( links der Pegnitz )?
Meine Daten wie lange die Spaeth Stellwerke in Betrieb waren, habe ich aus einer Karte von DB - Netz Stand 2000 entnommen für den Bereich Süd. Dort ist unter Hartmannshof ein MCL 84 Stw. Bj. 1988 angegeben und davon bin ich ausgegangen mit Fernsteuerung zu den Nachbarbahnhöfen, weil unter Hersbruck keine Stw. - Angabe mehr ist !
Jetzt habe ich mir die Karte nochmals angesehen Unter Nürnberg - Mögeldorf ein Stw. Bauart Sp Dr S 60, Bj 1965 mit * versehen als Hinweis ESTW Siemens , Bj 1999. Dann past Ja alles zusammen.

Ein Gruß nach Franken von S.B

Hebelwerk Bauart Spaeth

geschrieben von: befehlsturm

Datum: 22.08.09 14:25

Hallo,

einfach sagenumwoben, diese Spaeth-Stellwerke! Zwar kommt mir einiges von Z&B bekannt vor, aber vieles ist doch wieder ganz anders. Die großen Seilscheiben für Weiche 1 und 2 sind ja vielleicht eine spätere Bundesbahnzutat, 600 mm Stellweg für weiter entfernt liegende Weichen? Die Doppelhebel für Riegel habe ich bei Z&B noch nie gesehen. Dann die Seilführung mit 2 Druckrollen durch die Mitte der Hebelbank. Und überhaupt, diese wuchtige Hebelbank! Ist da etwa der Verschlußkasten drin?

Hatte Hersbruck l d P denn neben Stellwerk 1 und 2 auch eine besondere Befehlsstelle? Wie mag die wohl ausgesehen haben, etwa ein Kurbelwerk Bauform Spaeth?

Auf dem Hebelwerk sieht man drei - ich sag mal Böcke - für mechanischen Bahnhofsblock. Die linken beiden haben ein Schauzeichen zur Anzeige des eingegangenen Befehls für eine Ein- oder Ausfahrt. Der rechte Bock hat solche Schauzeichen nicht und ist etwas anders gestaltet. Ist dieser etwa für Zustimmungsabgaben gedacht?

Grüße,
Martin.

Re: Es ist nie zu Spaeth - Nachtrag 3

geschrieben von: HGG

Datum: 22.08.09 20:53

S.B schrieb:
-------------------------------------------------------
> .....
> Gibt es auch noch Ein Bild vom mechanischen Bahnhofsblock
> Kurbelwerk beim FDL von Hersbruck ( links der Pegnitz )?
> .....

Leider habe ich den damals nicht fotografiert (könnte mich heute sonst wo hinbeißen).

Zur Frage von befehlsturm zur wuchtigen Hebelbank: ja, da war tatsächlich der Verschlußkasten drin. Ansonsten, so genau kenne ich mich mit dieser Technik leider nicht aus um die andere Frage zu beantworten.

Eine kuriose Sache fällt mir dazu aber noch ein:
Beide Stellwerke waren Wärterstellwerke, der Fahrdienstleiter hatte seinen Platz im Empfangsgebäude und dort befand sich auch das oben erwähnte Bahnhofsblock Kurbelwerk. Als um 1995 (so genau weiß ich das Jahr momentan nicht) der Fahrkartenverkauf im Bahnhof eingestellt wurde, machte man das Empfangsgebäude dicht, verlegte den Arbeitsplatz des Fdl auf Stw 1 - und baute tatsächlich das mechanische Bahnhofsblock Kurbelwerk aus dem Empfangsgebäude ins Stellwerk 1 ein. Eine relativ aufwändige Umstellung, die Eisenbahner vor Ort haben damals nur den Kopf geschüttelt - die wenigen Jahre bis zur Umstellung auf Weichen- und Signal-Fernsteuerung hätte man das Empfangsgebäude auch noch offen halten können. Immerhin, daß das know how für einen solchen doch nicht ganz einfachen Umbau noch vorhanden war, das hat mich beeindruckt. Leider habe ich diesen letzten Zustand auch nicht fotografiert.

Hier die Situation bevor das Kurbelwerk auf Stw 1 versetzt wurde, dieser Plan hing im Stellwerk 2 über der dortigen Hebelbank, Aufnahmedatum 28.6.1992:

Plan28-06-1992.jpg


So, das wär's dann erst mal.

Schöne Grüße aus Hersbruck

Günter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:22:20:54:42.

Re: Es ist nie zu Spaeth

geschrieben von: signalrolli

Datum: 19.10.09 16:40

Hallo,
drei Fragen zu der Ersatzteilliste.

1. Gab es diese für jede Stellwerksbauform?

2. Sind dort auch Zeichnungen enthalten oder nur Stoffnummern?

3. Wo bekommt man diese (habe ich noch nirgens im Angebot gesehen, auch bei ebay noch nicht)?

Gruß Roland