04 - Historisches Forum
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Aus dem Nachlass von Rainer Wittbecker (Essen) stammt diese Aufnahme vom 1.7.1947, die ich euch nicht vorenthalten möchte:
Zu sehen gibt es auf dem Bild einiges: Auf dem vorderen Gleis fährt ein Zwei-Wagenzug auf SL 19 (nach Rellinghausen) in die Haltestelle ein (beim Tw meine ich als Werbung "MONDAM(IN)" lesen zu können), gefolgt von einem Zug der SL 8. Auf dem zweiten Gleis fährt ein Zug der SL 2 ein. Zwei Seitenfenster sind auch zwei Jahre nach Kriegsende aus Pappe - Glas war weiter knapp. Die Ruine des Hauptgebäudes ist gerade abgeräumt worden, nur ein paar Steine liegen noch sauber gestapelt am Weg. Die Zugänge zu den Bahnsteigunterführungen sind vermauert, wahrscheinlich mussten die Fußgänger die Bahnsteige über Nebenwege erreichen. Als "Essen Hbf" beschriftet ist nur das Quergebäude, das später für ein Hochhaus abgerissen wurde (War da eventuell der Zugang zu den Gleisen möglich?). Immerhin gibt es schon wieder einen "Bahnhofskiosk", eine kleine Wellblechbude mit einer Werbung für die "... ALLGEMEINE" und vor dem Bahnhof stehen drei (!!!) Autos. Für die Strassenbahn war das sicher noch keine Konkurrenz.
Gruss - christoph beyer
PS: Zu dem Bild habe ich keine genauere Quellenangabe - vielleicht kann mir da ja jemand weiter helfen?
Und lassen sich aus der Komnbination Aufnahmedatum - Reklame die Fahrzeugnummern eingrenzen ? ;-)))
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:18:23:52:10.
Sehr interessantes Bild, dass du da eingestellt hast, Christoph.
Bei dem Beiwagen auf dem rechten Gleis tippe ich auf einen Beiwagen der Firma Gastell, die 1914 geliefert wurden.
(Allerdings hatten sie auch starke Ähnlichkeit mit den Bw 121 bis 145 des Baujahres 1912 von Falkenried.)
In Frage käme die 1927 aus 380 bis 404 umgezifferte Nummernreihe 151 bis 174, die 1950 wiederum erneut umgezeichnet wurde.
Beim Triebwagen vorne links vermute ich einen Wagen der Siebenhunderter-Serie, bei denen 24 Wagen einen sog. U1-Umbau erfuhren.
Das heisst: trapezförmige Plattformen, Schiebetüren und eine dreiteilige Frontscheibe. Der Umbau erfolgte zwischen 1930 bis 1932.
Infrage kämen aber auch Wagen aus dem Ende der 600er-Reihe, die ebenfalls dreiteilige Frontscheiben besassen.
Da müsste noch mal eine Nacht drüber geschlafen werden.
Wolfgang
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:19:00:36:46.
geschrieben von: ehemaliger Nutzer
Datum: 19.08.09 08:27
Interessantes Bild.
Zu den Fahrzeugen kann ich dir nix sagen. Was das Bahnhofsgebäude betrifft ist es so, daß nach dem was ich bis dato gelesen habe, daß durch dieses Gebäude via Aufgang zu den Gleisen ging. Das dürfte etwa dem heutigen Osttunntel entsprechen.
Solltest du davon noch mehr zeigen können, wäre ich sehr interessiert :)
Gruß
Eric
..aus meiner Heimatstadt. Die Reklame auf dem Kiosk ist bestimmt für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Zu den Tws kann ich wenig beisteuern - da ist Woflgang der ausgewiesenere Experte
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seit dem 24.II.2022 bittere Wahrheit in Europa
geschrieben von: matrails
Datum: 19.08.09 09:15
Hallo,
sind Sie sicher wegen des Aufnahmedatums?
Die Werbung am Zeitungskiosk bezieht sich sicherlich auf die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und die ist erst ab April 1948 erschienen.
Zudem passt die Kleidung der Menschen kaum zu einem Sommertag wie dem 1.7. Es sieht eher nach Herbst/Winter aus.
Viele Grüße
matrails
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:19:09:16:14.
Erinnert sehr an den Link, den Tw 1904 kürzlich hier eingestellt hat [
www.drehscheibe-foren.de]. Auf der von Michael verlinkten Seite gibt's ein weiteres Bild, was zeitlich offensichtlich ganz gut hierher paßt: [
www.essen.de]
Walter
Eine sehr schöne Aufnahme aus meiner früheren Heimatstadt Essen.
Schöne Grüße aus Bayreuth
Axel
Ein Vergleich mit anderen Bildern aus der gleichen Perspektive zeigt mir, dass das Aufnahmedatum durchaus stimmen dürfte.
Im Januar 1947 war der Vorplatz noch mit mannshohen Bauresten des alten Hbf`s bestückt, die hier schon bereits beseitigt sind.
1949 wiederum waren die drei großen Bögen unter dem Essen Hbf-Schild mit Fensterscheiben und -sprossen versehen. Links von den Bögen wurde eine Art Stromkasten platziert.
Ferner war der mit Bauschutt geschotterte Platz (rechts) bereits geplättet -evtl. geteert-, so dass dort bereits Busse und näher zur Wand in drei Reihen Taxen geparkt wurden.
Der Bahnhofskiosk ist in etwas größerer Form näher vor den Hauptbahnhofseingang gerückt.
Das Aussehen im Jahr 1948 ist mir nicht bekannt.
Nicht auf dem Bild sichtbar steht zu diesem Zeitpunkt -sogar mindestens bis 1951- als Kriegsrelikt die Ruine des Haus der Technik. Davon waren damals im Mittelbereich nur die Bögen geblieben sowie ein vorderer und hinterer höherer Gebäudeturm.
Die Reklame MONDAMIN hast du richtig abgelesen. Diese war seinerzeit auf vielen Essener Trieb- und Beiwagen vertreten.
Die dreifenstrige Frontversion mit leichten oberen Bögen war im Wege der vielen Umbauten an den Fahrzeugen ebenfalls oft im 600er, 700er und 800er-Bereich erst recht durch die häufigen Umzeichnungen oft vorhanden.
beste Grüße
Wolfgang