Niels schrieb:
> > Zu beachten ist auch das Lichtsignal, das an eine kürzlich
> > hier im Forum gelaufene Diskussion erinnert, die
> > leider ohne Ergebnis im Sande verlaufen ist.
Meinst du den Thread [
www.drehscheibe-foren.de] ? Ganz ergebnislos ist der m E nicht geblieben.
Das dort gezeigte Signal J in Königs Wusterhausen sieht dem Halberstädter Exemplar sehr ähnlich:
> Leider habe ich nur einen sehr groben Gleisplan von Halberstadt vorliegen. Könnte es richtig sein,
> daß das Signal an den Blankenburger Kopfgleisen im Pbf stand?
Ja. In Heft 5 der Gleisplansammlung von Gerald Miska ist Halberstadt im Zustand 1977 enthalten. Der Plan zeigt sämtliche Hauptsignale im Bezirk "Hmf" als Lichtsignale. Q1 war das Ausfahrsignal aus Gleis 1 (Stumpfgleis), von wo man nur Richtung Spiegelsberge-Blankenburg ausfahren konnte. Also durchaus im Bereich der alten HBE-Anlagen. Beachtenswert auch die Rautentafel - die sieht man an Lichtsiganlen eher selten.
Die anderen Signale ware die Zwischen- bzw. Ausfahrsignale L, M, N, O und Q1 sowie Ausfahrsignal Q43/44, das Zwischensignal P aus Richtung Wegeleben und das Einfahrsignal R von Spiegelsberge. Urig, aber auch z B in Aschersleben vorhanden war die Mischung aus Lichthauptsignalen und Formsperrsignalen.
Einerseits wurde, soweit mir bekannt, Stellwerk "Hmf" nach Kriegszerstörung oder als eine der ersten Maßnahmen im Chemieprogramm neu aufgebaut und könnte in diesem Zusammenhang gleich Lichtsignale erhalten haben. Zu HBE-Zeiten soll es keine Fahrstraße aus den Gleisen 2-5 von/nach Blankenburg gegeben haben, weil die HBE alle Güterzüge in ihrem Bahnhofsteil neu zusammenstellte.
Andererseits legte der Gleisplan die Verwendung von Hl-Signalen nahe: Bei Fahrten nach Spiegelsberge waren sie Ausfahrsignale und brauchen keine Vorsignalinformation zu zeigen, bei Fahrt nach Wegeleben waren sie Zwischensignale und hatten das nächste Zwischensignal U2 anzukündigen. Q1 wäre dann der Einheitlichkeit wegen als Lichtsignal auszuführen gewesen. Mit Formsignalen hätte sich das nicht erreichen lassen, man hätte ein Formvorsignal Vu2 hinter der Fahrwegtrennung im verkürzten Bremsweg aufstellen müssen, damit die Züge nach Spiegelsberge kein Vf0 sehen mußten.
Als ich Halberstadt kennen lernte, standen dort überall reguläre Hl-Signale; nur im Bezirk "Hw" unter der Straßenbrücke waren bis zur Einschaltung des ESTW Formsignale vorhanden. Heute ist das Gelände weitgehend beräumt und sieht etwas unwirklich aus. Dieser Unwirklichkeit setzt man nun durch Restaurierung des EG die Krone auf.
Grüße,
Martin Balser
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:07:11:01:24:56.