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Am Hausbahnsteig von München Süd (1988, 3 B)

geschrieben von: Djosh

Datum: 30.05.09 19:26

[Beitrag überarbeitet, 10.08.14]

Hallo zusammen,

hier hab ich mal paar Bilder vom Münchner Südbahnhof ausgegraben. Den Bahnhof kannte ich lange nur vom Zugfenster aus, wenn man auf Ausflüge Richtung Rosenheim fuhr. Da schon seit Anfang der 80er Jahre nur noch wenige Züge dort hielten, hatte der Bahnhof eine magische Anziehungskraft auf mich. Anscheinend rentierte sich der Bahnhof wegen der 1978 eröffneten U-Bahnstation Poccistraße nicht mehr. Naja. Als ich dann 1988 endlich mit dem Fotoapparat dort von außen hin kam, hielten schon seit 3 Jahren überhaupt keine Reisezüge mehr. Aber es sah wenigstens noch richtig nach Bahnhof aus:

http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/MuenchenRest/MuenchenRestData/Muenchen%20Sued%201.jpg

1.) Der Blick Richtung Hauptbahnhof. Auf einem der zahlreichen Gütergleise wartet eine 151 auf die Ausfahrt. Der Bahnsteig hatte noch sein altes Dach, die Unterführung war noch vorhanden, allerdings ohne Stationsschild und mit einem Gitter versperrt. Kurze Zeit darauf wurde das Bahnsteigdach abgetragen. Die Säulen des Bahnsteigdachs haben jedoch überlebt. Sie kamen 1989 nach Ratingen Ost (!) wo sie fortan ein formgleiches Dach stützten. Als 2012 in Ratingen Ost die Bahnsteige erhöht wurden, wurde auch das Dach erneuert, und die Säulen restauriert. Sie erfüllen also bis heute (2014) ihren Zweck, nur ein paar 100 km weiter nordwestlich ;-) -> [www.ostbahn.org]



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/MuenchenRest/MuenchenRestData/Muenchen%20Sued%202.jpg

2.) Mit mehr als 10 Minuten Verspätung eilt 1044.021 dem Hauptbahnhof entgegen. Planmäßige Ankunft wäre um 14:34 gewesen. Der EC 10 hatte um 6:50 Mailand verlassen.
1988 war der Personenbahnhof München Süd längst aufgelassen. 1985 hielten zuletzt Reisezüge, vornehmlich Eil- und Nahverkehrszüge der Mühldorfer und Rosenheimer Strecke, aber keine höherwertigen Züge mehr. Die weitaus größere Rolle spielte der Bahnhof stehts im Güterverkehr. Nördlich schloss sich der Schlacht- und Viehhof an, südlich die Großmarkthalle. Während die Ladegleise des sogenannten "Lebensmittel-Bahnhofs" direkt vom Güterteil des Bahnhofs erreichbar sind, war das Anschlussgleis zum Schlacht- und Viehhof nur mittels Sägefahrt über eine Spitzkehre zu erreichen (in Betrieb bis 1981). Das dadurch notwendige Ausziehgleis führte als drittes Gleis auf der Braunauer Eisenbahnbrücke über die Isar. Dieser Teil der Brücke existiert bis heute und ist an der alten Kastenkonstrukion nördlich der Streckengleise zu erkennen.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/MuenchenRest/MuenchenRestData/Muenchen%20Sued%203.jpg

3.) Zuletzt noch ein Bild von 2004 von der Straßenseite aus gesehen, mit dem großzügigen Vorplatz. Der Abriss des Empfangsgebäudes stand unmittelbar bevor und wieder war ein Stück Eisenbahn in München Geschichte.


Viele Grüße,
Georg

https://doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg





4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:08:10:10:14:50.

Re: Am Hausbahnsteig von München Süd (1988, 3 B)

geschrieben von: A-S-E

Datum: 31.05.09 09:28

Schöne Fotos, danke. Jetzt weiß ich, wie das damals aussah. Gruß A-S-E

Münchens verkorkste Verkehrspolitik

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 31.05.09 12:08

Hallo Georg,

schön, dass Du an den Bahnhof erinnerst!

> Anscheinend rentierte sich der Bahnhof wegen der 1978 eröffneten U-Bahnstation Poccistraße nicht mehr.
Jein. Spätestens 1975 ging das Fahrgastaufkommen stark zurück. Grund war der Rauswurf der Trambahn aus der Lindwurmstrasse, weil nun jede Verknüpfung fehlte. Dank der städtischen Planungs-Penner wurde die U-Bahnhaltestelle Poccistraße erst nachträglich eingerichtet. Da hatten sich die Umsteigebeziehungen aber längst auf München-Ost oder München Hbf verlagert.

Erst seit einigen Jahren sind bestimmte politische Gruppen am Bohren, in dem Bereich wieder eine Umsteigemöglichkeit Bahn / U-Bahn einzurichten.
Nun müsste aber die Haltestelle der Bahn wenigstens mit einem Ende die U-Bahn treffen, um "barrierefreies" Umsteigen zu ermöglichen.
Diese läge kurz vor der Unterführung der Lindwurmstrasse, also an der absoluten Engstelle. Bekannt sind Planungen, eine separate Trasse zu bauen (in etwa Westend - Ostbahnhof), die das ermöglicht. Allerdings zeigen die Planungen auch, dass dies nicht ohne aufwändige Überwerfungsbauwerke ausgeht und spätestens mit der Isarüberquerung und der Giesinger Dammkurve wird´s lustig.
Nächster Knatschpunkt ist der Einschnitt in Höhe Nockherberg.
Auf der stadtzugewandten Seite liegt die bekannte Brauerei, auf der anderen der Ostfriedhof. Wen verrutschen wir da?
Dass die Brauerei auf 20 Meter Breite Betriebsgelände verzichten kann, halte ich für unmöglich. Und drüberhalb? Eine Verlegung der ewig Ruhenden? Wer das auf´s Tapet bringt, handelt nicht nur mit´m 16er-Beni Probleme ein...

Münchner Verkehrtpolitik, es bleibt spannend!
Stellt leicht grinsend fest...
der Isartalbahner


PS: die Bahnhofsuhr werkte bis Anfang 1995 einwandfrei. Dann wurde sie von der Privatbahn zur Kostenersparnis abgebaut, no comment...
Der Zug mit dem Staubsauger war der locker verspätete EC 10 Leonardo da Vinci, sollte 14:34 am Hauptbahnhof aufschlagen. Trotz 19 Minuten Aufenthalts in Rosenheim muss der saupät von den Spaghettiniern übergeben worden sein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:05:31:14:48:13.

Re: Münchens verkorkste Verkehrspolitik

geschrieben von: spock5407

Datum: 31.05.09 20:23

Die Bedeutung wäre auch zurückgegangen, wenn der U-Bf bei Eröffnung gleich da gewesen wäre. Aus Ri Osten zur Innenstadt
wäre man auch dann am Ostbf zur S-Bahn umgestiegen. Und vom Hbf/Holzkircher Flügelbf wäre kaum jemand bis München Süd gefahren.

München Süd/Poccistr. wird als Umsteigepunkt nur bei einem S-Bahn-Südring wieder interessanter.
Welch Monster von einem Oberleitungsmast. So etwas mit den diagonal abgewinkelten Stützen habe ich noch nie gesehen.
Sein Partner 60 Meter weiter Richtung Hauptbahnhof hat solch einen "Fuß" nicht aufzuweisen.
Weiß jemand um die Besonderheit dieser Konstruktion?

Freundliche Grüße
Zugleitung, Schmitz

Das Monster, warum...

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 01.06.09 10:25

Servus Zugleiter,

das QTW an dem Mast überspannt, neben dem Durchfahrgleis der Gegenrichtung, auch heute noch 12 Gütergleise, da braucht´s schon ein dickes Füsschen. Alle anderen Mastabstände im Güterteil überspannen eine geringere Gleisanzahl.
Der Turmmast im zweiten Bild (mit dem Staubsauger) wanderte irgendwann auf den Restbestand des Mittenbahnsteigs, ich vermute mal zeitlich dann, als der Mittenbahnsteig abgebaut wurde. Die ganze Chose lässt sich auf google-maps gut erkennen.

Schöne Grüsse
Isartalbahner

Re: Das Monster, warum...

geschrieben von: Güterbahn

Datum: 01.06.09 14:25

Hallo,

bei dem Mast vermute ich eher, dass es an dem darunter liegenden Bahnsteigtunnel liegt.
Da der Mast auf dem Tunnel nicht befestigt werden kann, muß er also seitlich gegründet werden und die Tunneldecke mit der seltsamen Konstruktion überbrückt werden.

Gruß
Burkhard

http://666kb.com/i/caawvg6rgczjek5ec.jpg

Der Bahnsteigtunnel als Grund

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 02.06.09 14:25

Hallo Burkhard,

ja, das ist nicht von der Hand zu weisen!

Gruss
Isartalbahner