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Strab Hannover, "Ganzreklame" in den 50ern (m13B.)

geschrieben von: H2U

Datum: 05.01.09 13:01

Moin, liebe DSO-Gemeinde,

ich wünsche euch ein frohes sowie persönlich, gesundheitlich und "hobbytechnisch" gutes neues Jahr. Für mich hat 2009 mit der überfälligen Anschaffung eines Scanners begonnen, was bedeutet, dass ich euch gelegentlich mit Bildbeiträgen heimsuchen werde. Hier zum Auftakt mein zweiter von allen:

1969 wurde in Hannover die Ganzreklame (damals "Popwerbung") auf Straßenbahnwagen des Personenverkehrs "erfunden". Es ist eine Errungenschaft, auf die ich (als gebürtiger und bekennender Hannoveraner) eher wenig stolz bin -- nicht aus Prinzip, sondern weil sich die Masche mittlerweile zu einer Pandemie ausgewachsen hat, die zuweilen bizarre Blüten treibt.

Ganzreklame gab es aber auch schon früher. Nur kleisterte man damals den Beförderungsfällen noch keine Rasterfolie ins Blickfeld, sondern schickte Altfahrzeuge, die bereits aus dem Plandienst ausgeschieden waren, sowie ggf. Güter- und Arbeitswagen als rollende Litfaßsäulen auf die Strecke. Dazu erhielten die Vehikel meist eine großflächige Plattenverschalung oder textile Verkleidung, die mit den gewünschten Motiven verziert war. In den 30er- und 40er-Jahren wurden solche Wagen gerne für Nazi-Propaganda missbraucht. Schon wenige Jahre nach Kriegsende waren indes Fröhlichkeit und Konsum verordnet. Beide verbindet das erste Bild, ein Zug mit Werbung für einen Schnaps, der damals aus keiner echten Familienfeier wegzudenken war. Mittlerweile ist dieser "Verteiler" ein wenig aus der Mode gekommen. Die Garnitur steht vermutlich auf dem Btf. Döhren (ich bin aber nicht sicher):

http://www.abload.de/img/doornkaatjpqg.jpg

Vom Branntwein zum Weinbrand: Familienfeiern und sonstige Parties kannten seinerzeit zwei Fraktionen. Wer einen "Klaren" verschmähte, bevorzugte meist einen "Braunen". Zum Beispiel jenen, der hier als "wohltuend", "weich" und "vollblumig" angepriesen wird. Auch er kam später aus der Mode, wird aber aktuell wieder offensiv im Fernsehen beworben, z.B. als Basis für absonderliche Mixgetränke (die ich mir nicht freiwillig reinziehen würde). Im Falle der beiden folgenden Fotos bin ich mir bezüglich des Standortes Döhren etwas sicherer:

http://www.abload.de/img/chantrvos4.jpg

http://www.abload.de/img/chantr2etci.jpg

Wer abends ein paar braune Brände zu viel hatte, braucht am nächsten Morgen ein starkes, ebenfalls braunes Brühgetränk, um wieder auf die Beine zu kommen. In der Wagenhalle Döhren (100%ig sicher) wartet ein Zug, der für den damals wie heute unangefochtenen Kaffee-Marktführer wirbt, auf seine nächste Tour durchs Netz:

http://www.abload.de/img/jacobsjvq0.jpg

Apropos "Brühe" und "braun": Während Kaffee den ganzen Menschen fit macht, peppt eine andere dunkle Essenz zumindest Suppen auf. Die berühmte Würzmischung bemühte in den 50ern einen Suppenkasper -- pardon, wollte sagen: ein niedliches Maskottchen -- als Werbefigur. Den Fridolin nämlich, der gerne mal Deutschlands Städte bereiste, um den dort ansässigen braven Hausfrauen die Magie des korrekten Suppenwürzens nahezubringen. In welcher Stadt er hier unterwegs ist, weiß ich nicht. Hannover ist es definitiv nicht (dagegen spricht die Trichterkupplung), aber dieser Irrläufer passt so gut in die Reihe, dass ich ihn mitnehmen musste (sachdienliche Hinweise auf die Örtlichkeit werden dankend entgegengenommen):

http://www.abload.de/img/maggifcue.jpg

Was ist, wenn mal eine dunkle Flüssigkeit danebengeht und das Tischtuch verunziert? Dann ist Vertrauen in den "waschechten Fortschritt" gefragt. Vielleicht lässt sich das Malheur ja tatsächlich ohne "Einweichen", "Kochen" und "Reiben" beseitigen. Eigentümlich: Für die "Waschmaschine aus der Tüte" wirbt ein Gebilde in unförmiger Kartongestalt. Das antike Fahrgestell des Tw deutet auf sein Baujahr kurz nach 1900 hin. Der Zug steht ausfahrbereit auf dem Btf. Döhren:

http://www.abload.de/img/valan5tlf.jpg

Die übermächtige, noch heute führende Konkurrenz setzte nicht auf den schlichten Charme des Eckigen. Den Abschluss der Reihe mit Werbewagen bildet ein Foto, das aus zwei Gründen mein persönlicher Favorit ist: Erstens ist der Bw (entweder eine Arbeitslore oder ein ehemaliges Personenwagen-Fahrgestell) fast so liebevoll gestaltet wie ein Umzugs-Festwagen, zweitens handelt es sich endlich mal um ein Bild aus freier Wildbahn, aufgenommen am Steintor, Blick- und Fahrtrichtung Goseriede:

http://www.abload.de/img/wippumqg.jpg

Zugabe 1:
Das Kerngeschäft der Üstra, die Personenbeförderung, sei nicht vergessen. Deshalb füge ich noch drei Bilder von Triebwagen an, die für die hannoversche Strab besonders charakteristisch waren. Den Auftakt macht Holz-Tw 65, aufgenommen vermutlich auf Glocksee. Dieser Grundtyp kristallisierte sich um 1913 als Hannoveraner Standardbauart heraus und wurde bis 1927 in diversen, immer wieder modernisierten Auflagen beschafft. Hersteller waren vorrangig Nordwaggon Bremen und die HAWA in der Heimatstadt. Erst 1965 wurden die letzten Holzwagen ausgemustert. Tw 129 ist bei der Üstra als betriebsfähiger Museumswagen erhalten. Zugegeben: Mit Flankenwerbung, Plattformtafeln (immerhin für denselben Kunden) und Dachreklame sieht Tw 65 eigentlich auch nicht besser aus als eine gut gemachte Vollwerbung:

http://www.abload.de/img/hawaholzzen9.jpg

Es folgt ein HAWA-Stahlwagen der berühmten Serie 171 - 220 (Bj. 1928 - 1930). Die Nummer ist nicht erkennbar, aber Experten müssten die Reihe der Kandidaten eingrenzen können. Die leichte Fahrgestellbauart mit gewichtsparenden Durchbrüchen im Seitenrahmen war für diese Bauart nämlich nicht typisch, sondern eine seltene Ausnahme. Der Wagen wirbt für jene Firma, die in Hannover von 1907 bis 1994 für die Verkehrsmittelwerbung zuständig war. (Der oben erwähnte HTw 129 trägt übrigens heutzutage eine sehr ähnliche, historisierende Reklame für dieses Unternehmen.) Warum der Stahl-Tw -- vermutlich anno 1947 -- mit nur einem Seitenblinker posiert (der rechte im Bild fehlt), fragt man sich besorgt:

http://www.abload.de/img/hawastahl8fkt.jpg

Zum Aufnahmezeitpunkt noch so gut wie fast fabrikneu ist Düwag-Großraum-Tw 310 (Bj. 1953). Seine Werbung erinnert an eine Zeit, in der Raucher noch keine asozialen Kleinkriminellen, sondern honorige Säulen der Gesellschaft waren. Die Reklame passt irgendwie gut zum Fahrzeug. Nicht umsonst hießen die Bremer Großraumwagen im Volksmund "Zigarren". Der Aufnahmestandort ist mir unklar. Linie 1 Laatzen <> Limmer dürfte sowohl in Döhren als auch in Glocksee beheimatet gewesen sein:

http://www.abload.de/img/grtw310qoab.jpg

Zugabe 2:
Zum Abschluss drei für die 50er typische Büssing-Busse. Der erste ist sogar reklamefrei und trägt stolz das damalige Üstra-Wappen spazieren. Über die Schauplätze kann ich nichts sagen -- beim ersten Bild tippe ich auf Vahrenwald, List oder Südstadt -- über die Bustypen auch nichts. Aber dafür gibt's im HiFo ja einen gewissen Herrn K., der uns sicher gerne mit Details aushilft, sofern er mitliest:

http://www.abload.de/img/bus1qqhz.jpg

http://www.abload.de/img/bus2cmn0.jpg

http://www.abload.de/img/bus34vli.jpg

Bis auf das höchstwahrscheinlich etwas ältere Foto des Stahl-Tw stammen die Bilder m.W. alle aus den frühen 50ern, denn die Busse haben noch alte Kennzeichen, die Zweiachs-Tw keine Schienenbremsen.

Hinweis:
Alle hier gezeigten Bilder befinden sich seit über 40 Jahren als Originalabzüge in meinem Privatarchiv. Ich habe die Serie damals geschenkt bekommen und erst kürzlich beim Aufräumen wieder entdeckt. Über den Ursprung der Fotos ist mir leider nichts bekannt. Sollte also jemand wider Erwarten durch diese Veröffentlichung seine Rechte verletzt sehen, so bitte ich um eine entsprechende Reaktion. Ich werde sie in dem Fall umgehend vom Server löschen.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von [www.abload.de]. Der Autor dankt!

Grüße aus HH,

Helmut



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:05:16:20:08.

Re: Strab Hannover, "Ganzreklame" in den 50ern (m13B.)

geschrieben von: Rolf_311

Datum: 05.01.09 13:30

Ach wie kurios!
Tolle Zeit-Dokumente.
Danke fürs zeigen!

HILFE - wo ist mein herztropfen-großpaket?

geschrieben von: 6001

Datum: 05.01.09 14:12

moin helmut,
dass du mich (uns) zu beginn des neuen jahres gleich so erschrecken musst ;-)

bevor ich mir deinen beitrag später ganz in ruhe zu hause an unserem neuen pc vornehme vorab dieses:
dass sind ja hammerharte bilder, die du uns da präsentierst - nie gesehenes material! ganz große klasse. allerherzlichetsn dank.

ein hoch auf den weihnachtsmann, der dir den scanner beschert hat!
ich bin gespannt, was DU uns dann noch so bescheren wirst ...

herzliche grüße von H nach HH:
AKo

gruß andreas alias http://abload.de/img/6001bqeqqd.jpg

Re: Strab Hannover, "Ganzreklame" in den 50ern

geschrieben von: 118 640 - 2

Datum: 05.01.09 14:40

Bild 7 am Steintor ist fantastisch, das Stellwerk gibt es zwar nicht mehr, aber in dem Haus dahinter ist heute noch Firma Vorwerk und das Berufsbekleidungshaus Christoph und Oschmann zu finden, und rechts davon im Anzeiger Hochhaus ist die Hannoversche Allgemeine Zeitung auch wieder drin.

Der Abzweig wo der Tw Linie 3 vom Klagesmarkt herkommt, existiert inzwischen nicht mehr. Dort fuhr in den 90 er Jahren noch die Linie 16, zuletzt auch mit Oldtimer Straßenbahnen, Klagesmarkt - Kleefeld/Nackenberg.


Gruß, Olaf

Hallo Helmut!
Vielen Dank für diese Zeitzeugen, die ich so leider nicht mehr in Erinnerung habe.Aber - zu den Busbildern bin ich mir fast sicher das Bild 1 (Zugabe 2)am Jahnplatz in Vahrenwald enstanden ist.Blick vom Platz in die Guts-Muths-Str. Ecke Auf dem Dorn (das hohe Haus).Der Jahnplatz war zu
meiner Kinderzeit Endstelle der Ringlinie 21und der Linie 22.
mfG
seit vielen Jahren aus dem Cellerland
Hajo
hallo helmut,

ich bin ganz sprachlos angesichts dieser bilderflut mit (mir) bislang unbekannten motiven. ich freue mich schon sehr auf weitere beiträge, die deinem neuen scanner entspringen werden!

zum aufnahmeort des ersten bus-bildes meine ich den de-häen-platz in der list erkennen zu können. ganz sicher bin ich mir aber nicht.

gruß,
felix

sehr interessante Aufnahmen, ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 05.01.09 15:39

die Variante des Reklame-Tw am Steintor kannte ich noch nicht. Zu den letzten drei Fotos:

1) Nummer nicht lesbar, jedenfalls ein Büssing 6000 T von 1954, Aufbau von Graaff oder Emmelmann
2) Büssing 6000 T von 1953 mit Emmelmann-Aufbau
3) dito

Re: sehr interessante Aufnahmen, ...

geschrieben von: H2U

Datum: 05.01.09 16:55

ludger K schrieb:

> 1) Nummer nicht lesbar, jedenfalls ein Büssing 6000 T von 1954, Aufbau von Graaff oder Emmelmann

Ich habe es mal mit extremer Vergrößerung und Überschärfung meiner Ur-Datei versucht und tippe auf 146 oder 148. 14 für die ersten beiden Stellen stimmt auf jeden Fall.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:05:17:19:32.

Re: sehr interessante Aufnahmen, ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 05.01.09 17:23

Daß es eine Nummer 14? ist, konnte ich dem Bild gerade noch entnehmen. Die Nr. 148 hatte keinen Heckeinstieg und war kürzer, Nr. 146 (mit Gaubschat-Aufbau) kann ich nicht beurteilen, da mir kein Bild vorliegt, doch anhand der Türanordnung ist es eindeutig ein Büssing/Graaff aus der Serie 135-145 von 1954 mit 12 m Länge. Die Büssing/Graaff-Serie 127-134 von 1954 hatte einen schmaleren Mitteleinstieg.

Re: Strab Hannover, "Ganzreklame" in den 50ern (m13B.)

geschrieben von: joh

Datum: 05.01.09 18:41

Hallo Helmut,
das Bild der Straßenbahn, die Du nicht zuordnen konntest, ist in Frankfurt a. M. aufgenommen und zeigt einen A- oder B-Wagen, was die Plattformverglasung mit der Lamellen-Lüftungs-Stirnscheibe verrät. Andere typisch Frankfurter Merkmale sind die gerade so über die Reklameverkleidung lunzenden Dachlaternen, die Halterung für die Ziel- und Linienschilder und natürlich der "kleine (aber trotzdem anscheinend recht schwere) BBC-Stromabnehmer" mit der Frankfurt-typischen Wippenform. Was mich etwas erstaunt, ist die konzentrierte Anordnung der Bremswiderstände nur auf einer Dachhälfte. Das war nicht der Standard. Im Michelke-Buch nachgeschaut, habe ich noch ein weiteres Beispiel gefunden: B-Wagen 329, auch mit Reklameverkleidung versehen, welche aber völlig anders (etwas rustikaler) geformt ist. Es ist also möglich, aber keineswegs sicher, dass auf Deinem Bild ebenfalls Tw 329 zu sehen ist.
Gruß
Johannes

fantastische Heimsuchung!

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 05.01.09 18:46

Ein sehr, sehr sehenswerter Beitrag in Bild und (gerade auch!) Wort. Ich freue mich schon auf Weiteres

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Re: Der Leser dankt!

geschrieben von: 711/1047/1050

Datum: 05.01.09 21:14

Einfach wunderbar!!!
Auch die Emmelmannbusse und der "Elzer" Bus

Dank und Gruss

Burkhardt

Frage zu dem 'Wipp-Bild':

geschrieben von: mb

Datum: 05.01.09 21:21

Was mag das für ein sonderbarer kleiner Turm am linken Bildrand sein?

Danke für den interessanten Beitrag!

das ist ein Üstra-Stellwerk, ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 05.01.09 21:36

gab's auch am Aegi (ab 1952) und an der Schillerstraße. Am Kröpcke hatte die Polizei einen solchen Turm.

Re: Der Leser dankt!

geschrieben von: 711/1047/1050

Datum: 05.01.09 21:38

Hallo!

Ich meine die erste Serie mit der schmalen Falttür in der Mitte - bei den "Elzer" Bussen - ging bis 136. 137 bis 145 hatten dann eine breite Tür in der Mitte, wie auch 155(156?) bis 160. So meine Erinnerung. Das ist lange her. Ich lasse mich gern belehren. Es gab aber auch noch 107 und 116 aus Elze.

Gruß Burkhardt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:05:21:40:50.

... und der Autor freut sich ;-)

geschrieben von: H2U

Datum: 07.01.09 11:14

Herzlichen Dank für die tollen, ermutigenden Reaktionen auf meinen zweiten DSO-Bildbeitrag! Vielen Dank ferner für die wertvollen Zusatzinformationen, im Einzelnen:

@H.-J.Meyer und Stahlwagen:

Jahnplatz wäre auch meine erste Wahl gewesen, De-Haen-Platz (die beiden Tüttelchen gehören übrigens aufs "e" - aber wie kriegt man sie dorthin??) die zweite. Ich hatte aber nicht den Mut, so konkret zu werden ;-)

Mittlerweile tendiere ich noch stärker zum Jahnplatz, denn der Büssing/Graaff führt das Liniensignal "R" wie "Ringlinie", und das passt doch bestens zu Hajos Vermutung. Übrigens habe ich in der benachbarten Philipsbornstraße, ungefähr zum Zeitpunkt der Aufnahmen, mein erstes Lebensjahr verbracht -- keine wirklich perfekte Voraussetzung für Detailerinnerungen ;-)

@ludger K:

Fein, die erbetene Nachhilfe in Sachen Büssing kam prompt und kompetent. Omnibusse sind nicht wirklich mein Gebiet, da müssen Fachleute einspringen. Ich gestehe auch (ungern, aber wahrheitsgemäß), dass ich das entsprechende Kapitel im "großen Moch/Kenning" bislang nur quergelesen habe (zum Ausgleich alle anderen komplett und mehrfach).

@joh:

Jetzt, wo Du's sagst, fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren. Eindeutig Ffm Typ A oder B. Ohne Unterstützung hätte ich das Vehikel unter der Fridolin-Verkleidung aber niemals korrekt identifiziert.

In diesem Zusammenhang ein paar Gedanken zu den Hannoveraner Veteranen unter den Sperrholzhüllen:
Wenn man sich die Bilder ansieht, stellt man schnell fest, dass der Scheinwerfer meist deutlich weiter hinten liegt als die Fahrerplatzfenster. Also handelt es sich fast durchweg um Uralt-Tw, die noch mit offenen Plattformen geliefert wurden und erst später Frontverglasung erhielten, die wegen der Lage der Fahrkurbel mit „Balkon-Architektur“ gebaut werden musste. Im Falle des „Valan“-Monstrums bin ich mir ziemlich sicher, dass ein Tw aus der großen van-der-Zypen-Serie von 1899 bis 1903 darunter steckt, aus der heute noch Wagen 130 (mehr oder weniger) erhalten ist. Oder – aber weniger wahrscheinlich – einer der etwa gleichzeitig gebauten, überschweren Schlepp-Tw, von denen einige zu Güterzugloks (sog. "Bockmaschinen") umgebaut wurden.

Grüße aus HH,

Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:07:11:17:06.

Re: ... und der Autor freut sich ;-)

geschrieben von: Otwf (K)

Datum: 07.01.09 16:04

Zitat: Der Aufnahmestandort ist mir unklar. Linie 1 Laatzen <> Limmer dürfte sowohl in Döhren als auch in Glocksee beheimatet gewesen sein:

Also Döhren dürfte es nicht sein, die rechts auf dem Bild zu sehende Altbausubstanz gibt es dort nicht! Die Neubauten gegenüber vom alten Bf (heute Timon Carree) haben nur 4 Stockwerke.

Auch bei dem 2. Bild passt nach meiner Meinung die Hintergrundbebauung nicht nach Döhren.
In Döhren gab es zu der Zeit Bebauung nur an der Hildesheimer Straße (Wohnhäuser) in Richtung Stadtmitte nur auf der linken Straßenseite.
An der Peiner Straße gab es in Bf Höhe keine Bebauung und rechts neben dem Bf gab es nur das Schulgebäude der damaligen Kardinal Bernward Schule. Diese Schule ist auf dem 6. Bild rechts im Hintergrund unscharf zu sehen.

@ H2U

Ich schenke Dir ein ë für den "de Haën",
zu finden u.a. unter Sonderzeichen in "open office", dort kopieren und hier einfügen :-)



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:07:16:32:56.

Re: Standortbestimmungen :-)

geschrieben von: H2U

Datum: 07.01.09 16:48

Otwf (K) schrieb

(zu Bild 10 [Großraum-Tw]):
> Also Döhren dürfte es nicht sein, die rechts auf dem Bild zu sehende Altbausubstanz gibt es dort nicht!
> Die Neubauten gegenüber vom alten Bf (heute Timon Carree) haben nur 4 Stockwerke.

Sehe ich (Ur-Döhrener) auch so.

> Auch bei dem 2. Bild passt nach meiner Meinung die Hintergrundbebauung nicht nach Döhren.

Ich habe auch ein kleines Problem damit, würde mich aber nicht festlegen.

> In Döhren gab es zu der Zeit Bebauung nur an der Hildesheimer Straße (Wohnhäuser)
> in Richtung Stadtmitte nur auf der linken Straßenseite.

Stimmt. Falls der Weinbrand-Werbezug aber aus Richtung Wagenhalle in Richtung Straßenkreuzung/Btf.-Einfahrt fotografiert wurde, würde man im Hintergrund eben genau diese Altbausubstanz sehen, in diesem Fall das Eckhaus Hildesheimer Str./Abelmannstr. mit der Gaststätte im Erdgeschoss. Der Eisengitterzaun, der auf Bild 3 gerade noch soeben links neben dem Tw zu sehen ist, sieht mir jedenfalls schwer nach Döhren aus. Und Bebauung gibt's jenseits des Gitters entlang der Peiner Str. auch noch nicht, das würde passen.

> [...] Kardinal Bernward Schule. Diese Schule ist auf dem 6. Bild rechts im Hintergrund unscharf zu sehen.

Na, na! ;-)) Kardinal-Bertram-Schule! Darauf lege ich gewissen Wert, denn dort habe ich meine vier Grundschuljahre verbracht ...

> Ich schenke dir ein ë für den "de Haën",
> zu finden u.a. unter Sonderzeichen in "open office", dort kopieren und hier einfügen :-)

Wertvoller Tipp, danke!

Grüße aus HH,

Helmut

Re: Standortbestimmungen :-)

geschrieben von: Otwf (K)

Datum: 08.01.09 22:15

Ber TRAM = Ist in diesem Zusammenhang fast logisch :-)
So sorry, Denkfehler, körpereigenes Windows hat zugeschlagen!

Ich meine, die Dachsilhouette an der Hildesheimer Straße (Haus Pulverturm) war auch damals schon durchgehend in einer Höhe, Bombenschäden aus dem 2.Weltkrieg gab es dort nicht, was eventuell eine Unterbrechung erklären würde. Andererseits könnte rechts vor der Bahn der Kirchturm der St. Bernward-Kirche zu sehen sein. Der ist aber ziemlich weit entfernt und wirkt auf dem Bild relativ nah: Kopfkratzen ist bei mir angesagt.
Die laublosen Bäume könnten natürlich die Kastanien sein, die damals auch heute noch bis fast zur Kreuzung stehen. Könnte also doch Döhren sein.

Gruß von einem alten Döhrener



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:08:22:55:03.

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