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 04 - Historische Bahn 

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Hallo zusammen,

das folgende Bild ist wieder einmal ein Foto aus der via ebay aufgelösten Sammlung des verstorbenen Eisenbahnfotografen Hans-Georg Geyer. Es zeigt eine pr. T9.3, die sich irgendwo mit einer Reihe Güterwagen beschäftigt. Das Original ist ein Dia (wobei ich nicht ausschließen kann, daß es sich nur um ein altes Duplikat handelt).

Leider gibts keine Infos zum Bild, eigene Recherchen brachten auch keinen Erfolg. Die Angabe aus der Auktion, dass das Bild in Ostdeutschland aufgenommen wurde, scheint mir angesichts der G-Wagen unwahrscheinlich. Tendenziell würde ich den Aufnahmeort in Norddeutschland vermuten, zumal ja auch einige Privatbahnen von der DB ehem. 91.3 erworben haben.

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/45/541445/6364333263376631.jpg

Leider läßt sich auch die Führerhausbeschriftung nicht wirklich entziffern (die Aufnahme ist ziemlich unscharf), erkennbar ist lediglich die große "1", Vielleicht verrät aber die Art, wie sie ausgeführt ist, etwas über die Bahngesellschaft.

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/45/541445/6231343561643736.jpg

Läßt sich das Geheimnis um dieses Bild lüften? Ich hoffe auf Eure Hilfe!

EDIT: Aufgrund der neuen Erkenntnisse und um bessere Bildvergleiche zu ermöglichen, habe ich hier noch eine vergrößerte Version des Bildes eingestellt und den Betreff geändert.

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/45/541445/3536613963636637.jpg

Gruß Rolf





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:05:19:19:11:53.
Guck mal auf den Titel dieses Buches über die Erfurter Industriebahn [www.verkehrswesen-antiquariat.de]: die rechts abgebildete Lok trägt auch nur 1e Lampe und die Glocke vor dem Schlot.


Ist zugegebenermaßen nur wild geraten, aber wer weiß?

EIB-Titel.jpg






freundliche Grüße


Walter


(Edit: Stimmt, Stefan!)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:11:30:17:30:23.

Norddeutschland und Pilzlampen, geht zusammen!

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 30.11.08 17:17

Hallo Walter,
auch Mecklenburg ist Norddeutschland;-)
Gefühlsmäßig würde ich auf Grund der Wagen und der Lampen auch auf DDR tippen.
Viele Grüße
Stefan

Eher eine T11

geschrieben von: Harald Dinges

Datum: 30.11.08 17:47

Hallo!
Ich würde sagen, dass es sich bei der Lok um keine T9.3, sondern um eine T11 (spätere Baureihe 74.0) handelt. Somit wäre die Erfurter Industriebahn als Aufnahmeort ein ganz heißer Kandidat.

Gruß
Harald
Bist du dir mit T9.3 bei der Lok sicher?

Ich würde eher sagen, daß es eine T11 ist.

Oh, da war jemand schneller...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:11:30:17:59:54.

Hydrierwerk Rodleben?

geschrieben von: Volker

Datum: 30.11.08 18:24

Da würden zumindest Kesselwagen und Pilzlampen hinpassen, und ich meine, mal irgendo gelesen zu haben, dass die auch eine T 9.3 hatten.

Gruß,Volker

Industriebahn Erfurt Ost, Lok 1, Bildquelle

geschrieben von: Michael P

Datum: 30.11.08 19:21

Hallo,

Ein Bild der Lok 1 III der Industriebahn Erfurt Ost findet sich im EK-Buch über die BR 74, Seite 383 unten.

Die Position der Glocke passt, die Beschriftungen/Schilder am Wasserkasten und Führerhaus kommen nicht ganz hin, aber das Bild ist auch von 1972, also eine ganze Ecke später entstanden. Die Beleuchtung wurde wohl auch modernisiert.
Aber immerhin, das könnte sie sein.

Dann ist da, abweichend vom Rätselbild, eine abweichende Bauausführung seitlich, wo eine Rohrleitung Richtung Zylinder geht und ein Kasten (Überhitzerautomat?) sitzt, den es 1972 an Lok 1 nicht gibt.

Das EK-Buch sagt weiter: Union 1908/1613, ex 74 240, zuletzt Bw Erfurt G, ab März 1964 bei der Industriebahn (bis Juni 1973).

Unser Rätselbild ist übrigens ein Super-Foto!
Beste Grüße,
Michael P.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:11:30:19:28:55.

Ich bin mir mit gar nichts sicher ...

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 30.11.08 19:24

... weder Ost - West, und eine T11 kann es natürlich sein, wobei wir dann doch wieder im Osten wären, denn im Westen dürfte es nach 1950 kaum noch welche gegeben haben(?). Da ich weder die eine noch die andere Baureihe je gesehen habe, und die Preußischen Normalien hier doch ein recht ähnliches Äußeres zur Folge hatten, ist genau genommen auch die Baureihe nur eine Vermutung.

Gruß Rolf

Re: Ich tippe auf GME Lok 5

geschrieben von: TN-Fahrer

Datum: 30.11.08 20:37

... Georgsmarienhütter Eisenbahn, wobei die Umgebung nicht wirklich dazu passt. Aber vielleicht war sie ja mal bei der Papierfabrik Kämmerer in Osnabrück zur Ausleihe. Das käme schon eher hin. Und auf der GMhütte fuhren sehr lange Dampfloks im Plandienst. Dort gab es übrigens 5 Stück pr. T 9.3, welche im Buch von Gert Hahn " Bahnstation Hasbergen " ( Seite 56 ) sehr viel ähnlichkeit mit der oben abgebildeten Lok haben.

Gruß TN-Fahrer

Re: Zwei Sachen...

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 30.11.08 21:47

Guten Abend,

... lassen sich sofort problemlos klären. Zum einen ist es in der DDR wie man an den Wagen, den Lampen und dem "Nicht unter Fahrleitung" dosieren Schild erkennen kann. Zum zweiten ist es eine T 11. Eindeutiges Merkmal ist der hintere Vorratsbehälter, der nur bei der T 11 über das Führerhaus hinaussteht. Bei der T 9.3 läuft er in der breite des Führerhauses weiter.
Welche es nun ist vermag ich auch (noch) nicht zu sagen, tippe aber auch auf Erfurt.

MfG

MMM

Re: Farbbild einer pr T9.3 mit Fragen

geschrieben von: Preußen-Klaus

Datum: 30.11.08 22:20

Hallo Rolf,

vielen Dank für das interessante Bild.

Da noch vieles unklar scheint, sollte an erster Stelle sollte der Lok-Typ geklärt werden. Dafür gibt es Bauartmerkmale, die "abgeklopft" werden können.

T9.3 und T11 sind ja aus derselben Lok-Familie, daher sind sie einander sehr ähnlich. Dennoch gibt es aus der Perspektive, aus der die Lok seinerzeit fotografiert wurde ein, zwei eindeutige Merkmale:
Wasserkasten - der bei T9.3 hat eine gerade Unterkante / der bei der T11 ist auf halber Länge nach unten (Führerhausunterkante) vergrößert
Kessel - Dampfdom und Sandkasten liegen bei der T9.3 dicht zusammen / bei der T11 weiter auseinander, der Dampfdom ziemlich weit vorn
Führerhaus - der Übergang zwischen Seitenwand und Dach ist bei den jüngeren T9.3 ausgerundet mit relativ großem Radius (in der Folge hohes Dach) / bei den T11 war die Ausrundung enger (kleinerer Radius)
Dachlüfter - die T9.3 mit Kastenlüfter hat ein seitlich überstehendes Dach ohne Abrundung, die mit gerundetem Dachübergang hatten in Längsrichtung zwei Spitzlüfter hintereinander / die T11 gab es nur mit Kastenlüfter.

Daraus folgt, dass die abgebildete Tenderlok tatsächlich eine T11 ist - vermutlich auf der Erfurter Industriebahn?


Gruß aus dem preußischen Westen

Preußen-Klaus
… meinte ich. So ganz unklar scheint mir das doch mittlererweile gar nicht mehr gewesen zu sein?
Aber vielleicht wohl auch egal, auf diese Weise wird es halt nur noch wasserdicht(er).

Bilder sagen mehr als Worte und deswegen habe ich mal ein wenig herumgewühlt.

Ohne gleich nach Minden -, Dresden oder Warschau fahren zu müssen, kann man sich selbst einen bildhaften Vergleich schaffen, wenn man auf Jürgens Eisenbahnseiten [www.utecht.de] - und in den Beitrag von Paul Willemsen „Besuch im Eisenbahnmuseum Warschau Glowna (m9B)” vom 17.06.07 im Forum 15 (Museumsbahn) hineinschaut.



Um einem möglichen Vorwurf von „Trafficklau” zu begegnen, nachfolgend jedoch nur die Deeplinks zu den Bildern, ohne die zum direkt hier aufscheinen notwendigen [img] / [/img]-Befehle.

Bei Interesse also bitte selbst tätig werden!


91 319 aufgenommen 1998 in Gremmendorf von Jürgen Utecht: [www.utecht.de]
91 896 aufgenommen 1993 in Dresden     von Jürgen Utecht: [www.utecht.de]

Zu den Fotos von Paul Willemsen (Achtung - groß):

Tki3 119 (91 1696, pr. T 9³ Posen 7326)                 : [foto.arcor-online.net]
Oki1  28 (74 104", pr. T11 Berlin 2560)                 : [foto.arcor-online.net]





mfG

Walter


(Edit: Formatierung)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:11:30:23:39:11.

Re: Farbbild einer pr T9.3 mit Fragen

geschrieben von: hagepe

Datum: 30.11.08 23:57

Hallo,

gezeigte Maschine halte ich nicht für eine T11, die stärkere Rauchkammer der T11 ist nicht eindeutig auszumachen. Die ist aber bei den Bildern von H.Schambach immer zu erkennen:

[drehscheibe-online.ist-im-web.de]
[drehscheibe-online.ist-im-web.de]


>Preußen-Klaus hat geschrieben:
>Wasserkasten - der bei T9.3 hat eine gerade Unterkante / der bei der T11 ist auf halber Länge nach unten >(Führerhausunterkante) vergrößert

Bei den 74ern gab es zwei Ausführungen der Wasserkästen, siehe bei den verlinkten Bildern.
Die Lok hier hat aber keine genieteten Wasserkästen, was spricht dagegen, das bei einer ‚Modernisierung’ die Form so gewählt wurde? Das modernisiert wurde sieht man am Rauchkammertürring, die Nietreihe fehlt. Der ist auf diesem Bild deutlich zu sehen.

http://img509.imageshack.us/img509/1928/911055marburg1958ge9.jpg

Auffällig für mich ist, das die Ausströmrohre direkt am Ende der Rauchkammer in den Kessel münden, bei den T11 ist das mehr mittig in die Rauchkammer.
Was ist aber mit dem Führerhaus? Die T11 haben zwei seitliche Fenster, die T9.3 nur eins und einen Ausschnitt zum Aufstieg, bei der geyerschen Aufnahme auch deutlich zusehen

http://img260.imageshack.us/img260/2048/911688marburg1957pv6.jpg

Allerdings macht mir die Abfederung der Laufachse Kopfzerbrechen, die ist nämlich nicht erkennbar.

Es spricht trotzdem mehr für eine T9.3 denn für eine T11

Gruß

hagepe
Hallo hagepe und @all,

jetzt erst einmal vielen Dank für die engagierte Auseinandersetzung mit dem Foto!

@hagepe: Ich bin geplättet, da zieht einer mal eben zwei Bilder von zwei 91.3ern aus der Tasche! Ungewollt haben Deine Bilder und Deine Anmerkung zur Abfederung der Vorlaufachse jetzt aber einen weiteren Hinweis gegeben, daß die Lok auf meinem Bild wirklich eine T11 ist.

Aber der Reihe nach:

- Bei Deinen Beiden Bildern fällt zunächst einmal auf, daß die Zylinder der T9.3 kein vorderes Kolbestangenrohr haben, auch ist deutlich zu sehen, daß der Flachschieber schmäler ist und der Zylinderblock gedrungener ist. Auch die Proportionen der Treibräder (1350 mm vs. 1500 mm bei der T11) scheinen mir auf meinem Bild eher für die T11 zu sprechen.

- Die T9.3 hat die erwähnte Blattfeder oberhalb des Umlaufs auf Höhe der Rauchkammer, die T11 hat hier - keine Feder!

Ich bediene mich einmal aus der selben Quelle wie Walter:

Skizze T9.3:

http://www.utecht.de/bahn/Daten/Plan/91_620.gif

Foto T9.3 (Tki3)

http://www.utecht.de/bahn/PKP/Ricke/Tki3_2.jpg

Foto T 11 (Oki1) (Sklizze gibts leider nicht)

http://www.utecht.de/bahn/PKP/Oki1_28.jpg

- Kessel: Auf dem letzten Bild der polnischen T11 fällt auf, daß sie ebenfalls keine "dicke" Rauchkammer hat, diese hat vielmehr fast den gleichen Durchmesser wie der Kessel - so wie auch die Lok auf meinem Bild. Die polnische T11 ist die ehemalige 74 104, also eher ein frühes Baujahr (471 wurden zwischen 1903 und 1910 gebaut). Die "dicke" Rauchkammer wurde demnach wohl erst später in die Serie übernommen.

- die Rauchkammer und das auf meinem Bild fehlende zweite Führerstandsfenster sind wohl im übrigend hauptverantwortlich dafür, daß ich in der Lok auf meinem Foto eine T9.3 sah. Das fehlende Führerstandsfender ist tatsächlich prägnant, zudem zeigt das eine der beiden Fotos von hagepe auch noch eine T9.3 mit Kastenlüfter. Auf der Suche nach einem Bild einer T11 mit nur einem Führerstandsfenster und Ausschnitt am Aufstieg, wie auf hagepe's Fotos, wurde ich tatsächlich fündig - im "Obermayer" (Taschenbuch deutsche Dampflokomotiven) ist tatsächlich eine T11 mit nur einem Führerstandsfenster und einem solchen Ausschnitt zu sehen - übrigens auch ohne "dicke" Rauchkammer.

- Führerhausdach: Tatsächlich zeigen alle Bilder, der T9.3, die ich bis jetzt gesehen habe, ein gewölbteres Dach, was nicht dem von der Lok auf meinem Foto entspricht.

- Wasserkasten: Ein Umbau (Vergrößerung der Wasserkästen bei Erneuerung durch eine Schweißkonstruktion) wäre natürlich denkbar.

- Kesselaufbauten: Die Lage des Dampfdoms auf allen bisher gezeigten Bildern scheint mir doch weiter hinten zu sein als bei der T11 bzw. meinem Foto. Ein Bauteil, was man nicht mal so eben versetzt.

Zumindest scheint mir nach dieser Gesamtbetrachtung doch eine Mehrzahl der Indizien für die T11 zu sprechen.
Im übrigen ist wohl geklärt, dass es sich beim Aufnahmeort tatsächlich um eine Lokalität auf dem Gebiet der ehem. DDR handelt.

@ Michael P: Du schriebst:
> Dann ist da, abweichend vom Rätselbild, eine abweichende
> Bauausführung seitlich, wo eine Rohrleitung Richtung Zylinder
> geht und ein Kasten (Überhitzerautomat?) sitzt, den es 1972
> an Lok 1 nicht gibt.
(Anm. von mir: Also der Kasten ist auf dem EK-Bild?)

Wenn der Kasten seitlich neben der Rauchkammer ist, länglich, flach, etwa so lang wie diese, dann ist das höchstwahrscheinlich ein Überhitzerautomat. Dieser Umbau erfolgte aber bereits Anfang der 20er Jahre. Die Lok auf meinem Foto wurde entweder nicht umgebaut, oder das Ding wurde irgendwann wieder ausgebaut (z.B. aus Ersatzteilmangel).

Jetzt meine Bitte: Könntest du das Bild in dem EK-Buch noch einmal auf z.B. den Durchmesser der Rauchkammer und die Fensterzahl am Führerhaus hin anschauen? Ich will Deine Recherche nicht anzweifeln, aber es würde mich irritieren, wenn diese Punkte auch abweichen. Aber auch Kessel wurden bei Ausbesserungen getauscht und Führerhäuser umgebaut.

Bleibt bitte dran, Leute! Entweder hat Michael recht, und das Rätsel um die Lok ist gelöste, oder aber wir sind ziemlich dicht dran, meine ich.

Gruß Rolf





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:01:01:36:37.

Nix T 9.3, sondern...

geschrieben von: roadrunner

Datum: 01.12.08 06:36

...definitiv eine T 11.

Moin alle miteinander!

Allerdings scheint mir die Lok nicht von der Industriebahn Erfurt zu stammen. Angesichts des Wagenparks und des Äußeren der Lok würde dort zum Aufnahmezeitpunkt am ehesten die Lok 2 II (ex 74 231, noch heute in Minden vorhanden) passen, doch die Beschriftung scheint mir atypisch für die Erfurter Industriebahn. Auffällig ist hinter der Loknummer m. E. der Anfangsbuchstabe der Eigentumsbezeichnung, der ein "Z" sein müsste. Zementwerk?

Von denen hatten nach Ebel/Wenzel nur zwei 74er im Bestand: Das in Bernburg und das Zementwerk Karsdorf. Nur letzteres verfügte allerdings über zwei T 11, die ehemaligen 74 151 und 158. Die könnten aus meiner Sicht von der Bauart her (bekannte Fotos von Schwesterloks des gleichen Bauloses) durchaus auch zum Bild passen, jedoch sind mir keine Fotos dieser Maschinen im Werklokeinsatz bekannt. Und vor allem: Wie lange waren sie in Karsdorf im Einsatz?

Also: Weiterrätseln!

Fragende Grüße vom RR

Edit: 74 231 hat ja bereits vor längerer Zeit den Standort gewechselt - korrigiert



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:01:07:50:06.

Re: Industriebahn Erfurt Ost, Lok 1, Bildquelle

geschrieben von: 132487-0

Datum: 01.12.08 06:39

Hallo

Die Reihenfolge der Zugzusammenstellung passt auch zur Erfurter Industriebahn, bedient wurde Schlachthof Kohlehof und Mineralöllager, das im Hintergrund zusehende Signal müsste dann Richtung Erfurt zeigen.

Die dicke Rauchkammer ...

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 01.12.08 09:14

... kenne ich nur von T 12-Bildern, Baureihe 74.4. Das sind doch alles T 12, welche uns H. Schambach und U. Budde zeigten.
Ulrich schrieb doch, daß Herbert von der 74.0 (pr. T 11) keine Aufnahmen habe.
Viele Grüße
Stefan

Eindeutig T11

geschrieben von: SMF

Datum: 01.12.08 11:21

Anhand der Aufbauten den Loktyp bestimmen, muß man vorsichtig sein,
da hier, vor allem bei Industrie- und Werkbahnen viel herumimprovisiert wurde!

Daher sollte man zuerst das Fahrwerk betrachten, und dies hier ist eindeutig T 11!

Wie Rolf schon klargestellt hat:

Kolbenstangentragrohre sind mir nur bei T 11 bisher aufgefallen (oder umgebaute T 9.3 mit Kolbenschieber),

Die Zylindermitte über SO ist bei der T 11, bedingt durch den Raddurchmesser, höher als bei der T 9.3.
Da beide Bauarten gleiche Raddurchmesser (1000mm) bei den Vorlaufachsen besitzen, hat man hier
einen guten Bezugspunkt.
Während bei der T11 die Zylindermitte über der Nabe der Vorlaufachse liegt, ist sie bei der T 9.3
im Bereich der "Oberkante" der Radnabe der Vorlaufachse.

Der nächste Hinweis kommt von den Treibrädern.
Vergleicht man T 11 Bilder mit denen der T 9.3, "verschwindet" der obere Scheitel der
Treibräder bei der T 11 mehr unter dem Führerhaus, als bei der T 9.3 .

Im Merkbuch für Triebfahrzeuge ist z.B. ein Foto der 74 231, wo ich an den Treibrädern
auf 16 Speichen komme, bei der obigen Lok komme ich auch auf 16 Speichen.
Allerdings zähle ich bei den T 9.3 Bildern von hagepe auch bei der T9.3 16 Speichen!
So hilft wohl nur Augenmaß bei der Bestimmung der Bauart, mit Zählen alleine wird's da nichts ;-)

Schöne Bilder hier und Dank dafür !!!

Vielleicht kann ja "Bernburgkenner" 'Bw Roßlau' was zum Einsatz der 74er im Zementwerk sagen ;-)

MfG Dirk

Meine Videos bei Youtube: [www.youtube.com]


http://www.spencerhill.de/forum/download/file.php?avatar=6627_1334708389.gif Danke Bud für die schönsten Momente der Kindheit!






1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:01:11:43:51.

Höchst interessant..

geschrieben von: Trecker 1

Datum: 01.12.08 11:48

...ist dieses Bild.

Ich möchte jedoch behaupten, dass es sich sehr wohl um eine T 11, nicht aber um die beiden erwähnten Kandidaten 74 240 und 74 231 bei der EIB handelt. Dies aus folgendem Grund:

74 240 trug noch 1973 (Bild S. 383 im EK-Buch) die originalen genieteten Wasserkästen, zwar nur noch mit einem Teil der Niete, aber immerhin. Ein Rückbau von bereits neu gebautem Wasserkasten auf Original erscheint mir unwahrscheinlich. Weiterhin trägt sie die Lichtmaschine auf der linken Seite und sie hat Einheitsspeiseventile mit von vorne einmündender Speiseleitung. Die Ausströmrohre auf dem Bild oben weisen noch die angegossenen Entwässerungspötte auf, die bei der EIB weder die 240 noch die 231 hatten. Ferner sind die Griffstangen am Führerhaus bei der 240 und der 231 bis zum Schluß nach oben abgewinkelt gewesen, wie es sich gehörte. Die 240 trug ausserdem bis zum Schluß den Aufstiegstritt an der Pufferbohle. Ebenfalls hatte die 240 geschweißte Rauchkammertürbeschläge.

Die 231 wird es ebenfalls nicht sein (Griffstangen, Speiseventile, Entwässerungspötte, Wasserkästen)

Für die Industriebahn Erfurt spricht jedoch:

Wegfall der Dampfheizung (wird übrigens bei 86 744 zur Zeit wieder drangebaut)
und
Lage der Glocke vor dem Schlot (hab ich sonst noch nirgends gesehen).

Die EIB hatte noch:

74 048 (hatte bis zum Schluß 1971 genietete Wasserkästen und Spitzdachlüfter und die Pfeife auf dem Dach)und weiterhin einen Kessel mit vorwäremerhalterung und geteilten Sandkästen.

74 281 (die Angabe 280 im Buch auf Seite 385 ist falsch, auf S. 384 ist es aber richtig dargestellt) hatte ebenfalls Pfeife auf dem Dach, Griffstangen abgewinkelt, Glocke hinter dem Schlot und vollständig genietete Rauchkammer.

Ich will natürlich nicht ausschließen, dass die EIB aus vielen Loks Ersatzteile entnommen hat, aber diese Masse an Abweichungen ist doch sehr unwahrscheinlich.
Auch passt die Lage der Beschriftung nicht zur EIB.

Zwei Hinweise erlaube ich mir noch:

Die "appe" Ecke am Schlot und das nahezu horizontal verlegte Schlabberrohr sind ungewöhnlich und könnten bei der Identifizierung helfen. Weitere Indizien, die die Lok charakterisieren:

Originale Schmiergefäße an der vorderen Kolbenstangenstopfbuchse
Länderbahnspeiseventile

Fragen über Fragen...
...wenn man wenigstens das Aufnahmedatum hätte...

Grüße vom Trecker

Re: Höchst interessant..

geschrieben von: roadrunner

Datum: 01.12.08 13:09

Hallo;

Mal eine Spekulation: Im Stahl- und Walzwerk Brandenburg waren nach Wenzel/Ebel seit 1957 5 T 11 vorhanden, dabei handelte es sich um die Lokomotiven ex 74 037, 151, 169, 202 und 287, die samt und sonders am 01.05.1957 dorthin verkauft wurden. Am 20.03.1961 kam dann noch die ex 74 217 dazu. Nur von zwei dieser Lok sind die Betriebsnummern als Werklok bekannt: Ex 74 169 trug die Nummer 3, ex 74 217 bekam die Nummer 6.

Ich meine jedoch an der Vergrößerung des oben gezeigten Fotos an der ersten Zeile der Eigentumsbezeichnung "VEB Zementwerk" usw. entziffern zu können, der erste Buchstabe des längeren Wortes scheint mir ziemlich deutlich ein "Z" zu sein.

Als einzige des Brandenburger Sextetts wurde die ehemalige 74 151 weiterverkauft, die in Brandenburg möglicherweise auch die Betriebsnummer 1 getragen haben könnte. Neuer Abnehmer: VEB Zementwerk Karsdorf! Gibt`s von der Maschine Bilder von ihrem Einsatz als Werklok in Brandenburg oder Karsdorf? Zumindest sind mir keine bekannt. Das Läutewerk vor dem Schornstein war damals gar nicht sooo selten.

Das vorliegende Foto könnte durchaus aus der Mitte der sechziger Jahre aufwärts stammen, da dürfte die Lok bereits in Karsdorf "gedient" haben. Dagegen spricht allerdings der für ein Zementwerk relativ saubere Zustand, auch wenn die Lok insgesamt bereits einen ziemlich vergammelten Eindruck macht. Mangels verfügbarer Bilddokumente kann das allerdings nur Spekulation sein.

Trotzdem: 74 151 könnte ein heißer Kandidat sein!

Rätselnde Grüße vom RR

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