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Längst historisch: Obusse in Magdeburg (m24B)

geschrieben von: ludger K

Datum: 11.10.08 13:18

Ihre Ursprünge hatte die Magdeburger Obusanlage teilweise in einem Straßenbahnprojekt Buckau – Westring. In den 30er Jahren hatte man bereits Gleise von der Schönebecker Straße durch die heutige Warschauer Straße bis an die Dodendorfer Straße verlegt, dann aber u.a. nur zum Abstellen von Arbeitswagen genutzt. Im Krieg kamen die Arbeiten zum Erliegen und nach 1945 mußte man einige Strecken demontieren, um mit dem Gleismaterial die kriegsbeschädigten Hauptstrecken instand setzen zu können. An den Bau neuer Straßenbahnstrecken war jedenfalls nicht zu denken. Prekär sah es auch beim Omnibus aus. Zwar lief am 28.5.1945 gemeinsam mit der Firma Auto-Möbes ein Busverkehr an, doch mußten die beiden Fahrzeuge schon bald wegen des Reifenmangels abgestellt werden. Während Kraftstoffe kontingentiert waren, stand Strom ausreichend zur Verfügung, und so lag es nahe, einen Obusbetrieb aufzubauen. Ob diese Idee für Magdeburg neu war, läßt sich nicht mehr nachvollziehen, denn beim Bombeninferno vom 16.1.1945 brannte das Verwaltungsgebäude der Straßenbahn samt Archiv aus.
Vom 17.10.1947 datiert ein von der Siemens-Schuckert AG in Siemensstadt entworfener Fahrleitungsplan für die „Obusanlage Magdeburg Bahnhof Buckau – Westring mit Zubringerlinie“. Neben einer durchgehend zweispurigen Fahrleitung sah er im Bereich Schönebecker Straße / Klosterbergestraße lediglich eine kleine Endschleife vor, also nicht die später realisierte Blockumfahrung durch die Basedowstraße. An der Ecke Cochstedter / Wiener Straße war eine Zwischenschleife für vom Westring kommende Busse geplant. Auch sprach man von einer „Verbindungsstraße zwischen Westring/Südring und Wiener Straße“, obwohl diese erst in den 60er Jahren zustande kam. Von der Halberstädter Straße sollten die Busse aus Sudenburg über einen zweispurigen Rechtsabzweig auf die Verbindungsstraße gelangen. Am anderen Streckenende, etwa 20 m vor der Großen Diesdorfer Straße in Stadtfeld, war kurz vor den Straßenbahnweichen eine einfache Kehre vorgesehen. Vom Depot Blankenburger Straße aus sollte eine zweispurige Zubringerlinie durch den Königsweg (aber noch ohne Verbindung mit Lemsdorf) und die Kurfürstenstraße (seit 1951 Heidestraße) zur Halberstädter Straße führen.
Angesichts der Verzögerungen beim Bau der Verbindungsstraße sowie der angespannten Situation bei Straßenbahn und Omnibus entschied man sich letztlich für eine Obuslinie von Lemsdorf nach Buckau, zumal aus Werdau ein Angebot über neue Obusse vorlag, die Lemsdorfer auf eine Erneuerung der Verbindung mit der Stadt drängten (eine Buslinie zwischen Lemsdorf und Sudenburg hatte es schon ab 1929 gegeben) und die provisorische Hauptwerkstatt an der Blankenburger Straße genutzt werden konnte. Am 13.4.1951 berieten die Stadtverordneten im Festsaal des Altersheims Leipziger Straße u.a. über das Obusprojekt. Die Vorlage besagt: „Das Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt Magdeburg – Straßenbahn – beabsichtigt, noch in diesem Jahr die Obuslinie Lemsdorf – Buckau in Betrieb zu nehmen. Die Fahrstrecke verläuft durch die Blankenburger Straße, den Königsweg (Anm.: heute Salzmannstraße), den Lemsdorfer Weg, die Ackerstraße, die Cochstedter Straße, die Wiener Straße, die Raiffeisenstraße, die Basedowstraße, die Klosterbergestraße und die Kurt-Sorge-Straße. Der Verlauf ist also dergestalt, daß am Endpunkt Buckau wie an der Endstelle in Lemsdorf eine Schleife entsteht. Weiterhin soll eine Schleife etwa in der Mitte der Fahrstrecke, unter Inanspruchnahme des Lemsdorfer Weges, der Halberstädter Straße und der Heidestraße, eingeschaltet werden. Nach Mitteilung des KWU soll der Betrieb mit zwei Zügen – Triebwagen und Anhänger – spätestens im Juli 1951 aufgenommen werden.“
Am 13.5.1951 verabschiedeten die Stadtverordneten einstimmig das Obusprojekt, und so eröffnete das „KWU – Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt Magdeburg – Straßenbahn“ am 30.6.1951 die erste Obusstrecke, die 4,5 km lange einspurige Linie A von Lemsdorf über Sudenburg nach Buckau mit einer Ausweiche im Bereich Königsweg / Cochstedter Straße. Am 23. Juni kündigte die „Volksstimme“ an:
„Am Sonntag, dem 1. Juli, eröffnet der Rat der Stadt Magdeburg den Obus-Verkehr der Straßenbahn zwischen Lemsdorf und Buckau. Die Strecke beginnt in der Bodestraße in Lemsdorf und endet an der Kurt-Sorge-Straße (Anm.: heute Warschauer Straße) gegenüber dem Gerätewerk Schäffer & Budenberg. Mußten bisher die in Lemsdorf und Sudenburg wohnenden Buckauer Arbeiter den zeitraubenden Umweg mit der Straßenbahn über den Hasselbachplatz nehmen, so gelangen sie mit dem Obus in 20 Minuten über die 4½ km lange Direktverbindung nach Buckau. Während des Berufsverkehrs fährt der Obus alle 20 Minuten, im übrigen stündlich. Zunächst sind sieben Haltestellen an der Strecke vorgesehen. Mit der Aufnahme des Obus-Verkehrs wird einer dringenden Forderung der werktätigen Bevölkerung entsprochen und ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung des Fünfjahresplanes geleistet. (…) Die Verbundenheit zwischen der werktätigen Bevölkerung und der Stadtverwaltung, zwischen Straßenbahn und Produktionsbetrieben zeigt sich darin, daß alle Hindernisse, die sich der beschleunigten Einrichtung der Obuslinie in den Weg stellten, in vorbildlicher kollektiver Zusammenarbeit überwunden wurden. Diese Verbundenheit wird auch bei der Kundgebung zum Ausdruck kommen, die aus Anlaß der Einweihungsfeier der Obuslinie am Sonnabend, dem 30. Juni, am Betriebsbahnhof in der Blankenburger Straße stattfindet.
Die Bemühungen des Rates der Stadt, die Obus-Linie Lemsdorf – Buckau einzurichten, setzten bereits 1948 ein. Durch die infolge der Spaltung Deutschlands von den Westmächten zunehmend betriebene Verhinderung des Warenaustausches konnten die ursprünglichen Lieferfirmen ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Die Straßenbahn hat (…) somit ihre Anstrengungen verdoppelt und in zäher Arbeit alles zusammengebracht, bis zur komplizierten Luftweiche, dem Herzstück an der Kreuzung Obus- und Straßenbahnlinie an der Leipziger Straße (…). Die Oberleitung ist jetzt bis auf kleine abschließende Arbeiten fertig. Am letzten Donnerstag
(Anm.: 21. Juni) wurde die erste Teilstrecke (…) unter Strom gesetzt. Die Probefahrt ist in den nächsten Tagen. Nach dem vorläufigen Fahrplan verkehrt der erste Obus werktags ab Lemsdorf von 5.10 bis 8.10 Uhr alle 20 Minuten, von 8.40 bis 11.40 Uhr stündlich, von 12.10 bis 18.40 Uhr alle 20 Minuten und von 18.40 bis 23.40 Uhr wieder stündlich (…).“
Am Montag, den 2.7.1951, schrieb die „Volksstimme“: „Seit Sonntag ist die Obuslinie Lemsdorf – Sudenburg – Buckau voll im Betrieb, und heute erlebte sie mit dem ersten vollen Werkverkehr ihre Feuertaufe. Die mit der Übergabe an die Straßenbahn verbundene Einweihungsfeier und die Eröffnungsfahrt am Sonnabendnachmittag gestalteten sich zu einem Volksfest, zu einer großen Willenskundgebung für den Frieden. Der mit Tannengrün geschmückte Obuszug und in seinem Gefolge der vorerst von einem Dieselautobus gezogene Obusanhänger wurden auf ihrer Jungfernfahrt als ein Werk des Friedens, als ein Zeichen ständiger Aufwärtsentwicklung freudig begrüßt (…). Draußen standen die Wagen zur Fahrt bereit, an der Spitze ein mit Pferden bespannter Sudenburger Kremser. „Das Neue verdrängt das Alte“, so ließ er auf einem Spruchband bescheiden von sich selbst sagen. Die Jugend nahm die Gelegenheit noch einmal wahr und hielt das Fahrzeug aus Großvaters Zeiten stramm besetzt. „Ich fahre für den Frieden!“, lasen sie an der Motorhaube des Obusses, der sich nun in Bewegung setzte und das trennende Band durchfuhr. An der Strecke gab es tausende freudestrahlende Gesichter, winkten die Menschen von der Straße und aus den Fenstern dem Obus zu, waren überall die Häuser mit Fahnen geschmückt.“
Schon damals dachte der Rat der Stadt an eine Verlängerung der Obuslinie über den Westring bis zum Stadtfeld, doch blieb es bei den Plänen. Die genauen Auslieferungstermine der für August bzw. Herbst 1951 avisierten weiteren zwei Obuszüge sind nicht bekannt, jedenfalls ermöglichten die nunmehr drei Züge bereits einen reinen Obus-20-Min.-Takt. Der Streckenverlauf lautete: Ballenstedter Straße – Harzburger Straße – Blankenburger Straße – Königsweg – Heidestraße – Halberstädter Straße – Lemsdorfer Weg – Ackerstraße – Wiener Straße – Raiffeisenstraße – Warschauer Straße – Basedowstraße – Klosterbergestraße – Warschauer Straße, zurück über Raiffeisenstraße – Wiener Straße – Ackerstraße – Lemsdorfer Weg. Bis zum Abschluß der Fahrleitungsarbeiten lautete die Route lediglich Königsweg – Heidestraße – Halberstädter Straße – Lemsdorfer Weg – Königsweg – Blankenburger Straße – Ballenstedter Straße. Gespeist wurde die Fahrleitung über die Straßenbahnunterwerke im Depot Sudenburg und am Mühlberg in Buckau.
Die Halberstädter Straße befuhr der Obus in Richtung Lemsdorf zunächst nur in einer Schleife im Uhrzeigersinn über Heidestraße, Halberstädter Straße und Lemsdorfer Weg. Die Straßenbahnfahrleitung wurde also anfangs nicht gekreuzt, da der Obus nur die Ostseite der Halberstädter Straße benutzte, doch mußten die Fahrgäste der Linie A an der Haltestelle Lemsdorfer Weg immer schauen, ob der Obus nach Buckau oder Lemsdorf fährt. Wie lange diese Regelung galt, ist nicht bekannt, zumal die Fahrleitung ab 1952 beiderseits der Halberstädter Straße verlief.
1952 konnte die Ausweiche Königsweg aufgegeben werden, da der Abschnitt Heidestraße / Halberstädter Straße – Lemsdorfer Weg nun zweispurig war. In Lemsdorf wendeten die Obusse auf dem heute von den Buslinien 57 und 96 genutzten Platz, und zwar gegen den Uhrzeigersinn, wobei sie auf der Harzburger Straße im Bereich der heutigen Parkbucht abfuhren. In Buckau hatte man den Straßenverlauf umgestaltet, indem man gegenüber der Porsestraße einen 45°-Abzweig von der Warschauer Straße in die Basedowstraße anlegte. Um auf der Schönebecker Straße eine nochmalige Kreuzung mit der Straßenbahn zu vermeiden, hatte man eine Blockumfahrung Warschauer Straße – Basedowstraße – Klosterbergestraße – Warschauer Straße gewählt, mit Abfahrtsstelle auf der Warschauer Straße vor dem 1958 eröffneten Puppentheater.
Untergebracht und gewartet wurden die Obusse an der Blankenburger Straße im Betriebshof Südwest, bis 1949 eine Außenstelle der Hauptwerkstatt der Straßenbahn. Bis zur Wiederinbetriebnahme der im Krieg zerstörten Hwst Brückfeld erfüllte das Objekt Blankenburger Straße die Aufgaben der Hauptwerkstatt. Die eigentlich nur „provisorische“ Werkstatt Südwest diente noch bis zum Ende der DDR-Zeit als Buseinsatzstelle, dann übernahm der Busbetrieb der MVB das geräumte Stasi-Objekt an der Kroatenwuhne. Im Frühjahr 2006 wurde die alte Halle abgerissen.
Sehr zur Freude der Otterslebener, die sich an jenem Festtag „mit Kind und Kegel“ an der Endschleife auf dem Geschwister-Scholl-Platz (heute Eichplatz) versammelt hatten, wurde am 28.10.1953 von der Straßenbahnendstelle Sudenburg (Kroatenweg) ausgehend die 3,5 km lange zweispurige Obuslinie D über Halberstädter Straße, Halberstädter Chaussee und Magdeburger Straße nach Ottersleben eröffnet, nachdem der Bestand um drei Obusse und drei Anhänger aufgestockt worden war. Ottersleben war bis 1952 mit 15.700 Einwohnern das größte Dorf der DDR, dann wurde es als Stadtteil „Südwest“ eingemeindet.
In Sudenburg wendete der Obus (wie auch die Straßenbahn) gegen den Uhrzeigersinn über Halberstädter Straße – Straßenbahnauffahrt – Kroatenweg – Halberstädter Straße. Bis zum Bau der Verbindung zwischen den Linien A und D durch die Halberstädter Straße im Jahr 1959 mußten die Obusse der Linie D zwischen der Sudenburger Schleife und dem Betriebshof per Zugmaschine durch den Walmbergsweg und die Braunlager Straße (die Brenneckestraße war nur ein besserer Feldweg) bewegt werden. Kurz vor dem am 7.10.1958 stattfindenden Republiksgeburtstag trafen die ersten vier Skoda-Obusse ein, so daß am 18.3.1959 die „Einsatzlinie“ – auch „Berufsverkehrslinie A/D“ oder „D/A“ genannt – zwischen Groß Ottersleben (Südwest) und Buckau (Warschauer Straße) als Verknüpfung beider Strecken eingerichtet werden konnte. Neben den Obus-Einsatzwagen, die den Kollegen der Schwermaschinenbaubetriebe zugute kamen, bewährten sich hier auch die Doppelstock-Dieselbusse Do56.
Der Engpaß, der noch immer einspurige Abschnitt Lemsdorfer Weg – Buckau, wurde 1960 endlich zweispurig ausgebaut, gleichwie 1963 das Stück Heidestraße – Lemsdorf. Die weiterhin einspurige Betriebsstrecke durch die Salzmannstraße wurde von den zur Linie D ausrückenden Wagen befahren, da ein Linksabbiegen von der Heidestraße auf die Halberstädter Straße unmöglich war. Dabei liefen die Stangen beim Abbiegen von der Salzmannstraße auf den Lemsdorfer Weg in Richtung Halberstädter Straße am Fahrdraht nach Buckau, so daß sie noch auf dem Lemsdorfer Weg an den von Buckau kommenden Draht umgelegt werden mußten. Vergaß der Fahrer dies, so entgleisten die Stangen an der Obus/Straßenbahn-Kreuzung Lemsdorfer Weg / Halberstädter Straße, beschädigten sie und brachten den Obus- und den Straßenbahnverkehr zum Erliegen. Dies passierte vor allem Fahrern, die vorwiegend Diesel-, aber seltener Obus fuhren.
Die spitzen Weichen an den Ecken Halberstädter Straße / Heidestraße und Lemsdorfer Weg / Salzmannstraße sowie in Sudenburg und im Betriebshof hatten ein Gestänge, das bis in einen an Masten oder Hauswänden angebrachten Kasten reichte. Die darin befindliche Öse wurde mit dem im Obus mitgeführten Betongewicht umgelegt. In der Grundstellung waren die Weichen mit einer Feder fixiert, so daß nur die Fahrer und Schaffner der Linie D/A das Gestänge nutzten. Die stumpfen Weichen waren konventionelle Einläuferweichen. Bei der Fahrleitungsmontage hatte man sowohl dreistufige Stahlmasten wie bei der Straßenbahn, als auch simple Flacheisen anstelle von Wandrosetten verwendet. In den Betriebshof, der als Einbahnstraße galt, rückten die Obusse immer nur aus Richtung Lemsdorf ein. Beide Ein- und Ausfahrten waren auch in der Halle durchgehend elektrifiziert. Zur Brenneckestraße hin waren beide Einfahrtstore ursprünglich gleich, bis man 1956 das rechte Tor für die Doppelstockbusse vergrößerte.
Noch in den 60er Jahren dachte man über eine großzügige Ausweitung des Obusnetzes nach. Für eine Strecke von Sudenburg nach Nordwest („Texas“) errichtete man auf dem heutigen Südring und der alten Westringbrücke bereits Masten und montierte Fahrleitungen. Am Olvenstedter Platz sah man eine verzwickte Fahrleitungskonstruktion vor, denn dort hätten sich Obusse aus drei Richtungen getroffen, und zudem lag dort die Endschleife der Straßenbahn. Als Hauptstrecke hätte der Verlauf aus der Liebermannstraße / Wilhelm-Klees-Straße in die Stormstraße gegolten, und auch ein Zweig vom Olvenstedter Platz nach Alt Olvenstedt stand zur Diskussion. Daneben war eine Verbindung vom Olvenstedter Platz durch die Albert-Vater-Straße und die Lübecker Straße nach Barleben vorgesehen. Am Olvenstedter Platz verlegten die MVB bereits einen Kinderspielplatz an eine andere Stelle, um Platz für den Obus zu schaffen.
Sowohl neue Obusse als auch Dieselbusse lösten 1964-67 die letzten Obuszüge aus DDR-Produktion ab. Im Februar 1965, nach dem Eintreffen von sieben neuen Dieselbussen „Ikarus 66.52“, konnten die mittlerweile schrottreifen Obusse 51 und 53 zusammen mit den letzten Obusanhängern abgestellt und die letzten Schaffner anderweitig eingesetzt werden. Ab 2.7.1965 liefen somit sämtliche MVB-Fahrzeuge im OS-Verkehr (OS = Ohne Schaffner). Fünf weitere Ikarus-Busse führten 1967 zum Ausscheiden weiterer Obusse und Dieselbusse. Während der Takt der Linie D von 30 auf 15 Minuten verdichtet wurde, kamen auf der Berufsverkehrslinie D/A nun auch zwei Ikarus-Busse zum Einsatz. Einige Obusse wurden nach Dresden und Weimar abgegeben, denn die übrigen genügten für den Verkehr nach Südwest.
In der Zeitung „Der Triebwagen“ der Magdeburger Verkehrsbetriebe war 1968 zu lesen: „Untersuchungen haben gezeigt, daß der Kraftomnibus für den Einsatz auf den bisher mit Obussen befahrenen Strecken in betriebstechnischer Hinsicht fast ausschließlich Vorteile bietet. Der größte Vorteil tritt bei der Einsparung von vier Vollbeschäftigteneinheiten im Fahrpersonal auf. Trotz der Einsparung von zwei Fahrzeugen wird die Verkehrsmenge um etwa 11 % erhöht. Dadurch, daß in den Jahren 1969/70 eine Generalreparatur der Obusanlage notwendig wird, können neben jährlich 31,5 TM Betriebskosten wenigstens 1.083 TM Invest- und Generalreparaturkosten eingespart werden.“
Anfang 1970 erarbeitete man ein Konzept zur „Stabilisierung des Nahverkehrs“ und am 23.6.1970 trafen sich im Rathaus Vertreter des städtischen Verkehrsplanungsbüros, der Reichsbahn, des Kraftfahrzeuginstandsetzungswerks, der Volkspolizei, der städtischen Verkehrsabteilung sowie der Verkehrsbetriebe. Sie beschlossen, den Obus- auf KOM-Betrieb umzustellen und auf den Linien A und D fortan Busse vom Typ „Ikarus 556.12“ einzusetzen. Am 31.10.1970 fuhr zum letzten Mal ein Obus durch die Straßen Magdeburgs.
Im Jahr 1982 ließ die MVB untersuchen, wegen der Krise auf dem Kraftstoffmarkt den Obus wieder einzuführen. Man dachte an eine Elektrifizierung der Buslinien 50 (Lemsdorf – Buckau), 52 (Nordwest/Olvenstedt – Buckau), 53 (Südwest/Ottersleben – Sudenburg) und 54 (Südwest – Buckau), perspektivisch auch an die Buslinien 62, 64 (Reform – Buckau – SKL) und die Buslinien im Norden der Stadt. Der Mangel an Geld und Baukapazitäten gab den Vorhaben aber keine Chance.

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Neben drei Obussen des Typs W600, von dem die LOWA nur sieben Stück fertigte, beschaffte man drei LOWA-Anhänger W700. Als in der sowjetischen Besatzungszone die Altkomponenten aufgebraucht waren, entwickelte man bei LOWA in Werdau (vorm. Schumann) mit allerlei Altteilen den ersten Nachkriegstyp, den „Obus 50“. Das erste Exemplar ging nach Erfurt, wobei der dortige Verkehrsbetrieb durch die Beschaffung der E-Ausrüstung den Bau wesentlich beschleunigt hatte. Währenddessen befaßten sich die LEW Hennigsdorf in ihrer Versuchsabteilung Berlin-Grünau mit dem Bau und der Modifizierung von E-Ausrüstungen. Für den Wagen der Normgröße I – nun als „Typ W600“ bezeichnet – arbeitete man auch an der Entwicklung eines 90 kW starken Motors, doch dann wandte man sich stattdessen dem 2x60-kW-Motor für den großräumigen LOWA W601 (später W602 und W602a) zu. Da sich Anfang 1951 noch nicht absehen ließ, ob und wann Motoren aus „volkseigner“ Produktion zur Verfügung stünden, beschaffte man passend zum LEW-Fahrschalter (OBW 1, Nachbau AEG-Schwingregler OSF Form 8) drei Siemens-Motoren DY 682 mit 87 kW aus Westdeutschland. Die „Volksstimme“ schrieb am 23.6.1951 über die ersten Fahrzeuge:
„Zur Inbetriebnahme am 1. Juli stehen ein kompletter Obuszug und ein Obusanhänger bereit. Der zweite Anhänger wird für die erste Zeit vorübergehend von einem Dieselautobus gezogen. Magdeburg bekommt den zweiten Obustriebwagen im August. Im Herbst wird mit der Lieferung eines dritten Obuszuges gerechnet. Ein Zug kann 112 Personen befördern. Der Triebwagen hat 26 Sitz- und 28 Stehplätze, der Anhänger 31 Sitz- und 27 Stehplätze. Beide Wagen sind geräumig und zeigen die für den Obus charakteristische viereckige Form. Der Triebwagen ist ohne Vorbau. Der Motor befindet sich neben dem Fahrer. Nach dem Urteil der Fachleute ist die Ausführung der Fahrzeuge zweckmäßig und formschön zugleich. Obwohl die Anfahrt bedeutend schneller ist als bei einem Autobus, so erfolgt sie nicht ruckartig, sondern sanft, auch für den Anhänger, der fest an den Triebwagen gekuppelt ist.“
Die folgenden LOWA-Obusse (vom Typ W 602a, also der große Obus) entsprachen dem in der DDR gebauten Standard, und zwar mit LEW-Schwingregler und 120-kW-Motoren vom Sachsenwerk Dresden bzw. von LEW Hennigsdorf. Ebenso wiesen die Skoda-Obusse 8Tr und 9Tr keine Abweichungen von der Serie auf. Lediglich die Trolleyfänger wurden in Magdeburg durch Abzugsleinen mit Reiterrollen ersetzt.


Obusse
51: Werdau / LEW 1951, Typ W600, SSW-Motor, 1964 abgestellt
52: Werdau / LEW 1951, Typ W600, SSW-Motor, 1964 abgestellt
53: Werdau / LEW 1951, Typ W600, SSW-Motor, 1964 abgestellt
54: Werdau / LEW 1953, Typ W602a, Sachsenwerk-Motor, 1964 abgestellt
55 / 1055: Werdau / LEW 1953, Typ W602a, Sachsenwerk-Motor, 1966 abgestellt
56 / 1056: Werdau / LEW 1953, Typ W602a, Sachsenwerk-Motor, 1966 abgestellt
57 / 1057: Ammendorf / LEW 1955, Typ W602a, 1967 abgestellt
58 / 1058: Skoda Pilsen / CKD 1958, Typ 8Tr6, 1968 nach Dresden (Ersatzteilspender)
59 / 1059: Skoda Pilsen / CKD 1958, Typ 8Tr6, 1968 nach Weimar (Ersatzteilspender)
60 / 1060: Skoda Pilsen / CKD 1958, Typ 8Tr6, 1968 nach Weimar (Ersatzteilspender)
61 / 1061: Skoda Pilsen / CKD 1958, Typ 8Tr6, 1968 nach Dresden (Ersatzteilspender)
62 / 1062: Skoda Ostrov / CKD 1960, Typ 8Tr10, 1969 nach Weimar (Nr. 8 II)
63 / 1063: Skoda Ostrov / CKD 1960, Typ 8Tr10, 1968 nach Weimar (Nr. 9 II)
1064 / 1071: Skoda Ostrov / CKD 1964, Typ 9Tr5, 1970 abgestellt
1065: Skoda Ostrov / CKD 1964, Typ 9Tr5, 1970 nach Weimar (Ersatzteilspender)
1066 / 1072: Skoda Ostrov / CKD 1964, Typ 9Tr5, 1970 abgestellt
1067 / 1075: Skoda Ostrov / CKD 1965, Typ 9Tr8, 1969 nach Weimar (Ersatzteilspender)
1056 II: Skoda Ostrov / CKD 1967, Typ 9Tr12, 1970 nach Weimar (Nr. 7 II)
1057 II: Skoda Ostrov / CKD 1967, Typ 9Tr12, 1970 nach Weimar (Nr. 5 II)
1058 II: Skoda Ostrov / CKD 1967, Typ 9Tr12, 1970 nach Weimar (Nr. 6 II)
1061 II: Skoda Ostrov / CKD 1967, Typ 9Tr12, 1970 nach Weimar (Nr. 18 II)

Anhänger
101 / 1101: Werdau 1951/52, Typ W700, 1967 abgestellt
102 / 1102: Werdau 1951/52, Typ W700, 1967 abgestellt
103 / 1103: Bautzen 1952, Typ W700, 1967 abgestellt
104: Bautzen 1953, Typ W700, 1962 verkauft
105: Bautzen 1953, Typ W700, 1962 verkauft
106: Bautzen 1953, Typ W700, 1962 verkauft
107: Bautzen 1954, Typ W700, 1964 abgestellt
108: Bautzen 1955, Typ W701, 1964 abgestellt
109: Bautzen 1956, Typ W701, 1964 abgestellt



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Bild 1: Die neuesten Errungenschaften der LOWA, darunter ein Obuszug für Magdeburg (wo?).


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Bild 2: Ein LOWA-Einheitsobus von 1951, gebaut für Berlin und Magdeburg. Hier die Berliner Version mit anderer Vordertür.


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Bild 3: Einweihung der ersten Magdeburger Obuslinie am 30.6.1951 auf der Blankenburger Straße (Sammlung A. Gürtler).


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Bild 4: Ein Obuszug der ersten Serie auf dem Weg nach Lemsdorf, aufgenommen in Buckau, Warschauer Straße.


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Bild 5: Der Anhänger 104 (Bautzen 1953) in Sudenburg (M. Preiß).


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Bild 6: Der Obus 53 mit Anhänger 103 am 2.5.1959 in Lemsdorf (W. Schreiner).


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Bild 7: Der Obus 51 biegt mit dem Anhänger 101 vom Königsweg (später Salzmannstraße) in die Heidestraße ein (Schönitz 1952).


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Bild 8: Obus 51 und Anhänger 101 auf der Heidestraße (Schönitz 1952).


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Bild 9: Der Obus 52 biegt mit dem Anhänger 103 von der Klosterbergestraße in die Warschauer Straße ein, 1954 (Sammlung Schultz).


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Bild 10: Der Obus 52 mit Anhänger 103 an der Endstelle Buckau, Warschauer Straße (1954, Sammlung Schultz).


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Bild 11: In den Jahren 1953 (3) und 1955 (1) erhielt Magdeburg vier Obusse vom LOWA-Typ W602a mit Sachsenwerk-Motor. Hier der Obus 55 mit dem gleichaltrigen Anhänger 106. Wo mag das sein? Sudenburg (auf der Halberstädter Straße) scheidet wohl aus, denn es fehlen die Gleise der dort abfahrenden Straßenbahn.


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Bild 12: „Magteburg O-Bus 54 Bauj 1953“ notierte W. Schreiner mit Schreibmaschine auf seinem Foto, das er vor der Abfahrt in Lemsdorf aufnahm.


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Bild 13: Obus 55 oder 56 um 1961 am Bahnhof Buckau kurz vor dem Einbiegen in die Basedowstraße (Sammlung D. Pauke).


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Bild 14: Die neuen Skoda-Obusse 58-60 auf dem Zentralen Platz (heute steht dort das Ulrichshaus) etwa Anfang Oktober 1958 (Sammlung A. Gürtler).


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Bild 15-16: Die Skoda-Obusse 58 und 60 in Sudenburg am 2.5.1959 (W. Schreiner). Oben beim Wenden im unteren Bereich der Häuserblockumfahrung. Die neben der Straßenbahn- verlaufende Obusfahrleitung aus Richtung Lemsdorfer Weg diente der HVZ-Linie D/A und den ausrückenden Zügen. Auf Bild 16 die Abfahrt in Ottersleben (Südwest) nach dem Wenden. Der Obus hat den Eichplatz (Geschwister-Scholl-Platz) schon fast verlassen, um in die Magdeburger Straße einzufahren.


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Bild 17: Heckpartie des Obusses 63 in Sudenburg an der Abfahrtsstelle.


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Bild 18-19: Die Skoda-8Tr Nr. 60 und 63 ebenfalls in Sudenburg an der Abfahrtshaltestelle.


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Bild 20: Der Obus in Ottersleben auf einer Postkarte von 1964. Links oben die Halberstädter Chaussee kurz vor der Magdeburger Straße, rechts unten die Endschleife Geschwister-Scholl-Platz (jetzt Eichplatz) mit Obus 61 (Sammlung Pauke). Offenbar eine Fotomontage, denn hinter dem Obus sieht man den Ansatz eines W700-Anhängers, und diese Kombination gab es in Magdeburg nicht.


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Bild 21: Die Obushalle Blankenburger Straße in der zweiten Hälfte der 60er Jahre (Sammlung A. Gürtler).


http://img388.imageshack.us/img388/4431/md014ke2.jpg

Bild 22: Der 1964 gebaute Obus 1066 am Depot Blankenburger Straße. 1970 erhielt er eine neue Nummer, schied aber noch im selben Jahr aus (E. Flössel).


http://img388.imageshack.us/img388/1327/md007cl9.jpg

Bild 23: Der Skoda-Obus 60 an der Endstelle Ottersleben (Südwest) am 4.5.1959 (W. Schreiner).


http://img388.imageshack.us/img388/2108/md020bx1.jpg

Bild 24: Am 7.12.1968 warteten die erst zehn Jahre alten Skoda’s 1058 und 1061(I) in Dresden (wo genau?) auf das Ausschlachten (W. Schreiner).


Verfaßt unter Mitarbeit von Ditmar Pauke, Andreas Gürtler, Steffen Scholz, Barbara Liebig, Mattis Schindler und Jürgen Lehmann.
Quellen: Unterlagen des Stadtarchivs Magdeburg

Mein Inhaltsverzeichnis: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
(auch mit Links zu den Inhaltsverzeichnissen von Kollegen)




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:10:11:22:45:43.

Ein Lob für Ludger!

geschrieben von: Michael Haase

Datum: 11.10.08 13:37

Hallo Ludger,

ein dickes Lob für deine vielen super Berichte hier im HiFo! Das ist ganz großes Tennis!
Auch wenn mich Magdeburg und (O-)Busse ansich nicht so interessieren, die ganze Arbeit so einen Beitrag zu erstellen, mit so viel Hintergrundwissen ist einfach phänomenal!
Ein riesiges Kompliment dafür!


Michael

Re: Längst historisch: Obusse in Magdeburg (m24B)

geschrieben von: Tony Laake

Datum: 11.10.08 13:59

Hallo

Mal wieder vom feinsten!

Zitat:
http://img505.imageshack.us/img505/4237/md015di2.jpg

Bild 1: Die neuesten Errungenschaften der LOWA, darunter ein Obuszug für Magdeburg (wo?).

Das war glaube auf der Leipziger Messe, daneben das müsste der Berliner Großraum-Lowa-Zug sein.

Grüße aus Leipzig
Tony

http://abload.de/img/dd-lklein0hb8g.jpg

"Das Ziel bestimmt die Art und Weise, wie man dahin gelangt"
(Emanuel Seidelbast)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:10:11:21:53:06.

Re: Ein Lob für Ludger!

geschrieben von: dampflok-sven

Datum: 11.10.08 15:02

Hallo werter Ludger!
Auch ich möchte an dieser Stelle mal den Hut ziehen.
Vielen Dank, das Du Dir immer wieder die Mühe machst, uns an Deinen reichen Schätzen teilhaben zu lassen. Es ist auch immer sehr interessant, die Hintergründe zu erfahren.
Nochmals vielen vielen Dank und noch ein schönes Wochenende wünscht
Sven aus Strausberg.

Re: Ein Lob für Ludger!

geschrieben von: Gürtler Andreas

Datum: 11.10.08 15:20

Hallo Ludger,
es hat sich also die Arbeit besonders von Herrn Scholz und Herrn Pauke gelohnt etwas Licht in das dunkel um den O-Bus in Magdeburg zu bringen.
Hier noch einige Ortsangaben zu den Bildern.
Bild 11 ist für mich auch ein großes ?. Zuerst dachte ich an Sudenburg auf der Halberstädter Straße aus Richtung Ottersleben kommend. Aber es fehlen die Gleise der dort abfahrenden Straßenbahn.

Bild 12 ist die Abfahrt in Lemsdorf auf der Straße

Bild 15 ist beim Wenden des O-Bus im unteren Bereich der Häuserblockumfahrung in Sudenburg. Die neben der Straßenbahnfahrleitung laufenden O-Bus Fahrleitung kommt aus Richtung Lemsdorfer Weg und war für die HVZ-Linie D/A und die ausrückenden Züge.

Bild 16 ist die Abfahrt in Ottersleben ( Südwest ) nach dem Wenden. Der O-Bus ist schon fast vom Eichplatz ( Geschwister Scholl Platz ) runter und in die Magdeburger Straße eingefahren.

Bild 17 ist in Sudenburg an der Abfahrtsstelle

Bild 18 und 19 sind auch in Sudenburg an der Abfahrtshaltestelle

Bild 23 ist an der Endstelle Ottersleben ( Südwest )

Sollte die nach Dresden abgegebenen O-Busse nicht die Basis für den Aufbau einer Generalreparaturwerkstatt für O-Busse bilden. Demnach sollte alle O-Busse aus der DDR hier einer Grundinstandsetzung unterzogen werden. Der abgebende Betrieb hätte dann schon bei der Anlieferung ein fertiggestelltes Fahrzeug gleich wieder in Empfang nehmen können ohne auf ein Fahrzeug im eigenen Betrieb zu verzichten. Hier kann Matti aber bestimmt eine bessere Auskunft geben.
Wo ist den das Foto der beiden O-Busse eigentlich entstanden?
Es handelt sich aber um zwei 8Tr6 58(1058) und 61(1061) aus dem Baujahr 1958. der zweite 1061 in Zweitbestezung war ein 9Tr12 welcher 1970 den Weg nach Weimar antrat und dort unter 18II zum Einsatz gekommen ist.


Noch eine Bemerkung zu der Postkarte. Dabei muß es sich um eine Fotomontage handeln, denn hinter dem O-Bus ist noch der Ansatz eines W 700 Anhänger zusehen. Diese Betriebsform gab es in Magdeburg aber nicht.
Auch gibt es noch aus den 70er Jahren die Postkarte mit den gleichen Motiven und der O-Bus Zug kommt noch auf der Halberstädter Ch. gefahren. Lediglich das Bild auf dem Eichplatz wurde gegen ein moderneres Bild mit Trabant getauscht. Somit gab es noch nach der Einstellung des O-Busverkehr in Magdeburg eine Neuauflage der PK mit einem kleinen Schönheitsfehler.
http://img143.imageshack.us/img143/1603/pa110004er0.jpg
Die erste PK mit Drucknummer von 1962, die zweite von 1974 und die letzte von 1982.

Freue mich jetzt schon auf das Buch dazu.

Gruss Andreas



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:10:11:15:46:30.

Bild 11

geschrieben von: Gürtler Andreas

Datum: 11.10.08 17:46

Da es mir keine Ruhe gelassen hat, wo dieses Bild aufgenommen wurde habe ich nochmals sehr sehr lange das Bild auf mich wirken lassen.
Und siehe da, es gibt die Lösung.
Der O-Buszug kommt von Südwest und befindet sich im Kreuzungsbereich der Ausfahrt der Straßenbahn am Kroatenweg.
Leicht im Hintergrund ist auf dem einen Haus die Schrift eines langjährigen Fotogeschäftes zu erkennen: Dickmann.

Gruss Andreas

Re: Längst historisch: Obusse in Magdeburg (m24B)

geschrieben von: Ivo Köhler

Datum: 11.10.08 18:18

Tony Laake schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo
>
>
> [img505.imageshack.us]
> pg
>
> Bild 1: Die neuesten Errungenschaften der LOWA,
> darunter ein Obuszug für Magdeburg (wo?).
>
> Das war glaube auf der Leipziger Messe, daneben
> das müsste der Berliner Großraum-Lowa-Zug sein.

Leipziger Frühjahrsmesse 1951. Der Großraumzug hatte da noch die Doppelscheinwerfer, mit denen er nie gefahren ist und war elektrisch ein hohler Vogel. Der vorgesehene Feinregler-Fahrschalter mit Pedalbedienung war noch in der Entwicklung beim späteren Funkwerk Köpenick, die diese dann an das (überlastete) LEW Hennigsdorf abgeben musste. Dort entstand dann der handbetätigte Unterflurschalter, mit dem der Zug 1952 wieder auf der Messe stand, nun erkennbar am Einfachscheinwerfer.

mfg

Re: Ein Lob für Ludger!

geschrieben von: Ivo Köhler

Datum: 11.10.08 18:47

Gürtler Andreas schrieb:
-------------------------------------------------------

> Sollte die nach Dresden abgegebenen O-Busse nicht
> die Basis für den Aufbau einer
> Generalreparaturwerkstatt für O-Busse bilden.
> Demnach sollte alle O-Busse aus der DDR hier einer
> Grundinstandsetzung unterzogen werden. Der
> abgebende Betrieb hätte dann schon bei der
> Anlieferung ein fertiggestelltes Fahrzeug gleich
> wieder in Empfang nehmen können ohne auf ein
> Fahrzeug im eigenen Betrieb zu verzichten. Hier
> kann Matti aber bestimmt eine bessere Auskunft
> geben.
> Wo ist den das Foto der beiden O-Busse eigentlich
> entstanden?

Sieht aus wie Blasewitz.

Ich muss in meinem Leben schon blödsinnigeres getan haben, weiß aber leider nicht, wann.
Douglas Adams

Re: Bild 11

geschrieben von: Ditmar

Datum: 12.10.08 02:47

Gürtler Andreas schrieb:
-------------------------------------------------------
> Da es mir keine Ruhe gelassen hat, wo dieses Bild
> aufgenommen wurde habe ich nochmals sehr sehr
> lange das Bild auf mich wirken lassen.
> Und siehe da, es gibt die Lösung.
> Der O-Buszug kommt von Südwest und befindet sich
> im Kreuzungsbereich der Ausfahrt der Straßenbahn
> am Kroatenweg.
> Leicht im Hintergrund ist auf dem einen Haus die
> Schrift eines langjährigen Fotogeschäftes zu
> erkennen: Dickmann.
>
> Gruss Andreas

Stimmt haargenau, Foto Dickmann fiel mir auch sofort auf. Ein paar Meter weiter links käme dann auch das Straßenbahngleis aus dem Kroatenweg kommend mit aufs Bild.

Ciao, Ditmar

Ein Lob....

geschrieben von: Jo

Datum: 12.10.08 21:54

Hallo Ludger,

auch von mir einen großen Lob zu Deinen hervorragenden Beiträgen über O-Busse.

Liebe Grüße

Jo

[www.technikmuseum-online.de]

[www.fotocommunity.de]

Vielen Dank für den Beitrag,

geschrieben von: dampfbahner

Datum: 14.10.08 18:27

der an ein längst verschwundenes Verkehrsmittel in meiner Heimatstadt erinnert.

Und nicht nur die Obusse sind verschwunden, sondern auch die Obushalle in Bild 21.

Bild 11 ist die Halberstädter Straße- Höhe Kroatenweg- als Zusammenfassung der Vorschreiber- heute sieht es dort auch anders aus.

Der Bauernhof im Bild 15 links ist abgerissen.

Das Positive: Die meisten Häuser sehen jetzt frischer aus.

Gruß aus Magdeburg

Klaus

zu Bild 1

geschrieben von: ludger K

Datum: 13.08.13 17:01

lt. Siegfried Hansel vom Archiv der Dresdner Verkehrsbetriebe AG:

Bild 1 entstand auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1953

Ein Lob dickes für Ludger ! (o.w.T)

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 14.08.13 13:11

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Viele Eisenbahnfans bekommen keine midlifecrises,
weil sie nie aus dem Status der Pubertät herauskommen. Deutliches Merkmal: Das Spielen mit Spielzeugbahnen im Mannesalter.