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 04 - Historisches Forum 

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Im Spätsommer 1958, am 24.September 1958, geschah auf der Eifelbahn Köln - Trier zwischen Gonrechtsmühle und Nettersheim ein tragisches Unglück.

Oftmals wurden zur damaligen Zeit neben dem planmäßigen Verkehr auch Lokomotiven die zur Untersuchung im AW Trier vorgesehen waren über diese Strecke gefahren.

Am 24. September 1958 war 23 080 (Bw Krefeld) als Lz 17130 mit eigener Kraft dorthin unterwegs. 23 080 verkehrte wohl soweit vor Plan, daß eine Kreuzung mit P 3515 aus Richtung Nettersheim sowie des nachfolgenden P 1555 in Gonrechtsmühle erforderlich wurde.
Der Blockwärter Gonrechtsmühle hatte bereits das Einfahrsignal für den P 3515 auf Fahrt gestellt, als Lz 17130 dort eintraf und ihre Fahrt mit unverminderter Geschwindigkeit an dem haltzeigenden Ausfahrsignal fortsetzte. Die folgende Weiche in das Streckengleis nach Nettersheim wurde aufgeschnitten und die Lz fuhr dem zu erwartenden Personenzug entgegen.

Der Blockwärter konnte den ca. 1,4 km hinter der Überleitstelle Gonrechtsmühle gelegenen Schrankenwärter des Schrankenposten 43 noch über die drohende Gefahr eines Zusammenstoßes informieren. Der Versuch des Schrankenwärters, die Lok anzuhalten, scheiterte jedoch.

Gegen 06:01 Uhr stieß 23 080 mit einer Geschwindigkeit von ca. 55 km/h im Streckenkilometer 60,8 mit den entgegenkommenden P 3515 zusammen. Wurde die 23 080 durch den Aufprall wieder in die entgegengesetzte Richtung zurückkatapultiert, schob sich bei dem Personenzug die hinter der 38 2965 (Bw Deutzerfeld) laufenden Wagen zusammen.

Nur der Kessel der 38 2965 hielt der Wucht des Aufpralls stand. Der Wannentender wurde zusammengestaucht, die Kuppelstangen wurden kalt verformt. Das Führerhaus wurde zwischen Kessel und Tender zusammen gedrückt.
Das geschlossene Führerhaus der 23 080 hielt dem Aufprall relativ unbeschadet stand.
Während 23 080 den Unfall relativ glimplich überstand-nach Behebung der Schäden kehrte sie wieder in den Betriebsdienst zurück-, wohl auch wegen des Umstands das sie alleine unterwegs war, entstand an der wesentlich älteren 38 2965 Totalschaden.

Die Obduktion des Lokführers der 23 080 ergab, daß dieser-entgegen der Fahrtrichtung auf dem Führerstand stehend-durch den Aufprall mit dem Hinterkopf auf die Kesselrückwand ums Leben kam. Dagegen hatte das Personal der P 8 keine Überlebenschance. Ihnen blieb nur noch der Versuch, mit einer Schnellbremsung, die Folgen des Unfalls zu mindern.

Neben den Personalen beider Lokomotiven wurden 4 Reisende getötet und 17 verletzt.

Zu einem Strafprozeß kam es nicht, da der Verursacher des Unfalls (das Lokpersonal der 23 080) nicht überlebt hatten.


Die Bilder der verunglückten 38 2965 waren für mich fast 25 Jahre später mit die ersten Bilder einer Unfall-Dampflok die Ich gesehen habe. Es waren erschreckende Bilder für mich. Da wurde mir bewußt welche Kräfte im Spiel gewesen waren. In der Ausgabe November 1998(Nr.314) des Eisenbahn Kurier gibt es auf den Seiten 60-62 auch einen ausführlichen Bericht mit reichlich Bilder zu diesem Unglück. Hier sah Ich dann erstmals zum Vergleich Bilder der 23 080 und es war erstaunlich den jeweiligen Zustand der Loks nach dem Zusammenstoß zusehen.

Möge mit diesem kleinen Bericht nochmal an dieses Unglück, die Opfer und Helfer erinnert werden !


Quellen :
EK 11/98 S. 60-62
EK Schröder/Wenzel - Die Preussische P 8 S.130




Hier das traurige Ergebnis in Bildern:

http://www.eisenbahnstiftung.de/bg/pics/2898.jpg

http://www.eisenbahnstiftung.de/bg/pics/2899.jpg

http://www.eisenbahnstiftung.de/bg/pics/2900.jpg

http://www.eisenbahnstiftung.de/bg/pics/2901.jpg

Viele Grüße
J.S.
(www.eisenbahnstiftung.de/bg)

Genau das sind die Bilder,....

geschrieben von: Holger Vohns

Datum: 29.09.08 09:33

die Ich kenne . Es ist erschreckend das zu sehen, genau wie seit neustem die Bilder von Dortmund Applerbeck aus 1966.

Herzlichen Dank für das einstellen der Bilder Joachim.