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 04 - Historische Bahn 

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110 001 (1 + 4 B.)

geschrieben von: Nobbi

Datum: 09.07.08 15:54

Immer wieder gesucht werden Bilder oder Zeichnungen der 110 001, auch zuletzt wieder hier im HiFo. Nun, zwei Bilder der Lok habe ich auch, hier eins davon:
http://www.lokfotos.de/fotos/1993/0707/18565.jpg

Ach so, ihr dachtet, hier wären Fotos der DB 110 001-5 (ex E 10 001) oder wenigstens der DR 110 001-5 (die nie DR V 100 172 war, aber später noch DR 201 001-5 wurde {und nicht die selbe Lok wie DB 201 001-5 ist}) zu sehen? Was tut man nicht alles, um an ein paar Klicks zu kommen? Bei dem Titel "Die Parkeisenbahn Halle 1993 (5 B.)" hätten viele doch unnötig danebengeklickt...

Während beide 201 001 noch existieren, ging die einzigartige E 10 001 Mitte der siebziger Jahre im AW Kassel den Weg allen alten Eisens. Ebenso einzigartig ist aber auch 110 001 der Parkeisenbahn Halle. Sie entstand 1983 auf der Basis zweier Grubenloks der LEW-Bauart El 9. Auf offenbar neueren Fotos ist sie mit der Betriebsnummer 112 753-9 zu sehen. Deswegen und weil sich die Homepage der Parkeisenbahn Halle "im Umbau" befindet und ich daher den aktuellen Stand nicht kenne, scheue ich mich auch nicht, diesen Exkurs auf schmalster Spur im HiFo zu veröffentlichen.

Obwohl ich bereits 1967, 1971, 1975 und 1988 zu Besuch bei meinen Verwandten in Halle war, haben mir diese die damalige Pioniereisenbahn stets vorenthalten. Erst 1993, am selben Tag, an dem der Besuch im Raw Halle stattfand, suchten wir sie erstmals auf. Vielleicht lag das auch daran, dass im Raw Halle gerade die erste Lok des Ursprungsbestandes der Pioniereisenbahn Halle in Arbeit war. Die ersten drei Loks waren mit eigentümlichen Führerhäusern versehene Ns2f von LKM. Sie trugen 1993 die Nummern 399 611 bis 613 und waren bis zur "Umzeichnung" (auch 01.01.1992?) offenbar als 299 601 bis 603 bezeichnet.

Und da tut sich bei mir eine Lücke im Verständnis der Pioniereisenbahnen der DDR auf: Sicherlich waren es staatlich organisierte Unternehmen, die der DR nahestanden. Aber außer der Pioniereisenbahn Wuhlheide ist mir keine andere Bahn bekannt, wo die Lokomotiven nach dem Reichsbahn-Schema bezeichnet wurden oder sogar zum Reichsbahnbestand gehörten. Und dann auch noch der dem Umzeichnungsplan vom 01.01.92 gerecht werdende Wechsel von Baureihe 299 auf 399 in Halle. Kann dazu jemand was sagen?

Hier sehen wir die Aufbauten der 399 611 (LKM 262216/59), die nach meinen Aufzeichnungen offenbar noch als 299 601-5 beschriftet war. Das Fahrwerk habe ich nicht im Bild festgehalten, aber irgendwo in der Nähe wird es sicher gewesen sein:
http://www.lokfotos.de/fotos/1993/0707/18518.jpg

Nachmittags suchten wir dann auf der Peißnitzinsel die Parkeisenbahn auf und konnten den gesamten restlichen Lokbestand ablichten, hier die 399 613-9 mit einem Zug im Bahnhof:
http://www.lokfotos.de/fotos/1993/0707/18558.jpg

Im Lokschuppen stand die blaue 399 612-1. Leider fehlen mir zu diesen beiden Ns2f die Fabriknummern:
http://www.lokfotos.de/fotos/1993/0707/18560.jpg

Erst kurz vorher hatte man diesen Grubenzug mit einer originalen El 9 hergerichtet. Zu dieser Lok habe ich "Gollingen 1982, El 9-17" notiert:
http://www.lokfotos.de/fotos/1993/0707/18563.jpg





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:04:00:07:55.

Vorsicht! Verarsche... ;-)))

geschrieben von: rolf koestner

Datum: 09.07.08 16:19

Ist auf keinen Fall die E 10 001!


Bis neulich

Rolf Köstner


Re: 110 001 (1 + 4 B.)

geschrieben von: Peter

Datum: 09.07.08 16:20

Moin!

Nobbi schrieb:
Zitat:
"Was tut man nicht alles, um an ein paar Klicks zu kommen? Bei dem Titel "Die Parkeisenbahn Halle 1993 (5 B.)" hätten viele doch unnötig danebengeklickt..."

Aber mit Neffen - aeh. Nichten!

Parkeisenbahnen (frueher Pioniereisenbahnen, noch frueher Liliputbahnen) sind ein tolles Thema, leider oftmals zu wenig beachtet: interessante Loks, Betrieb streng nach (eigenem!) Regelwerk (nun, diente ja auch der "Ausbildung" spaeterer Eisenbahner, daher gab es eine BO-P), meist schoenes Umfeld, an manchen Tagen auch mal Gueterverkehr, Parallelfahrten o. ae. Die Liliputbahnen waren schon mal Thema hier, auch die Bahn im Rheinpark.

Vielen Dank dafuer!

Gruss von

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind.
Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.

Re: 110 001 (1 + 4 B.)

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 09.07.08 18:34

http://img124.imageshack.us/img124/3154/bopux7.jpg

Richtig es gibt die 142 Seiten dicke Bo P.

Wen wundert so das, immerhin hat ja die Drachenfelsbahn auch eine eigene Bo. Die Bo Drach.

MfG
de eifelindianer

so war es in Leipzig

geschrieben von: der Mitteldeutsche

Datum: 09.07.08 19:21

Zitat:
Nobbi
Und da tut sich bei mir eine Lücke im Verständnis der Pioniereisenbahnen der DDR auf: Sicherlich waren es staatlich organisierte Unternehmen, die der DR nahestanden.

Die Leipziger Pioniereisenbahn war seinerzeit Eigentum der Stadt Leipzig, der Betrieb unterstand direkt dem Rat der Stadt. Das Eigentumsmerkmal "Rat der Stadt Leipzig" war dereinst sogar am Führerhaus der Dampflok angeschrieben.

Der Leiter der Bahn war beim Rat der Stadt angestellt, ebenso der pädagogische Leiter, letzterer war verantwortlich für Ausbildung und Anleitung der Pioniereisenbahner. Ein weiterer Betriebshelfer (u.a. mit den einem Hausmeister vergleichbaren Arbeitsaufgaben, aber auch anderen, mit dem direkten Betrieb in Zusammenhang stehenden Kompetenzen) sowie die beiden Lokführer wurden während der Sommersaison von der DR zur Verfügung gestellt.

Von der DR kam auch massig Unterstützung in eisenbahnbetrieblichen Belangen. So wurden das Stellwerk (immerhin angeblich das erste Gleisbildstellwerk der früheren RBD Halle [bis in die 80er zwei Signale, vier Weichen und eine Gleissperre, später erweitert]) sowie die drei Schrankenanlagen von der Signal- und Fernmeldemeisterei Leipzig instandgehalten, für die Gleise zeichnete die Bahnmeisterei Leipzig-Wahren verantworlich und die Dampflok verbrachte Teile des Winters zur Inspektion in der Werkstatt des Bw Leipzig Süd (wenn sie nicht zur HU im Raw Görlitz war).

Auch die Uniformen spendierte die DR. Die "Großen" (ab etwa 14-15 Jahre) bekamen die gleiche Kleidung wie die normalen Eisenbahner direkt aus dem Kleiderkammer am Hbf. Die "Kleinen" erhielten speziell für sie entwickelte Modelle, wobei die Sommeruniform aus einem dunkelblauem, kurzärmligen Hemd mit aufgesetzten Taschen und einer dazu passenden kurzen Hose bestand. Ergänzt durch ein Käppi und dem obligatorischen Pionierhalstuch. Mensch, waren wir stolz!!!

All das wurde meines Wissens ohne Kostenrechnung durch die DR erbracht, im Gegenzug nahmen jährlich etwa 10-15 hochmotivierte und im Eisenbahnbetrieb gut vorgebildete Jugendliche (das war damals etwa die Hälfte eines Jahrganges) eine Lehre bei der DR auf.

Die Pioniereisenbahner selbst gehörten im Übrigen einer speziellen Arbeitsgemeinschaft des "Hauses der Jungen Pioniere" an, von wo auch die "politische Arbeit" organisiert wurde. Letzteres hielt sich bei der Pioniereisenbahn in Leipzig jedoch in Grenzen.

Ähnlich dürften die Eigentums- und Betriebsverhältnisse auch bei den anderen Pioniereisenbahnen in der Republik gewesen sein.



Zitat:
Nobbi
Aber außer der Pioniereisenbahn Wuhlheide ist mir keine andere Bahn bekannt, wo die Lokomotiven nach dem Reichsbahn-Schema bezeichnet wurden oder sogar zum Reichsbahnbestand gehörten.

Ob die Loks und/oder die Anlagen in der Wuhlheide tatsächlich zur Reichsbahn gehörten oder nur so aussahen, entzieht sich meiner Kenntnis. Möglich wäre es, die Hauptstadt war ja in vielen Dingen was Besonderes.

Dem DR-Schema nachempfunden war jedoch auch die Loknummer der Leipziger Liliput-Dampflok. Bei ihrer Herrichtung für die Pioniereisenbahn Leipzig wurde die Lok dem Aussehen der DR-Einheitsdampfloks angeglichen und aufgrund ihrer Achsfolge der BR 03 "zugeordnet". Anfangs hieß sie 03 215, das soll wohl die erste freie Nummer nach der letzten DR-Serien-Lok 03 214 gewesen sein. Kann das hier jemand von den Historikern bestätigen? Ab Anfang der 70er hieß sie dann 03 1002-9. Warum die Nummer mit der EDV-Umbezeichnung gewechslt hat, ist mir nicht bekannt. Es könnte einen Zusammenhang dahingehend geben, dass es die 2. Lok einer Kleinserie von 3 Loks war, die bis Ende der 40er der früheren Feldbahnfirma Brangsch aus Engelsdorf (b. Leipzig) gehörten. Die erste und dritte Lok dieser Kleinserie fahren bis heute weitgehend in Originalausführung bei der Pionier- bzw. Parkeisenbahn im Großen Garten in Dresden, dort (so glaube ich mich zu erinnern) unter den Nummern 1 und 3.

Edit: Ergänzungen



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:09:20:39:07.

Re: so war es in Leipzig

geschrieben von: Peter

Datum: 10.07.08 08:35

Hallo Mitteldeutscher!

Da ich zu doof bin, hier korrekt zu verlinken (ich krieg das mit der Quelle nicht hin, das Einfuegen an sich ist klar), erlaube ich mir, hier auf einen alten Thread vom 27.07.2006 hinzuweisen: "Potpourri zum Einstand (viel Text - und ein paar Ergänzungs-Fragen)". Mit der Suchfunktion findest Du den - da steht alles ueber die Liliput-Loks drin.

EDIT: Hier[drehscheibe-online.ist-im-web.de]

(Vielen Dank fuer die Hilfe!)

Gruss aus Stuttgart

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind.
Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:14:15:39:50.

hier die genauen Daten des Peißnitz-Expreß

geschrieben von: ludger K

Datum: 10.07.08 10:38

399 611, B-dm, LKM 262216/1959, 30 PS, Ns2f mit Neuaufbau, ehemals 299 601, btf.
399 612, B-dm, LKM 248879/1957, 35 PS, Ns2f, 1967 ex Ingenieurbaubetrieb (Berlin), btf.
399 613, B-dm, LKM 248875/1957, 35 PS, Ns2f, 1967 ex Ingenieurbaubetrieb (Berlin), btf.
399 614, B-dm, LKM 260085/1958, 15 PS, Ns1b, 1994/95 Neuaufbau im Raw Halle aus Schrottlok (500 mm), 1994 ex Waldeisenbahn Muskau, bis 1992 Brikettfabrik Haidemühl des BKW Knappenrode, btf.
???, B-dm, LKM 248444/1954, Ns2f, 1997 ex Baugruppe Köhler, zuvor Werk Halle-Bruckdorf der VEB Ziegelwerke Halle (826), seit 1999 Denkmal
201 001 (Akkulok!), Bo'Bo', Bw Halle G 1983, 4 x 4,4 kW (ex Nr. 110 001), Neuaufbau auf Basis zweier Grubenloks El 9 (ex Kupfergruben Mansfeld), btf.
El 9-17, Bo, Göllingen 1982, 9 kW, El 9, 1992 ex Mansfeld-Kombinat (Schacht Niederröblingen), btf.
TUE 600 „Metallist“, Bo, BBA Aue 46470/1957, 5,2 kW, Typ Metallist, urspr. SDAG Wismut (Aue), btf.

Staatsbahnartig beschriftet sind auch die beiden Geraer Parkbahndieselloks:
399 310, B-dh, Lucenec 008/1965, 60 PS, 1977 ex Pioniereisenbahn Berlin (V 06 001), btf.
399 312, B-dh, Lucenec 058/1966, 60 PS, 1977 ex Pioniereisenbahn Berlin (V 06 002), btf.
EA 44-02 (Akkulok), Bo'Bo', EA KFB 1999, 8,4 kW, Nachbau der EA 44-01, btf.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:10:10:56:26.

Re: so war es in Leipzig

geschrieben von: der Mitteldeutsche

Datum: 10.07.08 17:14

Peter schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Mitteldeutscher!
>
> Da ich zu doof bin, hier korrekt zu verlinken (ich
> krieg das mit der Quelle nicht hin, das Einfuegen
> an sich ist klar), erlaube ich mir, hier auf einen
> alten Thread vom 27.07.2006 hinzuweisen:
> "Potpourri zum Einstand (viel Text - und ein paar
> Ergänzungs-Fragen)". Mit der Suchfunktion findest
> Du den - da steht alles ueber die Liliput-Loks
> drin.
>
> Gruss aus Stuttgart
>
> Peter

Interessanter Bericht, danke für den Hinweis!

Leiser muss ich Dir aber bei der Angabe der Loknummer der Leipziger Lok widersprechen. Die Lok lief wirklich bis Anfang der 70er unter der Nummer 03 215, danach als 03 1002-9. Erst nach der Wende Anfang der 90er erhielt sie die jetzige auch von Dir angegebene Nummer 03 002. Beweisfotos kann ich leider im Moment nicht liefern, die liegen in einer Kiste, die ich heute aus Zeitgründen nicht plündern kann. Außerdem tu ich mich auch etwas schwer mit dem Einstellen von Fotos :-( Vielleicht versuche ich es mal am Wochenende.

Aber auf die Aussagen kannst Du Dich getrost verlassen, ich war Mitte der 80er selbst sechs Jahre lang Pioniereisenbahner in Leipzig und hab die Lok daher zumindest mit der zweiten Nummer regelmäßig live erlebt. Seinerzeit haben wir zudem Postkarten verkauft, auf denen die Lok noch mit der ersten Nummer zu sehen war.

Gruß Peter (welch Zufall!)

Re: so war es in Leipzig

geschrieben von: Peter

Datum: 11.07.08 08:50

Moin!

Also auf Deine Aussage (zumal als Zeitzeuge aus erster Hand) verlasse ich mich gern - muss ich meine Unterlagen mal ergaenzen.

Es zeigt aber (wieder einmal), dass "die geballte HiBaFo-Kompetenz" fast alle Raetsel zu loesen in der Lage ist...

Gruss aus Bautzen

Peter

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