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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Über die Landshuter Obusse hatte ich bereits hier [www.drehscheibe-foren.de] geschrieben. Der überarbeitete Beitrag ist inzwischen wieder online. Hier nun ein im Hinblick auf das zweibändige Buchprojekt „Obusbetriebe in Deutschland“ vorbereiteter Rohtext sowie weitere Fotos.

Als Ersatz für die bei einem Luftangriff im 2. Weltkrieg zerstörte und nicht mehr reparable meterspurige Straßenbahn begann nach Kriegsende die Planung eines Obusnetzes, das den abseits gelegenen Hauptbahnhof mit der Stadtmitte und wichtigen Vororten verbinden sollte. Trotz der Nachkriegsprobleme und Mangelerscheinungen gelang am 27.11.1948 die Inbetriebnahme eines Netzes mit 2,5 km Streckenlänge:
Linie 1: Hauptbahnhof – Achdorf, alle 15 Minuten
Linie 2: Siedlung – Hauptbahnhof – Achdorf, alle 20 Minuten
Linie 3: Siedlung – Hauptbahnhof – Schönbrunn, alle 30 Minuten
Neben drei Endschleifen gab es ursprünglich eine Wendeschleife (am Hauptbahnhof) und 18 Fahrdrahtweichen. Das Netz war durchweg zweispurig, abgesehen von einem kurzen Abschnitt in der Wolfgang-Siedlung. Zunächst waren die Obusse in einer provisorischen Halle untergebracht, die man im Verlauf der Schönbrunner Strecke an der Niedermayerstraße durch Umbau geschaffen hatte, bis die Städtischen Werke im Jahr 1960 kurz hinter der Schleife Schönbrunn einen Neubau für zwölf Obusse, fünf Dieselbusse und drei Anhänger errichteten. Die Umfahrung des neuen Betriebshofs diente zugleich als Obusendschleife.
Abgesehen von geringfügigen Korrekturen blieb das Obusnetz von 8,4 km Linienlänge bis 1964 unverändert, obwohl Stimmen laut wurden, daß die Fahrleitungen das Stadtbild beeinträchtigen würden und daher beseitigt werden müßten. Für den Umbau der Brücke über die DB-Gleise am Hauptbahnhof und der Änderung der Auffahrtsrampen wären erhebliche Fahrleitungsumbauten angefallen. Zudem waren bereits zwei ergänzende Linien mit fabrikneuen Einmann-Dieselbussen eingerichtet worden, während die aus den ersten Nachkriegsjahren stammenden Obusse und Anhänger ausmusterungsreif waren. Somit stellte man die Obuslinie 3 auf Dieselbusse um und demontierte sogleich die Fahrleitung zwischen Hauptbahnhof und Wolfgang-Siedlung. Auf der Linie 3 verkehrten durchgehend Dieselbusse, die in Hauptverkehrszeiten ab Hauptbahnhof durch Obusse ergänzt wurden. Der ab 22.5.1966 gültige Fahrplan (mit acht neuen MAN-Einmannbussen) brachte eine grundlegende Änderung der gesamten Linienführung, auch teilweise durch Straßenzüge ohne Fahrleitung, so daß der reguläre Obusbetrieb – abgesehen von wenigen Einsatzwagen – zum Erliegen kam.

Der Obuspark
Nr. 1 / 101: Krauss-Maffei/Rathgeber/BBC 1948, nur für Schaffnerbetrieb, neuer Aufbau Fa. Rupflin, 1964 ausgemustert
Nr. 2 / 102: Henschel/Wegmann/SSW 1948, nur für Schaffnerbetrieb, 1965 ausgemustert
Nr. 3 / 103: Henschel/Wegmann/SSW 1948, nur für Schaffnerbetrieb, 1964 ausgemustert
Nr. 4 / 104: Henschel/Wegmann/SSW 1948, nur für Schaffnerbetrieb, 1964 ausgemustert
Nr. 5 / 105: Henschel/Wegmann/SSW 1948, nur für Schaffnerbetrieb, 1964 ausgemustert
Nr. 106: MAN/MAN/SSW 1949, nur für Schaffnerbetrieb, 1965 ausgemustert
Nr. 107: Krauss-Maffei/Kässbohrer/BBC 1950, nur für Schaffnerbetrieb, urspr. Vorführwagen, i.B. ab 5.6.1951. 1965 ausgemustert
Nr. 108: MAN/Kässbohrer/BBC 1954, Schwingtüren, 22.5.1966 ausgemustert
Nr. 109: MAN/Kässbohrer/BBC 1954, mit Hilfsantrieb und Falttüren, 22.5.1966 ausgemustert
Nr. 110: MAN/Kässbohrer/SSW 1960, Sept. 1960 ex Heilbronn (210), 22.5.1966 ausgemustert
Nr. 111: MAN/Kässbohrer/SSW 1960, Sept. 1960 ex Heilbronn (212), 22.5.1966 ausgemustert
Nr. 112: MAN/Kässbohrer/SSW 1960, Sept. 1960 ex Heilbronn (211), 22.5.1966 ausgemustert
Die Anhänger
21 bis 23: Rathgeber 1949, nur für Schaffnerbetrieb



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Bild 1-2: MAN-Werkfotos des Obusses 108 (Typ MKE 2, Baujahr 1954) mit Parallelschwingtüren.


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Bild 3: Ein Vorführwagen von Krauss-Maffei, Kässbohrer und BBC Anfang 1953 in Wiesbaden. Später lief er in Landshut.


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Bild 4: Der Obus 107 vor der Schoch-Kaserne.


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Bild 5: Ein zweitüriger Rathgeber-Anhänger im Depot (1950).


http://666kb.com/i/csjskx6wz568v8wvc.jpg

Bild 6: Der Obus 108 am 20.2.1955 am Bahnhof.


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Bild 7: Das provisorische Depot an der Niedermayerstraße wurde bis 1960 genutzt.


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Bild 8: Ein Henschel-Obus an der Endschleife Achdorf der Linie 1.


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Bild 9: Der Obus 101 am Hauptbahnhof.


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Bild 10: Obus 106


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Bild 11: Obus 101, gebaut 1948 von Rathgeber, ab 1956 mit Neuaufbau der Münchener Firma Rupflin, im März 1957 am Herzog-Georg-Platz.


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Bild 12: Obus 105 im Juni 1951 in Schönbrunn.


http://666kb.com/i/csjsnrsbmexv6heug.jpg

Bild 13: Obus 107 im Frühjahr 1953


http://666kb.com/i/csjso6oy42wo8rnfs.jpg

Bild 14: Obus 101 im Frühjahr 1953


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Bild 15: Obus 105 an der Schoch-Kaserne, 1953.


http://666kb.com/i/csjsovi5adihqtgmg.jpg

Bild 16: Obus 107


http://666kb.com/i/csjspb4xlg51fwlew.jpg

Bild 17: Obus 106 im Frühjahr 1953.



http://666kb.com/i/dp6xwsh7kuikz5mmj.jpg




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:10:10:23:03:36.

schöööööön...

geschrieben von: sepruecom

Datum: 23.06.08 03:57

schöne Bilder hast du da über den O-Bus von Landshut, der leider nur eine recht kurze Zeit existierte...

Hast du auch noch Bilder von der Straßenbahn?

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
Welche Vielfalt an Ausführungen in dieser kleinen Stadt...

Auch die Nebendarsteller wissen zu gefallen.

Gruß vom Modellebahner
Ein wirklich schöner und sehenswerter Bilderbogen. Diese Fahrzeugvuielfalt vermag wirklich zu begeistern - und die Details am rande sind eh immer sehenswert

Präzisierung der Aufnahmestandpunkte

geschrieben von: hdk

Datum: 23.06.08 15:22

Hallo Ludger,

zunächst wieder einmal ein großes Dankeschön für eine weitere, hochinteressante Bildreihe.
Zu den Aufnahmen wäre noch zu ergänzen, wo diese genau aufgenommen wurden:
Bild 10 Dreifaltigkeitsplatz
Bild 13 Altstadt
Bild 17 Altstadt

Gruß

Hans

Re: Präzisierung der Aufnahmestandpunkte

geschrieben von: Pängelanton

Datum: 23.06.08 21:32

Einfach sagenhaft, wie diese Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit in den Straßen so rüberkommt und wie viel es auf den Bildern zu entdecken gibt.
Vielen, vielen Dank für diesen zweiten Bericht aus meiner Heimatstadt Landshut. Wieder einmal tolle Bilder, die ich noch nicht vorher gesehen habe. Vor allem über Wagen 101 in seiner ursprünglichen Gestalt hatte ich bis jetzt nur Vermutungen. Bleibt nur zu Ergänzen zu den Aufnahmepunkten:

Bild 14: Schleife Hauptbahnhof
Bild 16: Haltestelle Zweibrückenstraße Richtung Altstadt

Was mich auch als Landshuter überrascht, ist die in diesem Beitrag abgebildete Haltestelle Hauptbahnhof, die offensichtlich woanders liegt als die mir bekannte im letzten Beitrag. War die Schleife vor dem Neubau des Bahnhofs woanders? Vielleicht weiß ja jemand bescheid. Übrigens, Das alte Obus-Depot am Friedhof (Bild 7) stand so noch bis vor wenigen Jahren, selbst die Einführungen für die Oberleitungen über den Türen waren noch zu erkennen. Inzwischen steht dort die neue Feuerwache. Sind in dem Fotoarchiv zufällig auch Aufnahmen von den ersten Landshuter Dieselbussen oder von den Bussen der Firma Sauer vorhanden, die damals auch Linienverkehr in und um Landshut betrieben hat? Solche suche ich auch schon ewig ohne Erfolg...

Vielen Dank,
Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:01:16:08:14.
Wenn ich mir das Bild vom Bahnhof genau anschaue, erkenne ich links vom Bus hinter einem Gebäude ein Dach.
Das könnte das Stellwerk Lo (zw. Gleis 5 und 6) gewesen sein.
Dann wäre das große Gebäude hinter dem Bus das Basa-Gebäude. Das existiert heute noch zwischen dem jetzigen Empfangsgebäude und der Post.
Zum damaligen Zeitpunkt war das jetzige Post-Gebäude noch nicht vorhanden. Die damalige Post lag etwa auf gleicher Höhe etwas weiter südlich, im Bereich wo jetzt die Straße ist.
Insofern wäre die Haltestelle praktisch identisch mit dem jetzigen Busbahnhof der Stadtwerke.
Bedenke, daß der landshuter Bahnhof zerbombt war und das Empfangsgebäude erst neu gebaut wurde.
Das Bild wird somit wohl in der Zeit vor Errichtung des Gebäudes entstanden sein.
Ich habe diesen Beitrag in ausgedruckter Form dem landshuter Eisenbahn-Kenner Günter Begert vorgelegt.
Er hat sich sehr gefreut und war überrascht über die gute Qualität der Fotos.
Aus seinen Erinnerungen als Fahrschüler der Nachkriegsjahre kennt er auch die Obusse.
Folgendes sollte ich weitergeben:
Für die Bushaltestelle am Bahnhof in den ersten Nachkriegsjahren machte nur der Bereich vor der provisorischen Bahnhofsbaracke Sinn. Der Bereich weiter westlich war mit Stacheldraht abgesperrt, hier befand sich ein Trümmerfeld mit den Resten des zerstörten Betriebshauptgebäudes. Stadteinwärts war nach der Post aber noch vor der Flutmuldenbrücke (verm. im Bereich der heutigen Mainburger Brücke) auch noch eine Haltestelle.
Bei den landshuter Stadtwerken müßte es ein Archiv mit Plänen oder Bildern geben.
Er erinnert sich auch an einen Rathgeber-Bus, der für damalige Verhältnisse sehr moderne Formen hatte.
Innerstädtisch wurde wie auch heute noch über die Rosengasse und Grasgasse Ri. Niedemayerstr. gefahren. An den Gebäuden fand man noch lange die Aufhängungen der Fahrleitung.
Danke für die Ergänzungen, jetzt ist mir die Situation am Bahnhof klar geworden. Das Archiv der Stadtwerke kenne ich, ich durfte es einmal durchforsten und habe mir von Fahrplänen, Fahrzeuglisten und einigen Fotos Kopien machen dürfen. Mit Fotos aus der Obus-Zeit sieht es dort aber relativ mager aus. Es gibt nur einige wenige richtig schöne Fotos aus der Eröffnungszeit, daher sind die hier gezeigten Bilder vom Umfang, ganz zu schweigen von der Qualität her eine wirkliche Bereicherung. Deshalb bin ich auch weiterhin auf der Suche nach Fotomaterial aus dieser Zeit.

Ich kann auch bestätigen, daß selbst heute noch einige Masten und Mauerrosetten der Fahrdrahtverspannung zu finden sind. Betonmasten finden sich z.B. gegenüber des ehemaligen Depots am Hauptfriedhof. In der Niedermayerstraße hängt vom Friedhof bis zur Konrad-Adenauer-Straße an den ehemaligem Fahrleitungsmasten aus Stahl (erkennbar an der typischen massiven Form) die Straßenbeleuchtung, die ebenfalls verspannt ist.

Vielen Dank,
Martin.

vielen herzlichen Dank für die vielen Ergänzungen!

geschrieben von: ludger K

Datum: 19.08.08 22:33

Da haben sich mal wieder einige Lücken im Puzzle gefüllt. Inzwischen habe ich noch weitere Infos erhalten, so daß der Text schon einiges umfangreicher geworden ist. Aber eine große Bitte:

Könnte ich vielleicht Scans der Stadtwerke-Fotos erhalten? Ich kenne ein schönes Bild eines alten MAN-Obusse mit Anhänger und viel Personal davor. Das Bild war in einer Broschüre (vmtl. von 1992), darunter ein Bild aus meiner Sammlung der Einfahrt zum alten Depot. Ich würde mich freuen. Meine Adresse: ludger.kenning@web.de

Viele Grüße
Ludger

Danke für das Wiedereinstellen der Fotos! (o.w.T)

geschrieben von: almelo

Datum: 10.10.14 23:05

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Nennung des Fotografen?

geschrieben von: Gleis MA 11-12

Datum: 13.10.14 01:41

Hallo Herr Kenning,

ein Hinweis auf den Fotografen der Bilder wäre angemessen.
Ich vermute einen Herrn Stock.

Gruß aus Mannheim
RZ