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 04 - Historische Bahn 

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"Nicht sachgemäßer Gebrauch" (m2B)

geschrieben von: Hilfszug

Datum: 26.04.08 08:45

Mitte der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts zeigte sich der Wandel im Schienengüterverkehr weiterhin deutlich. Es wurden weniger aber größere Ladeeinheiten benötigt, der Verkehr zu "kleinen" Kunden in der Fläche nahm beständig ab und wurde wohl so richtig auch nicht gewollt. Es bildete sich ein beachtlicher Überhang an nicht mehr benötigten Wagen.
Gleichzeitig hatte man durch Betriebseinstellungen Strecken übrig, die man aus "übergeordneten" Gründen nicht entsorgen konnte.

Was lag also näher, als diese Strecken mit diesem Wagenmaterial vollzustellen ("was die WLE kann, können wir schon lange"), auch wenn das den zugedachten Sinn der Komponenten etwas entfremdet, in gewisser Weise ein "unsachgemäßer Gebrauch" des Materials. Das sah dann so aus:
http://img76.imageshack.us/img76/645/tsrv0.jpg

Da weder Oberleitungen, Freileitungen, Gewitter oder irgend eine Spur von Leben in der Nähe war:
http://img366.imageshack.us/img366/8761/berblickhollichgwhochrevn0.jpg

Die endlose Schlange bestand aus Ts, Tis und Tds-Wagen und zog sich nur durch die Bahnübergänge unterbrochen zwischen Burgsteinfurt und St. Arnold hin, hier aufgenommen im Bereich Hollich.

Glück auf!
Hilfszug

Nichts ist so beständig wie die Änderung.

YES! We (S)CAN! Der "Freund" liest mit!

Ein großer Teil der fehlenden Aufnahmen zu meinen älteren Münsterland-Beiträgen findet sich auch auf verschiedenen Internetseiten zum Thema "Eisenbahnen im Münsterland".




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:04:26:12:35:18.

Eine andere Variante....

geschrieben von: schotterwächter

Datum: 26.04.08 09:34

...war Ende der 80er Jahre die weitere Nutzung von "überflüssigen" westdeutschen Bahnmaterial durch die Deutsche Reichsbahn.
Neben Güterwagen mit typischer westdeutscher "Sparfarbgebung", tauchen damals auch Ad- und Bd-Bahnbehälter auf, welche mit vollständigen (West-)Nummernschild im Dienste der Reichsbahn tätig waren. Vorteil dieser Behälter war aus der Sicht der Kunden damals ihre leichte Benutzung, denn sie rollten ganz leicht - während die DR-Behälter sehr, sehr schwerfällig waren, was wohl einerseits am Eigengewicht und andrerseits an dem verwendeten Rädern/Kugellagern lag.

Ähnliche Situation bei der CFR

geschrieben von: ferrocarril del Sur

Datum: 26.04.08 14:30

Hallo zusammen,

ähnliche Situationen präsentieren sich in den Vorfeldern der großen rumänischen Bahnhöfe. Hier fährt man ebenfalls an endlosen Schlangen ausgemusterter, z.T. halb-ausgeschlachteter Güter- und Personenwagen vorbei. Ob das mit Ersatzteilwirtschaft oder der Scheu etwas zu verschrotten, was später noch mal von nöten sein könnte zusammen hängt, entzieht sich meiner Kenntnis. Nun, der Stahlhunger des Chinamanns wird da wohl einen Schlußstrich darunter setzen.

Erstaunlich auf den Bilder: Die Schiebewandwagen waren doch noch gar nicht so alt?

Viele Grüße von Jan Olaf

Keine neue Idee...

geschrieben von: HLeo

Datum: 26.04.08 17:12

Das konnte die Bundesbahn auch schon in den 70er Jahren. Damals sah ich eine Unzahl offener Güterwagen (möglicherweise Zuckerrüben-Reserve) auf der nutzlosen Strecke zwischen Dannenberg und der ehemaligen Elbbrücke abgestellt.

Re: Ähnliche Situation bei der CFR

geschrieben von: modellebahner

Datum: 26.04.08 19:03

ferrocarril del Sur schrieb:
-------------------------------------------------------

> Erstaunlich auf den Bilder: Die Schiebewandwagen
> waren doch noch gar nicht so alt?

Es fehlte an der passenden Ladung.

Gruß vom Modellebahner

Re: "Nicht sachgemäßer Gebrauch" (m2B)

geschrieben von: Bahnfrosch

Datum: 26.04.08 21:03

Beispiel bei der DR war der Abschnitt Bücknitz-Rogäsen der Strecke Wusterwitz-Ziesar, dort wurden gedeckte Güterwagen abgestellt, wohl auch, um die Strecke vor dem Zuwachsen zu schützen. Habe ich aber leider nie fotografiert, nach der Wende waren plötzlich alle Wagen weg (das stillgelegte Gleis liegt noch heute).

Gruß Bahnfrosch

[lokfan.npage.de]

Re: "Nicht sachgemäßer Gebrauch" (m2B)

geschrieben von: diblom

Datum: 27.04.08 00:55

Hallo zusammen,

auch ich kann hier meine Erfahrungen beisteuern. Sie gehören zu meinen ersten Bildern dessen, was man "eisenbahnerische Sozialisation" nennt.
"Tatort": Der Bahnhof Dombühl (Strecke Nürnberg - Crailsheim). Die ersten 2 Kilometer der abgebauten Strecke nach Rothenburg über Schillingsfürst. Hier waren etwa 20 Gbs oder andere G - Wagen abgestellt.
Zeit der "Beobachtung" September 1975, Januar 1976 und 1978 und April 1980.
Diese Wagen habe ich immer dann gesehen, wenn ich zu Großmutter nach Dinkelsbühl gefahren bin. Der Bus fuhr nämlich vom Bahnhof aus zunächst westlich, um dann die sog. "Romantische Straße" - sprich die B 25 - zu erreichen und auf ihr die Hauptstrecke zu unterqueren. Da sah man sie.
(Leider kann ich so ein Bild nicht aus meinem Gedächtnis in Pixel verwandeln).
1980 und 1981 bin ich dann mit dem Zug nach Dinkelsbühl gefahren. Der fuhr immer von Dombühl aus gleich östlich und dann südlich. Da sah man nichts. Die Wagen waren nur Richtung Stuttgart zu sehen, leider weit weg vom Bahnhof.
1983 bis 1985 wurde Dombühl elektrifiziert. Und die Dinkelsbühler Strecke im Personenverkehr stillgelegt.
1985 bin ich die Stuttgarter Strecke regelmäßig gefahren (Wehrdienst im Württembergischen). Da sind sie mir dann nicht mehr aufgefallen. Vielleicht entsorgt, sprich verschrottet (ist ja nicht die ökologisch gute Art, Abfall zu entsorgen).
1986 kann ich mich aber an andere, abgestellte G-Wagen erinnern. Beispielsweise in Röslau zwischen Marktredwitz und Hof. Diese Wagen sind nur vorübergehend wegen Fristüberschreitung abgestellt und dann später wieder in Betrieb genommen, weil man sie brauchte.

Im Jahr 1989 und im ersten Jahr meinenr Münchner Zeit machten in der Wasserburger Ecke solche Wagen mit im Rahmen des Tschernobyl - Unglücks verseuchtem Molkepulver von sich Reden. Sie wurden nach längerer Zeit auch beseitigt.

Herzliche Grüße aus München


Eckhard Blomeyer

Re: "Nicht sachgemäßer Gebrauch" (m2B)

geschrieben von: Tobias Buers

Datum: 12.05.08 09:51

Auch kurz hinter dem Bahnhof Achterberg (bei Bentheim) standen, hinter dem Abzweig der "Neubaustrecke" zum Bw-Depot Ochtrup-Brechte, sehr viele nicht mehr benötigte Güterwagen auf dem Ast der alten BE-Strecke nach Gronau (vor allem Schiebewandwagen "Railship" und Kesselwagen) die anscheinend nicht mehr benötigt wurden. Ein Kesselwagen trug als Rev.-Datum den 08.06.1979.
Irgendwann zu Beginn dieses Jahrzehnts verschwanden sie dort; Ziel unbekannt; vermutlich der Schneidbrenner.
Ebenso im Bahnhof von Altenrheine. (Rheine - Quakenbrück) Hier waren auf Seitengleisen überwiegend alte Kokswagen abgestellt die dann von einer örtlichen Entsorgungsfirma an Ort und Stelle zerschnitten wurden. Auch Ende der 1980er Jahre.

Sehr interessant: der beschrankte Bahnhübergang im Hintergrund auf Bild 2. Dieser Weg ist nur ein Feldweg aber trotzdem beschrankt und nach langen Regenfällen selbst mit dem Rad unpassierbar. Genauso wie die Bahnstrecke.
(war gestern erst da) Bei der Bundesbahn gab es eben alles.


Frohe Pfingsten
Tobias



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:05:14:10:51:35.

Re: "Nicht sachgemäßer Gebrauch" (m2B)

geschrieben von: knuffelbaer

Datum: 12.05.08 12:17

Hallo,
um auch etwas beizusteuern ;-)...

Ich erinnere mich noch daran, wie vor einigen Jahren (ich glaube in den 90ern des letzten Jahrhunderts) auf der KBS 757, also Aalen-Ulm, im Bf Sontheim/Brenz, auf der damals noch vorhandenen Abzweigung der ehemaligen Strecke Sontheim - Günzburg (oder wars Dillingen? - weder noch... Gundelfingen) einige offene Güterwagen, die hauptsächlich zum Rübentransport verwendet wurden, abgestellt waren. Spätestens seit dem Umbau auf 160km/h und der Sanierung der Strecke liegt dieser Streckenteil brach, und ist bestimmt schon abgebaut...

Viele Grüße
Wolfgang
Edith hat herausgefunden, dass die Zweigstrecke nur bis Gundelfingen geht....



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:05:12:12:21:56.

Re: "Nicht sachgemäßer Gebrauch" (m2B)

geschrieben von: Lok82008

Datum: 16.08.11 13:19

Altenrheine ist ein gutes Thema, 2007 oder 2008 stand ein Betonzug der Bentheimer Eisenbahn dort auf dem einzigen noch verbliebenen Seitengleis herum. Das habe ich mir angeschaut, es stand alles bis zur Gleissperre voll. Dieser Zug wurde meines Wissens verschrottet.
Im südlichen Oldenburger Rbf in Kreyenbrück standen Mitte der 90er Jahre noch viele G-Wagen abgestellt, das habe ich aus dem Zugfenster beobachten können. Ich meinte auch, ein paar verkrautete Oppeln- und Bremen-Bauarten gesichtet zu haben. Jahre später vor Ort war alles abgebaut und das Rollmaterial weg. War jemand schon mal dort als noch nicht alles weg war?

Ja....

geschrieben von: Plumps

Datum: 16.08.11 13:36

....nachzulesen in der 47. Ausgabe "Eisenbahn Geschichte" der DGEG S. 26 bis 37.

[dgeg.de]

Grüße

Gabs auch bei der DR nach der Wende

geschrieben von: Wahldresdner

Datum: 16.08.11 18:08

Solche zweckentfremdeten Strecken gab es auch bei DR nach der Wende. Im Raum Neustadt/D. - Neuruppin - Löwenberg gab es bekanntlich "strategische Kurven" zur weiträumigen Umfahrung von Berlin. 1990/91 waren die mit langen Güterwagenschlangen zugestellt, wobei teilweise die jeweils letzte (oder erste) Achse eines solchen "Zuges" aus dem Gleis gehoben war. Davor stand - Ordnung muss sein - jeweils eine Sh2-Tafel.

Viele Grüße,
Wahldresdner

--
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

Re: Ja....

geschrieben von: Lok82008

Datum: 16.08.11 21:44

Wow, es gibt tatsächlich Infos dazu! Danke für den Tipp, das Heft sollte ich mir beschaffen. Ist der Bericht bebildert, so aus Neugier?

Re: Gabs auch bei der DR auch vor der Wende

geschrieben von: ytracks

Datum: 16.08.11 22:05

zur 'Hochzeit' der niedergehenden (D)DR standen recht viele reparaturbedürftige Wagen in West-Berlin im Bereich Neukölln und GBF Treptow. Sagen wir mal als Arbeitsvorrat fürs RAW. Ich meine dazu gabs auch schon mal ein Topic im HiFo.

Re: Gabs auch bei der DR nach der Wende

geschrieben von: Ringbahner4

Datum: 19.08.11 03:34

Auch im Bereich Halle und Eilenburg gab es in den 1980er Jahren neu gebaute Umgehungsstrecken für den "Ernstfall", wo nach 1990 jahrelang überzählige Güterwagen abgestellt wurden. Auch da war am erstem und letztem Wagen eine Achse ausgegleist.
Ansonsten fuhr auf diesen Neubaustrecken nie ein Zug, einige Gleise liegen noch, die Zugangsweichen sind meistens enfernt wurden.
Nur die jetzige Awanst "Kospa" bei Eilenburg nutzt einen geringen Teil der Strecke Kospa - Hohenprießnitz zum Gewerbegebiet. Die Einfahrt war früher aus Richtung Halle und wurde für die jetzige Nutzung Richtung Eilenburg gedreht.
MfG Lutz