Hallo HiFo-Gemeinde,
dieser frühe Sonntag bringt ja so einiges für die Freunde von Altbauelloks zutage...
Nach den
Schulungsfahrten Anfang des Jahres 1968, die ich in der vergangenen Woche vorgestellt hatte, begann der Planbetrieb des Bw Hagen-Eck mit alles in allem recht ambitionierten Umläufen: mit den vier 119 stieg die BD Wuppertal schließlich in die Oberliga der elektrischen Zugförderung auf, teilweise sogar auf einigen ehemaligen klassischen Hagener 03.10-Strecken. Hier sei beispielhaft der Umlaufplan aus EK20 für das Fahrplanjahr 1969 wiedergegeben:
Tag 1: Siegen N2413 Hagen D504 Wiesbaden D/E265 Hagen E4653 Münster E/P698 Köln N3837 Wt-Oberbarmen (ca.900km)
Tag 2: Wt-Oberb. N/E1506 Aachen E4691 Hagen N2426 Siegen D466 Gießen D229 Hagen (ca.625km)
Tag 3: Hagen D230 Frankfurt N1737 Gießen D/E465 Münster E732 Köln E4633 Hagen (ca.817km)
Tag 4: Finnentrop N2401 Hagen D1345 Hamm D1341 Lüneburg D1340 Hamm D1344 Wt.-Elberfeld (ca. 823km)
(Die km-Angaben hatte ich damals aus Kursbuch-Angaben ermittelt, sie stammen also nicht aus dem Umlaufplan!)
Nicht vollkommen nachzuvollziehen ist die immerwährend gehörte Kritik an den unangemessenen Planleistungen der 119 in Hagen. Immerhin erschloß sich Hagen u.a mit D504/D265 (siehe die Kölner Bilder von Lothar Behlau
hier) sowie den D-Zügen aus Tag 4 schon ganz ordentliche Läufe. Und der Durchläufer D230 am Tag 3 war immerhin "der" Starzug auf der Hagener (Ruhr-Sieg) Haus-Strecke: alles mit der 141 gar nicht zu machen.
Aber auch: konnte wohl der volle 4 tägige Umlauf jemals komplett gefahren werden?
Nun, die Hagen-Episode der 119 war wohl insgesamt ein Mißerfolg, gekennzeichnet durch zahlreiche Ausfälle und Stillstandszeiten der Loks.
Im Bildteil beginnen wir wieder einmal in Siegen. Hier gab es mit der Umlauf-Kupplung N2426 und D466 etwas ganz Besonderes: Wohl nirgendwo sonst konnte eine derart knappe, dabei effiziente und gleichwohl sichere Lok-Kupplung erreicht werden. Der N2426 aus Hagen lief in Siegen auf dem (heutigen) Gleis 4 ein, es folgte etwa im Blockabstand der D466 auf (heutigem) Gleis 55. Nun mußte die Zuglok des 2426 nur über das kurze Verbindungsgleis vorrücken und stand schon am Ende des hier wendenden D466, fertig zur Weiterfahrt bis Gießen. In wenigen Minuten war das alles erledigt.
Bild 1: 119 012 ist mit dem N2426 in Siegen zum Stehen gekommen und wird nun gerade entkuppelt. Die blaue achtmotorige mit dem hohen Dachaufbau war wohl die markanteste und, natürlich rein subjektiv, am seltensten auftauchende 119.
Bild 2: Der Umsetzvorgang nun mit der 119 002 vom Bahnsteig aus beobachtet. Der Fotograf steht etwa auf Pufferhöhe des letzten D466-Wagens. Erst heute fällt mir auf dem Bild die unpassende Position der Weichenlaterne auf?
Bild 3: Winterliche Ausfahrt des D466 aus Siegen mit 119 001.
Bild 4: Lassen wir auch die 119 002 noch einmal mit dem D466 ausfahren.
Bild 5: Die 119 001 vor einem der Ruhr-Sieg Durchläufer-Schnellzüge, dem D465, in Hüttental-Weidenau. Fand hier womöglich ein planmäßiger Personalwechsel statt? Ich erinnere mich, daß wir damals im Sommer 1969 an mehreren Samstagen hintereinander Anläufe unternehmen mußten, um den D465 mit 119 in den Kasten zu bekommen.
Anfang Januar 1970 stand eine Tour nach Rheine auf dem Programm. Sowohl auf der Hin- wie auf der Rückfahrt machte ich Kontroll-Besuche im Bw Hagen-Eck. Dort stand damals die 119 002 außer Gefecht auf dem Gleis neben der 03 1001 (wegen starken Schneefalls gab es kein taugliches Bild). Drinnen im Haus durfte ich beide Male dem diensthabenden Werkstattpersonal für mehrere Stunden bei der Arbeit..na ja, helfen wäre übertrieben: Nachschauen, Bremsen etc.; zwischendurch Fachsimpeleien und Werkstatt-Latein.
Bild 6: Beim ersten Besuch am 05.Januar 1970 gab es auch viel Arbeit an der 119: hier die 119 012 auf dem Nachschau-Gleis
Bild 7: Ebenso die 119 011 zur Nachschau im Bw Hagen-Eck
Bild 8: Bei dieser Gelegenheit gab es auch eine Einweisung in den 119-Führerstand. Welcher von beiden war es?
Zum heutigen Schluß noch einen der seltener dokumentierten Einsätze im tiefsten Westen, vielleicht nicht nur für die Aachen Fraktion interessant.
Bild 9: Am 04.März 1970 stand eine Rundfahrt zum Aachener Kohlerevier auf meinem Programm. Im Aachener Hbf wurde ich dabei von der charakteristischen Altbau-Akustik überrascht. 119 011 hatte an diesem Tag den Umlauf E1506/E4691 am Haken.
Bild 10: Ich ließ es mir nicht nehmen, mit dem E4691 standesgemäß bis Aachen-West mitzufahren.
Der fränkische Teil der 119-Rochaden, gewiß auch die bekannteren und allgemein häufiger fotografierten Einsätze der 119, folgt dann an den kommenden beiden Sonntagen.
Soviel für heute und einen schönen Sonntag
Gruß
Donni
Weitere Beiträge zur E19:
1968: die große Rochade der E19 – I (8B)
1970: die große Rochade der E19: zurück im Süden! (8B)
Die Nürnberger Endphase der 119 (8B)
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