Den Pfingstsamstag 1967 (13.Mai) verbrachte ich mit unserer Ersatzkamera an der Eifelstrecke Köln – Trier. Leider war das Wetter nicht sonderlich kooperativ und auch sonst ging einiges schief. Trotzdem stelle ich die Bilder einmal ein, denn schließlich waren/sind auch derartige verkorkste Tage Bestandteil unseres Hobbys.
Wahrscheinlich bin ich mit dem P 1936 um 8:03 Uhr in Kall angekommen und dann in Richtung Urft losmaschiert. Bei km 55 (Höhe Sötenich) kam mir der E 555 Trier – Köln-Deutz (an 10:03 Uhr) mit der Trierer 01 111 entgegen:
Kann bitte einer der Ortskundigen etwas zu dem Anschlussgleis (?) sagen? Führte es bis Kall oder zweigte es beim ehemaligen Block Sötenich von der eingleisigen Strecke ab?
Sicher hatte ich in Köln Hbf den Aushängefahrplan der Entlastungszüge studiert und erwartete mit Spannung den DVz 152, der dann auch mit der Möchengladbacher 03 276 angedampft kam:
Offensichtlich hatte sich Deutzerfeld die 03 276 für den Pfingstverkehr vom Bw Mönchengladbach ausgeliehen. Die leichte Pacific wurde bekanntlich am 30.05.1968 nach Gremberg abgegeben, woduch sie vor kurzem hier im Forum einige Berühmtheit erlangte. Letzte Station der Lok war ab dem 10.06.1970 das Bw Ulm, wo sie am 10.10.1971 z-gestellt und am 15.12.1971 ausgemustert wurde.
Leider wusste ich nicht, dass der Hauptzug D 152 Köln-Deutz (ab 8:00 Uhr) – Trier – Saarbrücken mit Vorspannlok unterwegs war. So ärgerte ich mich mächtig über die für zwei Loks ungeeignete Fotostelle, als die Trierer 01 235 (ex 02 010) und 01 051 an mir vorbeihämmerten:
Beide Loks wurden ein Jahr später gleichzeitig z-gestellt (07.05.1968) und ausgemustert (02.10.1968).
Die folgende Aufnahme der 01 062 mit dem D 157 Saarbrücken – Köln Hbf (11:55/11:59) – Düsseldorf (- Dortmund) entstand offensichtlich auf dem damals zweigleisigen Abschnitt zwischen der ehemaligen Blockstelle Gronrechtsmühle und Urft:
Gronrechtsmühle erlangte am 24. September 1958 durch den Frontalzusammenstoß der 23 080 und der 38 2965 traurige Berühmtheit. (Vgl. EK 11/98, S. 60 ff., dort ist fälschlicherweise immer von Gonrechtsmühle die Rede.) Die Krefelder 23er, die als Lz zum AW Trier unterwegs war, hatte in Gronrechtsmühle das Hp 0 anzeigende Signal überfahren und die anschließende Weiche aufgeschnitten. Vor Nettersheim kam es dann zu dem tragischen Unfall.
Von Köln aus gesehen begann der zweigleisige Abschnitt nach einer Skizze von Hubert Königer bei RITZAU (s. u., S. 153) östlich von Urft bei km 57,725 (Urft EG-Mitte: 57,500) und endete knapp westlich der Blockstelle Gronrechtsmühle (km 59,440). Fotos des Blockstellengebäudes
hier (etwas nach unten scrollen) lassen vermuten, dass es sich nicht um das Blockstellengebäude aus Reichsbahnzeiten handelt (?). Laut RITZAU (S. 93) trug die Blockstelle die Abkürzung GWB, in der Skizze wird sie als Posten 41 bezeichnet. Im Buchfahrplan der BD Köln, Heft 1a I. Teil vom 22. Mai 1966 wird Gronrechtsmühle seltsamerweise nicht aufgeführt, obwohl die Ausweichstelle offensichtlich noch in Betrieb war. – Die 01 062 wurde im Herbst 1968 nach Ehrang umstationiert und dort auch nach einem Zwischenspiel in Saarbrücken am 08.06.1970 z-gestellt und am 22.09.1970 ausgemustert.
Ab Gerolstein folgte dem D 157 der N 1567 Gerolstein – Köln-Deutz (an 13:00 Uhr), dessen kurze Garnitur an diesem Tag durch einen 1. Klasse Schnellzugwagen aufgewertet worden war:
Die Zuglok 01 067 schaffte am 31.07./01.08.1968 noch den Sprung nach Hof, wo sie aber bereits nach einem Jahr das unausweichliche Schicksal erwischte: z 22.08.1969, + 03.12.1969.
Wieder auf eingleisiger Strecke kam mir die spätere DGEG-Museumslok 01 008 mit dem E 553 Saarbrücken – Köln Hbf (an 15:54 Uhr) (- Emden Süd) entgegengerollt:
Die Sonne ließ sich an diesem Tag nur bei der Vorbeifahrt eines Diesel-Zuges blicken; immerhin hatte die nicht identifizierte V 100 eine interessante Garnitur am Haken:
Fünf der sechs DB-Doppelstockwagen und ein 1. Klasse Vorkriegswagen bildeten die Garnitur des nur an Samstagen verkehrenden E 4954 Köln-Deutz (ab 13:30 Uhr) – Gerolstein. (An Werktagen außer samstags kam die Garnitur als E/N 3532 Köln-Deutz [ab 16:54 Uhr] – Gerolstein hinter einer 01 zum Einsatz.)
Die 01 111, die ich am Morgen mit dem E 555 aufgenommen hatte, kam mit dem E 554 (Münster -) Köln Hbf (ab 13:51 Uhr) – Saarbrücken zurück, wobei ausgerechnet zum Aufnahmezeitpunkt eine dicke Wolke die Lok verdunkelte, während der Rest des Schussfeldes noch bedeutend mehr Licht abbekam:
Mein Ärger darüber wurde jedoch stark gedämpft, als ich die Eifeltorer 78 209 am Zugende entdeckte; der schlaffen Rauchfahne nach zu urteilen hielt sich ihre Schubunterstützung jedoch sehr in Grenzen:
Laut EK 7/67, S. 35 hatte die T 18 am Vortag den E 4787 von Bonn nach Euskirchen gebracht und war deshalb wahrscheinlich erst ab Euskirchen als Schublok am Zug. - Das beschauliche Dasein in Eifeltor endete für die 78 209, als sie am 12.10.1967 nach Hamburg-Altona umstationiert wurde. Allerdings musste man dort schon nach weniger als zwei Monaten auf ihre Dienste verzichten: z 04.12.1967, + 12.03.1968.
Literatur:
Hans Joachim Ritzau (Hrsg.): Von Siegelsdorf nach Aitrang, Landsberg (Ritzau) 1972
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