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 04 - Historisches Forum 

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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
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Hallo HiFo-Freunde,

zu diesem Foto aus meiner Sammlung liegen mir nur wenige Informationen vor.

Anfang Mai 1950 nahm die Deutsche Bundesbahn in Walldorf (Hessen) ein neuartiges Gleisbildstellwerk in Betrieb,
das damals als das modernste seiner Art in Deutschland galt. Es wies gegenüber dem früheren Hebelstellwerk
wesentliche Verbesserungen des Betriebsablaufs und der Bedienung auf. Ein Stelltisch mit leuchtendem Miniatur-
Schienenbild ermöglichte mittels kleinen Stelltasten spielend das frühere mühevolle Schalten großer Stellhebel
und schloss automatisch das Einfahren von Zügen in besetzte Gleise aus.

Über weitere Informationen zum Thema würde ich mich freuen.
Wie sieht die Situation heute in Walldorf aus ?


Wochenendgrüße von

Klaus aus Bonn

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Das Foto zeigt den Fahrdienstleiter Alfred P. am neuen Stelltisch in Walldorf

http://img251.imageshack.us/img251/5797/sf0400198xha5.jpg

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Besucht auch meine aktualisierte Homepage:

Heutige Situation

geschrieben von: KBS424

Datum: 27.01.07 18:06

Laut [www.stellwerke.de] hat Walldorf heute ein SpDrS60-Stellwerk mit Nummernstellpult - also "eine Nummer größer" als hier.

Was macht der Fdl da?

geschrieben von: kastenlok

Datum: 27.01.07 20:46

Zugstraßentaste (am Esig) zusammen mit Weichentaste bedienen?

Fragt sich

die Kastenlok

Wirklich 1950?

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 27.01.07 22:01

Der Stelltisch passt nicht zu den 1950 als einzige Drucktatstenstellwerk-Bauart vorhandenen DR I-Stellwerken. Die durchgehenden Leuchtmelder und die Größe der Tischfelder deuten auf ein Sp Dr S60-Stellwerk. Und die kamen, wie der Name schon sagt, erst ab 1960 zum Einsatz. Ich würde daher das Ganze zehn Jahre später datieren. Was der Fdl da drückt, bleibet allerdings sein Geheimnis (oder das des Fotografen).

Gruß, Volker

Re: Wirklich 1950?

geschrieben von: Klaus Wedde

Datum: 27.01.07 23:18

.

Hallo Volker,

meine Aufzeichnungen und das Foto stammen definitiv von 1950.


Grüße aus Bonn

Klaus

Re: Wirklich 1950?

geschrieben von: Thomas Woditsch

Datum: 28.01.07 02:56

Volker schrieb:
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> Der Stelltisch passt nicht zu den 1950 als einzige
> Drucktatstenstellwerk-Bauart vorhandenen DR
> I-Stellwerken. Die durchgehenden Leuchtmelder und
> die Größe der Tischfelder deuten auf ein Sp Dr
> S60-Stellwerk.

Laut [www.stellwerke.de] hatte Walldorf(Hessen) zunächst ein DrS, und erst später ein SpDrS60.
Zumal die typischen, farbig abgesetzten Aussentasten des SpDrS60 fehlen.

mfg

Thomas

Das ist ...

geschrieben von: Bahnwärter

Datum: 28.01.07 06:33

... mit Sicherheit keine SpDrS60-Technik!!! Diese Sw-Aufnahme läßt keine definitive Einordnung der Bauart zu, wahrscheinlich handelt es sich aber um einen DrS-Stelltisch.

Es grüßt
der Bahnwärter
Ich bin auch für DrI. Denn: Im Augustheft 1950 von Signal & Draht werben die VES ("Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke GnbH" auf der ersten Umschlagseite für "Gleisbildstellwerke - Bereits in Betrieb genommen: Düsseldorf-Derendorf Dp, Landshut Lo, Landshut Lw, Walldorf Wf, Osnabrück Fa".
Wie in einem anderen Beitrag schon beschrieben wurde, ist der im Hintergrund zu sehehende (und doch von mir ÜBERsehene) Morseetelegrah ein sicheres Indiz dafür, daß die Aufnahme aus den ganz frühen 50er Jahren stammen muß. Denn nach allen vorliegenden Berichten waren die letzten Morseschreiber auf Zugmeldeleitungen (Tz-Verbindungen) spätestens 1953 aus dem Netz der DB verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt standen die ersten tauglichen Sprachspeicher zur Verfügung, so daß man es wagen konnte, die Zugmeldungen über Fernsprechleitungen zu führen (was bis dahin völlig undenkbar schien). Bis dahin (1952 / 1953) mußte jeder Betriebsbeamte auf Betriebsstellen (also Zugmelder, Weichenwärter, Fahrdienstleiter etc.) das Morsen lernen und beherrschen. Heute undenkbar - aber das wäre eine ganz eigene Geschichte.