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 04 - Historische Bahn 

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Im Sommer 1981 war Familienurlaub in Husum angesagt. Nun passten aber nicht mehr alle Kinder ins Auto, zudem waren einige auch schon etwas zu groß geraten, und so durften mein Bruder und ich den Weg an die Nordsee mit dem Fahrrad antreten (was uns natürlich sehr erfreut hat). In gut einer Woche sind wir also nach Husum geradelt, dabei kreuz und quer durch Norddeutschland, immer an irgendwelchen Bahnstrecken entlang - leider ohne Güterzugfahrpläne und oft auf „Gut Glück".

Auf dem Weg Richtung Bremen hatten wir dann am 4.8.1981 in Rethem (Aller) Glück. Wo sich sonst wohl Fuchs und Hase gute Nacht sagen, tauchte ein Ort mit Bahnhof auf. Im Bahnhof stand 333 192 mit ihrer Übergabe, das Personal machte Pause vor der Weiterfahrt nach Verden (Aller).

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Das Wetter war heiß und schwül - also haben wir die Fahrräder abgestellt und erst einmal eine Fotopause eingelegt, auch wenn es nur eine Köf III im Gegenlicht war.

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Foto: Burkhard Beyer

Es ergab sich dann ein nettes Gespräch mit dem Personal: Wo wir her kommen - wo wir hin wollen - wie viele Kilometer wir denn am Tag schaffen ... Anerkennende (oder mitleidige?) Blicke. Und dann der Vorschlag: „Sollen wir euch bis Verden mitnehmen?" Wir sagten spontan zu und waren erst einmal gespannt, wie die Herren uns denn mitnehmen wollten. Kein Problem - zwei kräftige Griffe und beide Fahrräder waren auf der Köf verladen! Da die Fahrkartenausgabe schon (seit wie vielen Jahren?) geschlossen war, konnten wir auch leider keine Fahrkarten mehr erwerben und nachlösen im Zug ging auch nicht. Die Sonne kam wieder heraus und ab ging es ...

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Im Rückblick finde ich es wirklich erstaunlich, in welch gutem Zustand die Gleise der Strecke waren. Kein Kraut zwischen den Gleisen (ja, ich weiss, da gab es diese chemischen Mittelchen ...), und eine angenehme Laufruhe. Eigentlich hätten wir unsere Fahrräder nicht mit Schlössern sichern müssen - die standen ruhig und fest.

Nächster Halt war Westen. Dort wurden zu unseren Rädern weiteres Gepäck aufgeladen und da der Führerstand ja schon mit vier Mann belegt war, wurde es auch aussen aufgelegt:

Hinten am Führerhaus ...

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... und an den Seiten. So einfach kann das gehen!

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Foto: Burkhard Beyer

Danach wurde etwas vorgezogen und an der Laderampe eine weitere Pause gemacht. Für uns: Fototermin ...

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Foto: Burkhard Beyer

... für die Arbeiter am Ladegleis: Stress, da die Wagen nun wirklich leer werden mussten.

Die leeren Wagen hinten angehängt und schon war eine Übergabe zusammen gekommen, die sich sehen lassen konnte.

Zwischen Döverden und Wahnebergen erreichten wir die Hauptstrecke ...

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... und warteten noch einen einen Güterzug (mit 140 757) ab - dann beschleunigte die Köf III rasant, überquerte in flotter Fahrt die Allerbrücke und fuhr in den Bahnhof Verden ein (am Bahnsteig: 140 073).

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Am Bahnsteig wurden uns die Räder auch noch hilfsbereit abgeladen - und nach einem kurzen „Tschüss" ging es für uns weiter Richtung Bremen.

Fazit: Diese angenehme „Hemdsärmeligkeit", die wir sonst eher von Privatbahnen kannten und dort so liebten, gab es also auch bei der Bundesbahn!


Und als Frage bleibt mir: Sind die Unterwegsbilder wirklich alle im Bahnhof Westen aufgenommen?

edit: diese widerspenstigen Tippfehlerchen ...





9-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:18:00:31:05.
Toll, das ist das schöne am HiFo, dass immer wieder auch solche persönlichen Geschichten und Anekdoten auftauchen.

Grüße,
Björn Junga

Große (kleine) Hifo-Eisenbahn!...

geschrieben von: bloem

Datum: 18.01.07 00:38

...diese Beiträge sind das Salz der Suppe, die in unserer guten Stube serviert wird und nur hier so gut schmeckt :)

Wie gerne erinnere ich mich bei den Bildern an die "Auricher-Tour"..
Himmel, wenn Lokführer und Rangierer dann beim nahen Baumarkt (Beenen) die Übergabe abstellten und erstmal für die Hausrenovierung einkauften...was an soner Köf alles zu verzurren war ;)

Viele Grüße,
Hendrik.
Nein, aus heutiger Sicht war "früher" (bei mir auch so um den Zeitraum) die Eisenbahnwelt doch noch in Ordnung. Ich habe Ende der 70er Jahre (war also 11 oder 12) mal wieder auf dem Delmenhorster Bahnhof rumgelungert (heute ist`s ja zu langweilig geworden)und plötzlich kam eine Köf II mit 2 Niederbordwagen vorbei, bremste etwas ab und der Lokführer fragte einfach so, ob ich mitfahren möchte. Klar, bin sofort "reingehüpft" und ab ging`s auf die freie Strecke. Es war ein Bauzug zur Elektrifizierung der Strecke Bremen - Oldenburg. Irgendetwas mußte an den Fundamenten der neuen Betonmasten gemacht werden. Immer wieder mußte ein Stück weitergefahren werden. Dabei lernte ich, eine Köf zu bedienen.....
Das sind Erlebnisse, die einem dieses Hobby schon bald zu einer Weltanschauung machen lässt. Einfach nur schön.