Was lange währt, wird endlich gut“, sagt ein altes Sprichwort. Und so zeige ich Euch nun das sicherlich schon lange erwartete Baureihen-Portrait über den ET 425 (alt). Zunächst möchte ich noch einmal auf die Beiträge zu den Baureihen
ET 427
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ET 432
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ET 455
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ET 456
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ET 456 Nachtrag
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und ET 465
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und natürlich auf den 1. Teil verweisen
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verweisen.
Zunächst noch ein Link zur
Umzeichnungsliste von Ulrich Budde, die eigentlich keine Wünsche offen lässt:
Zur Einsatzgeschichte:
Die ersten neuen ET 25/ES 25 kamen zum Bw Breslau Freiburger, von wo aus sie auf den von Hirschberg ausgehenden elektrifizierten Strecken zum Einsatz gelangten. Sie lösten hier die ET 51 ab. Da auch der ET 25 beim Fahren mit Steuerwagen auf den steigungsreichen Strecken an seine Leistungsgrenze kam, wurde er hier schon bald wieder durch ET 31 ersetzt und die Fahrzeuge wanderten nach Süddeutschland ab. Drei Fahrzeuge mit unterschiedlichen elektrischen Bremsen wurden zur Erprobung zwischen 1936 und 1945 vom Bw Lauban aus auf der schlesischen Gebirgsstrecke Greiffenberg – Lauban – Görlitz eingesetzt. Zwei kamen danach in den Westen, einer gilt als verschollen.
Im mitteldeutschen Netz erhielten ab 1937 die Bw Leipzig Hbf West und Magdeburg ET 25/ES 25, die sie in der Folgezeit als schnelle Personen- oder Eilzüge zwischen beiden Städten, sowohl über Halle-Köthen, als auch über Dessau einsetzten. Nach zwangsweiser Einstellung des elektrischen Betriebes auf Weisung der sowjetischen Militäradministration im März 1946 gelangten einige Triebwagen als Reparationsleistung in die UdSSR, wo sie auf der Strecke Kotlas – Workuta am Polarkreis eingesetzt wurden.
Über den ET 25 012/ES 25 008 und den vierteiligen ex-Holländer ET 25 201 hatte ich bereits in Teil 1 geschrieben.
Im süddeutschen Netz liefen die ET 25 ebenfalls ab 1935. Beim Bw München waren die ET 25/ES 25 im Nahverkehr rund um München im Einsatz. Dazu wurden einzelne Fahrzeuge auch bei den Bw Augsburg und Regensburg eingesetzt. Augsburger Fahrzeuge liefen zwischen München und Ulm und eine Garnitur pendelte zwischen Landshut und Regensburg. Ab 1939 wurde auch Innsbruck von München aus angelaufen.
Das Bw Nürnberg setzte ET 25 zwischen 1935 und 1944 zunächst im Schnellverkehr zwischen Nürnberg und München über Augsburg ein. Diese Leistungen übernahmen schon bald ET 31. Die ET 25 fuhren dann im Nahverkehr und später auch nach Lichtenfels. Ab 1958 setzte Nürnberg noch einmal für sechs Jahre ET 25 auf den von Nürnberg ausgehenden Strecken im Nahverkehr ein, bis ET 32 diese Leistungen übernahmen.
Nach 1945 waren die Münchener ET 25 wieder im Nahverkehr rund um München anzutreffen. Ab 1950 fuhren sie Schnellzüge (Dt) zwischen München und Salzburg (A)/Berchtesgaden und ab 1953 auch nach Mittenwald. Zwischen München und Augsburg liefen sie im Schnellverkehr, und im Ausflugsverkehr auch nach Kufstein (A).
Für den kleinen Inselbetrieb in Baden (Basel – Zell, Schopfheim – Säckingen) wurde der elT 1849 (ET 25 028) mit abweichender Raumaufteilung beschafft. Zusammen mit einem Serienwagen war er dort zwischen 1935 und 1944 im Einsatz. Anschließend gelangte er nach Esslingen und Tübingen, um 1949 nach Baden zurück zu kehren. Mit der Ausweitung des elektrischen Betriebes dort, stieß er ab 1952 auch weiter nach Norden vor.
Von 1958 bis 1970 waren ET 25 rund um Offenburg, auf der Strecke Baden-Oos – Baden-Baden, und Heidelberger ET 25 rund um Heidelberg/Mannheim anzutreffen.
Tübingen – Stuttgart war von Anfang an Stammstrecke der ET 25. Bereits 1935 begann hier der Schnellverkehr bis zur Besetzung im April 1945. Tübingen lag fortan in der französischen Zone, während Stuttgart zur amerikanischen Zone gehörte. Bereits im September 1945 nahm man mit sechs Triebwagen den Betrieb wieder auf und ab 1951 fuhren sie als Städteschnelltriebwagen (ST) zwischen Tübingen und Stuttgart, bevor sie zwischen 1952 und 1956 von den neuen ET 56 (456) verdrängt wurden. Aber schon bald reichten die ET 56 nicht mehr aus, so dass Ende der fünfziger Jahre ET 25 in Esslingen stationiert wurden, zumal sie auch wesentlich schneller als die ET 56 und deshalb für die Eilzüge besser geeignet waren. Mit dem zunehmend größer werdenden elektrischen Netz rund um Stuttgart vergrößerte sich auch ihr Einsatzgebiet rund um die baden-württembergische Landeshauptstadt. Dabei ergänzten sich Esslinger und Tübinger ET 25 vortrefflich. Zu Beginn der siebziger Jahre wurden die siebzehn Triebwagen beim Bw Tübingen zusammengezogen. Fast mit jedem Fahrplan vergrößerte sich ihr Einsatzgebiet durch die Elektrifizierung weiter Strecken und Abschnitte. Ab Sommer 1975 wurde auch Lauda erreicht, ab 1976 Mosbach. Auch die Eröffnung der Stuttgarter S-Bahn brachte zunächst keine Veränderungen für die 425, wie sie seit 1968 hießen. Vorrübergehend wurde nun Heidelberg erreicht, bevor hier die 455 stationiert wurden. Durch Ausdehnung des Stuttgarter S-Bahnnetzes, verlagerte sich der Einsatz der 425 zu Beginn der achtziger Jahre auf die Strecken von Plochingen nach Stuttgart, Tübingen und Ulm, sowie auf die Stuttgarter Güterumgehung zwischen Kornwestheim und Stgt.-Untertürkheim. Durch Ausmusterung der E 44 und fehlende Steuerwagen gelangten sie kurz darauf sogar noch auf die Verbindung Stuttgart – Mühlacker – Graben-Neudorf. Nach ersten Ausmusterungen um 1982/83 begann ihr Stern zu sinken. Da jedoch für den Plan der 427 (ET 27) nicht mehr ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung standen, mussten sie zum Ende ihrer Karriere 1984 dort noch einmal aushelfen. Zum Sommerfahrplan 1985 wurde zwar für die 425 kein Umlauf mehr erstellt, aber für den dreitägigen Plan der BR 427 wurden noch zwei der verbliebenen drei 425 benötigt. Mit der Eröffnung der S-Bahn Stuttgart – Böblingen wurden jedoch genug andere Fahrzeuge frei, so dass die verbliebenen 425 003, 010 und 020 am 29. September 1985 auf „z“ gestellt werden konnten.
Am 16. August 1979 steht 425 116/825 016/425 416 im Bf Plochingen abfahrbereit:
Auf dem Überführungsbauwerk bei Zuffenhausener ist am 04. Februar 1978 der 425 416/825 016/425 416 mit einem weiteren 425 unterwegs, als D. Behrendt auf den Auslöser drückte:
Stefan Motz fotografierte den 425 417/825 017/425 117 am 19. März 1978 im Bf Höfingen:
Am 06. August 1981 ist 425 118/825 018/425 418 zusammen mit 425 115/825 015/425 415 im Bf Schwäbisch Gmünd als N 4282 angekommen:
Am 15. Juli 1982 ist 425 118/825 018/425 418 als N 5258, Esslingen – Kornwestheim, auf der Güterumgehung bei Stuttgart-Münster unterwegs:
Nunmehr an richtiger Position im Beitrag. Ein Hinweis eines Users hatte Zweifel an der Identität dieses Triebwagens aufgeworfen. Eine erneute Prüfung des Dias ergab, dass es sich bei dem hier abgebildeten Triebwagen nicht um den 425 402, sondern um den 425 418/825 018/425 118 handelt, der am 17. Juli 1982 als N 6239 den Bf Kirchentellinsfurt verlässt:
Aus meiner Sammlung stammt die folgende Aufnahme, die den 425 419/825 019/425 119 am 21. Juli 1984 im Bf Gingen/Fils zeigt:
Am 17. Juli 1982 ruht sich 425 420/825 020/425 120 im Bw Tübingen aus:
Die nun folgenden Aufnahmen stammen ebenfalls aus meiner Sammlung. A. Lehnert fotografierte im Bf Westerstetten:
425 121/825 021/425 421 am 15. Juli 1983:
425 122/825 022/425 422 am 06. Juli 1984:
425 123/825 023/425 423 und ein weiterer 425 am 09. August 1978 im Bw Tübingen:
Knapp vier Jahre später, am 17. Juli 1982, steht 425 123 zusammen mit dem 427 101 im Schuppen des Bw Tübingen:
Bereits am 23. Juli 1980 ist 425 423/825 023/425 123 bei Tübingen-Lustnau unterwegs:
Am selben Tag begegnet mir der 425 124/825 024/425 424 als N 6261, Metzingen – Tübingen, im Haltepunkt Tübingen-Lustnau:
Mit diesem Bild des 425 102/825 002/425 402 am 15. Juli 1982 als N 5264, Geislingen – Kornwestheim, bei Stuttgart-Münster möchte ich das Portrait der BR 425 beenden:
Eigentlich hatte ich diesen Triebwagen erst als unbekannten 425 geführt. Da aber inzwischen klargestellt wurde, dass es nur einen 425 mit der sattgelben „Kurz“-Werbung gab, ist dieses Geheimnis gelüftet. Das dürfte dann auch der Grund sein, warum ich die 102 zwei Tage später fälschlicherweise dem 425 118 in Kirchentellinsfurt zugeordnet hatte.
Wie bei den ET 455 auch hier die Aufstellung der bekannten Werbeaufschriften:
425 101 Öffentliche Bausparkasse (1979), DB Familien-Pass (1980)
425 102 Kurz-Freizeitmöbel - sattgelb - nur zwischen den jeweiligen Außentüren
425 103 ohne (1975), Deutscher Herold (1985)
425 106 Kurz-Freizeitmöbel - blassgelb - nur zwischen den jeweiligen Außentüren
425 107 Kurz-Freizeitmöbel - blassgelb - von den Wagenenden bis
vor die Gepäckraumtür
425 108 ohne
425 110 Kurz-Freizeitmöbel - sattgelb - Einzelsegmente
425 115 ohne
425 116 ohne
425 117 Gallion
425 118 ohne
425 119 Kurz-Freizeitmöbel - blassgelb - lang bis
unter die Führerstandsfenster
425 120 DB Familien-Pass (1982)
425 121 ohne
425 122 DB Familien-Pass (1984)
425 123 Kurz-Freizeitmöbel - blassgelb - lang bis
vor die Führerstandsfenster
425 124 DB Familien-Pass (1980)
Keine der "Kurz"-Werbungen auf den ET 25 war identisch, so dass sich diese Fahrzeuge an der Form der Werbeanschriften zweifellos identifizieren lassen!
Heute gibt es wieder eine Baureihe 425, über die wir aber lieben den Mantel des Schweigens decken wollen. Vielleicht mal in vierzig Jahren...
Quellen:
Horst J. Obermayer; Taschenbuch Deutsche Triebwagen, 4. Aufl. 1979
Lok Magazin, Nov. 2005; G. Fladt-Stähle: Vor 20 Jahren - Abschied vom ET 25
Eisenbahn-Kurier „special“; Die DB-Museumsfahrzeuge, Mai 1985
Rolf Brüning; Meisterfotos von der Bundesbahn in Farbe, Bd. 2 – Die elektrische Traktion 1975-1966
Garn, Robin (Hrsg.); Reichsbahn ohne Reich Bd I; Bäzold/Kuhlmann: Der Abtransport elektrischer Lokomotiven
Garn, Robin (Hrsg.); Reichsbahn ohne Reich Bd II; B.Rampp: Halbhertzig
Diverse Zeitschriften, Stationierungsverzeichnisse und eigene Aufzeichnungen
Bis neulich – natürlich im HistFor
Rolf Köstner
Liebe Leser und Bilderangucker, ich denke, dass ich jetzt nahezu 100 % der vor dem 30. Juni 2024 sichtbaren Bilder zu picr holen konnte. Sollte aber dennoch ein Beitrag (ab 2017) ohne Bilder sein, bitte ich um eine PN. Das dürfte dann eigentlich kein Problem sein, dass nicht kurzfristig erledigt werden könnte.
Man hat nicht richtig gelebt, wenn man nie in einem ICE gesessen hat, der in Hamm geteilt worden ist.
4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2007:01:07:21:07:25.